- Die Sidecar-Klasse wurde am 28. Mai 2026 offiziell für die restliche TT gestrichen
- Titelverteidiger Ryan und Callum Crowe stürzten bei Crosby und fallen für die TT aus
- Maria Costello erlitt bei einem Sturz in Brandish Kopfverletzungen und befindet sich in einem ernsten, aber stabilen Zustand
Die Isle of Man TT 2026 sollte für die Sidecar-Piloten ein besonderes Jahr werden. Neue Restrictor-Regeln, die den Einlassquerschnitt der Drosselklappen von 38 mm auf 27,5 mm verkleinern, hätten die Durchschnittsgeschwindigkeiten um geschätzt drei bis vier Meilen pro Stunde senken und die Rundenzeiten auf das Niveau von etwa 2007 zurückdrehen sollen. Stattdessen endete die Qualifying-Woche mit einer historischen Entscheidung: Am 28. Mai 2026 um 12:15 Uhr Ortszeit gaben die Veranstalter gemeinsam mit dem Event-Promoter bekannt, dass die Sidecar-Klasse für den Rest der TT 2026 suspendiert wird.

Was ist bei der TT 2026 in der Sidecar-Klasse passiert?
Innerhalb von nur zwei Qualifying-Abenden kam es zu drei Rotflaggenphasen in der Sidecar-Klasse. Am Dienstagabend, dem 26. Mai, stürzten Maria Costello MBE und ihr Beifahrer Shaun Parker als Outfit Nummer 28 bei Brandish während der ersten Qualifying-Session. Costello erlitt dabei Kopfverletzungen und wurde anschließend ins Aintree Hospital nach Liverpool verlegt. Ihr Zustand wurde als ernst, aber stabil beschrieben. Parker zog sich Verletzungen an Brustkorb, Beinen, Armen und im Gesicht zu. Die Session wurde nach der Roten Flagge nicht wieder aufgenommen.
Nur einen Tag später, am Mittwochabend, traf es die großen Favoriten. Ryan und Callum Crowe, die als Outfit Nummer 1 mit der Startnummer der Titelverteidiger ins Qualifying gegangen waren, stürzten bereits in der ersten Runde der dritten Qualifying-Session bei Crosby. Die Session wurde erneut mit Roter Flagge abgebrochen. Beide Brüder waren bei Bewusstsein und ansprechbar, als sie per Krankenwagen ins Noble’s Hospital auf der Isle of Man gebracht wurden. Ein zusätzlicher Zwischenfall ereignete sich in derselben Session an Doran’s Bend.
Wie schwer sind die Verletzungen der Crowe-Brüder?
Ryan und Callum Crowes Verletzungen sind nach Angaben ihres Vaters Nick Crowe nicht lebensbedrohlich, erfordern aber einen Ausfall für den Rest der Veranstaltung. Nick Crowe, selbst ehemaliger TT-Rennfahrer, veröffentlichte am späten Mittwochabend ein kurzes Statement: „As you probably all know by now, the boys had a big off at Crosby leap. We appreciate all the concern. Although they have fractures and a head injury, they are sedated at the minute, there is no risk to their lives.“ (Wie ihr wahrscheinlich alle mittlerweile wisst, hatten die Jungs einen heftigen Abflug am Crosby Leap. Wir schätzen die Anteilnahme sehr. Obwohl sie Knochenbrüche und eine Kopfverletzung haben, sind sie gerade sediert, es besteht keine Lebensgefahr.) Beide Brüder kamen mit Knochenbrüchen und Kopfverletzungen ins Krankenhaus und werden die TT 2026 nicht fortsetzen können.

Warum wurde die Sidecar-Klasse bei der TT 2026 gestrichen?
Die Veranstalter leiteten nach dem Crowe-Sturz am Mittwochabend eine sofortige technische und operative Überprüfung ein. Im offiziellen Statement vom 28. Mai heißt es, die Entscheidung zur Suspendierung sei „in conjunction with the Event Promoter“ getroffen worden und stelle eine „precautionary measure“ dar, die „in the interests of competitor and spectator safety“ umgesetzt wurde. Die Rennorganisation betonte, dass die Sicherheit von Fahrern, Zuschauern, Streckenposten, Offiziellen und allen Beteiligten oberste Priorität habe. Weitere Details zum laufenden Überprüfungsprozess sollen über die offiziellen Kanäle der Isle of Man TT Races folgen.
