- Milwaukee-Eight 117 mit 1.923 ccm, laut Harley-Davidson 99 PS (73 kW) und 163 Nm
- Preis circa 15.780 Euro (17.999 US-Dollar), Verkauf nur in den USA und in Kanada
- Weltpremiere am 7. August 2026 auf der Sturgis Motorcycle Rally
Harley-Davidson erweitert die Softail-Baureihe um ein Modell, das bewusst auf Zierrat verzichtet. Die Deadwood greift den Stil der frühen Bobber auf, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg in privaten Garagen entstanden. Fast jedes Bauteil ist schwarz gehalten, es gibt nur einen Sitzplatz und keine Koffer. Hinter dem betont einfachen Auftritt steckt jedoch die volle moderne Technik der aktuellen Baureihe.

Was ist die Harley-Davidson Deadwood?
Die Deadwood ist ein neues Softail-Modell im Bobber-Stil, das Harley-Davidson am 14. Juli 2026 vorgestellt hat. Das Motorrad ist stark reduziert aufgebaut: Es hat einen einzelnen Sitz, keine Seitenkoffer und einen offen liegenden hinteren Rahmenbereich, der die klassische Optik eines starren Rahmens nachahmt. Die abnehmbare Windschutzscheibe ist gekürzt und rauchig getönt, das Heck ist tiefergelegt. In der Technik steckt viel von der Heritage Classic, die als Basis dient. Anders als bei der Heritage fehlen jedoch die Chromteile und das Gepäcksystem.
Woher kommt der Name Deadwood?
Der Name verweist auf die historische Bergbaustadt Deadwood in South Dakota, die nahe Sturgis liegt. Deadwood gehört zu den Orten, die schon früh mit der Sturgis-Rally verbunden waren. Bereits 1947 kamen mehr als 400 Fahrer in der Region zusammen, um die kurvenreichen Straßen der Black Hills zu befahren und die Orte Spearfish, Lead und Deadwood zu besuchen. Genau an diese Zeit erinnert auch die Grafik auf dem Tank, die im Stil des Wilden Westens gehalten ist. Der Design-Chef von Harley-Davidson, Bjorn Shuster, spricht davon, dass die Deadwood „that spirit of rebellion and individualism“ verkörpere, also „diesen Geist von Rebellion und Individualismus“, der nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitet war. Damals bauten heimkehrende Soldaten überflüssige Teile von ihren Maschinen ab, um sie leichter und schneller zu machen. Aus dieser Bastelkultur entstand der Bobber.

Welchen Motor hat die Harley-Davidson Deadwood?
Die Deadwood nutzt den luft- und ölgekühlten Milwaukee-Eight 117 Classic mit 1.923 ccm Hubraum. Es handelt sich um einen 45-Grad-V2 mit Stößelstangen und vier Ventilen je Zylinder, Bohrung und Hub liegen bei 103,5 mal 114,3 Millimeter, die Verdichtung bei 10,3 zu 1. Als Kraftstoff empfiehlt der Hersteller mindestens 91 Oktan. Laut Harley-Davidson leistet der Motor 99 PS (73 kW) bei 4.600 Umdrehungen und stellt 163 Nm (120 lb-ft) bei 2.500 Umdrehungen bereit. Die Abstimmung zielt nicht auf eine hohe Spitzenleistung, sondern auf einen kräftigen und gleichmäßigen Durchzug aus niedrigen und mittleren Drehzahlen. Die Kraft läuft über eine 2-in-1-Auspuffanlage nach außen, die Kraftübertragung übernehmen ein Sechsganggetriebe und ein Zahnriemen. Wer mehr Leistung möchte, kann laut Hersteller auf Screamin-Eagle-Komponenten zurückgreifen.
Fahrwerk, Bremsen und Abmessungen
Vorn arbeitet eine 49-Millimeter-Gabel mit doppelt wirkenden Ventilen und 130 Millimeter (5,1 Zoll) Federweg. Hinten sitzt ein einzelnes Federbein verdeckt unter dem Sitz, es lässt sich hydraulisch in der Vorspannung einstellen und bietet 86 Millimeter (3,4 Zoll) Federweg. Das ist rund ein Zoll weniger als bei der Heritage Classic und sorgt für die flache Sitzposition. Verzögert wird über eine 300-Millimeter-Bremsscheibe mit Vierkolbenzange vorn und eine 292-Millimeter-Scheibe mit Zweikolbenzange hinten. Die schlauchlosen Drahtspeichenräder tragen je 36 Speichen, bereift ist die Deadwood mit Dunlop-Reifen der Harley-Davidson-Serie in den Größen 100/90B19 vorn und 150/80B16 hinten. Der Radstand beträgt 163 Zentimeter, die Länge 241 Zentimeter und die Breite 93 Zentimeter. Die eingefederte Sitzhöhe liegt bei rund 64,8 Zentimeter (25,5 Zoll) und zählt damit zu den niedrigsten im aktuellen Harley-Programm. Das Gewicht gibt der Hersteller mit 311 Kilogramm (686 Pfund) an, der Tank fasst 18,9 Liter.

