- Die Honda CB1000F wurde erstmals öffentlich neben historischen Rennmaschinen präsentiert
- Freddie Spencer kehrte 41 Jahre nach seinem Doppel-WM-Titel mit der NSR500 zurück
- Die CB1000F nutzt einen überarbeiteten Fireblade-Motor mit 124 PS (91 kW) und 103 Nm
Honda Motor Europe Frankreich und die Honda Racing Corporation nutzten im Mai 2026 zwei hochkarätige Veranstaltungen in Frankreich, um die neue CB1000F in einem besonderen Rahmen zu präsentieren. Beim Grand Prix von Frankreich in Le Mans, einem der bestbesuchten MotoGP-Rennen der Saison, sowie beim Klassikfestival Sunday Ride Classic auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet stand die im Herbst 2025 vorgestellte CB1000F neben historischen Rennmaschinen aus verschiedenen Epochen der Honda-Geschichte. Honda verfolgte damit das Ziel, die Entwicklungslinien zwischen historischem Rennsport und aktueller Serienproduktion sichtbar zu machen.

Welche historischen Rennmaschinen wurden neben der CB1000F ausgestellt?
Honda brachte vier historische Rennmotorräder zu den beiden Veranstaltungen. Ausgestellt wurde die GP-Honda NSR500 von 1985, mit der Freddie Spencer den WM-Titel in der 500-cm³-Klasse gewann, sowie das CB750F Superbike, auf dem Spencer 1982 das Rennen von Daytona für sich entschied. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Replikas der legendären Grand-Prix-Rennmaschinen RC174 und RC166, die einst auf der Isle of Man zum Einsatz kamen.
Die NSR500 war Hondas erste V4-Zweitakt-Grand-Prix-Maschine und wurde 1984 eingeführt. Sie etablierte ein Gesamtkonzept, das auf leichtere Fahrbarkeit ausgelegt war und laut Honda bis heute Einfluss auf die Entwicklung der aktuellen MotoGP-Maschine RC213V hat. Spencers Erfolge auf der NSR500 ebneten den Weg zu einem der erfolgreichsten Rennmotorräder der Geschichte.
Mitarbeiter der Honda Collection Hall im japanischen Motegi begleiteten die Events und gaben Einblicke in die Restaurierungsarbeit an den historischen Maschinen. Die Collection Hall beherbergt in wechselnden Ausstellungen jeweils über 150 Exponate aus der Honda-Geschichte. Hunderte weitere Renn- und Serienmotorräder sind separat eingelagert, laut Honda allesamt in fahrbereitem Zustand.
Projektleiter Fujii-san erklärte den Ansatz: „Unser Ziel ist es, die Geschichte lebendig zu halten – die Maschinen also nicht nur auszustellen, sondern sie zu besonderen Gelegenheiten auch zu bewegen. Manche Motorräder lassen sich innerhalb von Monaten restaurieren, bei anderen dauert es Jahre. Doch die Philosophie bleibt stets dieselbe – sicherzustellen, dass jedes Einzelstück ein lebendiges Zeugnis der Ingenieurskunst und Historie von Honda bleibt.“
(„Our goal is to keep history alive – not just to display the machines, but to run them on special occasions. Some bikes can be restored in months, others take years. But the philosophy remains the same – to ensure that each one remains a living testament to Honda’s engineering and history.“)
Freddie Spencer und Ana Carrasco: Zwei Generationen auf der NSR500
Im Mittelpunkt der beiden Veranstaltungen stand der dreifache Weltmeister Freddie Spencer. Der Amerikaner gewann 1983 den ersten 500-cm³-WM-Titel für Honda und schaffte 1985 das bis heute einmalige Kunststück, in einer Saison gleichzeitig die Weltmeistertitel in der 500-cm³- und der 250-cm³-Klasse zu erobern. 41 Jahre nach dieser historischen Saison kehrte Spencer nun zusammen mit seinen ehemaligen Siegermaschinen ins Rampenlicht zurück.
