- Moto Guzzi World Days 2026 vom 3. bis 6. September in Mandello del Lario am Comer See
- Eröffnung des umgebauten Werks und des neuen Museums zum 105. Jahrestag der Firmengründung
- Eintritt frei nach Registrierung, Parade am Samstagvormittag von Lecco nach Mandello
Seit 1921 baut Moto Guzzi Motorräder an derselben Adresse in Mandello del Lario. Das Werk am Ostufer des Comer Sees ist damit einer der ältesten durchgehend genutzten Motorradstandorte überhaupt. In den vergangenen Jahren war das Gelände allerdings vor allem eine Großbaustelle. Jetzt endet dieser Umbau, und der Hersteller hat sich für die Eröffnung den größten Termin im eigenen Kalender ausgesucht: die Moto Guzzi World Days, in Italien Giornate Mondiali Guzzi genannt und meist mit GMG abgekürzt.

Wann finden die Moto Guzzi World Days 2026 statt?
Die Moto Guzzi World Days 2026 laufen von Donnerstag, dem 3. September, bis Sonntag, dem 6. September, in Mandello del Lario. Das Werksgelände ist an allen vier Tagen für Besucher geöffnet.
Der Termin hat sich gegenüber der ursprünglichen Ankündigung leicht verschoben. Im September 2025 hatte Moto Guzzi den 4. September 2026 als Eröffnungstag genannt. In der aktuellen Ankündigung beginnt das Treffen bereits einen Tag früher, das Programm umfasst damit vier statt drei Tage.
Wie viele Menschen tatsächlich kommen, ist offen. In der Ankündigung des Herstellers finden sich dazu zwei unterschiedliche Angaben, einmal ist von Zehntausenden die Rede, an anderer Stelle nur von Tausenden. Zum Vergleich: Beim letzten Treffen am alten Standort im September 2025 zählte allein das Museum rund 15.000 Besuche, obwohl das Wetter vor allem am Samstag schlecht war.
Was ist am neuen Werk in Mandello anders?
Das neue Werk steht auf demselben Grundstück wie das alte, nutzt aber moderne Montagelinien für Motoren und komplette Motorräder. Neu ist vor allem, dass Besucher die Fertigung künftig selbst sehen können.
Die Pläne stammen vom US-amerikanischen Architekten Greg Lynn, der sich am Stil des amerikanischen Industriedesigns orientiert hat. Die neuen Gebäude bleiben innerhalb des ursprünglichen Werksperimeters und greifen bestehende Bausubstanz auf. Bei den Materialien wurde nach Angaben des Herstellers auf Nachhaltigkeit und ein sparsames Energiemanagement geachtet, unter anderem über Fotovoltaikanlagen auf den Dächern. Teile des Geländes stehen unter Denkmalschutz und bleiben erhalten, darunter der historische Windkanal.
Für die Produktion selbst nennt Piaggios Kommunikationschef Davide Zanolini in einem Interview moderne Kontroll- und Rückverfolgbarkeitssysteme als wichtigste Neuerung. Rückverfolgbarkeit bedeutet in der Fertigung, dass sich für jedes einzelne Bauteil nachvollziehen lässt, wann und in welchem Zustand es verbaut wurde. Zanolini verbindet damit die Erwartung einer höheren und gleichmäßigeren Fertigungsqualität. Ein Teil der neuen Produktionslinien lief bereits vor der offiziellen Eröffnung an.
Sichtbar wird das für Besucher über erhöhte Aussichtspunkte, von denen aus sich die Endmontage hinter Glasscheiben verfolgen lässt. Der Umbau erweitert außerdem die Kapazität des Werks, weil die Nachfrage nach Modellen der Marke zuletzt gestiegen ist.

Was passiert mit dem alten Moto Guzzi Museum?
Die Sammlung zieht in neue Räume auf dem Werksgelände um. Sie umfasst über 150 Motorräder aus allen Epochen der Marke, von Serienmodellen über Rennmaschinen bis zu Prototypen.
Der Umzug war überfällig. Das bisherige Museum war baulich in schlechtem Zustand, an einigen Stellen bröckelte der Putz von der Decke, an anderen breitete sich Schimmel aus. Wertvolle Exponate standen jahrelang in Räumen, die für eine dauerhafte Ausstellung kaum geeignet waren. Das Treffen im September 2025 war die letzte Gelegenheit, die Sammlung in ihrer alten Form zu sehen.
Die neue Ausstellung soll deutlich stärker inszeniert sein und 105 Jahre Firmengeschichte als zusammenhängenden Rundgang erzählen. Moto Guzzi selbst spricht davon, dass daraus eines der interessantesten Industriemuseen weltweit werden soll. Ob das aufgeht, lässt sich erst nach der Eröffnung beurteilen.
Was gehört noch zum neuen Gelände?
Neben Werk und Museum entstehen ein Motoplex Store, ein Café sowie Flächen für Workshops, Veranstaltungen und interaktive Ausstellungen. Motoplex ist das Händlerkonzept des Piaggio-Konzerns, in dem mehrere Konzernmarken unter einem Dach verkauft werden.
Im Shop soll es vom Schlüsselanhänger über Freizeit- und Schutzkleidung bis zum kompletten Motorrad alles geben. Zum Gesamtprojekt gehören außerdem ein Veranstaltungs- und Kongresszentrum sowie ein Hotel. Der Gedanke dahinter ist, dass Mandello nicht nur an den Treffentagen im September belebt ist, sondern ganzjährig funktioniert.

