- Mac Motorcycles hat am 8. Mai 2026 den Geschäftsbetrieb aufgenommen und bietet zwei Modelle an: die Rex und die Ruby
- Beide Motorräder nutzen einen flüssigkeitsgekühlten 600-ccm-Einzylinder von SWM mit 57 PS und werden in Yorkshire von Hand montiert
- Der Einstiegspreis liegt bei 15.500 Pfund (circa 17.900 Euro / 20.770 US-Dollar) inklusive Mehrwertsteuer
Mehr als ein Jahrzehnt hat es gedauert, bis aus einer Idee ein verkaufsfertiges Motorrad wurde. Mac Motorcycles, ein familiengeführtes Unternehmen aus der Nähe von Barnsley in South Yorkshire, hat am 8. Mai 2026 offiziell die Türen geöffnet. Im Angebot stehen zwei Einzylinder-Modelle im Retro-Stil: die Rex als aufrechter Roadster und die Ruby als sportlicher Café Racer. Erste Probefahrten für Kunden waren bereits Ende Mai geplant.

Wie ist Mac Motorcycles entstanden?
Mac Motorcycles begann als reines Leidenschaftsprojekt. Die ursprüngliche Idee reicht zurück zu einer Zusammenarbeit zwischen dem Motorraddesign-Studio Xenophya Design und Ellis Pitt. Damals wurden erste Konzepte auf Basis des 492-ccm-Einzylinders aus der Buell Blast entwickelt, in einem einfachen Rohrrahmen. Vier Modelle waren geplant, mit Namen wie Spud, Peashooter, Roarer und Ruby, alle als leichtgewichtige, luftgekühlte Singles konzipiert.
Der heutige Geschäftsführer Ian Oliver stieß 2017 zum Projekt. Oliver hatte zuvor ein Jahrzehnt als Antriebsingenieur bei Jaguar gearbeitet und brachte entsprechende Ingenieursexpertise mit. Unter seiner Leitung wurde das gesamte Motorrad von Grund auf neu entwickelt, vom ursprünglichen Buell-Motor wurde auf den deutlich moderneren 600-ccm-Einzylinder von SWM umgestellt. Das bedeutete laut Oliver, dass praktisch alles neu konstruiert werden musste: Rahmen, Geometrie, Zulieferkette und Produktionsabläufe.
„We’ve really had to engineer a bike from scratch and build a supply chain from scratch. We tried to keep some of the styling cues, such as the big backbone frame that you can still see on this bike, but we had to completely re-engineer the bike for the SWM engine.“ („Wir mussten wirklich ein Motorrad von Grund auf konstruieren und eine Zulieferkette von Null aufbauen. Wir haben versucht, einige Designmerkmale beizubehalten, wie den markanten Backbone-Rahmen, den man auch an diesem Motorrad noch erkennt, aber wir mussten das gesamte Motorrad für den SWM-Motor komplett neu entwickeln.“)
Oliver beschreibt die Motivation hinter dem Projekt als den Versuch, das Gefühl einzufangen, das man als junger Mensch beim Motorradfahren empfunden hat: den Geruch, den Sound und das Gefühl, draußen zu sein. Er selbst sitzt seit seinem fünften Lebensjahr auf dem Motorrad.
Wo werden die Mac-Motorräder gebaut?
Die Produktion findet in einem restaurierten Steingebäude aus dem 19. Jahrhundert statt, in der Nähe des historischen Wentworth Castle Estate, das heute vom National Trust verwaltet wird. Der Standort wurde von der Familie Oliver im Wesentlichen in Eigenarbeit hergerichtet, einschließlich Isolierung, Elektrik und Infrastruktur. Laut der British Motorcyclists Federation hat Olivers Frau neben ihrem eigenen Vollzeitjob wochenlang eigenhändig die Steinwand im Hauptraum verfugt.
Das Kernteam ist klein: Neben Ian Oliver arbeitet sein ältester Sohn William als Product Development Engineer im Unternehmen mit. Unterstützt werden die beiden von Vikki Brooks, einer virtuellen Assistentin aus Staffordshire, die Probefahrtbuchungen, Social Media und die Tageskoordination übernimmt. Darüber hinaus gibt es ein Netzwerk externer Spezialisten und Zulieferer.
