- Betroffen sind alle K 1600 GT, GTL, B und Grand America mit Rückwärtsgang (Baujahre 2017 bis 2025)
- Allein in den USA sind 9.160 Motorräder betroffen
- BMW-Händler tauschen das Steuergerät kostenlos gegen eine überarbeitete Version
Der elektrisch betätigte Rückwärtsgang gehört bei den schweren Sechszylinder-Tourern der K-1600-Baureihe seit Jahren zur Ausstattung. Bis einschließlich Modelljahr 2020 war er als optionales Zubehör erhältlich, ab 2021 wurde er zur Serienausstattung. Genau dieses Bauteil steht jetzt im Mittelpunkt eines umfangreichen Rückrufs, den BMW Ende März 2026 offiziell eingeleitet hat.

Feuchtigkeit als Auslöser
Laut den von der US-amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA veröffentlichten Rückrufdokumenten (Kampagnennummer 26V214000) kann sich die Dichtung des Steuergeräts für den Rückwärtsgang im Laufe der Zeit zersetzen. Dadurch kann Feuchtigkeit in das Gehäuse eindringen und die elektrischen Kontakte im Inneren korrodieren. Die Folge: Der Rückwärtsgang fällt aus. In manchen Fällen geht das Problem aber über einen einfachen Funktionsverlust hinaus. Leckströme zwischen den korrodierten Kontakten können dazu führen, dass sich Bauteile im Steuergerät überhitzen. BMW spricht in den Rückrufdokumenten von möglicher „Hitzeschädigung“ mit Schmor- und Rauchentwicklung am Steuergerät. In sehr seltenen Fällen könne dies das Risiko eines thermischen Vorfalls oder Brandes erhöhen.
Die Untersuchungen ergaben, dass die Garantiequoten für den Rückwärtsgang in Ländern mit ganzjährig tropischem oder feucht-heißem Klima deutlich über dem Durchschnitt anderer Märkte lagen. Feuchtigkeit und Wärme beschleunigen offenbar die Zersetzung der Dichtung erheblich.
Zwei Vorfälle gaben den Ausschlag
Den Anstoß für die Rückrufaktion gab ein Vorfall im Dezember 2025. BMW erhielt eine Meldung über ein „thermisches Ereignis“ an einer K 1600 B des Baujahres 2019 aus einem Markt außerhalb der USA. Die Untersuchung konzentrierte sich schnell auf das Steuergerät des Rückwärtsgangs, und BMW informierte den Zulieferer BECOM Electronics GmbH aus Österreich, der das Bauteil herstellt. Bis Februar 2026 ging eine zweite Meldung ein, wieder mit einem überhitzten Steuergerät. Am 26. März 2026 leitete BMW daraufhin das offizielle Rückrufverfahren ein.

Welche Modelle betroffen sind
Der Rückruf umfasst vier Modellvarianten der K-1600-Baureihe:
- BMW K 1600 GT (Baujahre 2017 bis 2025)
- BMW K 1600 GTL (Baujahre 2017 bis 2025)
- BMW K 1600 B / Bagger (Baujahre 2017 bis 2025)
- BMW K 1600 Grand America (Baujahre 2018 bis 2025)
Voraussetzung ist, dass das jeweilige Motorrad über einen Rückwärtsgang verfügt. Bei den Modelljahren 2017 bis 2020 war das nicht bei jedem Exemplar der Fall, da der Rückwärtsgang in diesem Zeitraum als kostenpflichtige Option angeboten wurde. Ab Modelljahr 2021 gehört er zur Serienausstattung aller K-1600-Varianten.
Allein in den USA beziffert die NHTSA die Zahl der potenziell betroffenen Motorräder auf 9.160 Stück. Weltweite Zahlen hat BMW bislang nicht veröffentlicht.
Nicht der erste Rückwärtsgang-Rückruf
Es ist nicht das erste Mal, dass BMW ein Problem mit dem Steuergerät des Rückwärtsgangs beheben muss. Bereits im September 2024 hatte BMW einen vergleichbaren Rückruf für die R 18 durchgeführt, die ebenfalls über einen elektrischen Rückwärtsgang verfügt. Auch bei der R 18 war BECOM Electronics GmbH der Zulieferer des betroffenen Bauteils. Die einzelnen Komponenten unterscheiden sich zwar zwischen den Baureihen, das grundlegende Problem mit der unzureichenden Abdichtung ist aber offenbar verwandt.
In Foren der K-1600-Community ist der Rückwärtsgang seit Jahren ein wiederkehrendes Thema. Zahlreiche Besitzer berichten von ausgefallenen Steuergeräten, teilweise bereits nach wenigen tausend Kilometern. Ein Austausch außerhalb der Garantie wird von Besitzern mit Kosten um die 880 US-Dollar (circa 815 Euro / 880 US-Dollar) beziffert. In manchen Beiträgen wird vermutet, dass das verwendete Modul identisch mit einem Bauteil aus dem Schiebedachmechanismus von BMW-Pkw sei, was sich jedoch nicht offiziell bestätigen lässt.

Was betroffene Besitzer jetzt tun sollten
BMW-Händler werden die betroffenen Motorräder inspizieren und das Steuergerät des Rückwärtsgangs kostenlos gegen eine überarbeitete Version tauschen. In den USA sollen die offiziellen Benachrichtigungsschreiben an die Halter ab dem 25. Mai 2026 verschickt werden. Ab diesem Datum können Besitzer auch auf der NHTSA-Website unter Angabe ihrer Fahrgestellnummer prüfen, ob ihr Motorrad betroffen ist. In der Zwischenzeit können US-Kunden den BMW-Kundendienst unter 1-800-525-7417 kontaktieren.
Bislang nur in den USA registriert
Stand April 2026 ist der Rückruf offiziell nur bei der NHTSA in den USA registriert. Im deutschen KBA-Rückrufregister und im niederländischen RDW-Terugroepregister findet sich bislang keine entsprechende Meldung. Beim R-18-Rückruf im Jahr 2024 hatte es allerdings ebenfalls einige Monate gedauert, bis die Maßnahme auch in europäischen Märkten umgesetzt wurde. Ob und wann der Rückruf auf Europa ausgeweitet wird, hat BMW bislang nicht kommuniziert.


- SW-MOTECH Satteltaschenpaar Quick-Lock Blaze PRO H 30-40 Liter – Motorradzubehör – Motorradgepäck Neutral








