- Emergency Call ab sofort für Nutzer mit deutscher Telefonnummer und deutscher Anschrift verfügbar
- Zweiminütiger Countdown nach der Auslösung, danach übernimmt die IMA Group
- Kostenlos in der Revolution-Mitgliedschaft, 39 Euro pro Jahr (circa 46 US-Dollar) für Classic-Mitglieder
Der französische Airbag-Spezialist In&motion bringt seine automatische Notruffunktion nach Deutschland. Nach einer Airbag-Auslösung alarmiert das System einen professionellen Assistance-Dienst, selbst wenn der Fahrer nicht mehr reagieren kann.
Ein Airbag arbeitet in Millisekunden. Er erkennt den Sturz, löst aus und schützt Brustkorb, Rücken und Nacken im Moment des Aufpralls. Was danach passiert, lag bisher außerhalb seines Wirkungsbereichs. Genau dort setzt die Emergency Call Funktion von In&motion an, die der Hersteller nun auch in Deutschland freischaltet. Sie kümmert sich um die Minuten nach dem Unfall, in denen ein Fahrer verletzt, benommen oder bewusstlos am Straßenrand liegt und selbst keine Hilfe mehr rufen kann.
Entwickelt wurde die Funktion gemeinsam mit Liberty Rider und dem Assistance-Partner IMA Group. In Frankreich, Belgien und Italien ist sie bereits im Einsatz, Deutschland kommt jetzt dazu. Damit erweitert sich das Airbagsystem von einem reinen Schutzelement zu einer Kette, die von der Sturzerkennung bis zur Alarmierung von Rettungskräften reicht.

Wie funktioniert der Emergency Call von In&motion?
Der Emergency Call startet automatisch, sobald ein In&motion-Airbag ausgelöst hat. Auf dem Smartphone des Fahrers beginnt dann ein Alarmprozess mit einem Countdown von zwei Minuten.
In diesen zwei Minuten hat der Gestürzte zwei Möglichkeiten. Er kann bestätigen, dass alles in Ordnung ist und keine Hilfe nötig ist. Oder er fordert direkt selbst Unterstützung an. Die Zeitspanne ist bewusst gewählt: Sie soll dem Fahrer die Gelegenheit geben, sich zu sortieren und die eigene Lage einzuschätzen, bevor eine Rettungskette in Gang gesetzt wird.
Was passiert, wenn der Fahrer nicht reagiert?
Bleibt die Reaktion aus, übermittelt das System die Standortdaten und weitere notwendige Informationen an die IMA Group, einen Assistance-Dienst, der rund um die Uhr erreichbar ist. Der Dienst versucht anschließend dreimal, den Fahrer telefonisch zu erreichen.
Ziel dieser Anrufe ist es, die Situation einzuschätzen und zu klären, ob tatsächlich Hilfe gebraucht wird. Kommt keine Verbindung zustande oder stellt sich heraus, dass Unterstützung nötig ist, werden Rettungskräfte verständigt und an den Unfallort geschickt.
Der Ablauf endet nicht zwangsläufig mit dem medizinischen Teil. Ist keine ärztliche Hilfe erforderlich, kann der Dienst auch bei praktischen Dingen einspringen, etwa bei der Organisation eines Abschleppdienstes oder weiterer Assistance-Leistungen. Das unterscheidet den Service von einer reinen Notrufweiterleitung.

E-Call aus dem Auto, übertragen auf die Schutzkleidung
Automatische Notrufsysteme sind im Automobilbereich längst etabliert. Unter dem Begriff E-Call alarmieren moderne Fahrzeuge nach einem schweren Unfall selbstständig eine Notrufstelle und liefern dabei Daten wie den Standort oder fahrzeugbezogene Informationen mit, damit die Rettung schneller anlaufen kann.
Gemeinsam mit Liberty Rider hat In&motion dieses Prinzip auf ein Motorrad-Airbagsystem übertragen. Nach Angaben des Unternehmens gehört es damit zu den ersten und bislang einzigen Anbietern, die den E-Call-Gedanken in eine Airbag-Wearable-Technologie integriert haben, also in ein tragbares Schutzsystem statt in ein Fahrzeug.
Pierre-François Tissot, Chief Business Officer bei In&motion, ordnet die Funktion so ein: „Ein Airbag schützt in den entscheidenden Millisekunden eines Sturzes, die Emergency-Call-Funktion in den Minuten danach. Durch die Integration eines professionellen Notrufsystems in unsere Motorrad-Airbags sind unsere Fahrer nach einem Unfall nicht allein. Sturzerkennung, Airbag-Auslösung und Alarmierung von Hilfe werden zu einer nahtlosen Sicherheitskette.“
Der Unterschied zu klassischen Notfallkontakten liegt in der Verlässlichkeit der Gegenstelle. Ein hinterlegter Kontakt aus dem Familien- oder Freundeskreis muss erreichbar sein, muss verstehen, was passiert ist, und muss wissen, was zu tun ist. Die IMA Group ist dagegen ein professioneller Dienst mit geschultem Personal. Tissot spricht darüber, dass ein automatischer Alarm nur der erste Schritt sei und es entscheidend darauf ankomme, dass daraus schnell die richtige Unterstützung entstehe.
In welchen Ländern funktioniert der Notruf?
Der Service kann aktuell in insgesamt zehn Ländern Hilfe organisieren. Neben Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien zählen dazu unter anderem Österreich, die Schweiz, Spanien und Portugal.
Für den Alltagsbetrieb ist das nur ein Randaspekt, für Tourenfahrer dagegen relevant. Wer über die Alpen fährt oder eine längere Reise Richtung Süden plant, verlässt den Geltungsbereich nicht automatisch. Voraussetzung für die Nutzung in Deutschland ist eine deutsche Telefonnummer und eine deutsche Anschrift.

