- Ein Fahrer kam an der Station Corner während des Superbike-Qualifyings ums Leben
- Die drei für Donnerstagabend geplanten Rennen wurden durch Qualifying-Sessions ersetzt
- Es handelt sich um den 20. Todesfall in der Geschichte der NW200 und den ersten seit zehn Jahren
Am Donnerstag, dem 7. Mai 2026, wurde die Rennwoche der North West 200 im nordirischen Coleraine von einem schweren Unfall erschüttert. Während der zweiten Superbike-Qualifying-Session kam ein Teilnehmer an der Station Corner ums Leben. Der Vorfall ist der erste tödliche Unfall bei der traditionsreichen Veranstaltung seit einem Jahrzehnt.

Was ist bei der North West 200 am Donnerstagmorgen passiert?
Ein Fahrer der Superbike-Klasse stürzte am Donnerstagmorgen während der zweiten Qualifying-Session an der Station Corner, der schnellsten Kurve des 14,3 Kilometer langen Küstenkurses zwischen Portrush, Portstewart und Coleraine. Die Session hatte gegen 9:50 Uhr Ortszeit bei trockenen, guten Bedingungen begonnen und wurde laut Crash.net gegen 10:04 Uhr mit der roten Flagge abgebrochen.
Rettungskräfte waren umgehend vor Ort, konnten den Fahrer jedoch nicht retten. Der Veranstalter Coleraine and District Motor Club bestätigte den Tod des Teilnehmers mit einer offiziellen Stellungnahme: „A competitor at the 2026 Briggs Equipment North West 200 has died following an incident at Station corner on the NW200 course during this morning’s Superbike qualifying session. The session was immediately red flagged and emergency services attended the scene but unfortunately the rider succumbed to his injuries.“ („Ein Teilnehmer der 2026 Briggs Equipment North West 200 ist nach einem Vorfall an der Station Corner auf dem NW200-Kurs während der heutigen Superbike-Qualifying-Session verstorben. Die Session wurde sofort mit der roten Flagge abgebrochen und die Rettungsdienste waren vor Ort, doch leider erlag der Fahrer seinen Verletzungen.“)
Die Familie des Fahrers hat den Veranstalter gebeten, den Namen des Verstorbenen vorerst nicht zu veröffentlichen, gleichzeitig aber der Fortsetzung der Veranstaltung zugestimmt.
Wie reagierte die Rennleitung nach dem Unfall?
Nach dem Abbruch der Superbike-Session am Morgen folgten mehrere Verzögerungen. Laut Belfast News Letter wurde zunächst eine 45-minütige Unterbrechung angekündigt, gefolgt von einer weiteren Stunde Wartezeit. Um 12:16 Uhr BST kam eine dritte Verzögerung von 90 Minuten hinzu. Am Nachmittag fand kein weiteres Qualifying mehr statt, die Straßen wurden gegen 14:45 Uhr BST für den Verkehr freigegeben.
Die drei für den Donnerstagabend geplanten Rennen (Superbike, Supersport und Superstock, jeweils über vier Runden) wurden gestrichen. Laut Crash.net nannte der Veranstalter neben dem Vorfall auch den Mangel an trockener Fahrzeit als Grund für die Programmänderung. Am regnerischen Mittwoch hatten die Fahrer nur unter eingeschränkten Bedingungen Qualifying-Runden absolvieren können, sodass die Startaufstellungen für die Rennen noch nicht repräsentativ gewesen wären.

Welche Qualifying-Zeiten standen vor dem Abbruch der Morgen-Session fest?
Vor dem tragischen Vorfall hatte Dean Harrison auf seiner Honda mit einer Rundenzeit von 4:22.281 Minuten die Spitze der Superbike-Q2-Zeitenliste übernommen. Laut Belfast News Letter entsprach das einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 123,12 mph (rund 198 km/h). Gegenüber dem nassen Mittwoch, an dem Richard Cooper mit 4:51.332 Minuten die Bestzeit gefahren hatte, bedeutete Harrisons Runde auf trockener Strecke eine Verbesserung von fast 30 Sekunden.
