- Alex Marquez verpasst den Italien-GP in Mugello (29.–31. Mai) und den Ungarn-GP im Balaton Park (5.–7. Juni)
- Diagnose: Bruch des rechten Schlüsselbeins (operativ mit Platte stabilisiert) sowie Randfraktur des Halswirbels C7
- Frühestmögliche Rückkehr beim Tschechien-GP in Brünn am 19.–21. Juni
Der Verletzungsausfall von Alex Marquez war nach den Bildern vom vergangenen Sonntag nur eine Frage der offiziellen Bestätigung. Am 21. Mai gab Gresini Racing über die sozialen Medien bekannt, dass der 30-jährige Spanier mindestens die kommenden beiden Grands Prix auslassen muss. Das Team veröffentlichte dazu ein Foto, das Marquez mit Halskrause und Armschlinge zeigt, begleitet von zwei Teammitgliedern.

Was genau ist beim Katalonien-GP passiert?
Der Unfall ereignete sich in der zwölften Runde des Rennens auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Pedro Acosta führte das Rennen zu diesem Zeitpunkt an, als seine KTM RC16 beim Verlassen von Kurve 9 ein elektrisches Problem erlitt. Das Werksmotorrad verlor auf der Geraden zwischen den Kurven 9 und 10 schlagartig an Leistung und wurde drastisch langsamer.
Alex Marquez folgte Acosta in unmittelbarem Abstand und hatte keine Möglichkeit, rechtzeitig zu reagieren. Der Gresini-Pilot krachte mit voller Geschwindigkeit in das Heck der KTM. Der Aufprall schleuderte Marquez und seine Ducati Desmosedici GP26 nach rechts von der Strecke. Während Marquez zunächst noch im Sattel saß, wurde er kurz darauf von seinem Motorrad katapultiert, als die Ducati sich mehrfach in der Luft überschlug.
Marquez rutschte über den Grünstreifen neben der Strecke, sein Motorrad wurde dabei vollständig zerstört. Trümmerteile verteilten sich über die gesamte Fahrbahn und trafen mehrere nachfolgende Fahrer. Fabio Di Giannantonio wurde von einem losgerissenen Rad mitsamt der noch daran befestigten Gabel getroffen und stürzte infolgedessen. Auch Raul Fernandez und Johann Zarco wurden von Teilen der zerlegten Ducati erfasst.
Welche Verletzungen hat Alex Marquez erlitten?
Die Untersuchungen im Krankenhaus ergaben einen Bruch des rechten Schlüsselbeins sowie eine Randfraktur des Halswirbels C7, also des untersten Halswirbels am Übergang zur Brustwirbelsäule. Noch am Sonntagabend wurde das Schlüsselbein im Hospital General de Catalunya operativ mit einer Platte fixiert. Die Operation führten die Ärzte Anna Carreras, David Benito und Paula Barragán durch und verlief laut Gresini erfolgreich.
Die Wirbelfraktur am C7 wurde hingegen nicht sofort operiert. Laut einer früheren Mitteilung des Teams sollte Marquez im Laufe der Woche weitere Untersuchungen durchlaufen, um das weitere Vorgehen festzulegen. Die Gresini-Mitteilung vom Donnerstag ging auf die Wirbelfraktur und den konkreten Genesungsplan allerdings nicht ein.
Am Montag konnte Marquez das Krankenhaus verlassen. Am Dienstag kehrte er nach Madrid zurück, wo er sich gemeinsam mit seinem älteren Bruder Marc Marquez erholt. Der neunfache Weltmeister hatte sich eine Woche zuvor beim Frankreich-GP durch einen Highsider einen Fußbruch zugezogen und ließ sich zusätzlich an einer vorbestehenden Schulterverletzung operieren. Marc Marquez verpasste daraufhin den Katalonien-GP, und ob er rechtzeitig zum Italien-GP in Mugello fit wird, hat Ducati bislang nicht bestätigt.

