- CFMoto tritt mit dem Team Moto Twelve Racing und der Dreizylinder-Sportmaschine 675SR-R in der neuen Sportbike-Klasse der TT 2026 an
- Fahrer sind der erfahrene Nordire Shaun Anderson (54 TT-Starts, 130-mph-Club) und der 28-jährige Manx-Pilot Jamie Cringle
- Es ist das erste Mal, dass ein Motorrad unter chinesischem Markenlogo offiziell den 37,73 Meilen langen Mountain Course in Angriff nimmt
Die Isle of Man TT 2026 findet vom 25. Mai bis 6. Juni statt, und in diesem Jahr bringt die Veranstaltung eine bemerkenswerte Premiere mit sich. Mit CFMoto wird erstmals ein chinesischer Motorradhersteller offiziell unter eigenem Markennamen auf dem Mountain Course antreten. Das Team Moto Twelve Racing setzt die CFMoto 675SR-R in der neu geschaffenen Sportbike-Klasse ein und hat dafür zwei Fahrer verpflichtet, die sowohl Erfahrung auf der Strecke als auch Entwicklungskompetenz mitbringen.

Die neue Sportbike-Klasse der TT
Die Sportbike-Kategorie ist eine Neuerung für die TT 2026 und löst die bisherige Supertwin-Klasse ab. Die Regularien erlauben eine deutlich größere Modellvielfalt als zuvor. Neben etablierten Zweizylindern wie der Paton S1-R, der Aprilia RS 660 oder der Kawasaki ER-6 sind nun erstmals auch Maschinen aus der British Superbike Sportbike-Meisterschaft zugelassen. Dazu gehören unter anderem die Triumph Daytona 660, die Yamaha R7, die Suzuki GSX-8R, die Honda Hornet 750 und eben die CFMoto 675SR-R. Zwei Rennen sind in dieser Kategorie vorgesehen, die unter dem Sponsoring von Carole Nash laufen.
Für viele dieser Motorräder wird es der erste Einsatz auf dem 37,73 Meilen langen Mountain Course überhaupt sein. Das unterscheidet die neue Klasse grundlegend von den etablierten Kategorien, in denen jahrelange Erfahrung mit bestimmten Maschinentypen existiert.
CFMoto 675SR-R: Vom BSB-Paddock auf die Insel
Die CFMoto 675SR-R ist kein unbeschriebenes Blatt im britischen Rennsport. Das Dreizylinder-Sportmotorrad hat bereits in der Pirelli National Sportbike Championship auf sich aufmerksam gemacht. Der schottische Fahrer Adon Davie fuhr die Maschine in der Saison 2025 auf den achten Gesamtrang und erzielte beim Finale in Brands Hatch einen zweiten Platz. Diese Ergebnisse im Short-Circuit-Bereich bilden eine solide Ausgangsbasis, auch wenn der Mountain Course eine völlig andere Herausforderung darstellt.
Das Team Moto Twelve Racing hat sich über mehrere Saisons im BSB-Paddock einen Ruf in der Maschinenentwicklung und Rennperformance erarbeitet. Der Schritt von der Rundstrecke auf die Straßenrennstrecke der Isle of Man ist allerdings ein gewaltiger. Die physischen und technischen Anforderungen des Mountain Course haben mit dem, was auf einer herkömmlichen Rundstrecke passiert, wenig gemein.

