- Jack Miller fährt mit 1:57,908 Minuten die Bestzeit am zweiten Shakedown Tag
- Yamaha erstmals mit Stammfahrern im Einsatz
- Pol und Aleix Espargaro erneut in den Top 3
Nach einem ersten Testtag, der weitgehend von den Testfahrern und Rookies geprägt war, nahm der Shakedown der MotoGP am Freitag spürbar an Fahrt auf. Grund dafür war der Einstieg der Yamaha Stammfahrer, die aufgrund der Einstufung des Herstellers in die Concession Gruppe D ebenfalls startberechtigt sind. Entsprechend verlagerte sich der Fokus stärker auf aussagekräftige Rundenzeiten und technische Vergleichswerte.
Yamaha steigt ein und Miller übernimmt die Spitze
Neben Fabio Quartararo und Alex Rins ging auch das Pramac Team erstmals vollständig auf die Strecke. Jack Miller, der am Donnerstag noch nicht gefahren war, nutzte den zweiten Testtag für seinen ersten Auftritt im Jahr 2026 und setzte direkt ein Ausrufezeichen. In der letzten Teststunde umrundete der Australier den Sepang International Circuit in 1:57,908 Minuten und übernahm damit die Tagesbestzeit.
Miller blieb damit als einer von nur zwei Fahrern unter der Marke von 1:58 Minuten. Seine Zeit lag rund zwei Zehntelsekunden unter der Bestmarke des Vortages und reichte aus, um Pol Espargaro knapp auf Distanz zu halten.
Espargaro Brüder erneut stark, aber geschlagen
Pol Espargaro hatte den Großteil des Freitags angeführt und musste sich am Ende lediglich um 0,025 Sekunden geschlagen geben. Der KTM Testfahrer bestätigte damit erneut die gute Form aus den ersten beiden Testtagen. Bruder Aleix Espargaro, der am ersten Tag noch die Bestzeit gesetzt hatte, reihte sich mit 0,158 Sekunden Rückstand auf Rang drei ein und war damit bester Honda Pilot.
Im Honda Lager lag der Schwerpunkt weiterhin auf Detailarbeit. Auffällig war unter anderem eine schwarz gehaltene Carbon Verkleidung an einem der Testmotorräder sowie leicht modifizierte Aero Elemente im Heckbereich, die allerdings als Weiterentwicklung bekannter Lösungen gelten sollen.
Yamaha Quartett dicht beisammen
Hinter dem Trio an der Spitze folgten die beiden Yamaha Werksfahrer. Fabio Quartararo belegte Rang vier und brachte beide eingesetzten Motorräder in die Top 5. Alex Rins landete mit seiner schnellsten Maschine auf Platz fünf, verlor allerdings bereits rund sieben Zehntelsekunden auf die Spitze.
Rookie Toprak Razgatlioglu konnte sich im Vergleich zum ersten Tag deutlich steigern. Der amtierende Superbike Weltmeister unterbot seine Donnerstagszeit klar, lag am Ende jedoch knapp neun Zehntelsekunden hinter Teamkollege Miller auf Rang sieben. Auffällig blieb dabei vor allem die kontinuierliche Annäherung an das Tempo der etablierten Yamaha Fahrer.
KTM, Ducati und Aprilia mit Testprogrammen
Bei KTM ordnete sich Dani Pedrosa direkt hinter den Yamaha Fahrern ein und belegte Platz sechs. Auch Mika Kallio war erneut im Einsatz, verlor jedoch mehrere Sekunden auf die Spitze. Laut übereinstimmenden Berichten soll der Finne weiterhin mit einem 850 ccm Prototypen für die Saison 2027 unterwegs sein, eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.
Ducati setzte Michele Pirro ein, der mit unterschiedlichen Verkleidungsvarianten unterwegs war und wertvolle Vergleichsdaten sammelte. Am Freitag kam es zudem zu einem der wenigen Zwischenfälle des Tages, als Pirro in Kurve 15 stürzte. Der Italiener blieb unverletzt, zum Zustand seines Motorrads wurden keine Angaben gemacht.
Bei Aprilia arbeitete Lorenzo Savadori sein umfangreiches Testprogramm ab und bewegte mehrere Motorräder, unter anderem mit Blick auf den anstehenden offiziellen Test in der kommenden Woche.
Moreira weiter am Ende des Feldes
Schwer einzuordnen bleibt die Situation bei Diogo Moreira. Der LCR Honda Rookie konnte sich zwar gegenüber dem ersten Tag verbessern und erstmals unter die Zwei Minuten Marke fahren, belegte jedoch weiterhin den hinteren Teil des Klassements. Rund zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze zeigen, dass die Umstellung auf die MotoGP für ihn bislang schwieriger verläuft als für Razgatlioglu.
Ausblick auf den finalen Testtag
Am Samstag steht der dritte und letzte Tag des Shakedowns auf dem Programm. In der darauffolgenden Woche reisen dann alle Teams und Stammfahrer für den offiziellen Sepang Test an, bei dem erstmals das gesamte MotoGP Feld gemeinsam auf der Strecke sein wird.
Was bedeutet das für mich als MotoGP Fan?
Die Ergebnisse des zweiten Shakedown Tages liefern erste Hinweise darauf, wie sich die Kräfteverhältnisse vor dem offiziellen Test und dem Saisonstart entwickeln könnten. Dass Yamaha mit dem neuen V4 Prototyp sofort konkurrenzfähige Zeiten fährt und Jack Miller direkt Bestzeit setzt, deutet auf ein hohes Entwicklungstempo hin, sagt aber noch nichts über die tatsächliche Rennstärke aus. Für MotoGP Fans ist vor allem interessant, dass sich mehrere Hersteller bereits auf ähnlichem Niveau bewegen und sowohl Testfahrer als auch Stammfahrer früh schnelle Rundenzeiten zeigen. Gleichzeitig relativieren die speziellen Rahmenbedingungen des Shakedowns die Aussagekraft, denn nicht alle Teams fahren identische Programme oder vergleichbare Technik. Spannend ist vor allem die Erkenntnis, dass Yamaha, KTM und Honda bereits vor dem offiziellen Test handfeste Anhaltspunkte gesammelt haben, was für eine engere und schwerer vorhersehbare Saison sprechen könnte.
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