- Bezzecchi gewinnt zum fünften Mal in Folge und stellt mit 121 aufeinanderfolgenden Führungsrunden einen neuen MotoGP-Rekord auf
- Aprilia feiert den zweiten Sonntags-Doppelsieg in Serie, Martín wird Zweiter mit 2,036 Sekunden Rückstand
- Marc Márquez kämpft sich nach Long-Lap-Penalty von Platz elf auf Rang fünf zurück
Der dritte Lauf der MotoGP-Saison 2026 versprach schon vor dem Start Hochspannung. Am Samstag hatte Martín den Sprint mit einer mutigen Reifenstrategie gewonnen, nachdem Bezzecchi bei dem Versuch, Ducati-Pilot Francesco Bagnaia zu überholen, gestürzt war. Durch diesen Ausfall hatte Bezzecchi die WM-Führung vorübergehend an seinen Teamkollegen verloren. Im Grand Prix musste der Italiener also eine Antwort liefern, und das tat er auf eindrucksvolle Weise.

Kontaktreicher Start und sofortige Führungsübernahme
Bezzecchi ging als Vierter ins Rennen, nachdem er wegen Behinderung von Marc Márquez im Qualifying eine Startplatzstrafe von zwei Positionen erhalten hatte. Auch Luca Marini war von einer identischen Strafe betroffen. Polesitter Fabio Di Giannantonio konnte seinen Startplatz nicht in eine frühe Führung ummünzen und fiel auf Platz vier zurück, während Pedro Acosta von Startplatz zwei den Holeshot übernahm.
Die Führung des KTM-Piloten währte jedoch nur kurze Zeit. Bereits in der ersten Runde setzte Bezzecchi in Kurve elf zum Überholmanöver an und zog auf der Gegengerade neben Acosta. Dabei kam es zur Berührung zwischen den beiden Maschinen, und Acosta verlor beinahe die Kontrolle über seine RC16. Beide Fahrer blieben auf dem Motorrad, doch Bezzecchi hatte sich die Spitze gesichert und gab sie nicht mehr her.
Für Martín, der von Startplatz sieben ins Rennen gegangen war, lief der Start deutlich geschmeidiger. Er reihte sich als Dritter hinter Acosta ein und beobachtete zunächst die Situation an der Spitze.
Ein Rekord für die Ewigkeit
In den ersten drei Runden hatte Bezzecchi noch eine andere Mission: den Rekord von Jorge Lorenzo aus dem Jahr 2015 zu brechen. Lorenzo hatte damals während seiner Siegesserie 103 aufeinanderfolgende Runden in Führung absolviert. Als Bezzecchi in der dritten Runde als Erster über die Linie fuhr, hatte er seine 104. Führungsrunde in Folge komplettiert und damit den Rekord des spanischen Ex-Weltmeisters übertroffen.
Dieser Rekord reicht zurück bis zum Malaysia-Grand-Prix im Oktober 2025 in Sepang. Seitdem hat Bezzecchi in jedem Grand Prix jede einzelne Runde angeführt. Bis zum Zielstrich in Austin wuchs die Zahl auf 121. Zum Vergleich: Der bisherige Rekordhalter Lorenzo kam auf 103, kein anderer Fahrer in der Geschichte der MotoGP hatte es überhaupt auf 100 oder mehr geschafft.

