- Costello wurde vom Noble’s Hospital auf der Isle of Man ins Aintree Hospital auf dem englischen Festland verlegt
- Parker ist bei Bewusstsein und ansprechbar, die Behandlung dauert an
- Die Seitenwagen-Qualifikation wurde nach dem Zwischenfall abgebrochen und nicht wieder aufgenommen
- Costello ist eine der bekanntesten Straßenrennfahrerinnen der Welt und wurde 2009 mit dem MBE ausgezeichnet
Die Isle of Man TT 2026 kommt nicht zur Ruhe. Am Dienstagabend (26. Mai) verunglückte die britische Motorradrennfahrerin Maria Costello MBE gemeinsam mit ihrem Beifahrer Shaun Parker während der ersten Seitenwagen-Qualifikationssitzung auf dem 60,7 Kilometer langen Mountain Course. Das Gespann mit der Startnummer 28 kam in der zweiten Runde an der Stelle Brandish von der Strecke ab, woraufhin die rote Flagge gezeigt wurde. Die Session wurde anschließend nicht wieder aufgenommen, da sich der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs gegen 21 Uhr näherte.

Wie ist der aktuelle Gesundheitszustand von Maria Costello?
Laut dem offiziellen Update der TT-Veranstalter vom Mittwochmorgen (27. Mai) befindet sich Costello in einem ernsten, aber stabilen Zustand. Sie wurde zunächst per Rettungshubschrauber (Airmed) in das Noble’s Hospital nach Douglas geflogen, wo man Kopfverletzungen feststellte. Inzwischen erfolgte eine Verlegung in das Aintree Hospital bei Liverpool auf dem englischen Festland, wo sie weiterhin untersucht und behandelt wird.
In dem Statement der TT-Organisatoren heißt es: „Maria Costello MBE and Shaun Parker, sidecar outfit number 28, came off at Brandish yesterday during the second lap of the first qualifying session of the 2026 Isle of Man TT Races resulting in a Red Flag.“ (Maria Costello MBE und Shaun Parker, Seitenwagen-Gespann Nummer 28, kamen gestern in Brandish während der zweiten Runde der ersten Qualifikationssitzung der Isle of Man TT 2026 von der Strecke ab, was zur roten Flagge führte.)
Weiter teilten die Organisatoren mit: „Maria has since been transferred to Aintree. Her condition is currently reported as serious but stable, and she continues to be assessed and receive treatment for injuries sustained.“ (Maria wurde inzwischen nach Aintree verlegt. Ihr Zustand wird derzeit als ernst, aber stabil beschrieben, und sie wird weiterhin untersucht und wegen der erlittenen Verletzungen behandelt.)
Welche Verletzungen hat Beifahrer Shaun Parker erlitten?
Parker wurde nach dem Sturz mit dem Krankenwagen ins Noble’s Hospital gebracht. Sein Zustand wird als bei Bewusstsein und ansprechbar beschrieben. Er wird wegen Verletzungen an Brust, Bein, Arm und Gesicht behandelt. In der ersten Nacht nach dem Unfall waren bei Parker zunächst nur Bein- und Armverletzungen gemeldet worden, das aktualisierte Statement vom Mittwoch ergänzte die Verletzungsliste um Brust- und Gesichtsverletzungen.
Die TT-Veranstalter übermittelten ihre besten Genesungswünsche und dankten den Streckenposten sowie dem medizinischen Team der MRMS (Manx Road Racing Medical Services) für deren Arbeit.

Wer ist Maria Costello?
Maria Costello, geboren am 9. Juni 1973 in Northampton, gehört zu den profiliertesten Straßenrennfahrerinnen im internationalen Motorradsport. Ihre Rennkarriere begann 1995 mit einem Sieg in Mallory Park. Im Jahr 2004 stellte sie einen Guinness-Weltrekord als schnellste Frau auf dem TT-Kurs auf, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 114,73 mph (rund 184,6 km/h), der bis 2009 Bestand hatte, als Jenny Tinmouth ihn überbot.
2005 fuhr Costello als erste Frau in einem Solorennen beim Manx Grand Prix auf das Podium und belegte den dritten Platz in der Ultra-Lightweight-Klasse. Für ihre Verdienste um den Motorradsport wurde sie 2009 mit dem MBE (Member of the Order of the British Empire) ausgezeichnet. 2018 wurde sie zudem die erste weibliche Präsidentin der TT Riders Association, einer Wohltätigkeitsorganisation, die TT-Fahrern und deren Familien in Notlagen hilft.
2019 schrieb Costello erneut Geschichte, als sie bei derselben TT sowohl im Solo- als auch im Seitenwagenrennen antrat. Im Seitenwagenrennen erreichte sie mit Beifahrerin Julie Canipa den 17. Platz und umrundete den Kurs mit knapp 103 mph. Seitdem ist die Seitenwagenklasse fester Bestandteil ihres TT-Programms. Bei der TT 2026 trat sie mit dem erfahrenen Beifahrer Shaun Parker an.
Costello ist nach eigenen Angaben auf mindestens 24 Knochenbrüche im Laufe ihrer über 30-jährigen Rennkarriere gekommen und kehrte nach Verletzungen immer wieder auf die Strecke zurück, darunter nach einem Unfall beim North West 200 im Jahr 2014. Neben ihrer Rolle als aktive Rennfahrerin gründete sie 2013 die Initiative „Woman on a Motorcycle“, um Frauen für den Motorradsport zu begeistern, und führte eigene Trackdays ausschließlich für Frauen durch.
Costello hatte bereits am selben Tag einen Zwischenfall
Ein Detail, das in den ersten Meldungen zum Seitenwagen-Unfall weniger Beachtung fand: Costello war bereits am selben Dienstag in der Solo-Qualifikation in einen kleineren Zwischenfall verwickelt gewesen. Laut Berichten stürzte sie bei Governor’s Dip. Ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen gibt, ist nicht bekannt.

