- Raul Fernandez gewinnt den Sprint mit 1,289 Sekunden Vorsprung auf Jorge Martin
- Fabio Di Giannantonio komplettiert vor heimischem Publikum das Podest, Marc Marquez wird bei seinem Comeback Fünfter
- Bezzecchi bleibt trotz Pole und Rundenrekord WM-Führender, sein Vorsprung auf Martin schrumpft auf zwölf Punkte
Beim siebten von 22 Saisonläufen herrschte am Samstag in der Toskana Hochsommerwetter. Die Lufttemperatur lag bei 30 Grad, der Asphalt heizte sich auf 50 Grad auf. Unter diesen Bedingungen lieferte der Sprint eine Überraschung: Mit Raul Fernandez fuhr ein Pilot aus dem Trackhouse-Satellitenteam an die Spitze und ließ dabei die beiden Werks-Aprilias hinter sich. Das Rennen reiht sich in ein Saisonbild ein, in dem Aprilia den WM-Kampf zunehmend prägt und das markeninterne Kräftemessen zwischen Bezzecchi und Martin an Schärfe gewinnt.

Wer hat den MotoGP Sprint Mugello 2026 gewonnen?
Den Sprint in Mugello gewann Raul Fernandez auf der Trackhouse-Aprilia vor Jorge Martin und Fabio Di Giannantonio. Für den Spanier war es der erste Sprintsieg in der Königsklasse. Er kontrollierte das Renngeschehen von der Spitze aus und überquerte die Ziellinie mit 1,289 Sekunden Vorsprung auf Martin. Den dritten Rang sicherte sich Di Giannantonio im VR46-Ducati und rettete damit die Ehre der Marke Ducati an einem Tag, der ganz im Zeichen von Aprilia stand. Polesetter und WM-Führender Marco Bezzecchi kam nicht über Platz vier hinaus.
Im Anschluss sprach Fernandez darüber, dass ihm die Worte fehlten und er sich sehr glücklich fühle. Er betonte, dass sein Team gerade gute Arbeit leiste, er die nötige Pace gehabt habe, sich auf dem Motorrad wohlgefühlt habe und habe attackieren können. Zudem hob er hervor, dass er sich über die Kulisse freue, da der Rechteinhaber Liberty Media erstmals bei einem MotoGP-Wochenende in Europa vor Ort sei.
Wie verlief der Start des Sprints?
Der beste Start gelang Marc Marquez, der aus der zweiten Reihe nach vorne schoss und in Kurve eins die Führung übernahm. Lange hielt diese Spitzenposition allerdings nicht. Innerhalb weniger Kurven zogen Fernandez, Martin und der Rookie Diogo Moreira vorbei, sodass Marquez nach seinem Blitzstart bis zum Ende der ersten Runde auf Rang vier zurückfiel.
Nach der ersten Runde lautete die Reihenfolge Fernandez, Martin, Moreira, Di Giannantonio, Marquez, Bezzecchi, Aldeguer, Bastianini, Acosta und Ogura. Francesco Bagnaia wurde durchgereicht und lag als Elfter bereits rund drei Sekunden zurück. An der Spitze setzten sich Fernandez und Martin rasch ab und bauten einen Vorsprung von mehr als einer Sekunde auf. In der vierten Runde überholte Bezzecchi den stark gestarteten Moreira, der zudem als erster Fahrer eine Verwarnung wegen Überschreitens der Streckenbegrenzung erhielt. Weiter hinten stürzten Enea Bastianini und Franco Morbidelli unabhängig voneinander.

Warum war die Reifenwahl von Raul Fernandez entscheidend?
Die Reifenwahl gilt als ein zentraler Faktor für den Sieg von Raul Fernandez. Während der Großteil des Feldes auf den Medium-Vorderreifen und die weiche Mischung am Hinterrad setzte, entschied sich Fernandez als Einziger zunächst auch hinten für die Medium-Mischung. Erst kurz vor dem Start wechselte laut Zeitenmessung auch Jorge Martin auf den Medium-Hinterreifen. Am Ende standen mit Fernandez und Martin genau jene beiden Fahrer auf den ersten beiden Plätzen, die sich für die härtere Hinterreifen-Variante entschieden hatten.
Martin verkürzte in der Schlussphase zwar den Abstand zum Führenden, kam aber nicht in unmittelbare Schlagdistanz. Er erklärte später, dass er sein Bestes gegeben habe, die Punkte am Ende jedoch wichtiger gewesen seien als ein möglicher Sturz. Diese Zurückhaltung ist auch vor dem Hintergrund seines schwierigen Wochenendes in Barcelona zu sehen, das von mehreren Stürzen geprägt war und ihm laut eigenen Angaben Vertrauen gekostet hatte.
Wie lief das Comeback von Marc Marquez?
Marc Marquez beendete den Sprint bei seinem Comeback auf dem fünften Platz. Der amtierende Weltmeister kehrte in Mugello in den Rennbetrieb zurück, nachdem er sich nach dem Frankreich-Grand-Prix einer Operation unterzogen hatte. Dabei wurden zwei beschädigte Schrauben sowie ein Knochenfragment entfernt, das den Radialnerv im Arm eingeklemmt hatte. Sein wichtigstes Ziel am Freitag war es zunächst, den Zustand des betroffenen Bereichs einzuschätzen.
Zur Rennhalbzeit fand Marquez einen Weg an Moreira vorbei und übernahm Rang fünf, auf Bezzecchi fehlten ihm zu diesem Zeitpunkt rund zweieinhalb Sekunden. Vier Runden vor Schluss stellte Joan Mir seine Honda mit einem technischen Problem ab. Der Rookie Moreira, der lange in der Spitzengruppe mitgehalten hatte, wurde in der Schlussphase durchgereicht und fiel als Zehnter knapp aus den Punkterängen.