Acosta hält dagegen, Martín lauert
In der Phase nach der Führungsübernahme entwickelte sich zunächst ein enges Dreierduell. Acosta konnte trotz des Kontakts und trotz der unterlegenen Geradeausgeschwindigkeit seiner KTM den Anschluss an Bezzecchi halten, während Martín als Dritter dicht folgte. Ab Runde sechs erhöhte Bezzecchi allerdings das Tempo und setzte sich zunächst um acht Zehntel ab, bevor der Vorsprung auf über eine Sekunde anwuchs.
Martín geriet derweil unter Druck von Di Giannantonio, nachdem er zu Beginn der siebten Runde in der ersten Kurve einen bedrohlichen Moment erlebte. Das Vorderrad klappte dem Spanier beinahe weg, und er konnte die Ducati von Di Giannantonio nur mit Mühe hinter sich halten. Doch der Weltmeister von 2024 fing sich und arbeitete sich Stück für Stück wieder an Acosta heran. In Runde 14 nutzte er einen Fehler des KTM-Piloten in Kurve eins, um auf Rang zwei vorzustoßen und den zweiten Aprilia-Doppelerfolg in Serie perfekt zu machen.
In der Schlussphase wurde es an der Spitze noch einmal eng. Martín verkürzte den Rückstand auf unter eine Sekunde und schien zeitweise eine ernsthafte Gefahr für Bezzecchi darzustellen. Der Führende fand jedoch die richtige Antwort und fuhr den Sieg mit einem komfortablen Vorsprung von 2,036 Sekunden nach Hause.
Oguras Pech und die Márquez-Aufholjagd
Eine der beeindruckendsten Vorstellungen des Rennens lieferte Ai Ogura vom Trackhouse-Aprilia-Team ab, der allerdings am Ende mit leeren Händen dastand. Der Japaner arbeitete sich aus dem Mittelfeld systematisch nach vorne, überholte Alex Márquez in Runde neun in Kurve zehn und setzte sich in Runde elf mit einem sehenswerten Manöver in Kurve elf an Bagnaia vorbei. Zwei Runden später passierte er auch Di Giannantonio und lag auf Kurs zu seinem ersten MotoGP-Podium.
Dann schlug das Schicksal zu: Ogura verlangsamte aus Kurve elf kommend und konnte das Rennen nicht fortsetzen. Eine technische Störung am Getriebe seiner RS-GP machte alle Podiumshoffnungen zunichte, und das Trackhouse-Team musste zusehen, wie sein Fahrer das Motorrad am Streckenrand abstellte. David Brivio, Teammanager von Trackhouse, konnte kaum fassen, was er sah.
Marc Márquez erlebte seinerseits ein Wochenende zum Vergessen. Schon am Freitag war der neunfache Weltmeister bei über 190 km/h in Kurve zehn gestürzt. Im Sprint am Samstag kollidierte er mit Di Giannantonio in Kurve zwölf, was ihm eine Long-Lap-Penalty für den Grand Prix einbrachte. Im Rennen absolvierte der Ducati-Werkspilot seine Strafe früh, fiel bis auf Rang elf zurück und musste sich mühsam nach vorne kämpfen. In Runde 15 gelang ihm ein doppeltes Überholmanöver an seinem Bruder Alex und Enea Bastianini. Mit drei verbleibenden Runden setzte er sich auch an Bagnaia vorbei, wurde aber vom KTM-Piloten sofort wieder überholt. Am Ende rettete Márquez Platz fünf ins Ziel, wobei er in der zweiten Rennhälfte das Tempo der Spitzengruppe mitgehen konnte, aber schlicht zu weit zurücklag.
Bagnaia, der den Sprint am Samstag noch lange angeführt hatte, erlebte einen schwierigen Sonntag. Der zweifache MotoGP-Weltmeister verlor in der Schlussphase massiv an Pace und fiel auf der letzten Runde sogar noch hinter Luca Marini auf Rang zehn zurück.

