- Neues Rally-inspiriertes Front-Design mit großem Windschild und integriertem LED-Scheinwerfer
- Dreifach-Tankanlage soll die Reichweite gegenüber der 690 Enduro R deutlich steigern
- Bewährter 692,7-ccm-LC4-Einzylinder mit 79 PS (57,3 kW) und 73 Nm (53,9 lb.ft)
Seit dem Ende der KTM 640 Adventure im Jahr 2007 warten Fans eines leichten, geländetauglichen Reiseenduros auf einen würdigen Nachfolger aus Mattighofen. Aktuelle Erlkönigaufnahmen von österreichischen Straßen deuten nun darauf hin, dass das Warten bald ein Ende haben könnte. Die Bilder zeigen einen nahezu produktionsreifen Prototyp auf Basis der 690-Plattform, der optisch stark an die Rally-Maschinen der Dakar erinnert. In Enthusiasten-Kreisen wird ein solches Motorrad seit Jahren als das ultimative „Einhorn“ gehandelt: ein Motorrad unter 175 kg Nassgewicht, leistungsstark, komfortabel genug für die Langstrecke, gepäcktauglich und gleichzeitig ernsthaft geländefähig.
Neue Front im Rally-Stil
Der auffälligste Unterschied zur bekannten 690 Enduro R findet sich an der Front. Der Prototyp trägt eine komplett neue Verkleidung mit einem großen, transparenten Windschild, in das ein LED-Scheinwerfer integriert ist. Die Lichteinheit unterscheidet sich offenbar von den Scheinwerfern, die KTM bei anderen Modellen einsetzt. Hinter dem Windschild sitzt ein massiver Navigationsturm mit einem horizontal montierten TFT-Display. Darüber ist auf den Aufnahmen eine Halterung zu erkennen, die an einen Roadbook-Halter erinnert. Ob dieses Detail es in die Serienversion schafft, bleibt abzuwarten, wobei sowohl die 640 Adventure als auch die 620 Adventure solche Halterungen einst als Werksoption anboten. Abgesehen von größeren Kühlerverkleidungen scheinen die übrigen Kunststoffteile mit der 690 Enduro R identisch zu sein. Das Motorrad verfügt außerdem über Soziusfußrasten, was darauf hindeutet, dass KTM neben der Offroad-Fraktion auch Fahrer im Blick hat, die gelegentlich einen Beifahrer mitnehmen möchten.
Der LC4-Einzylinder bleibt das Herzstück
Unter der neuen Verkleidung arbeitet der bewährte 692,7 ccm große LC4-Einzylinder. Größere interne Änderungen am Motor sind unwahrscheinlich, da das Triebwerk erst im vergangenen Jahr im Rahmen eines umfassenden Plattform-Updates grundlegend überarbeitet wurde. Dabei wurden laut KTM rund 50 Prozent der Komponenten neu entwickelt oder weiterentwickelt, unter anderem wurde eine einzelne Ölpumpe zur Reduzierung von Reibungsverlusten eingeführt und neue Gummimotorlager sollen die Vibrationen deutlich reduzieren. Die Leistung dürfte daher bei den bekannten 79 PS (57,3 kW) und 73 Nm (53,9 lb.ft) Drehmoment bleiben. Damit behält der LC4 seine Position als einer der stärksten Serien-Einzylinder auf dem Markt, sofern Ducati den 698 Mono nicht noch einmal aufwertet.
Die Geschichte des LC4 reicht fast vier Jahrzehnte zurück. Die Wurzeln lassen sich bis ins Jahr 1987 zurückverfolgen, als der 350 LC4-Prototyp Joachim Sauer zum Sieg in der Europäischen Enduro-Meisterschaft trug. Im selben Jahr brachte KTM die 600 GS LC4 auf den Markt. Seitdem entwickelte sich der Motor zu einem der erfolgreichsten Triebwerke im internationalen Rallye-Sport und bildete die Grundlage für KTMs Dakar-Dominanz, bis neue Hubraumregeln den Motor 2011 aus dem Wettbewerb drängten.
Bewährtes Chassis mit angepasster Federung
Beim Fahrwerk setzt die 690 Adventure auf den Stahl-Gitterrohrrahmen der 690-Plattform, der auch bei der Enduro R, der SMC-R sowie den Schwestermodellen Husqvarna 701 und GasGas 700 zum Einsatz kommt. Die Radkombination bleibt beim klassischen 21-Zoll-Vorderrad und 18-Zoll-Hinterrad mit Speichenfelgen. Am Hinterrad sorgt eine Gummidämpfung in der Nabe dafür, Vibrationen zu reduzieren und die Lebensdauer des Antriebsstrangs zu verlängern.