Spencer sprach über die Bedeutung der NSR500 für seine Karriere und den Rennsport insgesamt: „Die Honda NSR500 von 1985 hat vieles verändert. Sie definierte neu, wie Motor und Fahrwerk gemeinsam konzipiert sein mussten, um eine verbesserte Fahrbarkeit zu erreichen. Sie wieder zu fahren, fühlt sich an, als käme man nach Hause. Sie ist mehr als nur ein Motorrad. Sie ist ein Teil von mir – und sie prägte sicher auch etliche Rennmaschinen-Generationen, die auf sie folgten.“
(„The 1985 NSR500 changed everything. It redefined how we approached geometry, testing, and rider connection. Riding it again feels like going home. It’s more than a bike. It’s part of me – and it surely shaped generations of racing machines that followed.“)

An Spencers Seite trat in Le Mans auch Ana Carrasco auf. Die Spanierin ist aktuelle Honda-Pilotin in der World Supersport Championship und gewann 2018 den WM-Titel in der Supersport-300-Klasse als erste Frau, die einen Geschwindigkeits-Weltmeistertitel im Motorradrennsport eroberte. Dazu blickt Carrasco auf mehr als 80 Starts in der Moto3-WM zurück. Sie übernahm bei Demonstrationsfahrten in Le Mans das Steuer der historischen NSR500.
Carrasco zeigte sich vor der Fahrt sichtlich beeindruckt: „Ich bin vor der Fahrt mit dieser besonders bedeutsamen Honda nervöser als vor jedem Rennen. Das ist ein einmaliger Moment im Leben. Anders als bei heute üblicher Renntechnik dreht sich hier alles um das Feeling und die intuitive Verbindung zum Bike. Es ist eine gewaltige Herausforderung und ein Privileg obendrein.“
(„I’m more nervous before riding this very special Honda than before any race. This is a once-in-a-lifetime moment. Unlike today’s racing technology, this is all about feeling and intuitive connection to the bike. It’s a huge challenge and a privilege on top of that.“)
Wie unterschied sich die Technik der Zweitakt-Ära von der heutigen MotoGP?
Die Unterschiede zwischen historischem und modernem Rennbetrieb wurden bei beiden Events von ehemaligen HRC-Technikern beleuchtet. Honda-Ingenieur Waguri-san, der seine berufliche Laufbahn in der 500-cm³-Ära begann, beschrieb die besonderen Herausforderungen der damaligen Zeit: „Damals wurden keine Anleitungen für notwendige Servicearbeiten erstellt. Deshalb stützen wir uns zur Instandhaltung weitgehend auf originale Konstruktionszeichnungen und handschriftliche Notizen von Renntechnikern aus jenen Zeiten. Die Weitergabe dieses Wissens an die nächste Generation ist unerlässlich, um diese Motorräder am Leben zu erhalten.“
(„In those days, there were no manuals. We rely on original drawings and handwritten notes from engineers of the past. Passing that knowledge to the next generation is essential to keeping these bikes alive.“)
Ujino-san, ehemaliger Mechaniker des Repsol Honda MotoGP-Teams und nach wie vor Mitglied des HRC-Entwicklerteams, vertiefte den Kontrast zwischen den beiden Epochen. Während moderne Rennmaschinen auf aufwendige Datenanalysen und Telemetrie setzen, war in der Zweitakt-Ära ein völlig anderes Kompetenzprofil gefragt. „Heutzutage wird mit versiegelten Motoren und Telemetrie-Daten gearbeitet. In der Zweitakt-Ära mussten die Techniker und Mechaniker das Motorrad ›lesen‹ können – etwa den Klang, die Vibrationen, ja sogar den Geruch. Das erforderte ein gänzlich anderes Maß an Verständnis.“
(„Today, we have telemetry and sealed engines. In the two-stroke era, the technicians had to ›read‹ the bike – the sound, the vibrations, even the smell. That required a completely different level of understanding.“)
Was macht die Honda CB1000F technisch aus?
