- Motor mit 443 cm³, weiterhin luft- und ölgekühlt, 25,4 PS (18,7 kW) und 34 Nm (rund 25 lb-ft)
- Sechsganggetriebe statt der fünf Gänge der alten 411
- Erwarteter Preis in Indien zwischen 2,30 und 2,60 Lakh Rupien, also etwa 2.090 bis 2.365 Euro (circa 2.420 bis 2.735 US-Dollar) ab Werk
Als Royal Enfield die Himalayan 411 im Jahr 2023 aus dem Programm nahm, war der Nachfolger technisch klar überlegen. Die Himalayan 450 hat einen flüssigkeitsgekühlten Motor, ein TFT-Display mit Abbiegehinweisen und eine Upside-down-Gabel. Trotzdem blieb bei vielen Fahrern ein Unbehagen zurück. Die neue Maschine ist schwerer, höher und deutlich teurer. Genau diese Lücke soll nun ein Modell schließen, das intern unter dem Kürzel D4G läuft und in indischen Fachmedien als Himalayan 440 geführt wird.

Was ist die Royal Enfield Himalayan 440 genau?
Die Himalayan 440 soll eine neu aufgelegte Version der alten, luftgekühlten Himalayan sein. Sie greift auf die Technik der Scram 440 zurück, bekommt aber wieder die typische Optik und die Geländeausrichtung der Himalayan 411.
Der Hintergrund ist auch wirtschaftlicher Natur. Royal Enfield betreibt vier Motorbaureihen. Die Baureihen mit 350, 450 und 650 cm³ tragen jeweils mehrere Modelle. Nur der 443er-Motor steckte bisher in einem einzigen Motorrad, nämlich in der Scram 440. Ein zweites Modell auf derselben Basis verteilt die Entwicklungskosten auf mehr Stückzahl. Für den Kunden bedeutet das voraussichtlich einen niedrigeren Preis, weil viele Bauteile bereits abgeschrieben sind.
Wann kommt die Himalayan 440 auf den Markt?
Der Verkaufsstart in Indien wird für September 2026 erwartet, nach übereinstimmenden Berichten mehrerer indischer Fachmedien sogar für die erste Septemberhälfte. Eine offizielle Ankündigung von Royal Enfield gibt es bislang nicht.
Erste Hinweise auf das Modell tauchten bereits im April 2026 auf. Damals war noch von einem Start in der zweiten Jahreshälfte die Rede, ohne genaueren Termin. Seit Anfang August 2026 verdichten sich die Angaben auf den September. Solange der Hersteller schweigt, bleibt der Termin allerdings eine Annahme.

Welcher Motor steckt in der Himalayan 440?
Zum Einsatz kommt der LS440, ein Einzylinder mit 443 cm³, der weiterhin über Luft und Öl gekühlt wird. In der Scram 440 leistet er nach Herstellerangaben 25,4 PS (18,7 kW) bei 6.250 Umdrehungen und liefert 34 Nm (rund 25 lb-ft) bei 4.000 Umdrehungen.
Der Motor ist kein Neuentwurf, sondern eine Weiterentwicklung des alten LS411 aus der ersten Himalayan. Der Hubraum wuchs über eine um drei Millimeter größere Bohrung. Die Maße liegen nun bei 81 mm Bohrung und 86 mm Hub, was den Motor zu einem ausgeprägten Langhuber macht. Langhuber bedeutet, dass der Kolbenweg länger ist als der Zylinderdurchmesser. Solche Motoren drehen weniger hoch, ziehen dafür aber schon bei niedrigen Drehzahlen kräftig durch.
Der Zugewinn an reiner Leistung fällt gering aus. Die alte 411 kam auf ungefähr 24,5 PS (18,0 kW) bei 6.500 Umdrehungen und 32 Nm (rund 24 lb-ft). Entscheidender ist der sechste Gang. Die alte Himalayan hatte nur fünf Stufen und drehte auf der Autobahn hörbar hoch. Eine längere Übersetzung obenraus dürfte genau den Punkt entschärfen, an dem sich Vielfahrer bisher am meisten gestört haben. Ob Royal Enfield die Abstimmung gegenüber der Scram 440 anpasst, ist offen. Bei der alten Baureihe teilten sich Himalayan und Scram denselben Motor ohne Unterschiede.
Fahrwerk, Räder und Sitzhöhe
Der wichtigste Unterschied zur Scram 440 dürfte die Bereifung sein. Erwartet werden ein 21-Zoll-Vorderrad und ein 17-Zoll-Hinterrad, vermutlich als Speichenräder mit Schlauchreifen. Die Scram rollt dagegen auf 19 Zoll vorne und ist damit stärker auf die Straße ausgelegt. Ein größeres Vorderrad läuft im Gelände ruhiger über Absätze und Steine.
Bei den Federwegen gehen die Angaben auseinander. Die Scram 440 kommt laut Hersteller auf 190 mm vorne und 180 mm hinten. Für die alte Himalayan 411 werden je nach Quelle 190 oder 200 mm am Vorderrad genannt. Entsprechend unklar ist, ob die 440 wieder auf 200 mm zurückkehrt. Gesichert ist nur die Bauart: Teleskopgabel vorne, Monofederbein mit Umlenkung hinten.
Die Sitzhöhe dürfte bei etwa 800 mm liegen, so wie bei der alten 411. Die Scram 440 misst 795 mm. Die Himalayan 450 kommt dagegen auf 825 mm und ist damit für kleinere Fahrer spürbar schwerer zu handhaben. Bei der Ausstattung wird mit abschaltbarem ABS und dem Tripper-Navigationsmodul gerechnet, nicht aber mit Fahrmodi oder Traktionskontrolle. Ein Bericht führt außerdem eine breitere Scheibe und möglicherweise eine größere Bremsscheibe vorne an. Beides ist bislang nicht belegt. Konkrete Gewichtsangaben zur Himalayan 440 liegen nicht vor. Zur Einordnung: Die Scram 440 wiegt fahrfertig 196 kg (etwa 432 lbs).