Die Entscheidung fiel nicht leicht, wie die Veranstalter ausdrücklich anerkannten. Im Statement heißt es: „We recognise the long-standing history of Sidecar racing at the TT, together with the commitment of the competitors, teams and supporters involved in the class.“ (Wir erkennen die langjährige Geschichte des Sidecar-Rennsports bei der TT an, zusammen mit dem Engagement der Fahrer, Teams und Unterstützer, die an dieser Klasse beteiligt sind.)
Welche Bedeutung hatten die Crowe-Brüder für die Sidecar-TT?
Ryan und Callum Crowe galten als das mit Abstand dominierende Gespann der Sidecar-Klasse. Die beiden Brüder aus Jurby auf der Isle of Man hatten die letzten vier Sidecar-TT-Rennen in Folge gewonnen und hielten seit 2025 den absoluten Rundenrekord der Klasse bei 121,021 mph (194,8 km/h). Damit waren sie das schnellste Fahrer-Beifahrer-Duo in der Geschichte der TT. Für 2026 hatte das von Opul und Kelproperties unterstützte Team ein komplett überarbeitetes LCR-Gespann (Louis Christen Racing) mit Honda-Motor aufgebaut, das in Zusammenarbeit mit Lumbley Engineering entwickelt worden war. Laut den Veranstaltern stellte das neue Paket einen deutlichen Fortschritt gegenüber dem Vorjahresgerät dar. Im Qualifying 2 am Mittwochnachmittag hatten die Crowes noch die schnellste Zeit gesetzt und ihren Favoritenstatus unterstrichen.

Was geschah abseits der Sidecar-Klasse bei der TT 2026?
Die Sidecar-Suspendierung war nicht der einzige sicherheitsrelevante Vorfall der Qualifying-Woche. Bereits am Montag, dem 25. Mai, dem Eröffnungstag der TT 2026, hatte ein schwerer Zwischenfall in der Superbike/Superstock-Session am Parliament Square in Ramsey den gesamten restlichen Tagesablauf zum Erliegen gebracht. Ein Motorrad geriet am Ausgang des Parliament Square in einen Zuschauerbereich und schob Absperrgitter in die Zuschauer. Acht Zuschauer und ein Fahrer wurden ins Noble’s Hospital eingeliefert, alle waren bei Bewusstsein. Der Fahrer erlitt Beinverletzungen. Sechs der acht Zuschauer sowie der Fahrer wurden inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen, zwei Zuschauer befanden sich am Dienstag weiterhin in Behandlung.
Als Konsequenz wurde der Zuschauerbereich am Parliament Square für die gesamte restliche TT 2026 gesperrt. Die für den Montagabend geplanten Qualifying-Sessions fielen komplett aus. Auch der Solo-Fahrer Mikey Evans vom Dafabet Racing Team stürzte am Mittwochabend während der Qualifying-Session bei Greba Castle. Er wurde ins Noble’s Hospital gebracht, konnte aber nach einer Untersuchung ohne Knochenbrüche entlassen werden und soll am Freitag wieder im Paddock sein.
Wie geht es bei der TT 2026 weiter?
Die Veranstalter bestätigten am Mittwochabend, dass die Contingency-Qualifying-Sessions am Donnerstag nicht genutzt werden. Der Donnerstag, der 28. Mai, ist damit ein Ruhetag für alle Teilnehmer. Die Streckenaktivitäten sollen am Freitag mit dem finalen Qualifying wieder aufgenommen werden, bevor am Samstag, dem 30. Mai, die Rennen beginnen. Die Sidecar-Klasse wird dabei nicht mehr vertreten sein. Die Solo-Klassen in den Kategorien Superbike, Superstock, Supersport, Sportbike und Supertwin sind von der Suspendierung nicht betroffen.

Was bedeutet die Sidecar-Streichung für die TT insgesamt?
