- Neue Showa-Gabel mit Einstellmöglichkeit für Zug- und Druckstufe
- Triumph Shift Assist (Quickshifter hoch/runter) ab Werk
- Metzeler M9RR Supersport ersetzen die bisherigen Michelin Power 6
- Drei neue Farbvarianten, Verfügbarkeit ab April 2026
Als Triumph die Daytona 660 im Jahr 2024 vorstellte, war die Begeisterung groß. Endlich wieder ein erschwinglicher Mittelklasse-Sportler aus Hinckley, angetrieben vom bekannten Dreizylinder und mit dem klangvollen Daytona-Schriftzug auf der Verkleidung. In der Praxis zeigte sich allerdings, dass das Fahrwerk der Sportlerin nicht ganz mit dem Anspruch des Namens mithalten konnte. Tester bemängelten ein zu weiches Vorderrad-Setup, das bei sportlicher Fahrweise nur vages Feedback lieferte und die für moderne Triumph-Modelle typische Präzision vermissen ließ. Für das Modelljahr 2026 hat Triumph nun nachgelegt und die Daytona 660 an mehreren Stellen überarbeitet. Mit dem Update ist gleichzeitig die sogenannte Unleashed-Kampagne abgeschlossen, in deren Rahmen Triumph insgesamt 29 neue oder überarbeitete Modelle für 2026 vorgestellt hat.
Einstellbare Showa-Gabel als Kernstück des Updates
Die wohl wichtigste Neuerung betrifft das Fahrwerk. Die bisherige, nicht einstellbare Showa-Upside-down-Gabel weicht einer neuen Showa 41-mm-USD-Gabel vom Typ Separate Function Big Piston (SFF-BP), die nun über eine Einstellmöglichkeit für Zug- und Druckstufendämpfung verfügt. Der Federweg bleibt bei 110 mm, doch die erweiterte Abstimmbarkeit soll es ermöglichen, das Ansprechverhalten individuell an den Einsatzzweck anzupassen, ob nun im Alltag, bei ambitionierten Landstraßenfahrten oder auf der Rennstrecke. Am Heck arbeitet weiterhin ein Showa-Monoshock mit 130 mm Federweg, der nun über eine Vorspannungseinstellung verfügt und damit schnellere Anpassungen an unterschiedliche Beladungszustände erlaubt.
Diese Änderung ist kein Zufall. Laut Triumph flossen Erkenntnisse aus dem hauseigenen Factory-Racing-Programm in die Überarbeitung ein. Die Daytona 660 feierte seit ihrer Markteinführung beachtliche Rennerfolge: In der italienischen CIV-Sportbike-Klasse holte Bruno Ieraci mit dem CM Racing Team in der Saison 2025 acht Siege und sicherte sich die Fahrer-, Team- und Konstrukteurs-Titel. In der deutschen IDM-Sportbike-Klasse führte Iñigo Iglesias Bravo einen bemerkenswerten Dreifachsieg der Daytona 660 an. Und in Großbritannien ergänzte Harrison Dessoy in der Pirelli National Sportbike Championship mit zwei Siegen und drei weiteren Podiumsplätzen die Erfolgsbilanz, die Richard Cooper bereits in der Debütsaison 2024 begründet hatte.
Quickshifter serienmäßig und neue Reifen
Neben dem Fahrwerk betrifft die zweite wesentliche Änderung die Serienausstattung. Der Triumph Shift Assist, ein Quickshifter für kupplungslose Hoch- und Runterschaltvorgänge, gehört ab 2026 zur Grundausstattung. In Kombination mit der ohnehin verbauten Anti-Hopping-Kupplung, die den Hebelaufwand reduziert und sanftere Gangwechsel ermöglicht, soll das System die Daytona 660 spürbar dynamischer machen.
Beim Thema Bereifung vollzieht Triumph einen Wechsel. Die bisher montierten Michelin Power 6 weichen den Metzeler M9RR Supersport. Die neue Bereifung in den Dimensionen 120/70 ZR 17 vorne und 180/55 ZR 17 hinten soll sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke mehr Grip und besseres Feedback bieten. Zusammen mit den leichten Fünfspeichen-Gussfelgen aus Aluminium in 17 Zoll ergibt sich laut Triumph ein agileres Gesamtpaket.
Bewährter Dreizylinder mit 95 PS
Am Motor ändert sich nichts. Der flüssigkeitsgekühlte 660-cm³-Reihendreizylinder mit Zwölfventil-DOHC-Technik und 240-Grad-Zündfolge leistet weiterhin 95 PS (70 kW) bei 11.250 U/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 69 Nm (50,9 lb.ft) bei 8.250 U/min, wobei laut Triumph 80 Prozent des Spitzendrehmoments über den gesamten Drehzahlbereich anliegen sollen. Die Drehzahlgrenze liegt bei 12.650 U/min. Die Abgasanlage besteht aus einem 3-in-1-Edelstahlkrümmer mit untenliegendem Schalldämpfer und erfüllt die Euro-5+-Norm.