Das Fahrerduo: Anderson und Cringle
Für das TT-Debüt hat Moto Twelve zwei Piloten verpflichtet, die unterschiedliche Stärken ins Projekt einbringen. Shaun Anderson ist ein 42-jähriger Nordire aus Banbridge, der auf 54 TT-Starts zurückblickt und dem exklusiven Club der Fahrer angehört, die den Mountain Course mit einem Rundenschnitt von über 130 mph (circa 209 km/h) bewältigt haben. Seine persönliche Bestzeit liegt bei 130,703 mph, aufgestellt bei seinem achten Platz im Senior Race 2024. Anderson war während seiner TT-Karriere vor allem mit Suzuki-Maschinen in den großen Klassen unterwegs, hat aber auch Erfahrung in der Supertwin-Klasse gesammelt, wo er 2025 die Plätze 15 und 19 belegte, mit einer besten Rundenzeit von 114,671 mph.
Anderson bringt neben seiner Fahrererfahrung auch einen Hintergrund in der technischen Entwicklung mit, was ihn laut den Verantwortlichen besonders geeignet macht, ein neues Herstellerprojekt auf dem Mountain Course aufzubauen. Neben dem CFMoto-Einsatz in der Sportbike-Klasse wird Anderson bei der TT 2026 auch für das deutsch geführte Team Penz13.com auf einer BMW M1000RR in den Superbike-, Superstock- und Senior-Rennen antreten. Er reiht sich damit in eine Liste namhafter Fahrer ein, die bereits für Rico Penzkofers Team gefahren sind, darunter Michael Rutter, Gary Johnson, Dan Kneen, Davey Todd und Danny Webb.
Anderson beschreibt das Jahr 2026 als einen Neuanfang: „2026 wird ein großes Jahr für mich, der Start eines neuen Projekts mit einem neuen Team und Hersteller.“ Zum CFMoto-Engagement sagt er: „Einen neuen Hersteller auf den Mountain Course zu bringen, ist etwas Besonderes. Unser Fokus liegt darauf, Konstanz aufzubauen und das Motorrad über die gesamte Woche hinweg weiterzuentwickeln, bevor es in die beiden Rennen geht.“
Jamie Cringle ergänzt das Team mit einem ganz anderen Vorzug: lokaler Kenntnis. Der 28-jährige Manx-Pilot ist auf der Isle of Man geboren und aufgewachsen und geht 2026 in seine fünfte TT-Saison. Seinen einzigen bisherigen Einsatz in der Supertwin-Klasse hatte er 2023, als er im ersten Rennen den 23. Platz belegte, im zweiten Lauf jedoch mit einem technischen Defekt ausfiel. Mit der inzwischen gesammelten Rennkilometerzahl soll Cringle in der neuen Sportbike-Klasse einen Schritt nach vorne machen. Die Zusammenarbeit mit dem deutlich erfahreneren Anderson soll dabei sowohl seine persönliche Entwicklung als auch das Verständnis des Teams für das Gesamtpaket beschleunigen.
Cringle zeigt sich begeistert: „Auf der Isle of Man geboren und aufgewachsen, ist das eine riesige Chance für mich, für die ich unglaublich dankbar bin. Ich freue mich sehr darauf, mehr über das Motorrad zu lernen und mit dem MotoTwelve-Team zusammenzuarbeiten. Ich bin jetzt schon gespannt darauf, die CFMoto 675SR-R auf dem Mountain Course zu bewegen.“
Der Teamchef: Eddie Roberts und seine TT-Vergangenheit
Hinter dem Team Moto Twelve steht mit Eddie Roberts ein Teambesitzer und Racing Director, der selbst eine beachtliche Karriere im Motorradsport vorweisen kann. Roberts fuhr einst auf Grand-Prix-Ebene und feierte 1975 gemeinsam mit Charlie Williams auf einer Honda 500 den Sieg in der Production TT. Das TT-Debüt von Moto Twelve markiert seine Rückkehr zum Straßenrennsport auf der Insel, nachdem er seit den späten 1980er Jahren nicht mehr in offizieller Funktion bei der TT aktiv war.
Roberts ordnet das Projekt nüchtern ein: „Zum ersten Mal seit den späten 1980er Jahren zur TT zurückzukommen, ist ein wirklich spannendes Projekt für mich und das Team MotoTwelve-CFMoto. Wir haben mit Shaun und Jamie zwei starke Fahrer, und in diesem Jahr geht es darum, eine solide Basis aufzubauen und für die Zukunft zu planen.“
Als Titelsponsor des Teams fungiert AIS Resources, dessen Vorsitzender Martyn Element sich ebenfalls zum Engagement äußerte und die TT als eines der aufregendsten Sportereignisse der Welt bezeichnete.

