- Bulega gewann mit 1,437 Sekunden Vorsprung, das Podest ging komplett an Superbike-Piloten
- Francesco Bagnaia war als Fünfter bester MotoGP-Fahrer, Marc Márquez kam auf Rang zwölf
- Gefahren wurde zum 100-jährigen Ducati-Jubiläum bei der World Ducati Week auf identischen Panigale V4
Zum Höhepunkt der World Ducati Week 2026 trafen die schnellsten von Ducati unterstützten Fahrer aus MotoGP, Superbike-WM und ausgewählten nationalen Meisterschaften aufeinander. Anlass war das 100-jährige Bestehen des Herstellers aus Borgo Panigale, das über das gesamte Wochenende in Misano gefeiert wurde. Weil alle Teilnehmer auf weitgehend identischen Maschinen antraten, entschied allein das fahrerische Niveau über den Ausgang. Am Ende stand mit Bulega, Surra und Baldassarri ein rein aus der Superbike-Welt bestehendes Podest.

Wer hat das Race of Champions 2026 gewonnen?
Das Race of Champions 2026 gewann Nicolò Bulega vor Alberto Surra und Lorenzo Baldassarri. Der Aruba.it-Racing-Pilot hatte sich bereits am Samstag die Pole-Position gesichert und übernahm im Rennen sofort die Führung, die er über die volle Distanz nicht mehr abgab.
Hinter dem Sieger blieb es lange spannend: Surra und Baldassarri lieferten sich einen Zweikampf um Platz zwei, den der Motocorsa-Fahrer trotz zunehmenden Drucks für sich entschied. Yari Montella wurde mit deutlichem Abstand Vierter. Als bester MotoGP-Vertreter kam Francesco Bagnaia auf Rang fünf ins Ziel, rund sieben Sekunden hinter dem Sieger. Es folgten Tommy Bridewell, Franco Morbidelli, Fabio Di Giannantonio, Lukas Tulovic und Hafizh Syahrin in den Top Ten.
Das komplette Ergebnis:
- Nicolò Bulega
- Alberto Surra (+1,437)
- Lorenzo Baldassarri (+1,729)
- Yari Montella (+6,878)
- Francesco Bagnaia (+7,128)
- Tommy Bridewell (+11,822)
- Franco Morbidelli (+14,738)
- Fabio Di Giannantonio (+16,831)
- Lukas Tulovic (+22,195)
- Hafizh Syahrin (+23,617)
- Tarran Mackenzie (+23,922)
- Marc Márquez (+24,197)
- PJ Jacobsen (+35,549)
- Josh Waters (+39,244)
Ausfall: Michele Pirro, Álvaro Bautista
Wie verlief das Rennen in Misano?
Das Rennen entwickelte sich früh zu einer Demonstration von Bulega an der Spitze. Bereits nach dem Start setzte er sich vor Surra, Baldassarri, Montella und Bagnaia und begann, den Abstand kontrolliert auszubauen.
In der zweiten Runde lag Surra noch rund eine halbe Sekunde zurück und zog Baldassarri mit, während sich im Mittelfeld Di Giannantonio den siebten Platz von Morbidelli schnappte. In der dritten und vierten Runde drückte Bulega die Zeiten weiter, unter anderem auf eine 1:34,545, und vergrößerte seinen Vorsprung auf über eine Sekunde. Auf halber Distanz führte er mit etwa 1,4 Sekunden. In der Schlussphase rückte Baldassarri bis auf vier Zehntel an Surra heran und versuchte in der letzten Runde noch den Angriff auf Rang zwei, kam am Motocorsa-Piloten aber nicht mehr vorbei. Vorn verwaltete Bulega seinen Vorsprung souverän bis zur Zielflagge.