Paul Stroud, Chief Commercial Officer bei Triumph Motorcycles, spricht davon, dass die Daytona 660 mit dem Ziel eingeführt worden sei, die Mittelklasse-Sportbike-Szene zu beleben. „The Daytona 660 has quickly established itself as a standout contender in the middleweight sport category, proving its capability not only on the road but also on the racetrack, where it has already enjoyed impressive success.“ Die Daytona 660 habe sich also schnell als ernstzunehmender Wettbewerber in der Mittelklasse-Sportkategorie etabliert und sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Ziel sei es, jüngere Fahrer für die Marke zu gewinnen, und die Updates für 2026 sollen die Position der Daytona 660 in ihrem Segment weiter stärken.
Drei Fahrmodi und moderne Elektronik
Die elektronische Ausstattung bleibt auf dem bisherigen Niveau. Drei Fahrmodi (Sport, Road und Rain) passen Gasannahme und Traktionskontrolle an die jeweiligen Bedingungen an. Die Traktionskontrolle ist abschaltbar. Das Cockpit besteht aus einem multifunktionalen LCD-Instrument mit integriertem Farb-TFT-Display. Über das optional erhältliche My Triumph Connectivity-System lassen sich Navigationshinweise, Musiksteuerung und Telefonanrufe auf das Display bringen. Die Beleuchtung ist komplett auf LED umgestellt, inklusive eines neuen Scheinwerfers mit integriertem Tagfahrlicht.

Ergonomie und Bremsen unverändert
An der grundsätzlichen Ergonomie hat sich nichts verändert. Die Sitzhöhe liegt bei 810 mm, mit einer optionalen Tieferlegung auf 785 mm über einen als Zubehör erhältlichen Sitz. Die Sitzposition wird durch Stummellenker oberhalb der oberen Gabelbrücke und gut platzierte Fußrasten definiert. Das Nassgewicht beträgt 201 kg (443 lbs), der Tank fasst 14 Liter.
Die Bremsanlage besteht aus zwei schwimmend gelagerten 310-mm-Scheiben vorne mit Vierkolben-Radialzangen sowie einer einzelnen 220-mm-Scheibe mit Einkolben-Schwimmsattel hinten. Ein Continental-ABS-Modulator regelt die Bremsdruckverteilung. Die Bremsleitungen sind in Stahlflexausführung verbaut. Neu ist ein Aluminium-Bremspedal mit klarer Eloxal-Oberfläche, das als Detailverbesserung hinzukommt.
Drei neue Farbvarianten für 2026
Optisch präsentiert sich die Daytona 660 in drei neuen Farbschemata. Die Standardfarbe heißt Sapphire Black und kombiniert schwarze Verkleidung, Felgen und Tank mit dem silbernen Auspuff und Daytona-660-Schriftzügen. Als aufpreispflichtige Varianten stehen Aluminium Silver mit Sapphire Black zur Wahl, bei der rote Diablo-Red-Akzente für Rennoptik sorgen, sowie Cosmic Yellow mit Sapphire Black, die gelbe Karosserieteile mit schwarzen Felgen und ebenfalls roten Akzenten kombiniert.

A2-tauglich und ab April beim Händler
Für Inhaber eines A2-Führerscheins bleibt die Daytona 660 ebenfalls relevant. Ein als Zubehör erhältliches Drosselkit begrenzt die Leistung auf 35 kW (47,6 PS) und kann vom Triumph-Händler montiert und später wieder entfernt werden. Das Kit umfasst einen eigenen Gasgriff (APS) und eine angepasste Motorabstimmung. In Australien und Neuseeland sind zudem LAMS-Varianten verfügbar.
Die Serviceintervalle liegen bei 10.000 Meilen (16.000 km) beziehungsweise zwölf Monaten. Triumph gewährt eine Zwei-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung, die auch mitbestelltes Original-Zubehör abdeckt. Mehr als 30 Zubehörteile stehen zur Verfügung, von Tankpads über beheizte Griffe bis hin zu farblich abgestimmten Sozius-Abdeckungen und LED-Blinkern.
Ab 2026 wird die Daytona 660 auch auf der Weltbühne vertreten sein. Im Rahmen der neuen World Sportbike Championship sollen PHR Performance und CM Triumph Factory Racing mit dem Modell antreten.
Die überarbeitete Triumph Daytona 660 soll ab April 2026 bei den Händlern stehen.
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Redakteur bei Motorrad Nachrichten. Fokus auf Technik, Szene und Motorradpolitik – neutral, sachlich, verständlich.
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