„We’re supporting British brands, British infrastructure, and we quite like the made in Britain philosophy. We care about what we do, and we want them to be a part of our story.“ („Wir unterstützen britische Marken, britische Infrastruktur, und uns gefällt die Made-in-Britain-Philosophie. Uns liegt am Herzen, was wir tun, und wir möchten, dass sie Teil unserer Geschichte werden.“) Das sagte William Oliver über die Zusammenarbeit mit überwiegend britischen Zulieferern.

Welchen Motor verwenden die Mac Rex und Ruby?
Beide Modelle teilen sich denselben Antrieb: einen flüssigkeitsgekühlten 600-ccm-Einzylinder, der von SWM in Italien produziert wird. Dabei handelt es sich um eine Variante des bewährten Husqvarna TE610-Motors, den SWM unter anderem in seinem Superdual-Adventurebike einsetzt. Derselbe Motor kam auch in der mittlerweile eingestellten CCM Spitfire und der AJP PR7 Adventure zum Einsatz.
Mac hat den Motor mit eigenem Mapping und einer neuen Steuereinheit versehen, kombiniert mit einem Mikuni-Drosselklappengehäuse. Die Leistung wird vom Hersteller mit 57 bhp (circa 42 kW) angegeben. In einer früheren Spezifikation von 2022 war noch von 52 bhp die Rede, offenbar wurde im Zuge der Weiterentwicklung nachgelegt.
Die technischen Eckdaten des Motors im Überblick: Einzylinder, Viertakt, Flüssigkühlung, Vierventilkopf mit kettengetriebenem DOHC, Verdichtungsverhältnis 12,4:1, Bohrung 100 mm, Hub 76,4 mm, Hubraum 600 ccm, Elektrostarter und Sechsgang-Getriebe. Die Höchstgeschwindigkeit soll laut Hersteller bei etwa 100 mph liegen (circa 161 km/h).
Was unterscheidet die Rex von der Ruby?
Obwohl beide Modelle auf demselben Stahlrohr-Backbone-Rahmen und derselben Technik basieren, richten sie sich an unterschiedliche Fahrertypen. Die Rex trägt breitere, höhere Lenker für eine aufrechte Sitzposition und zitiert mit ihrem Heck stilistisch den Flat-Tracker-Stil. Die Ruby hingegen setzt auf klassische Clip-on-Lenker für eine sportlichere, nach vorn gebeugte Haltung im Café-Racer-Stil. Beide Modelle haben eine identische Sitzhöhe von 760 mm und einen Radstand von 1.430 mm.
Ein besonderes Detail: Der Kabelbaum ist bei beiden Varianten lang genug ausgelegt, um mit beiden Lenkerkonfigurationen zu funktionieren. Die Verkleidungsteile und Lenker sind untereinander austauschbar. Laut Mac dauert der Umbau etwa eine Stunde, sodass sich ein Besitzer mit überschaubarem Aufwand zwischen Roadster und Café Racer wechseln kann. Die Ruby verfügt zusätzlich über eine optionale Cockpit-Verkleidung.

Welche Komponenten stecken im Fahrwerk und den Bremsen?
Der Rahmen und die Schwinge sind Mac-eigene Konstruktionen, die in England von Caged Laser Engineering gefertigt werden. In der frühen Entwicklungsphase wurde die Geometrie in Zusammenarbeit mit dem legendären Lester Harris von Harris Performance festgelegt. Der Rahmen ist CAD-modelliert, wurde sowohl digital als auch physisch getestet und erhält eine E-Coat-Grundierung, Pulverbeschichtung und Klarlackversiegelung. Zusätzlich wird Hohlraumwachs in die Rohre geblasen.
Der 16-Liter-Tank stammt vom italienischen Spezialisten Acerbis und wurde von Designer Clive Goodwin gestaltet. Goodwin war zuvor Creative Director bei Samsung Design Europe und beschreibt seinen Ansatz als Feinarbeit an einem bestehenden Konzept, um aus einzelnen Designelementen eine zusammenhängende Formensprache zu entwickeln. Die Verkleidungsteile bestehen aus ABS-Kunststoff, gefertigt in Redditch. Auf Wunsch sind auch gepresste Aluminium-Varianten erhältlich.
Die Lackierung übernimmt Richard Hammonds Werkstatt The Smallest Cog in Hereford. Neben einer Reihe von Standardfarben können Kunden auch individuelle Farbwünsche umsetzen lassen.
