- Festnahme am 12. Dezember 2024 bei der Ausreise, Verurteilung zu drei Jahren Haft
- Spendenziel 20.000 Euro (etwa 23.400 US-Dollar), aktueller Stand 14.370 Euro von 152 Spendern
- Brüsecke weist die Spionagevorwürfe seit Beginn des Verfahrens zurück
In der Abenteuer- und Rallye-Szene ist Bastian Brüsecke seit Jahren ein bekannter Name. Der deutsche Fotograf und Filmemacher hat sich einen Ruf als Chronist abgelegener Orte erarbeitet, jemand, der nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern tief in fremde Landschaften eintaucht. Genau diese Leidenschaft für die Wüsten dieser Welt ist ihm nun zum Verhängnis geworden. Seit Ende 2024 sitzt er im Iran in Haft, verurteilt zu drei Jahren Gefängnis wegen angeblicher Spionage. Freunde und Weggefährten sammeln inzwischen Spenden, um ihn und seine Familie in dieser Lage zu unterstützen.
Wer ist Bastian Brüsecke?
Bastian Brüsecke ist ein deutscher Fotograf und Dokumentarfilmer, der sich auf abgelegene Regionen und den Motorsport spezialisiert hat. Zwischen 2016 und 2018 legte er rund 90.000 Kilometer auf dem Motorrad zurück, abseits touristischer Routen, in Wüsten und im Gebirge. In dieser Zeit begleitete er elf Rallyes als Fotograf und Filmemacher, seine Reisen führten ihn durch Nordafrika, Zentralasien und den Balkan.
Über die Jahre wuchs die Zahl der von ihm begleiteten Veranstaltungen deutlich an. Nach eigenen Angaben filmte er mehr als 50 internationale Motorsport-Events. Sein Antrieb war dabei nie die schnellste Rundenzeit, sondern der Blick auf Landschaften und Menschen. Er beschreibt sich schlicht als Abenteurer und Kameramann, der über Wüsten fliegen möchte. Diese Formulierung passt zu einer weiteren Facette seiner Arbeit: Irgendwann begann er mit dem Motorschirm-Fliegen, um die Landschaften nicht nur vom Boden oder vom Drohnenmonitor aus zu sehen, sondern langsam und tief über dem Grund entlangzugleiten.
Wie intensiv Brüsecke seine Arbeit erlebt, zeigt eine ältere Reportage aus der mauretanischen Sahara. Darin beschreibt er, wie er als einziger Fotograf tagelang durch die Wüste fuhr, in Beduinenzelten übernachtete und bei aufziehenden Sandstürmen gleichzeitig drei Kameras steuerte. Er nennt diesen Zustand seinen Wüstenrausch, ein Gefühl zwischen völliger Freiheit und ständiger Gefahr. Die Rallyes bezeichnet er als Fluch und Segen zugleich, weil sie ihm helfen, seine Reisekasse aufzufüllen, ihn aber auch unter Zeitdruck setzen.
Warum wurde Bastian Brüsecke im Iran verhaftet?
Brüsecke wurde am 12. Dezember 2024 bei der Ausreise aus dem Iran festgenommen, die iranischen Behörden werfen ihm Spionage vor. Nach seinen eigenen Angaben war die Reise professionell vorbereitet, die nötigen Genehmigungen lagen vorab vor, und er hielt sich ausschließlich in touristisch zugänglichen Gebieten auf.
Hinter der Reise stand ein langjähriges Herzensprojekt. Seit 2018 arbeitete Brüsecke an einem umfassenden Werk über die Wüsten des Irans und der Arabischen Halbinsel, geplant als großformatiger Bildband und als Dokumentation. Ursprünglich hoffte er, das Projekt bis 2024 abschließen zu können. Um das letzte Material zu sammeln, reiste er im November 2024 erneut in die Region.
Statt mit neuen Aufnahmen zurückzukehren, endete die Reise mit seiner Festnahme. Der Vorwurf lautete auf „Zusammenarbeit mit einer feindlichen ausländischen Macht“, ein Spionage-Paragraf, der im Iran immer wieder gegen westliche Reisende und Journalisten angewendet wird. Brüsecke weist diesen Vorwurf seit Beginn des Verfahrens entschieden zurück, auch vor Gericht, und beteuert seine Unschuld.
Wie lange muss Bastian Brüsecke in Haft?
Nach mehreren Monaten Untersuchungshaft wurde Brüsecke zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Zunächst war er in Bandar Abbas festgehalten, bis Oktober 2025 blieb er dort in Haft.
Anschließend wurde er in das Evin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran verlegt, eine Haftanstalt, die einen besonders schweren Ruf hat und in der immer wieder ausländische Häftlinge und politische Gefangene untergebracht sind. Zur Jahresmitte 2026 saß Brüsecke bereits über 560 Tage in Haft. Für einen Mann, der die grenzenlose Weite der Wüste liebt, bedeutet das Leben in einer Zelle einen tiefen Einschnitt.
Aus dem Gefängnis gelang es ihm, eine kurze Nachricht nach außen zu übermitteln. Er berichtet darin von vielen Höhen und Tiefen, bleibt aber zuversichtlich, wie er es ausdrückt: „Es gibt viele Höhen und Tiefen, aber ich bleibe zuversichtlich, dass ich bald wieder nach Hause komme.“
Was bedeutet die Haft für seine Familie?
