- Bezzecchi siegt mit 5,5 Sekunden Vorsprung vor Acosta und Fernandez
- Vier Aprilia RS-GP in den Top 5, Ducatis 88 Rennen lange Podiumsserie ist gerissen
- Marc Márquez erleidet in Runde 21 einen Reifenschaden und fällt aus
Der MotoGP-Saisonauftakt 2026 auf dem Chang International Circuit im thailändischen Buriram hat die Kräfteverhältnisse in der Königsklasse gehörig durcheinandergewirbelt. Marco Bezzecchi fuhr auf seiner Aprilia RS-GP ein fehlerfreies Rennen und gewann den Thailand-GP mit einem Vorsprung von 5,543 Sekunden. Der Italiener, der das gesamte Wochenende jede einzelne Session als Schnellster beendet hatte, ließ nach seinem Sturz im Sprintrennen am Samstag keine Zweifel mehr aufkommen. Von der Pole Position aus übernahm er sofort die Führung und gab sie bis zur Zielflagge nicht mehr ab.

Bezzecchis perfekte Antwort auf den Sprint-Sturz
Das Wochenende in Buriram bei Temperaturen von 35 Grad im Schatten hatte für Bezzecchi eigentlich makellos begonnen. In jedem Training war die Nummer 72 die Referenz. Doch am Samstag kam der Rückschlag: Nach bereits zwei Stürzen im zweiten freien Training und im Qualifying ging der WM-Dritte des Vorjahres auch im Sprintrennen zu Boden, als er in Führung lag. Bezzecchi selbst sprach danach davon, dass Fehler passieren, wenn man permanent am Limit fährt.
Die Antwort am Sonntag fiel umso deutlicher aus. Schon nach der ersten Runde hatte der Aprilia-Werksfahrer knapp eine Sekunde Vorsprung herausgefahren. Zur Rennmitte der 26 Runden umfassenden Hitzeschlacht betrug der Abstand bereits drei Sekunden auf den zweitplatzierten Raul Fernandez. Im Ziel waren es schließlich 5,543 Sekunden auf Pedro Acosta, der am Ende den zweiten Platz belegte. Die schnellste Rennrunde ging ebenfalls an Bezzecchi mit einer Zeit von 1:30,487 Minuten, rund vier Zehntel schneller als Weltmeister Márquez.
Nach dem Rennen sprudelte es aus dem Sieger heraus: „Gestern habe ich einen kleinen Fehler gemacht, der leider große Konsequenzen hatte. Es war super wichtig, heute zurückzuschlagen, und es hat alles zusammengepasst. Der Start war schon sehr gut und danach hat das Motorrad einfach fantastisch funktioniert.“ Bezzecchi ergänzte: „Ich wusste, meine Pace ist gut. Ich habe auf der einen Seite versucht ruhig zu bleiben, aber zugleich gleich etwas Abstand aufzubauen. Diese Strategie hat funktioniert. Ein leichtes Rennen war es aber nicht, die Reifen zu verstehen und korrekt einzusetzen war bis zum Ende die Herausforderung.“
Mit dem Sieg in Buriram ist Bezzecchi der erste Aprilia-Pilot, der drei Grand-Prix-Siege in Folge eingefahren hat.
Acostas Aufholjagd und der Kampf um das Podium
Hinter dem einsamen Spitzenreiter entwickelte sich ein intensiver Kampf um die Podiumsplätze. Von Startplatz sechs aus der zweiten Reihe musste sich Sprint-Sieger Pedro Acosta auf seiner KTM erst nach vorne arbeiten. Der Spanier überholte Marc Márquez in Runde vier in Kurve 12 und nahm dann Jorge Martin ins Visier.
Am Ende der achten Runde versuchte Acosta erstmals, Martin in Kurve 12 zu überholen, lief dabei aber weit. Dasselbe passierte kurz darauf in Kurve 3. Ein weiterer gescheiterter Versuch in Kurve 12 folgte am Ende von Runde neun, bevor der KTM-Pilot in der zehnten Runde schließlich in Kurve 3 erfolgreich an Martin vorbeiging.
Zwischenzeitlich sorgte Marc Márquez für einen kurzen Moment der Spannung, als er sich auf der Geraden in Richtung Kurve 4 an Martin und Acosta vorbeizog. Doch Acosta konterte umgehend in Kurve 8 und holte sich den dritten Platz zurück.
Raul Fernandez hatte sich bereits in der ersten Runde in Kurve 7 an Márquez vorbeigeschoben und lag lange Zeit auf dem zweiten Platz. In den letzten Rennrunden verlor der Trackhouse-Aprilia-Pilot allerdings massiv an Grip, sodass Acosta ihn in Runde 23 schließlich kassierte. Trotz der schmerzenden Schulter und der nachlassenden Reifenhaftung rettete Fernandez den dritten Platz mit 9,259 Sekunden Rückstand auf Bezzecchi ins Ziel.

