- Katar-GP vom 12. April auf den 8. November verschoben
- Portugal und Valencia rutschen jeweils eine Woche nach hinten
- Australien, Malaysia und Katar bilden Triple-Header im Saisonendspurt
Der Grand Prix von Katar auf dem Lusail International Circuit wird in der MotoGP-Saison 2026 nicht wie geplant im April stattfinden. Aufgrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten hat die MotoGP am 15. März offiziell bekanntgegeben, das Rennwochenende vom 10. bis 12. April auf den 6. bis 8. November zu verschieben. Damit reagieren der Motorrad-Weltverband FIM, der Promoter MotoGP Sports Entertainment (vormals Dorna) und die lokalen Behörden in Katar auf eine Sicherheitslage, die eine Durchführung der Veranstaltung im Frühjahr unmöglich macht.

Krieg in der Golfregion macht April-Termin unmöglich
Hintergrund der Verschiebung ist der militärische Konflikt, der Ende Februar durch koordinierte Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran eskalierte. Der Iran reagierte mit Gegenschlägen auf mehrere Staaten in der Region. Die Kampfhandlungen halten seitdem an, der Luftverkehr ist erheblich beeinträchtigt, und die weitere Entwicklung bleibt schwer abschätzbar. An die Durchführung internationaler Großveranstaltungen in der Golfregion ist unter diesen Umständen derzeit nicht zu denken.
Die Formel 1 hatte nur wenige Stunden vor der MotoGP-Ankündigung ihre beiden für April geplanten Nahost-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien ersatzlos gestrichen. Der Formel-1-Kalender 2026 umfasst damit nur noch 22 statt der ursprünglich vorgesehenen 24 Grands Prix. Auch die Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC musste ihren Saisonauftakt auf dem Lusail International Circuit verschieben. Die 1812 Kilometer von Katar, ursprünglich für Ende März angesetzt, finden nun Ende Oktober als vorletztes Rennen im WEC-Kalender statt.
MotoGP wählt Verschiebung statt Absage
Im Gegensatz zur Formel 1 hat sich die MotoGP bewusst für eine Verschiebung anstelle einer Komplettabsage entschieden. Der MotoGP-Kalender 2026 umfasst damit weiterhin die ursprünglich geplanten 22 Grands Prix, lediglich in veränderter Reihenfolge. Der 8. November war das einzige zuvor freie Wochenende im Saisonendspurt und damit die einzige realistische Option, das Rennen noch unterzubringen.
MotoGP-CEO Carmelo Ezpeleta erklärte dazu: „Diese Entscheidung wurde mit großer Sorgfalt und in enger Abstimmung mit unseren Partnern in Katar und im gesamten Fahrerlager getroffen. Unsere Priorität gilt stets der Sicherheit und dem Wohlergehen aller an der MotoGP Beteiligten sowie der Gewährleistung, dass jeder Grand Prix auf höchstem Niveau ausgetragen wird.“
Ezpeleta betonte zudem, dass Ticketinhaber, die bereits Karten für den April-Termin erworben haben, die Möglichkeit erhalten sollen, ihre Tickets auf die nächste Veranstaltung zu übertragen.

Triple-Header zum Saisonende: Australien, Malaysia, Katar
Durch die Neuterminierung entsteht im letzten Teil der Saison ein außereuropäischer Triple-Header. Der Grand Prix von Australien auf Phillip Island (23. bis 25. Oktober) macht den Anfang, gefolgt vom Grand Prix von Malaysia in Sepang (30. Oktober bis 1. November) und dem nun auf den 6. bis 8. November verlegten Katar-GP. Drei Übersee-Rennwochenenden in Folge bedeuten eine erhebliche logistische Belastung für Teams und Personal. Im ursprünglichen Kalender hatte die MotoGP für 2026 bewusst auf Triple-Header verzichtet, um die Beanspruchung der Beteiligten zu reduzieren.
Katar war im ursprünglichen Saisonplan als vierte Station vorgesehen und hätte als Bindeglied zwischen den drei Übersee-Rennen zum Saisonbeginn (Thailand, Brasilien, USA) und dem Start der Europasaison Ende April in Spanien fungiert. Durch den Wegfall entsteht nun nach dem US-GP in Austin (27. bis 29. März) eine vierwöchige Pause, bevor der Große Preis von Spanien in Jerez vom 24. bis 26. April die Europasaison eröffnet.
Saisonfinale in Valencia erst am 29. November
Um dem Fahrerlager nicht fünf aufeinanderfolgende Rennwochenenden zuzumuten, wurden auch die beiden letzten Saisonstationen verschoben. Der Grand Prix von Portugal in Portimao findet nun am 20. bis 22. November statt, das Saisonfinale auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia am 27. bis 29. November. Ursprünglich waren diese Termine jeweils eine Woche früher angesetzt. Die MotoGP-Saison 2026 verlängert sich dadurch insgesamt um eine Woche.
Der traditionelle Nachsaisontest in Valencia, der bereits als Vorbereitung auf die Saison 2027 dient und voraussichtlich die öffentliche Premiere der neuen 850-ccm-Maschinen markiert, dürfte sich ebenfalls verschieben. Als wahrscheinlichster Termin gilt der 1. Dezember.

