- Komplett neues Frontdesign mit Zentralscheinwerfer und möglichem Radar
- Gestrafftes Heck und neue Seitenverkleidung im sportlicheren Stil
- Motorleistung unverändert: 125 kW (170 PS) und 148 kW (201 PS)
Sechs Jahre lang war das Gesicht der BMW S 1000 XR eine Konstante. Seit dem Modelljahr 2020 blickte das sportliche Crossover-Modell aus München mit seinem markanten, zugekniffenen Blick auf die Straße. 2024 gesellte sich die leistungsstärkere M 1000 XR dazu und übernahm das gleiche Erscheinungsbild. Unter der Verkleidung wurde die Technik in dieser Zeit kontinuierlich verfeinert, doch am äußeren Auftritt änderte sich wenig. Das soll sich nun grundlegend ändern. In Australien hat BMW die komplette Vierzylinder-Reihe neu homologiert und dabei das wohl kommende Design der Crossover-Modelle offenbart. Die in diesem Zuge eingereichten Unterlagen samt Fotos deuten auf ein umfassendes Facelift hin, das voraussichtlich als Modelljahr 2027 auf den Markt kommen könnte.

Neuer Frontbereich mit Zentralscheinwerfer
Die auffälligste Änderung betrifft die Front. Das seit 2020 bekannte Design mit den schmalen, aggressiv wirkenden Lichteinheiten scheint der Vergangenheit anzugehören. An ihre Stelle tritt laut den Homologationsbildern ein großer, zentral platzierter Scheinwerfer, der zwischen zwei lang gezogenen Verkleidungsnüstern sitzt. Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick deutlich zurückhaltender als der bisherige Auftritt.
Oberhalb des Scheinwerfers fällt eine überraschend hoch bauende Scheibe auf. Zusammen mit der offensichtlich großzügiger dimensionierten Verkleidung rund um das Cockpit könnte die neue Front spürbar mehr Windschutz bieten als bisher. Hinter der Scheibe ist zudem eine Fläche erkennbar, bei der es sich um einen Radar-Emitter handeln könnte. Ob BMW hier tatsächlich ein radargestütztes Assistenzsystem integriert, lässt sich aus den niedrig aufgelösten Homologationsbildern allerdings nicht zweifelsfrei bestätigen.
Sportlichere Seitenverkleidung
Auch seitlich zeigt sich die kommende XR-Generation in neuem Gewand. Die Seitenverkleidung erinnert in ihrer Formgebung an die Verkleidung der letzten beiden Generationen des Naked Bikes S 1000 R. Sie deckt den Zylinderkopf stärker ab und reicht weiter in Richtung Sitzbereich. Trotz der größeren Abdeckung wirkt die neue Verkleidung weniger voluminös als beim aktuellen Modell. BMW scheint damit das sportliche Element im Crossover-Konzept stärker betonen zu wollen.
Gestrafftes Heck ohne Rahmenverkleidung
Am Heck zeigt sich ebenfalls ein deutlich veränderter Auftritt. BMW verzichtet bei den neuen Modellen offenbar auf die zusätzliche Rahmenverkleidung, die das aktuelle Modell kennzeichnet. Stattdessen bleibt der angeschraubte Rohrrahmen frei sichtbar, lediglich ergänzt durch eine retuschierte Verkleidung. Diese Designentscheidung lässt die Maschine schlanker wirken und betont das sportliche Erbe der Baureihe. Der Endschalldämpfer fällt auf den Homologationsbildern deutlich größer aus als bisher. Das ist allerdings kein Hinweis auf mehr Leistung, sondern dürfte mit verschärften Abgasnormen und der Integration neuer Katalysatorsysteme zusammenhängen.
Bekannte Leistungsdaten bei S und M
Unter der veränderten Karosserie ändert sich an den Motoreckdaten nichts. Die S 1000 XR leistet weiterhin 125 kW (170 PS) bei 11.000 Umdrehungen pro Minute aus 999 Kubikzentimetern Hubraum. Das maximale Drehmoment dürfte entsprechend bei 114 Nm bei 9.250 Umdrehungen pro Minute liegen. Der Reihenvierzylinder teilt sich nach wie vor die Basis mit dem Supersportler S 1000 RR.
Die M 1000 XR bringt es laut den australischen Unterlagen ebenfalls auf die bekannten 148 kW (201 PS) bei 12.750 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment beträgt 113 Nm bei 11.000 Umdrehungen pro Minute. Der Motor der M-Variante nutzt weiterhin das ShiftCam-System mit verschiebbarer Einlassnockenwelle, das bereits aus der S 1000 RR bekannt ist. Auch beim Gewicht gibt es keine Überraschungen: Die S 1000 XR wiegt laut den Daten 227 Kilogramm (ca. 500 lbs), die M 1000 XR kommt auf 223 Kilogramm (ca. 491 lbs).
Was die aktuelle Generation mitbringt
Die technische Basis der XR-Modelle wurde bereits mit dem Modelljahr 2024 umfassend überarbeitet. Damals stieg die Leistung der S 1000 XR um 4 kW (5 PS) auf die aktuellen 125 kW (170 PS), erreicht durch eine strömungsoptimierte Geometrie der Ansaugkanäle und eine angepasste Motorsteuerung. Die Sitzgeometrie wurde überarbeitet, die nutzbare Sitzlänge und -breite vergrößert und die Sitzhöhe um 10 Millimeter auf 850 Millimeter angehoben. Gleichzeitig wurde die Serienausstattung erweitert: Headlight Pro mit adaptivem Kurvenlicht und Tagfahrlicht, Keyless Ride, eine 12-Ah-Batterie und ein USB-Ladeanschluss gehören seitdem zum Standard. Die Software des Schaltassistenten Pro wurde um zusätzliche Funktionen erweitert, und erstmals standen M Carbon-Räder als Option zur Verfügung.
Die M 1000 XR kam 2024 als dritte Variante der M-Familie nach der M 1000 RR und der M 1000 R. Sie nutzt den ShiftCam-Motor der S 1000 RR mit angepasster Abstimmung, verfügt über ein Sportgetriebe mit kürzeren Übersetzungen im vierten, fünften und sechsten Gang sowie über eine kürzere Sekundärübersetzung. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h soll in 3,2 Sekunden gelingen. Winglets an der Front erzeugen bei 220 km/h rund 12 Kilogramm (ca. 26,5 lbs) Abtrieb. Die Bremsen stammen von Nissin und tragen die blaue M-Eloxierung.
Marktstart und Preise noch offen
Bisher sind die gelifteten BMW S 1000 XR und M 1000 XR ausschließlich durch die Homologationsdaten aus Australien bekannt. Eine offizielle Vorstellung durch BMW steht noch aus. Da BMW neue Modelljahrgänge üblicherweise bereits im Sommer des Vorjahres ankündigt, könnten die Facelift-Modelle als Modelljahr 2027 ab Herbst 2026 verfügbar sein.
Die aktuellen Listenpreise in Deutschland liegen bei 19.690 Euro (ca. 20.675 USD) für die S 1000 XR und bei 26.390 Euro (ca. 27.710 USD) für die M 1000 XR. Ob diese Preise auch für die überarbeiteten Modelle gelten werden, war Mitte März 2026 noch nicht bekannt.

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Redakteur bei Motorrad Nachrichten. Fokus auf Technik, Szene und Motorradpolitik – neutral, sachlich, verständlich.
Verantwortlich für die Seiten www.Motorcycles.News, www.Motorrad.Training und den YouTube-Kanal "Motorrad Nachrichten", sowie deren social Media-Seiten.