TT 2026 von Zwischenfällen geprägt
Der Seitenwagen-Unfall von Costello und Parker reiht sich in eine Abfolge von Zwischenfällen ein, die das bisherige Programm der TT 2026 massiv beeinflusst haben. Bereits am Eröffnungstag, dem 25. Mai, kam es während der freien Übungssitzung für die Superbike- und Superstock-Klasse zu einem schwerwiegenden Vorfall am Ausgang von Parliament Square in Ramsey. Ein Fahrer kam von der Strecke ab, sein Motorrad geriet in einen Zuschauerbereich. Dabei wurden ein Fahrer und acht Zuschauer verletzt und ins Noble’s Hospital gebracht. Alle Beteiligten waren bei Bewusstsein.
In der Folge wurde der Zuschauerbereich am Parliament Square für die gesamte restliche Dauer der TT 2026 gesperrt. Laut dem letzten Update wurden der Fahrer und sechs der acht Zuschauer aus dem Krankenhaus entlassen, zwei Zuschauer befanden sich jedoch weiterhin in Behandlung. Die für den Montagabend geplanten Qualifikationssitzungen wurden komplett gestrichen.
Wie geht es mit dem Qualifying weiter?
Am Mittwoch (27. Mai) waren zwei weitere Qualifikationssitzungen angesetzt. Die Nachmittagssession um 13 Uhr umfasste die Supersport- und Sportbike-Klassen, für den Abend um 20:15 Uhr war die nächste Seitenwagen-Qualifikation geplant. Die Superbike-Session am Dienstag hatte Dean Harrison mit zwei Runden bei über 133 mph dominiert, im Supersport war Michael Dunlop der Schnellste gewesen, im Sportbike Paul Jordan. Im Superstock führte Josh Brookes die Zeiten an. In der Seitenwagenklasse hatten die Crowe-Brüder vor der roten Flagge die Bestzeit gehalten.
Die TT 2026 steht damit weiterhin unter dem Eindruck einer ungewöhnlich hohen Zahl von Zwischenfällen in der Übungs- und Qualifikationswoche, die den regulären Ablauf wiederholt unterbrochen haben.

Häufige Fragen
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Was ist bei Maria Costellos Unfall bei der Isle of Man TT 2026 passiert?
Costello und ihr Beifahrer Shaun Parker kamen am 26. Mai 2026 in der zweiten Runde der ersten Seitenwagen-Qualifikation an der Stelle Brandish vom Mountain Course ab. Das Gespann trug die Startnummer 28. Die Session wurde daraufhin mit roter Flagge abgebrochen und nicht wieder aufgenommen.
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In welchem Zustand befindet sich Maria Costello nach dem Unfall?
Laut dem offiziellen Statement der TT-Organisatoren vom 27. Mai 2026 ist Costellos Zustand ernst, aber stabil. Sie wurde vom Noble’s Hospital auf der Isle of Man in das Aintree Hospital bei Liverpool verlegt, wo sie weiterhin untersucht und behandelt wird. Bei ihr wurden Kopfverletzungen festgestellt.
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Welche Verletzungen hat Shaun Parker bei dem Seitenwagen-Unfall erlitten?
Parker wird wegen Verletzungen an Brust, Bein, Arm und Gesicht behandelt. Sein Zustand wird als bei Bewusstsein und ansprechbar beschrieben. Er befindet sich weiterhin im Noble’s Hospital auf der Isle of Man.
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Welche Rekorde hält Maria Costello bei der Isle of Man TT?
Costello hielt von 2004 bis 2009 den Guinness-Weltrekord als schnellste Frau auf dem TT-Kurs mit 114,73 mph. 2005 wurde sie die erste Frau mit einem Podiumsplatz in einem Solorennen beim Manx Grand Prix. 2019 trat sie als erste Frau bei derselben TT sowohl solo als auch im Seitenwagen an.












