- Vorstellung der neuen Aprilia X am 27. März am Circuit of The Americas
- Limitierung auf 30 Stück, wie bei allen bisherigen X-Modellen
- Bereits das sechste Modell der exklusiven X-Serie seit 2019
Aprilia Racing nutzt den Grand Prix der Vereinigten Staaten am Circuit of The Americas in Austin, Texas, für einen besonderen Moment abseits der Rennstrecke. Am Freitag, dem 27. März 2026, soll dort ein neues Motorrad aus der exklusiven X-Serie enthüllt werden. Wie bei allen bisherigen X-Modellen ist die Auflage auf 30 Exemplare begrenzt. Technische Details, der genaue Name oder ein Preis für das neue Modell sind bislang nicht bekannt.

Die X-Serie: Aprilias Brücke zwischen MotoGP und Kunde
Die X-Serie ist ein weltweit einzigartiges Programm, das Aprilia Racing seit 2019 über die hauseigene Factory-Works-Abteilung betreibt. Das Konzept dahinter ist so simpel wie ambitioniert: Technologie, die normalerweise den MotoGP-Prototypen vorbehalten ist, wird in ein Motorrad verpackt, das zahlungskräftige Enthusiasten tatsächlich kaufen können. Jedes Modell wird in einer Kleinserie von jeweils 30 Stück gefertigt, ist ausschließlich für den Rennstreckeneinsatz konzipiert und wird ohne Straßenzulassung ausgeliefert. Die Übergabe erfolgt persönlich in der Rennabteilung von Aprilia in Noale, Italien.
Den Anfang machte 2019 die RSV4 X, die zum zehnjährigen Jubiläum der RSV4 aufgelegt wurde. Das Motorrad bot eine Vollcarbon-Verkleidung, einen gewichtsoptimierten Tank und Brembo-GP4-MS-Bremssättel. 2020 folgte die Tuono V4 X als bislang einzige Naked-Variante innerhalb der Serie, ausgestattet mit Carbon-Winglets. 2022 ging es mit der RSV4 X Trenta weiter, die erstmals einen Underwing am Schwingarm erhielt und eine violette Retro-Lackierung trug, inspiriert von der Maschine, mit der Alessandro Gramigni 1992 den ersten WM-Titel für Aprilia in der 125er-Klasse gewonnen hatte.
Von Ground-Effect bis Leg Wings: Immer näher an der MotoGP-Maschine
Einen deutlichen Sprung machte die Serie 2024 mit der RSV4 X Ex3ma. Erstmals kam eine für den öffentlichen Verkauf bestimmte Maschine mit Ground-Effect-Aerodynamik, einer Technologie, die Aprilia Racing zuvor exklusiv an der RS-GP24 in der MotoGP eingesetzt hatte. Die speziell geformten Seitenverkleidungen nutzten den Luftdruck zwischen Motorrad und Asphalt in Schräglage, um zusätzlichen Anpressdruck zu erzeugen. Der 1.099 Kubikzentimeter große 65-Grad-V4-Motor leistete 230 PS (169 kW) bei 13.500 Umdrehungen pro Minute und lieferte 131 Nm bei 11.000 Umdrehungen. Das Trockengewicht lag bei 165 kg (364 lbs). Der Preis betrug 80.000 Euro (circa 84.000 USD). Max Biaggi, dreifacher 250er-Weltmeister mit Aprilia, war persönlich an der Entwicklung und Abstimmung beteiligt. Alle 30 Exemplare waren innerhalb von 76 Tagen ausverkauft.
Das bislang jüngste und zugleich extremste Modell war die RSV4 X-GP, vorgestellt beim Großen Preis von Katalonien im September 2025. Sie feierte zehn Jahre RS-GP in der MotoGP und brachte erstmals bei einem Serienderivat sogenannte Leg Wings und Tail Wings mit, also aerodynamische Elemente unter dem Sitz und auf dem Heck, die direkt von der RS-GP25 übernommen wurden. Diese Bauteile sollen beim Bremsen und in Kurven zusätzlichen Anpressdruck liefern. Die gesamte Verkleidung bestand aus Carbon, gefertigt von PAN Compositi, dem gleichen Unternehmen, das auch die Verkleidungen der MotoGP-Maschine herstellt. Die Leistung stieg auf 238 PS (175 kW) bei 13.500 Umdrehungen pro Minute, das maximale Drehmoment auf 131 Nm bei 11.750 Umdrehungen. Das Trockengewicht blieb bei 165 kg (364 lbs). Der Preis lag bei 90.000 Euro (circa 105.470 USD). Zur Ausstattung gehörten unter anderem geschmiedete Magnesiumfelgen von Marchesini, Pirelli-Slicks in WSBK-Spezifikation, eine Trockenkupplung von STM, eine Öhlins-Federung mit MotoGP-Technologie und ein Titan-Auspuffsystem von SC Project. Käufer erhielten zusätzlich einen Laptop zur Steuerung der Elektronik, ein NFT-Echtheitszertifikat, Reifenwärmer und Montageständer.