Márquez‘ Reifendrama und Ducatis schwarzer Tag
Der Tiefpunkt des Rennens aus Ducati-Sicht ereignete sich in Runde 21. Marc Márquez lag im Kampf um das Podium, als sein Hinterreifen in Kurve 4 offenbar versagte. Der Weltmeister wurde beinahe von seiner Ducati GP26 abgeworfen, blieb aber unverletzt. Das Rennen war für ihn allerdings beendet. Bei der anschließenden Begutachtung des Motorrads zeigte sich, dass auch die Felge entweder gebrochen war oder zumindest einen erheblichen Schaden aufwies.
Wenige Runden später traf es auch Honda-Pilot Joan Mir, der auf dem fünften Platz liegend mit einem mutmaßlichen Reifendefekt ausrollte. Reifenhersteller Michelin und die involvierten Teams dürften die Vorfälle und insbesondere den Felgenschaden an der Márquez-Ducati genau analysieren.
Für Ducati endete in Buriram eine bemerkenswerte Serie: Nach 88 Rennen in Folge mit mindestens einem Fahrer auf dem Podium ging die Mannschaft aus Borgo Panigale erstmals komplett leer aus. Bester Ducati-Pilot war Fabio Di Giannantonio auf dem VR46-Bike mit 16,845 Sekunden Rückstand auf Platz sechs. Francesco Bagnaia, der als 13. gestartet war, kam nur als Neunter ins Ziel, nachdem ihn Teamkollege Franco Morbidelli in der letzten Kurve noch um Platz acht gebracht hatte. Vizeweltmeister Alex Márquez stürzte in der Schlussphase und fiel ebenfalls aus.
Aprilia feiert historischen Mannschaftserfolg
Während Ducati den schlimmsten Renntag seit Jahren erlebte, feierte Aprilia einen nahezu perfekten Sonntag. Alle vier RS-GP-Maschinen landeten in den Top 5. Hinter Bezzecchi und Fernandez wurde Jorge Martin Vierter, Ai Ogura auf der zweiten Trackhouse-Aprilia arbeitete sich im Rennverlauf bis auf den fünften Platz nach vorne. Lediglich KTM-Ass Acosta auf dem zweiten Rang verhinderte eine komplette Aprilia-Dominanz auf dem Podium.
Bezzecchi selbst bremste trotz der Euphorie die Erwartungen: „Es ist normal, dass man immer auch über die Weltmeisterschaft spricht, aber ich möchte weiterhin Rennen für Rennen angehen!“

WM-Stand nach dem Thailand-GP
Pedro Acosta führt die WM-Wertung nach dem Saisonauftakt mit sieben Punkten Vorsprung an. Der KTM-Pilot sammelte am Wochenende mit seinem Sprint-Sieg am Samstag und dem zweiten Platz am Sonntag die meisten Punkte. Dahinter reihen sich alle vier Aprilia-Piloten ein, mit Bezzecchi auf Rang zwei. Brad Binder liegt als konstantester KTM-Fahrer ebenfalls in den oberen Regionen. Erst auf Position sieben folgt mit Di Giannantonio die erste Ducati.
Das komplette Rennergebnis
Im Hauptrennen über 26 Runden in Buriram kamen 19 von 22 gestarteten Fahrern ins Ziel. Hinter den Top 10 um Bezzecchi, Acosta, Fernandez, Martin, Ogura, Di Giannantonio, Binder, Morbidelli, Bagnaia und Marini sicherten sich Johann Zarco (LCR Honda, 11.), Enea Bastianini (Tech3, 12.), Rookie Diogo Moreira (LCR, 13.), Fabio Quartararo (Yamaha, 14.) und Alex Rins (Yamaha, 15.) die letzten WM-Punkte. Maverick Viñales wurde auf der Tech3-Maschine 16., Toprak Razgatlioglu beendete seinen ersten MotoGP-Grand-Prix als 17. vor Pramac-Teamkollege Jack Miller. Michele Pirro auf der Gresini-Ducati kam als 19. und Letzter ins Ziel. Marc Márquez (Reifenschaden), Joan Mir (technischer Defekt) und Alex Márquez (Sturz) schieden aus.
Was das für mich als MotoGP-Fan bedeutet
Der Saisonauftakt in Buriram hat gezeigt, dass die MotoGP-Saison 2026 deutlich offener sein könnte als die vergangenen Jahre. Die erdrückende Ducati-Dominanz scheint zumindest vorerst gebrochen, Aprilia hat sich als ernsthafter Titelkandidat in Stellung gebracht und KTM mischt mit Pedro Acosta ganz vorne mit. Gleichzeitig werfen die Reifenprobleme und der Felgenschaden bei Márquez Fragen zur Sicherheit auf, die schnell beantwortet werden müssen. Für Fans bedeutet das: Die Königsklasse verspricht endlich wieder echte Spannung im Titelkampf zwischen mehreren Herstellern, aber die technische Zuverlässigkeit muss im Auge behalten werden. Das nächste Rennen in Brasilien wird zeigen, ob Buriram ein Ausreißer war oder ob sich die neuen Kräfteverhältnisse bestätigen.

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