Warum starteten die MotoGP-Fahrer verhalten?
Die MotoGP-Fahrer gingen das Rennen erkennbar mit Zurückhaltung an, weil sie sich für den bevorstehenden Großen Preis von Deutschland am Sachsenring schonten. Der nächste WM-Lauf steht für die Königsklasse bereits am folgenden Wochenende vom 10. bis 12. Juli an.
Am deutlichsten zeigte sich das bei Marc Márquez, der das Race of Champions vorsichtig anging und sich auf ein sicheres Ankommen konzentrierte. Der Spanier war nach eigener Einschätzung körperlich nicht bei hundert Prozent und beendete das Rennen auf Rang zwölf. Auch Bagnaia agierte mit Bedacht, obwohl er als bester Pilot der Königsklasse ins Ziel fuhr. Bemerkenswert war eine faire Geste vor dem Start: In der Qualifikation hatte er sich zunächst den dritten Startplatz gesichert, dann aber eingeräumt, im ersten Sektor abgekürzt zu haben, und sich daraufhin selbst in der Startaufstellung nach hinten setzen lassen.
Nicht ins Ziel kamen Michele Pirro und Álvaro Bautista. Beide kehrten früh an die Box zurück. Pirro, der an diesem Tag seinen 40. Geburtstag feierte, war ebenfalls nicht in Topform, wollte aber für die Fans und zur Feier des Jubiläums am Start stehen.
Was bedeutet der Sieg für Bulegas MotoGP-Zukunft?
Der Sieg unterstreicht Bulegas Ambitionen auf einen Aufstieg in die MotoGP. Als aktueller Spitzenreiter der Superbike-WM 2026 zeigte er auf weitgehend gleichem Material, dass er sich vor der etablierten Grand-Prix-Riege von Ducati nicht verstecken muss.
In Medienberichten wird ein möglicher Wechsel in die MotoGP zur kommenden Saison thematisiert, wobei ein Tausch mit dem VR46-Piloten Franco Morbidelli angeblich zu den diskutierten Szenarien gehört. Bestätigt ist ein solcher Schritt bislang nicht. Klar ist dagegen, dass das Race of Champions als Showlauf ohne WM-Punkte keinen sportlichen Ernstcharakter hatte. Als Fingerzeig für die Personalplanungen im Ducati-Umfeld taugt der Auftritt dennoch, zumal Bulega als der Fahrer im Feld gilt, der mit dem Superbike-Set-up am vertrautesten ist.
Nach dem Rennen ordnete Bulega das Wochenende in seinen eigenen Worten ein: „It has been a fantastic weekend, ended with this victory on my Panigale V4, which is an incredible bike. Thank you to everyone. It was wonderful to see so many people in the grandstands over these days, and especially today—it felt like a real race. Congratulations to Ducati on its centenary and, above all, on this World Ducati Week. It is not easy to organize an event of this scale, with so many people and so many activities, and it has been truly spectacular.“ Auf Deutsch: „Es war ein fantastisches Wochenende, das mit diesem Sieg auf meiner Panigale V4 geendet ist, einem unglaublichen Motorrad. Danke an alle. Es war wunderbar, in diesen Tagen so viele Menschen auf den Tribünen zu sehen, und besonders heute hat es sich wie ein echtes Rennen angefühlt. Glückwunsch an Ducati zum hundertjährigen Bestehen und vor allem zu dieser World Ducati Week. Es ist nicht einfach, eine Veranstaltung dieser Größenordnung mit so vielen Menschen und so vielen Aktivitäten zu organisieren, und sie war wirklich spektakulär.“

Das neue Format der World Ducati Week
Für die Jubiläumsausgabe erhielt das Race of Champions ein an ein klassisches Rennwochenende angelehntes Format. Am Samstag standen freies Training und Qualifying auf dem Programm, am Sonntag folgten Warm-up und das eigentliche Rennen über zehn Runden.
Der Reiz der Veranstaltung liegt seit Jahren im direkten Vergleich auf Augenhöhe: Die eingesetzten Maschinen sind eigens für das Event aufgebaute Einzelstücke, die jeweils die Renn-Lackierung des Fahrers aus seiner Meisterschaft tragen. Das Starterfeld umfasste die Werks- und Kundenpiloten von Ducati aus MotoGP und Superbike-WM sowie Vertreter nationaler Serien, darunter mit IDM-Champion Lukas Tulovic der einzige deutschsprachige Teilnehmer. Eingebettet war das Rennen in ein Wochenende voller Aktivitäten rund um das 100-jährige Bestehen der Marke, das vom 3. bis 5. Juli in Misano über die Bühne ging.

Häufige Fragen
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Wer hat das Race of Champions 2026 gewonnen?
Das Race of Champions 2026 gewann Nicolò Bulega auf dem Misano World Circuit. Er führte das Zehn-Runden-Rennen von Beginn an und siegte mit 1,437 Sekunden Vorsprung vor Alberto Surra und Lorenzo Baldassarri.
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Auf welchem Platz landete Marc Márquez beim Race of Champions?
Marc Márquez wurde beim Race of Champions Zwölfter. Der Spanier fuhr das Showrennen bewusst zurückhaltend, war körperlich nicht bei hundert Prozent und konzentrierte sich auf ein sicheres Ziel mit Blick auf den Großen Preis von Deutschland am Sachsenring.
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Warum feiert Ducati 2026 die World Ducati Week?
Ducati feiert 2026 das 100-jährige Bestehen des Herstellers aus Borgo Panigale. Die World Ducati Week fand aus diesem Anlass vom 3. bis 5. Juli in Misano statt, mit dem Race of Champions als sportlichem Höhepunkt.
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Welches Motorrad wurde beim Race of Champions gefahren?
Gefahren wurde auf weitgehend identischen Ducati Panigale V4. Die Maschinen waren eigens für das Event gebaute Einzelstücke, die jeweils die Renn-Lackierung des jeweiligen Fahrers aus seiner Meisterschaft trugen.
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War Bagnaia oder Bulega schneller in Misano?
Bulega war schneller. Er gewann das Rennen, während Bagnaia als bester MotoGP-Fahrer auf Rang fünf kam, rund sieben Sekunden hinter dem Sieger. In der Qualifikation hatte sich Bagnaia zunächst Startplatz drei gesichert, sich aber wegen einer eigenen Abkürzung selbst nach hinten setzen lassen.












