- Sieben Operationen an der rechten Schulter, die letzte im Mai 2026
- Doppelsieg in Aragon mit 37 Punkten, jetzt WM-Zweiter mit 19 Punkten Rückstand
- Marquez teilt den Kalender in Rennen zum Angreifen und Rennen zum Verteidigen
Am Donnerstag hat Marc Marquez auf seinem Instagram-Account eine Bilderserie aus den vergangenen Wochen geteilt. Zu sehen sind Momente vom Aragon-Wochenende, das Feiern mit seinem Bruder Alex, seine Partnerin Gemma Pinto sowie Trainingsszenen auf dem Motorrad und im Fitnessstudio. Ein Bild aus der Serie sorgt seitdem für Aufsehen. Es zeigt Marquez beim Training, und der Unterschied zwischen dem rechten und dem linken Arm ist auf den ersten Blick zu erkennen. Im Bereich der rechten Schulter wirkt der Arm eingefallen, die Muskulatur ist deutlich schwächer ausgeprägt als auf der gesunden linken Seite. Der Beitrag trägt nur die knappe Bildunterschrift „Unposted“.

Was zeigt das Foto von Marc Marquez’ rechtem Arm?
Das Bild zeigt die Folgen von sieben Operationen an der rechten Schulter, die Marquez über die Jahre hinter sich gebracht hat. Der jüngste Eingriff fand im Mai 2026 statt und diente laut Medienberichten dazu, einen eingeklemmten Speichennerv zu entlasten, der durch früher eingesetztes Metall aus vorangegangenen Operationen unter Druck geraten war.
Die Verletzungsgeschichte reicht bis zum Grand Prix von Indonesien 2025 zurück. Dort verletzte sich Marquez kurz nach dem Gewinn seines siebten Titels in der Königsklasse am rechten Arm, in einem Zwischenfall, der von Marco Bezzecchi ausgelöst wurde. Seitdem arbeitet er mit einem Arm, der nicht mehr die Kraft von früher hat. Nach eigener Aussage funktioniert der Nerv inzwischen wieder normal. Die körperliche Ausdauer über ein komplettes Rennwochenende ist aber nach wie vor eingeschränkt.
Für Menschen aus seinem Umfeld ist die Situation kein Geheimnis. Sie beschreiben sie offen als kompliziert und halten es für bemerkenswert, dass Marquez unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch um den Titel kämpft.
Warum spricht Maximo Quiles von nur einem Arm?
Sein Schützling Maximo Quiles brachte den Zustand nach dem Moto3-Rennen in Aragon auf den Punkt: Marquez fahre nicht mit anderthalb Armen, sondern mit nur einem, weil der andere komplett kaputt sei. Quiles ist 18 Jahre alt, stammt aus Murcia und wird von Marquez’ Firma Vertical Management betreut.
Der Hintergrund der Aussage: Quiles hatte am Sonntag sein Rennen gewonnen, kurz nachdem er sich selbst das Schlüsselbein gebrochen hatte. Auf die Frage, ob er wie Marquez mit „anderthalb Armen“ gewinne, antwortete er: „It’s not comparable. Marc isn’t racing with one and a half arms, he’s racing with just one arm, because his other one is completely shattered.“ Auf Deutsch: „Das ist nicht vergleichbar. Marc fährt nicht mit anderthalb Armen, er fährt mit nur einem Arm, weil sein anderer komplett zertrümmert ist.“

Was hat Silverstone über die Grenzen des Arms verraten?
Beim Grand Prix von Großbritannien erreichte Marquez nur Platz neun im Sprint und Platz sieben im Hauptrennen. In einem Video aus Ducatis eigener Reihe „Inside“ war anschließend zu sehen, wie er seinem Team erklärte, dass er keine Kontrolle über den rechten Arm gehabt habe.
Die Szene war ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit gedacht, wie Marquez am Donnerstag in Aragon einräumte. Dort erklärte er auch, was dahinter steckte. Nach der Sommerpause hatte er erwartet, körperlich stärker zu sein, weil er im Fitnessstudio Muskeln aufgebaut hatte. Deshalb sei er das Wochenende wie gewohnt angegangen und ab dem ersten Training aggressiv gefahren. Am Sonntagmorgen habe er dann gemerkt, dass die Zeit dafür noch nicht reif sei.
„I need to just do some laps on Friday and then be in a better physical condition for the Saturday and Sunday“, sagte er. Übersetzt: „Ich muss am Freitag nur ein paar Runden drehen und dann am Samstag und Sonntag in einer besseren körperlichen Verfassung sein.“ Auf die Frage nach dem Zusammenhang mit dem Nervenproblem vom Frühjahr antwortete er knapp, es hänge mit den sieben Operationen an seiner rechten Schulter zusammen, mehr sei dazu nicht zu sagen.
Nach Silverstone lag Marquez auf Platz vier der Gesamtwertung, 40 Punkte hinter Jorge Martin auf der Aprilia.
Wie teilt Marquez den Kalender jetzt ein?
Marquez sucht nach eigener Beschreibung seine „neuen 100 Prozent“ und ordnet die verbleibenden Rennen danach, ob er angreifen kann oder verteidigen muss. Strecken mit vielen Linkskurven kommen dem rechten Arm entgegen und passen zusätzlich zu seinem Fahrstil. Aragon gehört dazu.
Er räumt ein, dass ihm das Fahren im Vorjahr leichter gefallen sei. In Silverstone habe er am Freitag und Samstag mit vollem Einsatz nur Platz fünf und vier erreicht. Zugleich sieht er Aprilia als ernsthafte Gefahr, weil alle vier Aprilia-Fahrer auf jeder Strecke schnell seien, besonders auf Kursen mit schnellen Kurven wie Assen oder Silverstone. Den Druck empfinde er nicht größer als früher. Er wolle in den kommenden Rennen konkurrenzfähig sein, und wenn das nicht gelinge, werde man den Tag und das Rennen eben abhaken.