Die im Herbst 2025 erstmals vorgestellte Honda CB1000F ist ein moderner Vierzylinder-Roadster, der die jüngste Generation der traditionsreichen CB-Reihe komplettiert. Ihr Retro-Design orientiert sich am legendären CB750F Superbike der 1980er Jahre, mit dem Spencer einst in der US-Championship antrat. Die durchgehende Linienführung von Serbatoio über Seitenverkleidung bis zum Heck zitiert die Designsprache jener Epoche. Ergänzt wird das Erscheinungsbild durch ein klassisches rundes Frontlicht, Doppelhupen unter dem Scheinwerfer, Tankgrafiken im Stil der 1980er und einen Auspuff mit Megafon-Endstück.
Den Antrieb übernimmt ein Reihenvierzylinder, der auf dem Motor der CBR1000RR Fireblade (Generation 2017 bis 2019) basiert. Honda überarbeitete Nockenwellen, Ventilsteuerzeiten und Ansaugtrichter, um die Leistungscharakteristik an den Einsatz als Naked Bike anzupassen. Die CB1000F leistet 124 PS (91 kW) bei 9.000 Umdrehungen pro Minute und entwickelt ein maximales Drehmoment von 103 Nm (76 lb-ft). Das Gewicht wird mit 214 kg (472 lbs) angegeben, die Sitzhöhe liegt bei 795 mm. Der Tank fasst 16 Liter. Vorne rollt die CB1000F auf einem Reifen der Dimension 120/70 ZR17, hinten auf 180/55 ZR17.
Freddie Spencer hatte die CB1000F bereits vor den französischen Events in Japan fahren können und beschrieb seine Eindrücke: „Was mich am meisten beeindruckte, waren der Fahrspaß und die fühlbare Verbindung zum Bike. Man spürt die markentypische Abstammung, jedoch gepaart mit moderner Technologie, Stabilität und Gutmütigkeit. Honda hat schon immer Motorräder gebaut, die es dem Fahrer ermöglichen, sich mit einem guten und sicheren Feeling bis ans Limit vorzutasten. Die neue CB1000F führt diese Tradition auf wunderbare Weise fort.“
(„What impressed me most was the fun and the tangible connection to the bike. You can feel the typical Honda lineage, paired with modern technology, stability, and friendliness. Honda has always built motorcycles that allow the rider to approach the limit with a good and safe feeling. The new CB1000F carries on this tradition beautifully.“)

Welchen Rahmen boten die Events in Le Mans und Le Castellet?
Beide Veranstaltungen setzten die Honda-Ausstellung in einen passenden Kontext. Der Grand Prix von Frankreich in Le Mans zählt zu den bestbesuchten Rennen der MotoGP-Saison. Im Jahr 2025 strömten über das gesamte Wochenende 311.797 Zuschauer an die Strecke in der Sarthe-Region, was einen neuen Besucherrekord darstellte.
Das Sunday Ride Classic ist eine mehrtägige Veranstaltung, die mehrfach über die Sommermonate auf der Rennstrecke Paul Ricard in Le Castellet in Südfrankreich ausgetragen wird. Die zweitägigen Treffen verbinden Wettbewerbe, Paraden und Demofahrten mit publikumsnahen Shows, Autogrammstunden mit Persönlichkeiten aus dem Motorsport sowie Testfahrten. Die Veranstaltung zieht regelmäßig fünfstellige Besucherzahlen an und verzeichnete 2025 knapp 33.000 Besucher. Die Ausgabe 2026 fand am 16. und 17. Mai statt.
Im Rahmen der beiden Wochenenden konnten Zuschauer und Fans die ausgestellte CB1000F aus der Nähe betrachten, Demonstrationsfahrten mit der NSR500 und dem CB750F Superbike verfolgen und an Meet-and-Greet-Sessions mit Freddie Spencer teilnehmen.