Die Reihenfolge vor dem Abbruch der Superbike-Q2 am Morgen:
- Dean Harrison, 4:22.281
- Glenn Irwin, 4:25.194
- Peter Hickman, 4:25.783
- Richard Cooper, 4:26.285
- Josh Brookes, 4:26.577
- Storm Stacey, 4:28.727
John McGuinness MBE bestätigte zudem seinen Ausfall aus der Superbike-Q2. Der erfahrene Fahrer hatte an der Mill Road gestoppt.
Abend-Qualifying fand planmäßig statt
Am Donnerstagabend wurden die vier Ersatz-Qualifying-Sessions wie vom Veranstalter angekündigt durchgeführt. Die Straßensperrungen erfolgten planmäßig um 16:45 Uhr, die erste Session begann um 17:45 Uhr. Damit erhielten die Fahrer erstmals in dieser Rennwoche die Möglichkeit, bei trockenen Abendverhältnissen repräsentative Zeiten für die Startaufstellungen der Samstagrennen zu setzen.
Dean Harrison bestätigte in der Superbike-Session am Abend seine Vormittagsform und verbesserte sich laut Belfast News Letter auf 4:19.165 Minuten bei einem Schnitt von 124,6 mph (rund 200 km/h). Glenn Irwin folgte auf seiner Ducati mit 2,328 Sekunden Rückstand auf Position zwei, Richard Cooper komplettierte auf der BMW die Top Drei.
Superbike-Qualifying (Top 10, finale Zeiten)
- Dean Harrison (Honda), 4:19.165, 124,600 mph
- Glenn Irwin (Ducati), +2,328 s
- Richard Cooper (BMW), +1,815 s
- Josh Brookes (Honda), +0,426 s
- Michael Dunlop (Honda), +0,465 s
- Storm Stacey (Ducati), +0,101 s
- Ian Hutchinson (BMW), +1,059 s
- Peter Hickman (BMW), +0,290 s
- Erno Kostamo (BMW), +1,487 s
- John McGuinness (Honda), +0,323 s
Im Superstock-Qualifying sicherte sich Michael Dunlop mit 4:23.441 Minuten die provisorische Pole vor Richard Cooper (4:23.845) und Dean Harrison (4:24.338). In der Supersport/Sportbike-Klasse führte Peter Hickman auf einer Yamaha mit 4:50.266 Minuten vor Paul Jordan (Aprilia) und Jeremy McWilliams (Yamaha).

Erster tödlicher Unfall bei der NW200 seit zehn Jahren
Der Vorfall am Donnerstag ist laut Belfast News Letter und RTÉ der 20. Todesfall in der Geschichte der North West 200. Zuletzt war 2016 der aufstrebende Fahrer Malachi Mitchell-Thomas bei einem Sturz im Supertwin-Rennen an der Dhu Varren ums Leben gekommen.
Die North West 200 findet seit 1929 auf öffentlichen Straßen an der Nordküste Nordirlands statt und zieht laut RTÉ Zehntausende Zuschauer an. Wie bei allen Straßenrennen im Real Road Racing gehört das Risiko zum Wesen der Veranstaltung. Der Kurs verläuft über 14,3 Kilometer (8,9 Meilen) zwischen den Ortschaften Portrush, Portstewart und Coleraine und zählt zu den schnellsten Straßenrennstrecken der Welt.
Wie verlief die Rennwoche bis zum Donnerstag?
Die Rennwoche der Briggs Equipment North West 200 2026 hatte am Mittwoch, dem 6. Mai, mit dem ersten Qualifying-Tag begonnen. Kaltes und nasses Wetter bestimmte die Bedingungen. In der Superbike-Klasse hatte Richard Cooper auf einer BMW die Bestzeit von 4:51.332 Minuten erzielt und damit Paul Jordan auf einer Honda um 2,5 Sekunden distanziert. Im Supersport-Qualifying setzte sich erneut Cooper durch, während Jeremy McWilliams in der Klasse Super Twin/Sportbike bei den schwierigen Verhältnissen sieben Sekunden Vorsprung auf das restliche Feld herausfuhr. Im Superstock-Qualifying war Josh Brookes vor Dean Harrison Schnellster.