Beim Fahrwerk kommen vorne 47-mm-USD-Gabeln von Fastace mit Druck- und Zugstufeneinstellung und 130 mm Federweg zum Einsatz. Hinten arbeitet ein voll einstellbarer Nitron R1 Monoshock mit 40-mm-Kolben, gefertigt in Oxfordshire. Für die Vorderradbremse können Kunden zwischen einem britischen Hel-Radialbremssattel und einem Brembo-Sattel wählen, jeweils an einer 320-mm-Schwimmscheibe. Die Brembo-Hauptbremszylinder sind in beiden Fällen Standard. Hinten bremst ein SWM-Sattel auf einer 240-mm-Scheibe.
Die Räder sind 17-Zoll-Speichenräder mit polierten Silberfelgen, Edelstahlspeichen und vernickelten Messingnippeln. Die Reifenwahl bleibt dem Kunden überlassen, wobei Mac bereits mit Mitas, Michelin und Continental gearbeitet hat. Vorne wird ein 120/70R17 montiert, hinten stehen 140/60 oder 150/60 in 17 Zoll zur Auswahl, jeweils in Straßen- oder Offroad-orientierten Profilmustern.
Die Auspuffanlage ist eine Mac-eigene Konstruktion aus poliertem Edelstahl mit zwei umgekehrten Kegelschalldämpfern (Reverse-Cone-Silencer). Sie wurde auf den charakteristischen Sound eines großen Einzylinders abgestimmt und verfügt über wechselbare Einsätze für den Rennstreckeneinsatz. Das Trockengewicht liegt laut Hersteller bei 150 kg (circa 331 lbs), gemessen mit Öl, aber ohne Kraftstoff.
Wie fährt sich die Mac Rex? Erste Eindrücke von der Vorserienversion
Im Rahmen eines Testprogramms mit Vorserienmodellen konnte die Rex auf den Landstraßen von South Yorkshire bewegt werden, auf einer Mischung aus glatten B-Roads und löchrigen Nebenstrecken, also genau dem Terrain, auf dem viele Mac-Maschinen vermutlich die meiste Zeit verbringen werden. Die Testfahrt dauerte rund eine Stunde und deckte damit ein breites Spektrum an Fahrsituationen ab.
Sofort auffällig ist die niedrige Sitzposition. Mit 760 mm Sitzhöhe und dem schmalen Einzylinder darunter wirkt die Rex kompakt und zugänglich. Die breiten Lenker sind leicht zu erreichen, die Bedienelemente logisch aufgebaut. Windschutz fehlt, was aber bei dem Charakter des Motorrads nicht ins Gewicht fällt, denn die Rex entfaltet ihr Bestes bei gemäßigtem Tempo.
Der Motor ist eindeutig der Star. Der 600er-Einzylinder hämmert aggressiv und knallt und spuckt durch den Keihan-Systems-Auspuff mit zwei Auslässen. Die Vibrationen sind durch Lenker und Fußrasten deutlich spürbar, und bei beiden getesteten Vorserienmodellen vibrierte sich mindestens ein Spiegel los. Der Motor liefert reichlich Drehmoment im unteren Drehzahlbereich, sodass man sich beim Schalten Zeit lassen kann. Was dem Triebwerk an Laufkultur fehlt, macht es durch Charakter wett. Wer an das Erlebnis klassischer britischer Einzylinder denkt, bekommt hier eine zeitgemäße Interpretation davon.
Allerdings offenbarten die Testfahrten auch Schwächen. Die Fahrwerksabstimmung erwies sich als deutlich zu straff für leichtere Fahrer. Jede Unebenheit wurde in Arme und unteren Rücken weitergeleitet, und der Sitz wurde nach etwa 30 Minuten unbequem. Zudem zeigte das Motorrad eine Unwilligkeit, in Kurven einzulenken, wobei das Hinterrad gegen das Vorderrad arbeitete, sobald das Tempo stieg.
Ian Oliver erklärte nach dem Feedback, dass beide getesteten Maschinen Vorserienmodelle mit unterschiedlichen hinteren Federraten waren. Jedes Kundenfahrzeug werde individuell auf die Präferenzen des Besitzers abgestimmt, ausgehend von einer Basiseinstellung, die noch finalisiert werde. Weiterer Einfahrbetrieb sei nötig, um die Ansprechbarkeit der Maschine zu verbessern. Eine erneute Begutachtung der finalen Serienversion soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Was kostet eine Mac Rex oder Ruby und wie läuft die Bestellung ab?