Warum dieses Debüt historisch ist, aber nicht ganz ohne Vorgeschichte
Die Tatsache, dass CFMoto als erster chinesischer Hersteller offiziell unter eigenem Logo an der TT teilnimmt, ist ohne Zweifel ein bemerkenswerter Meilenstein. Allerdings gibt es eine wenig bekannte Fußnote in der TT-Geschichte, die das Bild etwas relativiert. Bereits 2013 traten Maschinen mit CFMoto-Technik auf dem Mountain Course an. Der britische Importeur WK Bikes bezog damals Motorräder aus China und setzte sie in der Twin-Zylinder-Kategorie ein. Die Maschinen trugen zwar CFMoto-DNA in sich, fuhren aber nie unter dem Logo des chinesischen Herstellers. Das macht den Eintritt 2026 zum offiziellen Debüt der Marke, auch wenn die Technik streng genommen schon einmal auf der Insel war.
CFMotos wachsende Rennsport-Ambitionen
Das TT-Engagement ist nur ein Baustein in CFMotos immer breiter werdender Motorsportstrategie. Die chinesische Marke hat in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Aufstieg im internationalen Renngeschehen hingelegt. 2024 gewann CFMoto mit David Alonso die Moto3-Weltmeisterschaft, was den bisher größten Erfolg der Marke auf der Weltbühne darstellte. In jüngster Zeit wurde CFMoto zudem mit einem möglichen Einstieg in die MotoGP in Verbindung gebracht.
Parallel dazu treibt CFMoto die Entwicklung seines Flaggschiff-Superbikes V4 SR-RR voran. Das Motorrad wurde erstmals auf der EICMA 2025 in Mailand als Prototyp vorgestellt und im April 2026 beim CFMoto Day auf dem Chengdu Tianfu International Circuit in Südwestchina erstmals öffentlich gefahren. CFMoto gibt für die V4 SR-RR eine Leistung von 207 bhp (circa 210 PS / 154 kW) an. Die Maschine soll als Flaggschiff-Superbike der Marke positioniert werden und könnte perspektivisch in der Superbike-Weltmeisterschaft (WSBK) zum Einsatz kommen. Für die MotoGP wäre der Vierzylindermotor mit 1.000 ccm allerdings zu groß, da die Hubraumgrenze ab 2027 auf 850 ccm sinkt.

Häufige Fragen
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Wann startet CFMoto bei der Isle of Man TT 2026?
CFMoto tritt mit der 675SR-R in der neuen Sportbike-Klasse bei der TT 2026 an, die vom 25. Mai bis 6. Juni stattfindet. Das Team Moto Twelve Racing bestreitet zwei Rennen in dieser Kategorie.
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Welche Fahrer setzen CFMoto bei der TT ein?
Shaun Anderson aus Nordirland und der auf der Isle of Man geborene Jamie Cringle bilden das Fahrerduo. Anderson bringt 54 TT-Starts und eine 130-mph-Runde mit, Cringle geht in seine fünfte TT-Saison.
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Was ist die Sportbike-Klasse bei der Isle of Man TT?
Die Sportbike-Klasse ist neu für die TT 2026 und ersetzt die bisherige Supertwin-Kategorie. Sie erlaubt ein breiteres Maschinenspektrum, darunter Dreizylinder wie die CFMoto 675SR-R, die Triumph Daytona 660 oder die Suzuki GSX-8R.
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Hat CFMoto schon einmal an der Isle of Man TT teilgenommen?
Streng genommen ja: 2013 setzte der britische Importeur WK Bikes Maschinen mit CFMoto-Technik in der Twin-Klasse ein, allerdings ohne CFMoto-Branding. Das Engagement 2026 ist daher das offizielle Debüt der Marke unter eigenem Logo.

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