Was soll die Himalayan 440 kosten?
Die Schätzungen indischer Fachmedien liegen zwischen 2,30 und 2,60 Lakh Rupien ab Werk, umgerechnet also etwa 2.090 bis 2.365 Euro (circa 2.420 bis 2.735 US-Dollar). Mehrere aktuelle Berichte nennen übereinstimmend rund 2,50 Lakh Rupien, das entspricht etwa 2.274 Euro (circa 2.628 US-Dollar).
Damit läge das Modell genau zwischen den beiden Nachbarn im Programm. Die Scram 440 kostet in Indien ab 2,24 Lakh Rupien, also rund 2.040 Euro (circa 2.360 US-Dollar). Die Himalayan 450 startet bei 3,06 Lakh Rupien und reicht bis 3,39 Lakh Rupien in der Topversion, umgerechnet etwa 2.784 bis 3.084 Euro (circa 3.216 bis 3.563 US-Dollar). Wichtig für die Einordnung: Alle genannten Beträge sind Preise ab Werk ohne Steuern und Zulassung. Die tatsächlichen Straßenpreise in Indien liegen deutlich darüber.
Warum holt Royal Enfield die alte Baureihe zurück?
Der Grund liegt in der Kundschaft, die der Himalayan 450 nicht gefolgt ist. Die neue Generation gilt technisch als besser, wird von einem Teil der Fahrer aber als zu komplex, zu hoch und zu teuer empfunden.
Die Himalayan 411 hatte einen eigenen Ruf. Sie war einfach gebaut, günstig und im Unterhalt überschaubar. Genau das machte sie über Indien hinaus zu einem Modell, das viele Fahrer als Einstieg ins Reisen mit dem Motorrad nutzten. Nach dem Ende der 411 fehlte Royal Enfield eine bezahlbare Reiseenduro im Programm. Die Himalayan 440 soll diese Lücke füllen, ohne die 450 anzugreifen. Sie richtet sich an Fahrer, die einen langhubigen Einzylinder ohne viel Elektronik wollen und dafür auf TFT-Display und aufwendiges Fahrwerk verzichten.
Damit ordnet sich das Modell in eine breitere Bewegung bei Royal Enfield ein. Statt alte Baureihen ersatzlos zu streichen, staffelt die Marke ihr Angebot inzwischen feiner und besetzt bewusst mehrere Preisstufen innerhalb derselben Fahrzeuggattung.

Kommt die Himalayan 440 auch nach Europa?
Dazu gibt es bislang keine Aussage. Weder Royal Enfield noch die europäischen Landesgesellschaften haben sich zu einer möglichen Einführung geäußert.
In der italienischen Fachpresse wird offen für eine Einführung geworben. Die Argumentation dort: Sollte das Modell nach Europa kommen, wäre ein Preis unter 5.000 Euro (circa 5.780 US-Dollar) denkbar und damit näher an den 350er-Modellen als an der Himalayan 450. Zum Vergleich wird die alte Himalayan 411 herangezogen, die in Italien zuletzt mit 5.300 Euro (circa 6.125 US-Dollar) gelistet war. Das sind allerdings Vermutungen und keine Herstellerangaben. Ob Royal Enfield den Aufwand für die europäische Zulassung betreibt, ist derzeit vollkommen offen.

Häufige Fragen
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Wann kommt die Royal Enfield Himalayan 440?
Der Marktstart in Indien wird für September 2026 erwartet, nach mehreren Berichten für die erste Septemberhälfte. Royal Enfield hat diesen Termin bislang nicht bestätigt. Zu anderen Märkten gibt es keine Angaben.
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Wie viel PS hat die Himalayan 440?
Der 443 cm³ große Einzylinder leistet in der Scram 440 nach Herstellerangaben 25,4 PS (18,7 kW) bei 6.250 Umdrehungen. Für die Himalayan 440 wird derselbe Wert erwartet. Das Drehmoment liegt bei 34 Nm (rund 25 lb-ft) bei 4.000 Umdrehungen.
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Was ist der Unterschied zwischen der Himalayan 440 und der Himalayan 450?
Die 450 hat einen flüssigkeitsgekühlten Motor mit rund 40 PS (etwa 29 kW) und 40 Nm, dazu TFT-Display, Fahrmodi und eine aufwendigere Federung. Die 440 bleibt luft- und ölgekühlt, schwächer motorisiert und einfacher ausgestattet. Dafür soll sie deutlich günstiger und mit rund 800 mm Sitzhöhe niedriger ausfallen.
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Was kostet die Royal Enfield Himalayan 440 in Indien?
Erwartet werden zwischen 2,30 und 2,60 Lakh Rupien ab Werk, also etwa 2.090 bis 2.365 Euro (circa 2.420 bis 2.735 US-Dollar). Mehrere aktuelle Berichte nennen rund 2,50 Lakh Rupien. Ein offizieller Preis liegt nicht vor.
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Kehrt der Motor der alten Himalayan 411 unverändert zurück?
Nein. Der LS440 stammt zwar vom LS411 ab, hat aber über eine drei Millimeter größere Bohrung mehr Hubraum. Dazu kommt ein sechster Gang, den die 411 nicht hatte.