Wie geht es für das Gresini-Team weiter?
Alex Marquez war in der Saison 2026 mit deutlichem Abstand der stärkere Fahrer im Gresini-Team. Im Vergleich zu Teamkollege Fermin Aldeguer lieferte der Vizeweltmeister von 2025 und vierfache MotoGP-Rennsieger konstant bessere Ergebnisse ab. Vor seinem Ausfall lag Marquez mit 67 Punkten auf dem siebten Platz der Gesamtwertung. Der Verlust seines Spitzenfahrers für mindestens zwei Rennwochenenden wiegt entsprechend schwer.
Ein Ersatzfahrer für die Events in Mugello und im Balaton Park wurde bislang nicht benannt. Laut Reglement ist Gresini jedoch verpflichtet, einen Ersatz zu stellen. Das Team verfügt nicht über einen offiziellen Reservefahrer. Als Aldeguer zu Saisonbeginn den Thailand-GP wegen eines Oberschenkelbruchs verpasste, sprang Ducati-Testfahrer Michele Pirro als Ersatzmann ein. Pirro gilt auch diesmal als wahrscheinlichste Option, wobei sein Einsatz davon abhängt, ob Marc Marquez für Mugello einsatzbereit ist. Sollte der ältere Marquez-Bruder weiterhin ausfallen, wäre Ducati auch beim Werksteam verpflichtet, einen Ersatz zu nominieren, nachdem man in Katalonien noch darauf verzichtet hatte.
Eine weitere theoretische Option wäre Nicolo Bulega, der bereits Ende der vergangenen Saison als Ersatz für Marc Marquez eingesprungen war und zum Testteam von Ducati gehört. Für Mugello steht er allerdings nicht zur Verfügung, da der Termin mit dem Superbike-WM-Lauf in Aragon kollidiert. Für den Ungarn-GP in der darauffolgenden Woche wäre er grundsätzlich einsetzbar. Allerdings dominiert Bulega die Superbike-WM 2026 bislang mit einer makellosen Siegesserie, weshalb Ducati ein Risiko durch einen parallelen MotoGP-Einsatz scheuen könnte.
Als überraschende Außenseiter-Option wird zudem Andrea Iannone genannt. Der ehemalige Ducati-Werksfahrer kehrt ab dem Italien-GP ins MotoGP-Paddock zurück, um am Harley-Davidson Bagger World Cup teilzunehmen. Sein letzter Einsatz auf einem MotoGP-Motorrad datiert aus dem Jahr 2024, als er für VR46 in Sepang fuhr.
Wann kann Alex Marquez in die MotoGP zurückkehren?
Ein konkreter Zeitplan für die Rückkehr liegt nicht vor. Sicher ist nur, dass Marquez den Italien-GP in Mugello am 29.–31. Mai und den Ungarn-GP im Balaton Park am 5.–7. Juni verpasst. Ob es darüber hinaus zu weiteren Ausfällen kommt, hängt vom Heilungsverlauf ab. Der frühestmögliche Termin für ein Comeback wäre der Große Preis von Tschechien in Brünn am 19.–21. Juni. Marquez selbst soll nach dem Betrachten der Unfallaufnahmen gesagt haben, er sei dankbar und betrachte sich als glücklich, dass es nicht schlimmer ausgegangen ist.

Welche weiteren Fahrer wurden beim Katalonien-GP verletzt?
Der Unfall zwischen Marquez und Acosta war nicht der einzige schwere Zwischenfall des Rennens. Johann Zarco (LCR Honda) stürzte beim Neustart des Rennens und zog sich eine Knieverletzung zu. Laut seinem Honda-Team muss Zarco mehrere Wochen warten, bevor eine Operation am Knie durchgeführt werden kann. Auch er dürfte damit mehrere Rennen verpassen. Di Giannantonio, der durch die Trümmerteile eine Handverletzung davontrug, gewann letztlich den zweiten Neustart des Rennens trotz der Blessuren.
Die MotoGP-Saison 2026 wird durch die Verletzungswelle bei mehreren Topfahrern erheblich beeinflusst. Mit Alex Marquez, Marc Marquez und Zarco fallen gleich drei erfahrene Piloten für einen Teil der bevorstehenden Europarennen aus, was die Kräfteverhältnisse in der WM-Wertung kurzfristig verschieben könnte.

Häufige Fragen
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Welche Rennen verpasst Alex Marquez nach dem Barcelona-Crash?
Alex Marquez verpasst den Italien-GP in Mugello (29.–31. Mai) und den Ungarn-GP im Balaton Park (5.–7. Juni). Eine Rückkehr wird frühestens beim Tschechien-GP in Brünn am 19.–21. Juni angepeilt, sofern der Heilungsverlauf es zulässt.
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Welche Verletzungen hat sich Alex Marquez zugezogen?
Der Gresini-Pilot erlitt einen Bruch des rechten Schlüsselbeins, der noch am Sonntagabend operativ mit einer Platte stabilisiert wurde. Zusätzlich wurde eine Randfraktur des Halswirbels C7 diagnostiziert, die zunächst nicht operiert wurde und im Laufe der Woche weiter untersucht werden sollte.
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Wer ersetzt Alex Marquez bei Gresini?
Ein Ersatzfahrer wurde bislang nicht offiziell benannt. Gresini ist laut Reglement verpflichtet, einen Ersatz zu stellen. Als wahrscheinlichster Kandidat gilt Ducati-Testfahrer Michele Pirro, der bereits zu Saisonbeginn für Fermin Aldeguer eingesprungen war.
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Wie kam es zu dem Unfall zwischen Marquez und Acosta?
Pedro Acostas KTM RC16 erlitt in Runde 12 beim Verlassen von Kurve 9 ein elektrisches Problem und verlor auf der Geraden abrupt an Leistung. Alex Marquez folgte in unmittelbarem Abstand und konnte nicht mehr ausweichen. Er fuhr mit voller Geschwindigkeit in das Heck der KTM.
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Auf welchem WM-Platz stand Alex Marquez vor seinem Ausfall?
Alex Marquez lag vor dem Katalonien-GP mit 67 Punkten auf dem siebten Platz der MotoGP-Gesamtwertung 2026. Er war damit der deutlich stärkere Fahrer im Gresini-Team vor Teamkollege Fermin Aldeguer.
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