Wie passt der Doppelsieg in Aragon dazu?
In Aragon holte Marquez trotz der Einschränkungen beide Siege des Wochenendes und damit die vollen 37 Punkte. Es war sein achter Sieg in der Königsklasse auf dem MotorLand nach Erfolgen in den Jahren 2013, 2016, 2017, 2018, 2019, 2024 und 2025. Seit seinem Wechsel zu Ducati 2024 ist er dort in Sprint und Grand Prix ungeschlagen.
Die Pole Position ging allerdings an Marco Bezzecchi, der mit einem Streckenrekord die schnellste Qualifying-Runde fuhr. Marquez überholte ihn im Sprint bereits in der ersten Kurve. Im Hauptrennen setzte er sich auf der Gegengeraden bei über 300 km/h Seite an Seite gegen den Italiener durch. Danach hing Pedro Acosta auf der KTM über weite Strecken an seinem Hinterrad. Marquez konnte sich in den letzten Runden noch etwas absetzen und gewann mit rund 1,75 Sekunden Vorsprung. So deutlich wie in den Vorjahren war der Sieg damit nicht.
Marquez hatte die Strecke schon bei seinem ersten Test 2010 auf der 125er als passend erkannt, weil er dort mit Moto2-Maschinen mithalten konnte. Sein erstes Rennen in Aragon endete allerdings in Kurve eins.
Was bedeutet das für den WM-Kampf?
Mit dem Doppelsieg ist Marquez auf Platz zwei der Gesamtwertung vorgerückt und liegt 19 Punkte hinter Jorge Martin. Aragon war eine der Strecken, auf denen er angreifen konnte. Ob die kommenden Rennen ähnlich gut zu seinem Arm passen, bleibt offen. Sicher ist nur, dass die Schulter trotz aller Erfolge nicht in Ordnung ist, wie das Foto zeigt, das Marquez selbst veröffentlicht hat.

Häufige Fragen
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Wie viele Operationen hatte Marc Marquez an der Schulter?
Marc Marquez hat sieben Operationen an der rechten Schulter hinter sich. Die jüngste fand im Mai 2026 statt und sollte einen eingeklemmten Speichennerv entlasten, der durch Metall aus früheren Eingriffen unter Druck geraten war. Marquez führt seine aktuellen körperlichen Einschränkungen auf diese Operationen zurück.
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Was zeigt das Instagram-Foto von Marc Marquez?
Das Foto zeigt Marquez beim Training und macht den Unterschied zwischen seinem rechten und linken Arm sichtbar. Im Bereich der rechten Schulter wirkt der Arm eingefallen, die Muskulatur ist deutlich schwächer als links. Das Bild ist Teil einer Serie mit Aufnahmen vom Aragon-Wochenende.
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Wie steht Marc Marquez in der MotoGP-WM 2026?
Nach dem Doppelsieg in Aragon liegt Marquez auf Platz zwei der Gesamtwertung, 19 Punkte hinter Jorge Martin. Vor dem Wochenende war er noch Vierter mit 40 Punkten Rückstand. In Aragon holte er mit Siegen im Sprint und im Grand Prix die maximal möglichen 37 Punkte.
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Warum hatte Marc Marquez in Silverstone keine Kontrolle über den Arm?
Marquez hatte das Wochenende von Beginn an mit vollem Einsatz angegangen, weil er nach der Sommerpause auf mehr Kraft hoffte. Am Sonntag fehlten ihm die Reserven, er wurde nur Siebter. Seitdem plant er, freitags Energie zu sparen und erst am Samstag und Sonntag voll anzugreifen.