Was könnte die neue X bringen?
Über das sechste Modell der Serie lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur spekulieren. Sicher ist lediglich die Stückzahl von 30 Exemplaren und der Vorstellungstermin. Die bisherige Entwicklung der Serie zeigt allerdings ein klares Muster: Jede neue Generation hat die Aerodynamik und die Motorleistung im Vergleich zum Vorgänger spürbar weiterentwickelt. Die RSV4 X-GP von 2025 hat mit Leg Wings und Tail Wings bereits nahezu das komplette Aero-Paket der MotoGP-Maschine übernommen. Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung Aprilia Racing die Serie weiterführt, ob es erneut eine Weiterentwicklung der RSV4-Plattform wird, ob möglicherweise wieder eine Tuono-Variante folgt oder ob Aprilia mit dem neuen Modell einen gänzlich anderen Ansatz verfolgt.
Aprilia Racing in Topform: Bezzecchi und Martín beim US-GP
Die Vorstellung der neuen X fällt in eine Phase, in der Aprilia Racing in der MotoGP so stark auftritt wie selten zuvor. Marco Bezzecchi reist als WM-Führender nach Austin. In Brasilien fuhr er seinen vierten Sieg in Folge und seinen zweiten Saisonsieg ein. Aprilia feierte in Brasilien zudem ein historisches Ergebnis mit einem Doppelsieg im Hauptrennen, Bezzecchi vor seinem Teamkollegen Jorge Martín. Martín kehrte seinerseits sowohl im Sprint als auch im Hauptrennen aufs Podium zurück und arbeitet weiter daran, sein Gefühl mit der RS-GP26 zu verfeinern.
Bezzecchi zeigte sich vor dem Wochenende zuversichtlich: „I’m happy to be back in Austin. It’s a great track, but also difficult and quite particular, where last year we had a decent weekend despite some challenges. We’ll try to maintain this positive momentum and our determination to keep performing well.“
Auf Deutsch: Er freue sich, wieder in Austin zu sein. Die Strecke sei großartig, aber auch schwierig und ziemlich speziell. Im vergangenen Jahr habe man dort trotz einiger Herausforderungen ein ordentliches Wochenende gehabt. Man werde versuchen, den positiven Schwung beizubehalten.
Martín ergänzte: „We’re heading back to Austin, a track that could confirm the positive feelings from the first two races. I think we’re doing a great job, but we need to keep our feet on the ground, as this is always a particular track.“
Auf Deutsch: Austin sei eine Strecke, die die positiven Eindrücke der ersten beiden Rennen bestätigen könnte. Das Team mache einen großartigen Job, müsse aber auf dem Boden bleiben, da es sich um eine besondere Strecke handle.

Der Circuit of The Americas im Profil
Der Circuit of The Americas in Austin misst 5,51 km und wird gegen den Uhrzeigersinn befahren. Die Strecke umfasst 20 Kurven, davon neun Rechts- und elf Linkskurven. Eines der markantesten Merkmale ist der Höhenunterschied von fast 41 Metern am Ende der Start-Ziel-Geraden, gefolgt von einer Linkskurve. Diese Passage gilt als eine der anspruchsvollsten Stellen im gesamten MotoGP-Kalender.
Für Aprilia Racing war der COTA zuletzt ein gutes Pflaster. Nach dem Grand Prix am Wochenende richtet Aprilia zudem die Aprilia Racers Days aus, ein zweitägiges Track-Day-Event am 30. und 31. März direkt auf der Grand-Prix-Strecke. Am VIP-Tag sollen auch die MotoGP-Fahrer und Mitglieder des Trackhouse-MotoGP-Teams anwesend sein.

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