Bei der Federung kommen offenbar die gleichen 48-mm-XPlor-Gabeln und das Monoshock-Federbein von WP zum Einsatz, die auch in der Enduro R verbaut sind. Der Federweg beträgt vorne 265 mm und hinten 250 mm. Angesichts des höheren Gewichts durch die zusätzlichen Tanks und die Reiseausstattung dürften die Federraten allerdings etwas straffer ausfallen als bei den Schwestermodellen. Für Fahrer, die noch mehr aus dem Fahrwerk herausholen möchten, bietet der umfangreiche WP-Pro-Katalog geschlossene Cartridge-Kits für die Gabel und ein aufgewertetes Federbein an.
Dreifach-Tankanlage für mehr Reichweite
Eines der spannendsten Details auf den Erlkönigbildern ist die Tankanlage. Der Prototyp scheint über drei separate Kraftstoffbehälter zu verfügen: zwei Tankzellen oberhalb des Motors und den von der 690 bekannten 13,5-Liter-Tank im Heckrahmen, der gleichzeitig als tragendes Rahmenelement fungiert. Die genaue Gesamtkapazität ist auf den Aufnahmen nicht eindeutig erkennbar, doch das Setup könnte die Reichweite gegenüber der Standard-690 erheblich steigern.
Es wäre nicht das erste Mal, dass die Pierer-Mobility-Gruppe bei ihren großen Enduros auf erweiterte Tanklösungen setzt. Die LR-Variante der Husqvarna 701 Enduro etwa erhielt zusätzliche 12 Liter Tankvolumen, wodurch die Reichweite auf über 480 Kilometer anstieg. Einige Fans dürften allerdings enttäuscht sein, dass KTM offenbar nicht auf die tief montierten Satteltanks setzt, wie sie bei den größeren LC8c-Modellen wie der 890 Adventure oder der elfmaligen Dakar-Siegermaschine 450 Rally verbaut sind, zumal der Zubehörmarkt solche Systeme bereits für die wettbewerbsorientierte EXC-F-Reihe anbietet.
Offene Frage: Adventure oder Rally?
Wie das neue Modell letztlich heißen wird, ist noch nicht bekannt. Nach der bisherigen KTM-Nomenklatur müsste es sich um ein „Adventure“-Modell handeln, in der Tradition der 620 und 640 Adventure. Allerdings könnte diese Bezeichnung für Verwirrung mit der vom LC8c-Zweizylinder angetriebenen 790 Adventure und 890 Adventure sorgen. Eine Alternative wäre der Name „690 Rally“. Im Rahmen der üblichen KTM-Strategie, bei der auf ein Enduro-Modell eine langstreckentaugliche Adventure-Variante folgt (wie bei der 390 Adventure R, 640 Adventure R und 990 Adventure R), erscheint die Bezeichnung „690 Adventure R“ ebenfalls plausibel.
Mögliche Markteinführung nach der EICMA 2026
Der Prototyp wirkt auf den Aufnahmen bereits sehr seriennah, was darauf hindeutet, dass die Entwicklung weit fortgeschritten ist. Eine offizielle Vorstellung auf der EICMA in Mailand im November 2026 erscheint realistisch. Falls KTM das Modell tatsächlich in Serie bringt, würde es eine seit fast zwei Jahrzehnten bestehende Lücke im Portfolio des österreichischen Herstellers schließen und direkt mit Modellen wie der Yamaha Ténéré 700 konkurrieren, dabei aber dank des kräftigen Einzylinders und des geringeren Gewichts einen eigenständigen Charakter mitbringen.
Häufige Fragen
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Wann kommt die KTM 690 Adventure auf den Markt?
Ein genaues Datum steht noch nicht fest. Die Erlku00f6nigbilder zeigen einen nahezu serienreifen Prototyp, eine Vorstellung auf der EICMA im November 2026 gilt als wahrscheinlich. Die Markteinfu00fchrung ku00f6nnte dann Anfang 2027 erfolgen.
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Welchen Motor hat die KTM 690 Adventure?
Das Motorrad nutzt den bewu00e4hrten 692,7 ccm grou00dfen LC4-Einzylinder mit 79 PS (57,3 kW) und 73 Nm (53,9 lb.ft) Drehmoment. Der Motor wurde erst 2025 im Rahmen eines Plattform-Updates umfassend u00fcberarbeitet.
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Wie grou00df ist der Tank der KTM 690 Adventure?
Der Prototyp zeigt eine Dreifach-Tankanlage mit zwei zusu00e4tzlichen Tankzellen u00fcber dem Motor und dem bekannten 13,5-Liter-Tank im Heckrahmen. Die genaue Gesamtkapazitu00e4t ist noch nicht bestu00e4tigt, du00fcrfte aber deutlich u00fcber dem Standard der 690 Enduro R liegen.
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Was unterscheidet die KTM 690 Adventure von der 690 Enduro R?
Die wichtigsten Unterschiede sind die Rally-inspirierte Frontverkleidung mit grou00dfem Windschild und Navigationsturm, die deutlich gru00f6u00dfere Tankkapazitu00e4t fu00fcr mehr Reichweite, Soziusfuu00dfrasten sowie voraussichtlich straffere Federraten fu00fcr den Einsatz mit Gepu00e4ck.

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