- Ende 2025 wurde die komplette Ersatzteillogistik an DHL Supply Chain übertragen
- DHL Express übernimmt den weltweiten Versand an Händler und Kunden
- Die Umstellung ist Teil der Loslösung von KTM und PIERER Mobility
MV Agusta geht in Sachen Ersatzteile und Zubehör einen komplett neuen Weg. Der italienische Hersteller hat seine gesamte Ersatzteillogistik an DHL Supply Chain übergeben und damit einen Schlussstrich unter die bisherige Zusammenarbeit mit dem Logistiknetzwerk von KTM gezogen. Die neue Partnerschaft soll nicht weniger als eine Neuausrichtung der Teileversorgung für Händler und Kunden weltweit bedeuten.
Warum MV Agusta einen neuen Logistikpartner braucht
Der Hintergrund dieser Entscheidung reicht zurück bis in den Januar 2025. Damals unterzeichnete MV Agusta ein Trennungsabkommen mit PIERER Mobility AG, dem Mutterkonzern von KTM. Seitdem arbeitet das Unternehmen unter der neuen Eigentümerstruktur von Art of Mobility daran, sämtliche Geschäftsbereiche eigenständig aufzustellen. Bis zur vollständigen Trennung lief die Ersatzteilversorgung weiterhin über KTMs Logistik, wobei MV Agusta bereits Mitte 2025 in einem offiziellen Update ankündigte, dass man die Vereinbarung mit einem weltweit führenden Logistikpartner finalisiere.
Das erklärte Ziel war dabei ehrgeizig formuliert: Ersatzteile sollen weltweit innerhalb von sieben Werktagen nach Bestelleingang beim Kunden oder Händler ankommen. Gleichzeitig räumte MV Agusta ein, dass es in der Vergangenheit Probleme mit der Verfügbarkeit von Teilen gegeben hatte, die sowohl Händler als auch Kunden betroffen hatten.
DHL Supply Chain übernimmt das Lager, DHL Express den Versand
Konkret sieht die neue Struktur so aus: DHL Supply Chain, ein weltweit führender Anbieter für Lieferketten und Logistiklösungen, hat Ende 2025 die komplette Lagerhaltung und alle logistischen Abläufe rund um Ersatzteile und Zubehör von MV Agusta übernommen. Der internationale Versand an Händler und Endkunden liegt bei DHL Express, das für die schnelle Zustellung zuständig ist.
Parallel dazu werden laut MV Agusta neue IT-Systeme und interne Strukturen implementiert, die eine höhere Bestandsgenauigkeit und schnellere Reaktionsfähigkeit ermöglichen sollen. Das Zusammenspiel aus DHL-Logistik und modernisierter interner Infrastruktur soll drei zentrale Verbesserungen bringen: ein effizienteres Bestellmanagement, garantiert pünktliche Lieferungen und konkrete Lösungen für die Verfügbarkeitsprobleme der Vergangenheit.
Was die Chefs beider Unternehmen sagen
Luca Martin, CEO von MV Agusta Motor S.p.A., sprach von einem entscheidenden Schritt. „Partnering with DHL marks a pivotal step in our commitment to delivering not only extraordinary motorcycles, but also an ownership experience that reflects our brand’s excellence and customer-centric approach. This collaboration allows us to align logistics performance with the high expectations of our global customer base and dealer network.“ Die Partnerschaft mit DHL sei ein zentraler Baustein, um nicht nur außergewöhnliche Motorräder zu liefern, sondern auch ein Besitzerlebnis zu schaffen, das den Ansprüchen der Marke gerecht werde.
Antonio Lombardo, CEO von DHL Supply Chain Italy, zeigte sich ebenfalls begeistert von der Zusammenarbeit. „We are excited to launch this partnership with MV Agusta, an iconic brand that shares our values of precision, performance, and excellence. Leveraging our global expertise in aftermarket logistics and DHL’s integrated solutions, we will provide agile and resilient supply chain operations to enable MV Agusta to focus on innovation and growth, while ensuring its premium standards are met worldwide.“ MV Agusta sei eine ikonische Marke, die dieselben Werte wie DHL teile. Mit der globalen Expertise im Aftermarket-Bereich wolle man MV Agusta den Rücken freihalten, damit sich der Hersteller auf Innovation und Wachstum konzentrieren könne.
Der größere Zusammenhang: MV Agustas Weg in die Eigenständigkeit
Die Logistik-Partnerschaft mit DHL ist nur ein Puzzleteil in einer umfassenden Neuausrichtung von MV Agusta. Seit der Trennung von PIERER Mobility hat der Hersteller aus Schiranna bei Varese eine ganze Reihe strategischer Maßnahmen umgesetzt. Das Centro Stile, die hauseigene Designabteilung, wurde zurück in die historische Fabrik in Schiranna verlegt, um kürzere Wege zwischen den Abteilungen zu schaffen und die Tradition des Standorts zu stärken.
In der Produktion wurde ein neues Fabriklayout mit Lean-Production-Ansatz eingeführt, das laut MV Agusta zu spürbaren Verbesserungen bei der Effizienz und Kostenoptimierung geführt hat. Zudem baut das Unternehmen eigenständige Regionalbüros für die Schlüsselmärkte in Europa, Amerika, Ozeanien und Asien auf und hat Vereinbarungen mit privaten Importeuren geschlossen, um eine lückenlose globale Abdeckung sicherzustellen.
Auch bei den Produkten tut sich einiges: MV Agusta arbeitet an einer Erneuerung der gesamten Modellpalette und hat die Entwicklung einer neuen Motorenplattform angestoßen. Das bestehende Händlernetzwerk bleibt vollständig erhalten und soll in strategisch wichtigen Märkten weiter ausgebaut werden.
Was die Partnerschaft für Händler und Kunden bedeuten soll
Für MV Agusta-Besitzer und Händler dürfte die entscheidende Frage sein, ob sich die Teileversorgung tatsächlich verbessert. Die Probleme der Vergangenheit sind in der Community kein Geheimnis. Mit DHL Supply Chain hat sich MV Agusta einen Partner ins Boot geholt, der über ein weltweites Netzwerk für Service-Logistik und Ersatzteiloperationen verfügt. Die Kombination aus DHL Supply Chain für die Lagerhaltung und DHL Express für den schnellen internationalen Versand soll globale Reichweite mit lokaler Expertise verbinden.
Ob das ambitionierte Sieben-Werktage-Ziel in der Praxis erreicht wird, muss sich zeigen. Die Voraussetzungen sind mit einem Logistikpartner von DHLs Größenordnung allerdings deutlich besser als zuvor.

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