- Weltweit 12.488 Motorräder betroffen, davon 2.583 in Deutschland
- Ursache ist ein falsch verlegtes Kabel des Neigungswinkelsensors
- Die Reparatur dauert etwa 30 Minuten und ist für Halter kostenlos
Honda hat einen weltweiten Rückruf für die Modelle CB 1000 Hornet und CB 1000 Hornet SP des Jahrgangs 2025 eingeleitet. Hintergrund ist ein Fertigungsfehler, bei dem ein Kabel unter dem Tank an der falschen Stelle verlegt wurde. Im ungünstigsten Fall kann das dazu führen, dass sich die Kraftstoffleitung vom Tank löst und Benzin austritt. Damit verbunden sind potenzielle Risiken wie Sturzgefahr durch Kraftstoff auf der Fahrbahn oder im Bereich des Hinterreifens sowie Brandgefahr.

Was genau ist das Problem?
Der Rückruf geht auf ein Detail im Kabelbaum zurück, das bei der Montage im Honda-Werk in Kumamoto, Japan, zu Problemen führte. Laut den Unterlagen der US-amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA erlaubt das Design des Kabelbaums eine gewisse Toleranz bei der Verlegung. In der Fertigung fehlten offenbar ausreichend präzise Arbeitsanweisungen, um diese Toleranz zu kontrollieren. Das Ergebnis: Bei einem Teil der produzierten Motorräder wurde der Stecker des Neigungswinkelsensors (Angle Sensor Coupler) an einer ungünstigen Position platziert.
Konkret kann der Stecker zwischen der Kraftstoffleitung und dem Blinkrelais zu liegen kommen. In dieser Position übt er Druck oder Zug auf den Schnellverschluss der Kraftstoffleitung aus. Unter normalen Fahrbedingungen können Vibrationen und der Kraftstoffdruck dazu führen, dass sich der Verriegelungsmechanismus des Schnellverschlusses löst und die Benzinleitung vom Tank abgezogen wird.
Seit Mai 2025 unter Beobachtung
Honda wurde erstmals am 23. Mai 2025 auf das Problem aufmerksam, als ein erster Bericht aus Europa einging. Zwischen Juni und September 2025 folgten weitere Meldungen, ebenfalls vorwiegend aus Europa. Ab November 2025 bis zum 13. Januar 2026 kamen zusätzliche Berichte aus Japan hinzu. Über den gesamten Zeitraum hinweg untersuchte Honda die Ursache und analysierte mögliche Sicherheitsrisiken.
Am 19. März 2026 entschied Honda offiziell, dass ein sicherheitsrelevanter Defekt vorliegt, und leitete den Rückruf ein. Die Händler wurden am 20. März 2026 informiert. In den USA verhängte Honda außerdem einen Verkaufsstopp für betroffene neue und gebrauchte Exemplare der CB 1000 Hornet SP. Trotz der gelösten oder lockeren Kraftstoffleitungen wurden laut Honda bis zum Stichtag 19. März 2026 weder Unfälle noch Brände oder Verletzungen im Zusammenhang mit dem Defekt gemeldet.

Wie viele Motorräder sind betroffen?
Weltweit sind 12.488 Honda CB 1000 Hornet und CB 1000 Hornet SP vom Rückruf betroffen. Auf den US-Markt entfallen davon 429 Exemplare, was laut NHTSA-Unterlagen rund 19,3 Prozent der dort verkauften Population entspricht. In Deutschland sind nach Angaben von Honda Deutschland 2.583 Fahrzeuge betroffen. Sämtliche betroffenen Maschinen wurden zwischen dem 11. Januar 2025 und dem 24. Juli 2025 produziert. In der Produktion selbst wurde der Fehler am 26. August 2025 behoben.
Was passiert in der Werkstatt?
Honda schreibt die Halter der betroffenen Motorräder direkt an. In den USA ist die Benachrichtigung der Besitzer für den 19. Mai 2026 geplant. In der Werkstatt wird die Position des falsch verlegten Kabels des Neigungswinkelsensors überprüft und korrigiert. Zusätzlich wird eine Befestigung angebracht, um ein erneutes Verrutschen zu verhindern. Außerdem wird laut NHTSA-Dokumenten die betroffene Kraftstoffleitung ausgetauscht. Der gesamte Eingriff soll in etwa 30 Minuten abgeschlossen sein und ist für die Halter selbstverständlich kostenlos.
Die NHTSA empfiehlt Besitzern betroffener Fahrzeuge, ihr Motorrad nicht zu fahren und es im Freien abzustellen, bis die Reparatur erfolgt ist. In den USA können Halter über die NHTSA-Webseite anhand der Fahrzeug-Identifikationsnummer (VIN) prüfen, ob ihr Motorrad vom Rückruf betroffen ist. Der Rückruf trägt bei Honda die interne Nummer KU5, bei der NHTSA die Nummer 26V194.

Nicht der erste Rückruf für die Hornet 1000
Für die Honda CB 1000 Hornet ist es nicht der erste Werkstattbesuch im Rahmen eines Rückrufs. Bereits zuvor mussten Exemplare wegen eines Problems mit erhöhtem Ölverbrauch und drohenden Motorschäden zurückgerufen werden. Das aktuelle Problem mit der Kraftstoffleitung steht in keinem Zusammenhang mit dem früheren Rückruf, zeigt aber, dass die 2025er-Generation der Hornet 1000 in der Fertigung mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatte.