Julian Muntzer von Honda Motor Europe Frankreich, der an der Organisation der Events beteiligt war, ordnete die Veranstaltungen ein: „Es geht um mehr als Nostalgie, nämlich zu zeigen, wie unsere Geschichte auch heute noch die Ingenieurskunst beeinflusst. Diese Motorräder sind keine Relikte; sie tragen aktiv zur Markenidentität von Honda bei.“
(„This is about more than nostalgia. It’s about showing how our history continues to influence today’s engineering. These bikes are not relics; they actively contribute to Honda’s identity.“)
Ana Carrasco fasste die Bedeutung der Veranstaltungen zusammen: „Für die heutigen Fahrer und Fans sind Respekt und Verständnis der Historie von essenzieller Bedeutung. Diese speziellen Motorräder in Aktion zu erleben und ihre Präsenz zu spüren, fördert eine Faszination zu Tage, die uns alle verbindet.“
(„For today’s riders and fans, respect and understanding of history are of essential importance. Experiencing these special motorcycles in action and feeling their presence brings out a fascination that connects us all.“)
Die CB1000F reiht sich mit ihrem Auftritt in Frankreich in das erweiterte Honda-Modellprogramm für 2026 ein, das zuletzt auch die CB1000GT als sportlichen Tourer auf gleicher Motorenbasis sowie den V3R 900 Prototypen mit aufgeladenem V3-Motor umfasste. Honda nutzt die traditionsreiche CB-Bezeichnung, um die Verbindung zwischen klassischer Vierzylinder-Philosophie und modernem Naked-Bike-Segment herzustellen.

Häufige Fragen
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Welchen Motor hat die Honda CB1000F?
Die Honda CB1000F wird von einem Reihenvierzylinder angetrieben, der auf dem Motor der CBR1000RR Fireblade (Generation 2017 bis 2019) basiert. Honda überarbeitete Nockenwellen, Ventilsteuerzeiten und Ansaugtrichter für die Naked-Bike-Auslegung. Die Leistung liegt bei 124 PS (91 kW) bei 9.000 U/min, das maximale Drehmoment bei 103 Nm.
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Wann wurde die Honda CB1000F erstmals öffentlich präsentiert?
Honda stellte die CB1000F im Herbst 2025 vor. Der erste öffentliche Auftritt in größerem Rahmen fand im Mai 2026 beim MotoGP-Rennen in Le Mans und beim Sunday Ride Classic in Le Castellet statt, wo die CB1000F neben historischen Rennmaschinen gezeigt wurde.
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Wer ist Freddie Spencer und welche Rolle spielte er bei den Events?
Freddie Spencer ist ein dreifacher Motorrad-Weltmeister aus den USA. Er gewann 1983 den 500-cm³-WM-Titel und schaffte 1985 das bis heute einmalige Kunststück, gleichzeitig in der 500-cm³- und der 250-cm³-Klasse Weltmeister zu werden. Spencer war Ehrengast bei beiden französischen Events und fuhr Demonstrationsrunden auf der historischen NSR500.
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Wie schwer ist die Honda CB1000F?
Die Honda CB1000F wiegt 214 kg (472 lbs). Die Sitzhöhe beträgt 795 mm, der Tank fasst 16 Liter. Vorne und hinten rollt die CB1000F auf 17-Zoll-Rädern mit den Reifendimensionen 120/70 ZR17 (vorne) und 180/55 ZR17 (hinten).
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Was ist das Sunday Ride Classic?
Das Sunday Ride Classic ist eine mehrtägige Motorsport-Veranstaltung auf der Rennstrecke Paul Ricard in Le Castellet in Südfrankreich. Die Treffen verbinden Wettbewerbe, Paraden und Demofahrten mit Autogrammstunden und Testfahrten. 2025 kamen knapp 33.000 Besucher. Die Ausgabe 2026 fand am 16. und 17. Mai statt.

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