Ehrung für Nicky Hayden und Hall-of-Fame-Zeremonie
Abseits der sportlichen Ereignisse stand das Wochenende in Austin auch im Zeichen einer emotionalen Ehrung. Zwanzig Jahre nach dem WM-Titel von Nicky Hayden wurde dessen Repsol-Honda am Start des Rennens ausgestellt. Der 2017 verstorbene Amerikaner hatte 2006 einen der denkwürdigsten WM-Titel der Geschichte gewonnen und gilt bis heute als eine der beliebtesten Persönlichkeiten des Motorradsports.
Zudem wurden am Rennwochenende drei amerikanische Legenden in die MotoGP Hall of Fame aufgenommen: Kevin Schwantz, Weltmeister von 1993, Freddie Spencer, der 1985 die 250er- und 500er-WM in derselben Saison gewann, sowie Kenny Roberts, der 1978 als erster Rookie und erster Amerikaner einen Grand-Prix-Weltmeistertitel holte. Alle drei waren vor Ort und verfolgten das Rennen von der Startaufstellung aus.
Auch das VR46-Team sorgte abseits der Strecke für Aufsehen. Franco Morbidelli und sein Teamkollege Di Giannantonio hatten in der Woche vor dem Rennen New York besucht, ein Basketballspiel besucht und die New Yorker Börse besichtigt. Das Team präsentierte in Austin eine Sonderlackierung mit der Skyline von Manhattan, die auf der Freiheitsstatue basierte.
WM-Stand: Bezzecchi wieder vorne, Márquez mit Rückstand
Durch den Sieg übernahm Bezzecchi die WM-Führung zurück, die er nach dem Sprint-Sturz am Samstag an Martín verloren hatte. Mit 81 Punkten liegt er nun vier Zähler vor Martín (77 Punkte). Acosta hält als bester KTM-Fahrer den dritten Platz mit 60 Punkten, gefolgt von Di Giannantonio (50) und Márquez (45). Der amtierende Weltmeister hat nach drei Rennwochenenden bereits 36 Punkte Rückstand auf die Spitze, was beinahe einem kompletten Grand-Prix-Wochenende entspricht.
Bemerkenswert ist die Bilanz von Bezzecchi an Sonntagen: Von den 75 möglichen Sonntagspunkten in dieser Saison hat er alle 75 eingesammelt. Seine Schwäche liegt bisher ausschließlich in den Sprints, wo er in Thailand und in Austin jeweils stürzte und damit insgesamt rund 21 Punkte liegen ließ. Ohne diese Fehler wäre sein Vorsprung in der WM deutlich größer.
Für die Konstrukteurswertung bedeutet das Ergebnis, dass Aprilia mit 101 Punkten bereits 32 Zähler Vorsprung auf den nächsten Verfolger hat. Ein Novum in der jüngeren MotoGP-Geschichte, in der Ducati jahrelang die dominierende Kraft war.
Toprak Razgatlıoğlu, der Superbike-Weltmeister, holte als 15. seinen ersten MotoGP-Punkt und war damit der bestplatzierte Yamaha-Fahrer in Austin. Joan Mir stürzte erneut aus und hat seit dem Saisonauftakt in Thailand keinen Grand Prix mehr beendet.
Das nächste Rennen findet am 24. bis 26. April im spanischen Jerez statt. Der ursprünglich als vierter Lauf geplante Grand Prix von Katar wurde verschoben. Die vierwöchige Pause dürfte insbesondere Márquez entgegenkommen, der immer noch mit den Folgen seiner Schulteroperation zu kämpfen hat.

Häufige Fragen
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Wie viele MotoGP-Rennen hat Marco Bezzecchi 2026 in Folge gewonnen?
Bezzecchi hat alle drei Grand-Prix-Rennen der Saison 2026 gewonnen und kommt damit auf fünf aufeinanderfolgende Siege, wenn man die letzten beiden Rennen der Saison 2025 mitzählt. Er ist der erste Fahrer seit Marc Márquez 2014, der die ersten drei Grand Prix einer Saison gewinnen konnte.
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Welchen Rekord hat Bezzecchi beim US-Grand-Prix in Austin aufgestellt?
Bezzecchi hat den Rekord für die meisten aufeinanderfolgenden Führungsrunden in der MotoGP-Geschichte aufgestellt. Mit 121 Runden in Folge an der Spitze übertraf er den bisherigen Rekord von Jorge Lorenzo, der 2015 auf 103 Führungsrunden in Serie gekommen war.
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Wer führt die MotoGP-WM 2026 nach dem Rennen in Austin?
Nach dem dritten Saisonlauf führt Marco Bezzecchi die WM-Wertung mit 81 Punkten an. Sein Aprilia-Teamkollege Jorge Martín liegt mit 77 Punkten vier Zähler dahinter. Dritter ist Pedro Acosta mit 60 Punkten vor Fabio Di Giannantonio (50) und dem amtierenden Weltmeister Marc Márquez (45).
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Wann findet das nächste MotoGP-Rennen 2026 statt?
Das nächste Rennen ist der Grand Prix von Spanien in Jerez vom 24. bis 26. April 2026. Die vierwöchige Pause entsteht durch die Verschiebung des Katar-Grand-Prix.

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