- 449-ccm-Paralleltwin mit 44 PS (33 kW) bei 8.500 U/min und 42 Nm bei 6.500 U/min
- Preis in Deutschland ab 5.890 Euro (Standard) bzw. 6.140 Euro (High Equipped)
- In den USA als Vettore 450 für 6.499 US-Dollar erhältlich
Das Segment der Reiseenduros mit Hubräumen zwischen 400 und 500 Kubikzentimetern wächst seit einigen Jahren rasant. Royal Enfield Himalayan 450, CFMoto 450MT, Honda NX500, KTM 390 Adventure R und die angekündigte BMW F 450 GS zeigen, wie viel Bewegung in dieser Klasse herrscht. Nun mischt auch Moto Morini mit der Alltrhike 450 mit, einem A2-konformen Adventure-Bike, das auf der EICMA 2024 erstmals als Prototyp gezeigt und im Sommer 2025 als Serienmodell vorgestellt wurde. Der Name setzt sich aus „All Terrain“ und „Hike“ zusammen und soll den Anspruch auf Geländetauglichkeit unterstreichen.

Bekannter Motor in neuem Gewand
Herzstück der Alltrhike ist ein flüssigkeitsgekühlter 449-ccm-Paralleltwin mit DOHC-Ventiltrieb, acht Ventilen und einer Kurbelwellenkröpfung von 270 Grad, die für einen V-Twin-ähnlichen Sound sorgen soll. Die Leistung beträgt 44 PS (33 kW) bei 8.500 U/min, das maximale Drehmoment liegt bei 42 Nm (31 lb-ft) bei 6.500 U/min. Damit erfüllt der Motor die Vorgaben für den A2-Führerschein ohne Drosselung. Geschaltet wird über ein Sechsganggetriebe, die Kraftübertragung erfolgt per Kette. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Moto Morini mit rund 150 km/h an.
Der Motor entspricht weitgehend dem Triebwerk, das auch in der CFMoto 450MT beziehungsweise der CFMoto Ibex 450 zum Einsatz kommt. Bohrung und Hub, Verdichtungsverhältnis und Leistungsdaten ähneln sich stark. Bereits in der Vergangenheit hatte Moto Morini auf strategische Partnerschaften gesetzt, etwa mit dem von Kawasaki lizenzierten 650-ccm-Motor der X-Cape. Dass die Produktion in China stattfindet, ist bei Moto Morini seit der Übernahme durch die Zhongneng Vehicle Group im Jahr 2018 Programm. Entwicklung und Design laufen laut Hersteller im europäischen Hauptquartier im italienischen Trivolzio bei Pavia.
Fahrwerk und Bremsen mit bekannten Zulieferern
Für das Fahrwerk zeichnet der japanische Hersteller KYB verantwortlich. Vorne arbeitet eine 41-mm-Upside-down-Gabel mit 210 mm Federweg, die in Vorspannung, Zug- und Druckstufendämpfung einstellbar sein soll. Hinten kommt ein progressiv angelenktes Monofederbein mit 190 mm Federweg zum Einsatz, bei dem Vorspannung und Zugstufe justierbar sind. Der Stahlrohrrahmen trägt eine Aluminium-Schwinge. Die Bodenfreiheit beträgt 215 mm, die Sitzhöhe 840 mm.
Die Bremsen stammen vom spanischen Hersteller J.Juan, der seit 2021 zum Brembo-Konzern gehört. Vorne verzögert eine einzelne 320-mm-Scheibe mit radial montiertem Vierkolbensattel, hinten eine 255-mm-Scheibe mit Zweikolbensattel. Das Bosch-ABS arbeitet mit zwei Kanälen und lässt sich am Hinterrad für den Offroad-Einsatz deaktivieren. Die schlauchlos bereiften Speichenräder messen 21 Zoll vorne und 18 Zoll hinten, bestückt mit Reifen im Format 90/90-21 und 140/70-18.