Der Einstiegspreis für beide Modelle liegt bei 15.500 Pfund inklusive britischer Mehrwertsteuer (circa 17.900 Euro / 20.770 US-Dollar). Damit positioniert sich Mac Motorcycles im Premium-Segment der Einzylinder-Klasse. Der Preis reflektiert laut dem Unternehmen die Realität der Kleinserienfertigung in Großbritannien, wo gestiegene Rohstoff-, Fertigungs- und Logistikkosten die Produktionskosten erheblich nach oben getrieben haben.
Die Bestellung läuft über einen persönlichen Termin am Firmensitz. Kunden können das Werk besuchen, ein Beratungsgespräch führen, eine Probefahrt absolvieren und anschließend eine Bestellung aufgeben. Die Konfiguration umfasst unter anderem die Wahl zwischen Rex und Ruby, Bremssattel-Option (Hel oder Brembo), Reifenprofil, Farbgestaltung und Materialwahl für die Verkleidung. Die aktuelle Lieferzeit liegt bei etwa 14 Wochen nach Bestelleingang.
Ian Oliver äußerte sich dazu, dass es bereits eine Liste von Interessenten für Probefahrten gebe. Wie hoch die Konversionsrate sein werde, sei noch unklar, aber das Interesse reiche aus, um das Vorhaben als tragfähig einzuschätzen. Langfristig peilt Oliver einen Absatz von einigen hundert Motorrädern pro Jahr an und plant die Expansion in Märkte wie die USA.
Wie ordnet sich Mac Motorcycles in die britische Motorradlandschaft ein?
Mac Motorcycles reiht sich in eine Tradition britischer Kleinserien-Motorradhersteller ein, zu der in jüngerer Vergangenheit auch Marken wie CCM oder Norton zählten. Beide hatten mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen: Die CCM Spitfire, die denselben SWM-Motor wie die Mac verwendete, wurde mittlerweile eingestellt. Norton durchlief Jahre der Restrukturierung und Neuentwicklung unter TVS-Eigentümerschaft.
Die British Motorcyclists Federation (BMF) hat den Start von Mac Motorcycles offiziell begrüßt und den Geschäftsbeginn als ein neues Kapitel für die britische Motorradindustrie bezeichnet. Der Verband betonte die Bedeutung solcher Initiativen vor dem Hintergrund des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds.
Zu den bevorstehenden Terminen gehört ein Auftritt bei Museum Live 2026 im National Motorcycle Museum, wo Interessenten die Motorräder erstmals außerhalb des Werksgeländes begutachten können.

Häufige Fragen
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Was kostet eine Mac Rex oder Ruby?
Der Einstiegspreis liegt bei 15.500 Pfund inklusive britischer Mehrwertsteuer, was circa 17.900 Euro oder 20.770 US-Dollar entspricht. Der Preis gilt für beide Modellvarianten. Je nach gewählter Konfiguration, etwa bei der Bremssattel-Option oder individueller Lackierung, kann der Endpreis abweichen.
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Welchen Motor haben die Mac Motorcycles Rex und Ruby?
Beide Modelle werden von einem flüssigkeitsgekühlten 600-ccm-Einzylinder von SWM angetrieben, der auf dem Husqvarna TE610-Motor basiert. Die Leistung liegt laut Hersteller bei 57 bhp (circa 42 kW). Der Motor verfügt über einen DOHC-Vierventilkopf, Einspritzung und ein Sechsgang-Getriebe.
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Wo werden die Mac-Motorräder hergestellt?
Mac Motorcycles fertigt seine Motorräder in einer restaurierten Steinscheune in der Nähe von Barnsley, South Yorkshire. Der Rahmen und die Schwinge werden von Caged Laser Engineering in England produziert, der Tank kommt vom italienischen Hersteller Acerbis, und die Lackierung übernimmt Richard Hammonds Werkstatt The Smallest Cog in Hereford.
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Kann man zwischen Rex und Ruby wechseln?
Ja, die Verkleidungsteile und Lenker beider Modelle sind konstruktionsbedingt austauschbar. Der Kabelbaum ist lang genug für beide Konfigurationen ausgelegt. Ein Umbau soll laut Hersteller etwa eine Stunde dauern, sodass ein Besitzer sein Motorrad vom Roadster zum Café Racer umbauen kann.
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Wie lange dauert die Lieferung einer Mac Rex oder Ruby?
Die aktuelle Lieferzeit nach Bestelleingang beträgt laut Mac Motorcycles etwa 14 Wochen. Bestellungen werden ausschließlich nach persönlichem Termin und Probefahrt am Firmensitz in South Yorkshire aufgegeben.

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