FIM und Katar stehen hinter der Entscheidung
FIM-Präsident Jorge Viegas unterstützte die Verlegung ausdrücklich: „Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage muss die Sicherheit unserer Fahrer, Teams, Offiziellen und Fans immer an erster Stelle stehen. Wir sind zuversichtlich, dass der aktualisierte Kalender gewährleistet, dass die Veranstaltung in Katar unter den sichersten und professionellsten Bedingungen stattfinden kann.“
Auch von katarischer Seite kam Zustimmung. Abdulrahman bin Abdullatif Al Mannai, Präsident der Qatar Motor & Motorcycle Federation und des Lusail International Circuit, erklärte, man respektiere und unterstütze die Entscheidung der MotoGP Sport Entertainment Group. Er dankte Fans, Teams und Partnern für ihr Verständnis und sprach davon, alle im November wieder am Lusail International Circuit willkommen heißen zu wollen.
Blaupause für die Formel 1?
Interessant ist der unterschiedliche Umgang der beiden großen Rennserien unter dem Dach von Liberty Media mit der Krise. Während die MotoGP ihren Katar-GP in den November verschiebt und so alle 22 geplanten Saisonrennen beibehält, hat die Formel 1 ihre Nahost-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien ersatzlos aus dem Kalender gestrichen. Die MotoGP-Lösung könnte allerdings als Vorlage dienen. Der Formel-1-Kalender ist im Herbst ähnlich eng getaktet. Eine Verschiebung des Saisonfinales in Abu Dhabi um eine Woche könnte theoretisch Platz schaffen, um zumindest eines der beiden gestrichenen Rennen noch nachzuholen.
Ob der Katar-GP im November tatsächlich wie geplant stattfinden kann, hängt letztlich von der weiteren Entwicklung des Konflikts in der Region ab. Die MotoGP hat mit der Verschiebung zumindest die Tür offengehalten, das Rennen in dieser Saison noch auszutragen.
Der aktualisierte MotoGP-Kalender 2026
Der vollständige Rennkalender nach der Verschiebung umfasst weiterhin 22 Grands Prix. Die Saison startete Ende Februar in Thailand und endet nun am 29. November in Valencia. Die Reihenfolge: Thailand (Buriram, 27. Februar bis 1. März), Brasilien (Goiania, 20. bis 22. März), USA (Texas, 27. bis 29. März), Spanien (Jerez, 24. bis 26. April), Frankreich (Le Mans, 8. bis 10. Mai), Spanien (Barcelona, 15. bis 17. Mai), Italien (Mugello, 29. bis 31. Mai), Ungarn (Balaton, 5. bis 7. Juni), Tschechien (Brünn, 19. bis 21. Juni), Niederlande (Assen, 26. bis 28. Juni), Deutschland (Sachsenring, 10. bis 12. Juli), England (Silverstone, 7. bis 9. August), Spanien (Aragon, 28. bis 30. August), Italien (Misano, 11. bis 13. September), Österreich (Spielberg, 18. bis 20. September), Japan (Motegi, 2. bis 4. Oktober), Indonesien (Mandalika, 9. bis 11. Oktober), Australien (Phillip Island, 23. bis 25. Oktober), Malaysia (Sepang, 30. Oktober bis 1. November), Katar (Doha, 6. bis 8. November), Portugal (Portimao, 20. bis 22. November) und Spanien (Valencia, 27. bis 29. November).
➜ Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Übersicht: MotoGP-Saison 2026: Der komplette Überblick – Teams, Fahrer, Kalender & WM-Stand. Dort findest du alle wichtigen Informationen zum Thema gebündelt.
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