Für Familie und Freunde ist die Situation schwer zu begreifen und mit wachsender Dauer auch zu einer erheblichen finanziellen Belastung geworden. Brüsecke ist selbstständig, durch seine lange unfreiwillige Abwesenheit sind sämtliche Einnahmen weggebrochen.
Sein Freund René, über den die Nachrichten aus der Haft nach außen gelangen, schildert, wie schwer es dem Umfeld auch nach über 17 Monaten fällt, die Lage zu verstehen. Brüsecke habe nicht nur seine Freiheit verloren, sondern auch seine berufliche Grundlage, und er sorge sich um die Zeit nach seiner Rückkehr. Er wolle neue Projekte planen und nach vorne schauen, wisse aber nicht, wann und wie das wieder möglich sein werde. Zu alldem kommt ein weiterer Schicksalsschlag: Vor Kurzem ist Brüseckes Mutter verstorben.
Laufende Verpflichtungen in Deutschland bestehen unabhängig von der Haft weiter, darunter Verträge, Versicherungen und andere regelmäßige Kosten. René beschreibt es so, dass es im Moment vor allem darauf ankomme, dass Bastian freikomme und nach Hause zurückkehre. Er fehle sehr.
Wie kann man Bastian Brüsecke unterstützen?
Freunde haben über die Plattform WhyDonate eine Spendenkampagne mit dem Titel „Hilfe für Bastian Brüsecke“ gestartet. Das Spendenziel liegt bei 20.000 Euro (etwa 23.400 US-Dollar), bislang sind 14.370 Euro (etwa 16.800 US-Dollar) zusammengekommen, was rund 71,9 Prozent entspricht. 152 Menschen haben bereits gespendet.
Das gesammelte Geld soll mehrere Bereiche abdecken. Vorgesehen sind Mittel für rechtliche Unterstützung und Anwaltskosten, für konsularische Hilfe sowie für organisatorische Themen rund um die Haft. Ein weiterer Teil soll die laufenden Verpflichtungen in Deutschland auffangen und Brüsecke nach einer möglichen Rückkehr eine stabilere finanzielle Ausgangslage verschaffen. Als Begünstigter der Kampagne ist Bastian Brüsecke hinterlegt, organisiert wird sie von einem Unterstützer namens R. Meyer aus Münster.
Wer helfen möchte, findet die Spendenkampagne hier: WhyDonate-Kampagne für Bastian Brüsecke.
Neben Geld bittet das Umfeld auch darum, den Fall bekannter zu machen. Jede Weiterleitung und jeder Beitrag in sozialen Netzwerken helfe, Aufmerksamkeit zu schaffen. Brüsecke selbst lässt über die Kampagne ausrichten: „Ich bin dankbar für jede finanzielle Unterstützung. Es macht wirklich einen Unterschied in dieser schwierigen Situation.“
Ein Fall aus der Reise- und Rallye-Szene
Der Fall Brüsecke zeigt, wie schnell eine Leidenschaft für abgelegene Regionen in eine ausweglose Lage führen kann. Für die Abenteuer- und Rallye-Szene, in der Brüsecke seit Jahren unterwegs ist, gilt ein einfacher Grundsatz: Wer unterwegs liegen bleibt, dem wird geholfen. Genau dieser Gedanke trägt die aktuelle Spendenaktion, die aus dem Netzwerk von Freunden und Weggefährten heraus entstanden ist.
Häufige Fragen
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Wer ist Bastian Brüsecke?
Bastian Brüsecke ist ein deutscher Fotograf und Dokumentarfilmer aus der Abenteuer- und Rallye-Szene. Er hat rund 90.000 Kilometer auf dem Motorrad zurückgelegt und mehr als 50 internationale Motorsport-Events begleitet. Seit 2018 arbeitete er an einem Buch- und Filmprojekt über die Wüsten des Irans und der Arabischen Halbinsel.
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Warum sitzt Bastian Brüsecke im Iran in Haft?
Brüsecke wurde am 12. Dezember 2024 bei der Ausreise aus dem Iran festgenommen und wegen angeblicher Spionage zu drei Jahren Haft verurteilt. Er weist die Vorwürfe seit Beginn des Verfahrens zurück und gibt an, sich nur in touristisch zugänglichen Gebieten aufgehalten und alle Regeln eingehalten zu haben.
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Wo wird Bastian Brüsecke festgehalten?
Zunächst wurde Brüsecke in Bandar Abbas festgehalten, bis Oktober 2025. Danach wurde er in das Evin-Gefängnis in Teheran verlegt. Zur Jahresmitte 2026 saß er bereits über 560 Tage in Haft.
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Wie kann man für Bastian Brüsecke spenden?
Freunde haben über die Plattform WhyDonate die Kampagne Hilfe für Bastian Brüsecke gestartet. Das Ziel liegt bei 20.000 Euro (etwa 23.400 US-Dollar), aktuell sind rund 14.370 Euro von 152 Spendern zusammengekommen. Das Geld ist für Anwaltskosten, konsularische Hilfe und die finanzielle Absicherung vorgesehen.
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Was macht das Evin-Gefängnis besonders?
Das Evin-Gefängnis in Teheran hat einen besonders schweren Ruf und ist bekannt dafür, dass dort immer wieder ausländische Häftlinge und politische Gefangene untergebracht werden. Brüsecke wurde nach seiner Verurteilung dorthin verlegt.