Was bedeutet das Ergebnis für die WM-Wertung?
In der Gesamtwertung bleibt Marco Bezzecchi trotz des enttäuschenden vierten Platzes WM-Führender. Mit 148 Punkten liegt er weiterhin vorne, sein Vorsprung auf Jorge Martin beträgt nach dem Sprint zwölf Punkte. Martin steht bei 136 Zählern, Di Giannantonio folgt als Dritter mit 123 Punkten. Marc Marquez rangiert nach mehreren verletzungsbedingt verpassten Rennen mit 62 Punkten auf Gesamtrang neun.
Im Qualifying am Vormittag hatte Bezzecchi die erste Startreihe für Aprilia angeführt. Mit einer Zeit von 1:43,921 Minuten sicherte er sich die Pole-Position und unterbot dabei den Rundenrekord von Mugello. Neben ihm reihten sich Raul Fernandez und Jorge Martin ein, womit die gesamte erste Reihe von Aprilia besetzt war. Bereits im letzten Training hatte Martin mit 368,6 km/h (229,0 mph) einen neuen Topspeed-Rekord der MotoGP aufgestellt. Er löste damit die alte Bestmarke von 366,1 km/h (227,5 mph) ab, die Brad Binder 2023 und Pol Espargaro 2024 aufgestellt hatten und die Ai Ogura am Samstagmorgen egalisiert hatte.
Enttäuschung bei Yamaha und Honda
Für Yamaha verlief das Wochenende ernüchternd. Bester Markenvertreter wurde Alex Rins auf dem zwölften Platz, Fabio Quartararo folgte als 14. Jack Miller und Toprak Razgatlioglu belegten die Ränge 16 und 17. Noch weiter hinten landeten die eingesetzten Ersatzfahrer. Cal Crutchlow, der seinen ersten Renneinsatz seit 2023 bestritt, beendete den Sprint mit 39,671 Sekunden Rückstand auf dem letzten Platz.
Di Giannantonio zeigte sich nach seinem Podestplatz überglücklich und betonte, er sei sogar zufriedener als das Ergebnis allein vermuten lasse. Besonders stolz sei er auf seine erste Runde gewesen, die er als aggressiv, zugleich aber sauber und präzise beschrieb. Vor den eigenen Fans auf dem Podest zu stehen, habe für ihn eine besondere Bedeutung. Das Hauptrennen über die volle Distanz folgt am Sonntag.

Häufige Fragen
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Wer hat den MotoGP Sprint Mugello 2026 gewonnen?
Den Sprint gewann Raul Fernandez auf der Trackhouse-Aprilia. Es war sein erster Sprintsieg in der MotoGP. Auf den weiteren Podestplätzen folgten Jorge Martin und Fabio Di Giannantonio.
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Wie groß war der Vorsprung von Raul Fernandez im Ziel?
Raul Fernandez überquerte die Ziellinie mit 1,289 Sekunden Vorsprung auf Jorge Martin. Den dritten Rang sicherte sich Di Giannantonio mit größerem Abstand.
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Welchen Reifen fuhr Raul Fernandez beim Sprint?
Fernandez setzte als Einziger zunächst auch am Hinterrad auf die Medium-Mischung, während das Feld mehrheitlich den weichen Hinterreifen wählte. Später wechselte auch Martin auf die Medium-Variante, und beide Medium-Fahrer beendeten den Sprint auf den ersten zwei Plätzen.
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Auf welchem Platz landete Marc Marquez bei seinem Comeback?
Marc Marquez wurde Fünfter. Der Weltmeister kehrte nach einer Operation am Arm in den Renneinsatz zurück, bei der zwei Schrauben und ein Knochenfragment entfernt wurden.
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Wie sieht der WM-Stand nach dem Mugello-Sprint aus?
Marco Bezzecchi führt mit 148 Punkten vor Jorge Martin mit 136 und Fabio Di Giannantonio mit 123 Zählern. Bezzecchis Vorsprung auf Martin beträgt damit zwölf Punkte.