Der Donnerstag brachte zunächst deutlich bessere Streckenverhältnisse. Bei trockenem Wetter sollte das zweite Qualifying den Fahrern die Möglichkeit geben, repräsentativere Zeiten für die Startaufstellung zu erzielen, bevor am Abend die ersten drei Rennen der Woche geplant waren. Die Superbike-Session startete planmäßig, bevor der Vorfall an der Station Corner das Morgen-Programm zum Erliegen brachte.
Starkes Fahrerfeld trotz Rückschlägen
Die Ausgabe 2026 der NW200 hatte sich im Vorfeld als eine der spannendsten seit Jahren angekündigt. Glenn Irwin, der zwischen 2017 und 2024 einen Rekord von elf aufeinanderfolgenden Superbike-Siegen an der Nordküste gefeiert hatte, kehrte nach einjähriger Abwesenheit auf einer Ducati V4R zurück. Laut Crash.net war sein Start bis kurz vor der Veranstaltung nicht gesichert gewesen.
Davey Todd hatte nach einem dreifachen Beinbruch bei der Daytona 200 ebenfalls um seine Teilnahme gekämpft. Nach einem Test in Valencia Anfang Mai erklärte Todd offen, dass er nicht als Sieganwärter komme. Er konzentriert sich auf die Superbike- und Superstock-Klassen auf der BMW M1000RR des 8TEN Racing Teams, das er gemeinsam mit Peter Hickman betreibt. Das Super-Twin-Rennen lässt Todd aus, da sein PHR-Team die Teile für die Triumph nicht rechtzeitig vorbereiten konnte.
Mit Michael Dunlop, Peter Hickman, Alastair Seeley, Dean Harrison und Josh Brookes standen weitere Fahrer am Start, die zusammen mehr als 200 Siege bei internationalen Straßenrennen vorweisen können. Für BSB-Fahrer Storm Stacey war die Veranstaltung das Debüt im Real Road Racing, angetreten auf einer Ducati V4R.
Wie geht es am Samstag weiter?
Am Samstag, dem 9. Mai, steht der Hauptrenntag mit sechs Rennen auf dem Programm. Geplant sind zwei Superbike-Läufe über jeweils sechs Runden, je ein Supersport- und Superstock-Rennen über sechs Runden sowie zwei Super-Twin/Sportbike-Rennen über vier Runden. Die Straßensperrungen beginnen um 9:00 Uhr und dauern voraussichtlich bis 19:00 Uhr. BBC Northern Ireland überträgt sämtliche Sessions live und weltweit kostenlos über BBC iPlayer und die BBC Sport NI-Webseite.
Häufige Fragen
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Was ist bei der North West 200 2026 am Donnerstag passiert?
Während der zweiten Superbike-Qualifying-Session am Donnerstagmorgen kam ein Fahrer an der Station Corner tödlich zu Sturz. Die Session wurde sofort abgebrochen. Die für den Abend geplanten Rennen wurden durch vier zusätzliche Qualifying-Sessions ersetzt, die planmäßig stattfanden.
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Wie viele tödliche Unfälle gab es bei der NW200 insgesamt?
Der Vorfall am 7. Mai 2026 ist der 20. Todesfall in der Geschichte der North West 200. Der letzte tödliche Unfall lag zehn Jahre zurück, als 2016 Malachi Mitchell-Thomas im Supertwin-Rennen an der Dhu Varren verunglückte.
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Wer führt das Superbike-Qualifying der NW200 2026 an?
Dean Harrison sicherte sich in der Abend-Session die Superbike-Pole mit einer Rundenzeit von 4:19.165 Minuten (124,6 mph). Glenn Irwin folgt auf Platz zwei mit 2,328 Sekunden Rückstand, Richard Cooper auf Platz drei.
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Wann finden die Rennen der North West 200 2026 statt?
Der Hauptrenntag mit sechs Rennen ist am Samstag, dem 9. Mai 2026. Die Straßensperrungen beginnen um 9:00 Uhr, BBC Northern Ireland überträgt live und weltweit kostenlos.
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