Was kostet die Emergency Call Funktion?
Für Nutzer der Revolution-Mitgliedschaft ist der Emergency Call ohne Aufpreis enthalten. Wer eine Classic-Mitgliedschaft hat, kann die Funktion als Zusatzoption für 39 Euro pro Jahr (circa 46 US-Dollar) buchen.
Die Aktivierung läuft in beiden Fällen über die My In&box App, also über die Anwendung, mit der die In&box ohnehin verwaltet wird. Die In&box ist die elektronische Steuereinheit, die in den Airbag-Westen und Jacken der Partnermarken steckt und die Sturzerkennung übernimmt.
Was steckt hinter der Technik von In&motion?
In&motion entwickelt seit zehn Jahren Airbag-Systeme, die einen Sturz in Echtzeit erkennen sollen. Grundlage sind prädiktive Algorithmen, also Rechenmodelle, die aus Sensordaten vorhersagen, ob eine kritische Situation in einen Sturz mündet, bevor der Aufprall stattfindet.
Erprobt wurde die Technik zunächst im Spitzensport. Inzwischen begleitet sie nach eigenen Angaben 130.000 Nutzer in vier Disziplinen: Motorrad, Reitsport, Ski und Fahrrad. Im Schnitt schützt das System laut Hersteller täglich bei 25 Stürzen. Nach Angaben von Partner Held hat In&motion mit seinen Systemen bislang mehr als 350 Millionen gefahrene Kilometer und über 16.000 Unfälle erfasst. Diese Datenbasis fließt zurück in die Algorithmen, das System soll also mit jedem erfassten Ereignis besser erkennen, wann es auslösen muss.
Für den Bereich der Motorradsicherheit ist der Emergency Call damit ein weiterer Baustein in einer Entwicklung, die den Airbag vom passiven Protektor zu einem vernetzten Sicherheitssystem macht. Der Schutz endet nicht mehr mit dem Aufprall, sondern reicht bis zur Alarmierung der Rettungskräfte.

Häufige Fragen
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Was kostet der In&motion Emergency Call?
Die Funktion ist für Nutzer der Revolution-Mitgliedschaft kostenlos. Classic-Mitglieder zahlen 39 Euro pro Jahr (circa 46 US-Dollar). Die Buchung erfolgt über die My In&box App.
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Wie schnell wird nach einem Sturz Hilfe alarmiert?
Nach der Airbag-Auslösung läuft zunächst ein Countdown von zwei Minuten, in dem der Fahrer den Alarm abbrechen oder selbst Hilfe anfordern kann. Reagiert er nicht, gehen Standort und weitere Daten an die IMA Group, die anschließend dreimal telefonisch Kontakt sucht, bevor Rettungskräfte geschickt werden.
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Funktioniert der Emergency Call auch im Ausland?
Ja, der Dienst kann in zehn Ländern Hilfe organisieren. Dazu gehören neben Deutschland unter anderem Frankreich, Belgien, Italien, Österreich, die Schweiz, Spanien und Portugal.
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Welche Airbags unterstützen die Funktion?
Der Emergency Call ist an das In&motion-Airbagsystem gekoppelt und wird über die In&box und die zugehörige App aktiviert. Voraussetzung ist eine bestehende Mitgliedschaft bei In&motion sowie in Deutschland eine deutsche Telefonnummer und Anschrift.
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Ersetzt der Emergency Call einen hinterlegten Notfallkontakt?
Der Dienst setzt nicht auf private Notfallkontakte, sondern auf die IMA Group, einen rund um die Uhr erreichbaren Assistance-Dienst mit geschultem Personal. Neben der medizinischen Hilfe kann dieser auch Abschleppdienste oder weitere Assistance-Leistungen organisieren.