Die Suspendierung der Sidecar-Klasse mitten in einer laufenden Veranstaltung ist ein beispielloser Schritt in der jüngeren Geschichte der Tourist Trophy. Dreirad-Rennen gehören seit Jahrzehnten zum festen Programm der TT und haben eine eigenständige, leidenschaftliche Fangemeinde. Die Entscheidung kommt in einem Jahr, in dem die Klasse ohnehin mit erheblichen Regeländerungen konfrontiert war. Die neuen Restrictor-Plates, die den Einlassquerschnitt der Drosselklappen von 38 mm auf 27,5 mm reduzieren, sollten die Rundengeschwindigkeiten um schätzungsweise drei bis vier Meilen pro Stunde senken und die schnellsten Runden auf etwa 117 bis 118 mph zurückbringen. Damit wären die Zeiten auf das Niveau der Centenary TT von 2007 gefallen, als Nick Crowe und Dan Sayle mit 116,667 mph die Bestmarke gesetzt hatten.
Gleichzeitig hatte auch der kurzfristige Rückzug des achtfachen Sidecar-Weltmeisters Tim Reeves und seiner Beifahrerin Melanie Farnier vor dem Start der Qualifying-Woche bereits für Aufsehen gesorgt. Ob und in welcher Form die Sidecar-Klasse bei der TT 2027 zurückkehren wird, bleibt offen. Die Veranstalter kündigten weitere Updates über die offiziellen Kanäle an. Alle Sidecar-Fahrer und Teams wurden laut dem offiziellen Statement bereits von den Rennoffiziellen über die Ergebnisse der ersten Überprüfung und die nächsten Schritte informiert.
Häufige Fragen
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Warum wurde die Sidecar-Klasse bei der Isle of Man TT 2026 gestrichen?
Nach zwei schweren Stürzen in aufeinanderfolgenden Qualifying-Sessions leiteten die Veranstalter eine technische und operative Überprüfung ein. Gemeinsam mit dem Event-Promoter fiel die Entscheidung, die Sidecar-Klasse als Vorsichtsmaßnahme für den Rest der TT 2026 zu suspendieren. Die Sicherheit aller Beteiligten wurde als oberste Priorität genannt.
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Wie schwer wurden die Crowe-Brüder bei der TT 2026 verletzt?
Ryan und Callum Crowe erlitten bei ihrem Sturz bei Crosby Knochenbrüche und Kopfverletzungen. Ihr Vater Nick Crowe teilte mit, dass keine Lebensgefahr bestehe. Beide fallen jedoch für den Rest der TT 2026 aus. Die Brüder waren die Titelverteidiger und Rundenrekordhalter der Sidecar-Klasse.
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Was ist mit Maria Costello nach ihrem TT-Sturz 2026 passiert?
Maria Costello MBE und ihr Beifahrer Shaun Parker stürzten am Dienstagabend bei Brandish während der Sidecar-Qualifying-Session. Costello erlitt Kopfverletzungen und wurde ins Aintree Hospital verlegt, wo ihr Zustand als ernst, aber stabil beschrieben wurde. Parker wurde wegen Verletzungen an Brustkorb, Beinen, Armen und Gesicht behandelt.
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Sind die Rennen der Isle of Man TT 2026 trotz der Sidecar-Streichung noch planmäßig?
Ja, die Solo-Klassen (Superbike, Superstock, Supersport, Sportbike und Supertwin) sind von der Sidecar-Suspendierung nicht betroffen. Das finale Qualifying soll am Freitag, dem 29. Mai, stattfinden. Die Rennen beginnen planmäßig am Samstag, dem 30. Mai 2026.
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Welche neuen Regeln galten 2026 für die Sidecar-Klasse bei der TT?
Für 2026 wurden Restrictor-Plates eingeführt, die den Einlassquerschnitt der Drosselklappen von 38 mm auf 27,5 mm verkleinern. Diese Maßnahme sollte die Durchschnittsgeschwindigkeiten um circa drei bis vier Meilen pro Stunde senken und die schnellsten Rundenzeiten auf etwa 117 bis 118 mph reduzieren.












