- Aprilia RS 660 und RS 457 zusammen mit über 21 Prozent Marktanteil in Italien
- Wachstum von 12 Prozent auf dem US-Markt im vergangenen Jahr
- 2026 startet die RS 660 Factory in der neuen World Sportbike Meisterschaft
Was Aprilia vor einigen Jahren mit der RS 660 angestoßen hat, darf man inzwischen als echte Erfolgsgeschichte bezeichnen. Der italienische Hersteller aus Noale hat mit dem Modell eine Kategorie geschaffen, die es in dieser Form vorher nicht gab: leichte, technisch hochwertige Sportmotorräder mit Vollverkleidung, die sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Fahrer funktionieren. Die RS 660 gilt als Wegbereiter dieser modernen Generation von Sportmaschinen, die oft schlicht als „SportBikes“ bezeichnet wird. Die Idee dahinter war, die Freude am Fahren mit Stummellenker auf der Straße wiederzubeleben, ohne dabei den Anspruch an die Rennstrecke aufzugeben.

Verkaufserfolge weit über Italien hinaus
Der Erfolg beschränkt sich längst nicht auf den Heimatmarkt. In Europa gehört die RS 660 zu den meistverkauften Sportmotorrädern insgesamt. Auch in den USA läuft es für Aprilia ausgezeichnet. Dort verzeichnete die Marke im vergangenen Jahr ein Wachstum von 12 Prozent. Ein Faktor, der diesen Aufwärtstrend begünstigt, ist laut Aprilia der Erfolg in der MotoGP. Die Rennsporterfolge auf höchstem Niveau strahlen offenbar auf die gesamte Modellpalette ab und ziehen Kunden an, die Renntechnik auch im Straßenmotorrad wiederfinden wollen.
Die RS 457 vervollständigt das Bild nach unten hin. Sie schließt die Lücke zwischen den Einstiegsmodellen mit 125 Kubikzentimetern und der RS 660. Damit bildet Aprilia eine durchgängige RS-Familie, die von der RS 125 über die RS 457 und RS 660 bis hin zu den V4-Superbikes und letztlich der MotoGP-Maschine RS-GP reicht. Die RS 457 richtet sich dabei besonders an eine neue Generation von Fahrern und soll als leichtes, gut ausgestattetes Sportmotorrad den Einstieg und den Fortschritt auf Straße und Rennstrecke begleiten.
Rennsport als Beweis: Erfolge in nationalen Meisterschaften
Dass die RS 660 nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Rennstrecke funktioniert, belegen die Ergebnisse in verschiedenen Rennserien. In der Twin Cup Klasse der MotoAmerica und in der SportBike-Klasse der Britischen Superbike-Meisterschaft hat die RS 660 regelmäßig Spitzenplätze eingefahren und 2024 den MotoAmerica Twins Cup Titel gewonnen. Miguel Oliveira fuhr beim Aprilia All Stars Event in Misano auf der RS 660 eine bemerkenswerte Rundenzeit von 1:45,467 Minuten, was die Leistungsfähigkeit des Modells zusätzlich unterstreicht.

Neue Bühne 2026: Die World Sportbike Meisterschaft
Für 2026 eröffnet sich ein weiteres Kapitel. Die RS 660 Factory tritt in der brandneuen World Sportbike Meisterschaft (WorldSPB) an, die als eigenständige Klasse innerhalb des WorldSBK-Paddocks ihre Premiere feiert. Für Aprilia bedeutet das die Rückkehr in dieses Fahrerlager nach sechs Jahren Abwesenheit. Vier Fahrer werden die RS 660 Factory einsetzen, angeführt von Matteo Vannucci aus dem Revo-M2 Team, der bereits mehrfach in der WorldSSP300 gewonnen hat.
Das Starterfeld der neuen WorldSPB verspricht Abwechslung. Neben Aprilia treten unter anderem Triumph mit der Daytona 660, Suzuki mit der GSX-8R, Kawasaki mit der ZX-6R 636, Yamaha mit der R7 und Kove mit der 450RR an. Honda könnte mit der CBR600RR als siebter Hersteller dazustoßen. Da die Leistungsspanne der Motorräder von rund 70 PS bis 124 PS reicht, kommt ein Performance-Balancing-System zum Einsatz, das über Drehzahllimits, Gewichtsanpassungen und Drehmomentkurven für ausgeglichene Rennen sorgen soll. Dadurch stehen Fahrwerk und Fahrertalent stärker im Vordergrund als reine Motorleistung. Yamaha stellt mit zwölf Fahrern die zahlenmäßig größte Fraktion, Kawasaki bringt acht Piloten an den Start, darunter den ehemaligen Grand-Prix-Fahrer Xavi Artigas. Für Suzuki geht unter anderem Jeffrey Buis ins Rennen, zweifacher WorldSSP300-Champion.
Technik der RS 660: 105 PS und umfangreiches Elektronikpaket
Technisch setzt die aktuelle RS 660 auf einen 659 Kubikzentimeter großen, flüssigkeitsgekühlten Paralleltwin, der 105 PS (77 kW) bei 10.400 Umdrehungen pro Minute und 70 Nm bei 8.400 Umdrehungen pro Minute leistet. Gegenüber dem Vorgänger sind das 5 PS mehr, erreicht durch größere Drosselklappen mit 52 Millimetern statt zuvor 48 Millimetern Durchmesser. Der Motor erfüllt die Euro-5+-Norm und dient gleichzeitig als tragendes Element im Aluminium-Brückenrahmen, was zu einem fahrfertigen Gewicht von nur 183 kg (403 lbs) beiträgt.
Das Elektronikpaket APRC (Aprilia Performance Ride Control) gehört zu den umfangreichsten in der Klasse und umfasst unter anderem Traktionskontrolle, Wheelie Control, Motorbremskontrolle, Tempomat, Quickshifter in beide Richtungen, Launch Control, Kurven-ABS mit drei Stufen und fünf Fahrmodi. Alle Systeme arbeiten mit einer Sechs-Achsen-IMU zusammen. Die Bedienung erfolgt über hinterleuchtete Lenkerschalter und ein neues 5-Zoll-Farbdisplay.
Die Factory-Variante setzt sich durch ein voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk mit NIX30-Gabel und STX46-Federbein ab und trägt exklusive Renngrafiken. In Deutschland ist die RS 660 ab 11.799 Euro erhältlich (circa 12.350 USD), die RS 660 Factory ab 13.999 Euro (circa 14.650 USD).

- Sonax 02819410SONAX PremiumClass LederPflegeSet inkl. 2x LederReiniger, 1x LederPflegeCreme, 1x MicrofaserTuch, 1x MicrofaserPflegePad, 1x IntensivreinigungsBürste | Art-Nr. 02819410
Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit der Redaktion.
Motorcycles.News berichtet tagesaktuell und unabhängig über die Motorrad- und Motorsportwelt. Von neuen Modellen über MotoGP bis hin zu Technik, Gesetzgebung und Szene-Themen — mehrfach täglich, zweisprachig auf Deutsch und Englisch. Ergänzt wird die Berichterstattung durch den YouTube-Kanal Motorrad Nachrichten mit über 80.000 Abonnenten.