Warum hat der Umbau länger gedauert als geplant?
Der ursprüngliche Zeitplan sah eine Fertigstellung in der ersten Hälfte des Jahres 2025 vor. Tatsächlich wurde der Umbau erst im Sommer 2026 abgeschlossen, die Eröffnung folgt im September.
Auch beim Baubeginn gibt es unterschiedliche Angaben. Eine Darstellung nennt Ende 2021 als Startpunkt, eine andere den Herbst 2023. Das dürfte damit zusammenhängen, dass das Projekt in mehreren Abschnitten lief und die eigentlichen Bauarbeiten an den Produktionshallen später begannen als die ersten Vorarbeiten. Der Umbau ist Teil eines langfristigen Plans, den Moto Guzzi unter dem Namen „Road to 2121“ führt. Dazu gehört neben dem Standort auch der Aufbau einer Modellpalette auf Basis flüssigkeitsgekühlter Motoren.
Wie kommt man kostenlos auf das Werksgelände?
Der Zutritt ist an allen vier Tagen kostenlos, erforderlich ist nur eine vorherige Anmeldung über die offizielle Event-Website. Das gilt für das Werk, das Museum und die übrigen Bereiche.
Das Programm folgt ansonsten dem gewohnten Ablauf. Kostenlose Testfahrten mit der gesamten aktuellen Modellpalette gehören dazu, ebenso ein Bereich mit Straßenverpflegung. An allen vier Tagen läuft ein Musikprogramm auf einer Bühne, das der Radiosender Virgin Radio verantwortet.

Die Parade am Samstag
Der bekannteste Programmpunkt ist die Ausfahrt am Samstagvormittag. Tausende Maschinen aus allen Baujahren fahren dabei gemeinsam von Lecco nach Mandello del Lario und rollen am Ende bis an die Werkstore.
Für viele Guzzisti, wie sich die Fahrer der Marke selbst nennen, ist das der eigentliche Höhepunkt des Wochenendes. Die Strecke führt am Seeufer entlang und ist für Zuschauer gut einsehbar. In den vergangenen Jahren war das Treffen zeitweise mit dem Motoraduno Internazionale Città della Moto Guzzi verbunden, einem Motorradtreffen, das den gesamten Ort einbezieht.

Häufige Fragen
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Wann sind die Moto Guzzi World Days 2026?
Die Moto Guzzi World Days 2026 finden vom 3. bis 6. September in Mandello del Lario statt. Das Treffen beginnt am Donnerstag und endet am Sonntag. Der Zutritt ist nach vorheriger Registrierung kostenlos.
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Was wird beim Treffen 2026 eröffnet?
Eröffnet werden das umgebaute Werk und das neu gestaltete Moto Guzzi Museum. Anlass ist der 105. Jahrestag der Firmengründung. Beide Bereiche liegen auf dem historischen Werksgelände in Mandello del Lario.
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Kann man die Produktion von Moto Guzzi besichtigen?
Ja, das neue Werk ist für Besucher zugänglich. Von erhöhten Aussichtspunkten aus lässt sich die Endmontage hinter Glasscheiben verfolgen. Diese Öffnung für die Öffentlichkeit ist eine der wichtigsten Neuerungen des Umbaus.
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Wie viele Motorräder stehen im Moto Guzzi Museum?
Die Sammlung umfasst über 150 Motorräder aus allen Epochen der Marke. Dazu gehören Serienmodelle, Rennmaschinen und Prototypen. Ab 2026 ist die Sammlung in den neuen Räumen auf dem Werksgelände untergebracht.
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Wer hat das neue Moto Guzzi Werk entworfen?
Die Pläne stammen vom US-amerikanischen Architekten Greg Lynn. Sein Entwurf orientiert sich am amerikanischen Industriedesign und bindet bestehende Gebäude ein. Denkmalgeschützte Teile wie der historische Windkanal bleiben erhalten.