Wie viel moderne Technik steckt in der Deadwood?
Trotz der Retro-Optik ist die Deadwood mit Kurven-ABS, schräglagenabhängiger Traktionskontrolle, einer Schleppmomentregelung und einer Reifendruckkontrolle ausgestattet. Über einen Knopf am Lenker lassen sich drei Fahrmodi wählen, die das Ansprechverhalten und die Eingriffe der Systeme verändern: Road für den Alltag, Sport für spontanere Gasannahme und Rain für nasse oder rutschige Straßen. Der Gasgriff arbeitet elektronisch. Die Beleuchtung ist vollständig auf LED umgestellt und umfasst einen 7-Zoll-Scheinwerfer mit Leuchtring, zusätzliche Nebellampen und ein kombiniertes Rücklicht. Auf dem Tank sitzt ein 5-Zoll-Instrument mit analogem Tacho und einem digitalen Zusatzdisplay. Dazu kommen ein USB-C-Anschluss vorn links und zwei Anschlüsse für beheizbare Kleidung unter dem Sitz.
Was kostet die Harley-Davidson Deadwood und wo ist sie erhältlich?
Die Deadwood kostet circa 15.780 Euro (17.999 US-Dollar) und wird ausschließlich in den USA und in Kanada angeboten. Der Verkauf über die Vertragshändler läuft bereits, öffentlich zeigt Harley-Davidson das Modell erstmals am 7. August 2026 auf der Sturgis Motorcycle Rally. Auf die Deadwood gibt der Hersteller 24 Monate Garantie. Ein Verkauf in Europa ist nicht vorgesehen, weder Deutschland noch die übrigen europäischen Märkte tauchen bei der Vorstellung auf.
Was bedeutet die Deadwood für die Harley-Strategie?
Die Deadwood ist Teil der Strategie „Back to the Bricks“, die Harley-Davidson unter dem seit Oktober 2025 amtierenden Vorstandschef Artie Starrs verfolgt. Kern dieses Plans ist es, bestehende Plattformen für zusätzliche Modelle zu nutzen, statt jedes Motorrad von Grund auf neu zu entwickeln. Die Deadwood baut deshalb auf der Heritage Classic auf, kostet mit circa 15.780 Euro (17.999 US-Dollar) aber rund 2.000 US-Dollar weniger als diese, die bei circa 17.530 Euro (19.999 US-Dollar) startet. Preislich ordnet sich die Deadwood zwischen der günstigeren Super Glide und der sportlicheren Low Rider S ein. Sie ist nach der kurz zuvor vorgestellten Super Glide bereits das zweite Modell, das nach diesem Muster entsteht, und fügt sich damit in die laufende Modelloffensive des Jahrgangs 2026 ein. Offen ist unterdessen ein weiteres Kapitel: Neben „Deadwood“ hatte Harley-Davidson zuvor auch den Namen „Low Bob“ schützen lassen. Laut Medienberichten ist bislang nur die Deadwood enthüllt, während die Bedeutung von „Low Bob“ noch nicht geklärt ist.
Häufige Fragen
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Was kostet die Harley-Davidson Deadwood?
Die Harley-Davidson Deadwood kostet circa 15.780 Euro (17.999 US-Dollar). Der Preis gilt für den US-Markt, in Europa wird das Modell nicht angeboten.
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Wie viel PS hat die Harley-Davidson Deadwood?
Laut Harley-Davidson leistet die Deadwood 99 PS (73 kW) bei 4.600 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment liegt bei 163 Nm (120 lb-ft) bei 2.500 Umdrehungen und stammt vom Milwaukee-Eight 117 mit 1.923 ccm.
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Wann kommt die Harley-Davidson Deadwood?
Die Deadwood ist bereits bei den Händlern in den USA und in Kanada bestellbar. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hat sie am 7. August 2026 auf der Sturgis Motorcycle Rally.
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Ist die Harley-Davidson Deadwood in Deutschland erhältlich?
Nein. Harley-Davidson verkauft die Deadwood ausschließlich in den USA und in Kanada, ein Marktstart in Deutschland oder im übrigen Europa ist nicht geplant.
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Worauf basiert die Harley-Davidson Deadwood?
Die Deadwood basiert technisch auf der Heritage Classic. Harley-Davidson hat dabei den Chromschmuck und das Gepäcksystem entfernt, das Heck tiefergelegt und fast alle Bauteile schwarz gestaltet.












