- Aleix Espargaro fährt mit 1:57.173 Minuten die schnellste Runde des Shakedowns
- Alle fünf Hersteller testen erstmals ihre 2026er Prototypen
- Yamaha rückt mit überarbeiteter Aerodynamik und neuem V4-Konzept in den Fokus
Nach drei Testtagen endete am Samstag der MotoGP Shakedown auf dem Sepang International Circuit. Bei konstant heißen, überwiegend trockenen Bedingungen nutzten Testfahrer, Rookies und Yamaha-Stammfahrer die erste offizielle Ausfahrt des Jahres, um neue Technik unter realistischen Bedingungen zu erproben. Am Ende stand Honda mit Aleix Espargaro an der Spitze.
Aleix Espargaro bestätigt Honda-Fortschritte
Aleix Espargaro setzte bereits am ersten Testtag das Tempo und steigerte sich im Verlauf der Woche kontinuierlich. Am Samstag markierte der Spanier mit 1:57.173 Minuten nicht nur die Tagesbestzeit, sondern auch die schnellste Runde des gesamten Shakedowns. Damit lag er mehr als sechs Zehntelsekunden unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr.
Die Zeit wäre im vergangenen Herbst ausreichend für einen Platz in der zweiten Startreihe beim Malaysia Grand Prix gewesen. Honda trat beim Shakedown ausschließlich mit Aleix Espargaro an, während sich der zweite Testfahrer Takaaki Nakagami auf die Entwicklung des Motorrads für das 2027er Reglement konzentrierte.
Pol Espargaro konstant, KTM testet intensiv
Direkt hinter Aleix Espargaro beendete Bruder Pol Espargaro den Test auf Rang zwei. Der KTM-Testfahrer lag am Ende lediglich 0,126 Sekunden zurück und platzierte sich an allen drei Tagen konstant auf dem zweiten Rang. KTM nutzte den Shakedown vor allem für Aerodynamik und Heckvarianten. Ein Motorrad war dabei überwiegend in mattem Carbon gehalten, was auf intensive Vergleichstests hindeutet.
Pol Espargaro blieb trotz eines Sturzes am Donnerstag unverletzt und konnte das Testprogramm regulär fortsetzen. Teamkollege Dani Pedrosa belegte am Ende Rang sieben.
Yamaha mit neuem Aero-Paket und V4-Konzept
Yamaha stieg erst ab dem zweiten Testtag vollständig in den Shakedown ein, rückte dann aber regelmäßig in den Vordergrund. Fabio Quartararo fuhr mit 1:57.690 Minuten auf Rang drei und lag gut eine halbe Sekunde hinter der Bestzeit. Teamkollege Alex Rins folgte auf Platz vier.
Auffällig waren die überarbeiteten Winglets und Seitenverkleidungen der Yamaha. Nach anfänglichen Tests mit einer dreiblättrigen Frontlösung kam eine kantigere Aerodynamik zum Einsatz, die an Ducati erinnert. Zusätzlich waren neue Kühlstrukturen in der Seitenverkleidung zu erkennen. Pramac-Fahrer Jack Miller belegte Rang fünf und stellte am zweiten Tag zwischenzeitlich die Bestzeit.
Rookies im direkten Vergleich
Im internen Rookie-Duell setzte sich Moto2-Weltmeister Diogo Moreira durch. Der LCR-Honda-Fahrer steigerte sich am Samstag um rund eineinhalb Sekunden und wurde Sechster. Damit lag er 0,127 Sekunden vor Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu, der für Pramac Yamaha antrat und Rang acht belegte. Zwischen den beiden platzierte sich Dani Pedrosa.
Stürze, Tests und weitere Platzierungen
Ducati-Testfahrer Michele Pirro arbeitete während des gesamten Shakedowns an Aerodynamik-Vergleichen. Er stürzte am Samstag in Kurve 14, blieb aber unverletzt und wurde Neunter. Aprilia-Testfahrer Lorenzo Savadori belegte Rang zehn und testete ebenfalls neue Verkleidungsteile. Savadori soll auch beim kommenden offiziellen Test antreten und den verletzten Jorge Martin vertreten.
Das Yamaha-Testteam mit Augusto Fernandez und Andrea Dovizioso landete am Ende der Zeitenliste.
Ausblick auf den offiziellen Sepang-Test
Nach zwei testfreien Tagen startet ab Dienstag der offizielle Sepang-Test, an dem alle Teams und Stammfahrer teilnehmen dürfen. Nicht dabei sind die verletzten Jorge Martin und Fermin Aldeguer. Der Shakedown hat gezeigt, dass insbesondere Honda und Yamaha deutliche Fortschritte gemacht haben sollen, belastbare Aussagen zur Hackordnung sind zu diesem frühen Zeitpunkt aber nur eingeschränkt möglich.
Was bedeutet das für mich als MotoGP-Fan?
Der Shakedown in Sepang liefert noch keine endgültige Standortbestimmung, gibt aber erste Hinweise darauf, wo die Reise 2026 hingehen könnte. Die schnellen Zeiten von Honda und die sichtbaren Entwicklungsfortschritte bei Yamaha deuten darauf hin, dass sich die Kräfteverhältnisse zumindest etwas verschieben könnten. Gleichzeitig zeigen die engen Abstände, dass das Feld weiterhin dicht zusammenliegt. Für MotoGP-Fans bedeutet das vor allem eines: Die Saisonvorbereitung verspricht Spannung, technische Vielfalt und möglicherweise mehr Abwechslung an der Spitze, auch wenn belastbare Rückschlüsse erst nach den offiziellen Tests und den ersten Rennen möglich sind.