Reichlich Ausstattung ab Werk
Trotz des moderaten Preises bringt die Alltrhike 450 eine umfangreiche Serienausstattung mit. Dazu gehören ein 5 Zoll großes TFT-Farbdisplay mit Bluetooth-Anbindung und integriertem Navigationssystem über die Carbit-Ride-App, USB-A- und USB-C-Ladeanschlüsse, eine schaltbare Traktionskontrolle, ein verstellbares Windschild, ein Hauptständer und ein Motorschutz aus Aluminium. Der Tank fasst 18,5 Liter, was bei moderater Fahrweise Reichweiten von über 350 Kilometern ermöglichen soll.
Beim Gewicht gehen die Angaben auseinander: Moto Morini selbst nennt auf der Herstellerseite ein Trockengewicht von 170 kg (375 lbs), verschiedene europäische Medien berichten hingegen von 190 kg (419 lbs) ohne Kraftstoff. Vollgetankt dürfte die Alltrhike damit über 200 kg (441 lbs) auf die Waage bringen.
Zwei Versionen und breite Marktabdeckung
Die Alltrhike 450 kommt in zwei Ausstattungsvarianten auf den europäischen Markt. Die Standardversion ist in den Farben Night Black und Jungle Green ab 5.890 Euro erhältlich. Die High-Equipped-Version kostet 6.140 Euro und ergänzt die Serienausstattung um Heizgriffe, eine beheizbare Sitzbank sowie Handprotektoren. In dieser Variante ist die Farbgebung auf Weiß beschränkt. In Großbritannien wird die Alltrhike ab April 2026 beim Händler stehen, zum Preis von 5.299 Pfund (circa 6.100 Euro / 7.050 US-Dollar) zuzüglich Nebenkosten.
Auf dem US-Markt wird das Motorrad unter dem Namen Vettore 450 vertrieben, das italienische Wort für „Vektor“. Moto Morini hatte den alternativen Modellnamen über eine VIN-Registrierung bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hinterlegt. Der US-Preis liegt bei 6.499 US-Dollar (circa 5.630 Euro). Auch in Brasilien ist Moto Morini mit der Alltrhike aktiv.
Das Produktionsmodell unterscheidet sich in einigen Punkten vom EICMA-Prototyp aus dem Jahr 2024. So hat der Kühler nun eine große Lüftungsöffnung hinter den Verkleidungsteilen, die heiße Luft am Fahrer vorbeileiten soll. Die Auspuffführung wurde geändert und verläuft jetzt nach oben in der Nähe der Hinterradaufhängung. Auch die Scheinwerfer haben eine kompaktere, rechteckige Projektorform erhalten, statt der runden Einheiten des Showcars.
Starke Konkurrenz, aggressiver Preis
Mit einem Einstiegspreis von 5.890 Euro in Deutschland positioniert sich die Alltrhike 450 am unteren Ende des Preisfeldes. Die CFMoto 450MT liegt in einer ähnlichen Region, während die KTM 390 Adventure R und die kommende BMW F 450 GS deutlich teurer ausfallen dürften. Die Royal Enfield Himalayan 450 und die Honda NX500 spielen ebenfalls in diesem Segment.
Moto Morini ist eine Marke mit Wurzeln bis ins Jahr 1937. Die klassischen V-Twin-Modelle der 1970er Jahre, entworfen von Ingenieur Franco Lambertini, genießen unter Kennern noch heute einen guten Ruf. Nach mehreren Besitzerwechseln und finanziellen Schwierigkeiten gehört die Marke seit 2018 zur chinesischen Zhongneng Vehicle Group. Das aktuelle Modellprogramm umfasst neben der Alltrhike die Reiseenduros X-Cape 700 und X-Cape 1200 sowie diverse Naked Bikes und Cruiser. Alle Moto-Morini-Modelle werden mit einer dreijährigen Garantie ohne Kilometerbegrenzung ausgeliefert.

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