- 21 kW Spitzenleistung (circa 28,6 PS / 21 kW), 600 Nm maximales Drehmoment, 96 km/h Höchstgeschwindigkeit
- 85 kg Gewicht, Leistungsgewicht von 0,25 kW/kg
- 72V-Batterie mit über 3 kWh Kapazität, bis zu 100 km Reichweite im sparsamsten Modus
- Preis: 5.299,99 US-Dollar (circa 4.530 Euro)
Die meisten Menschen verbinden den Namen Segway noch immer mit selbstbalancierenden Stehrollern oder den inzwischen weit verbreiteten E-Scootern des Unternehmens. Doch seit der Übernahme durch Ninebot im Jahr 2015 hat sich die Marke kontinuierlich breiter aufgestellt. E-Bikes, Powerstations, Go-Karts und erste Offroad-Modelle im Sur-Ron-Stil gehörten bereits zum Portfolio. Mit der Xaber 300 (ausgesprochen „Say-br“) geht Segway jetzt einen deutlichen Schritt weiter und positioniert sich erstmals klar im Segment der leistungsstarken elektrischen Offroad-Motorräder.

Was steckt in der Segway Xaber 300?
Die Xaber 300 ist kein aufgemotztes E-Bike mit Stollenreifen, sondern ein vollwertiges elektrisches Dirtbike, das ausschließlich für den Offroad-Einsatz konzipiert wurde. Erstmals auf der CES 2026 im Januar vorgestellt, hat Segway die vollständigen technischen Daten erst Anfang Mai 2026 veröffentlicht.
Den Antrieb übernimmt ein eigens entwickelter Mid-Drive-Motor mit Flat-Wire-Technologie. Laut Segway verbessert diese Bauweise die sogenannte Slot Fill Rate, was zu einer höheren Leistungsdichte, besserer Wärmeableitung und gesteigerter Effizienz führen soll. Angesteuert wird der Motor über den ebenfalls hauseigenen X720 Titan Controller, der laut Hersteller verzögerungsfreies Ansprechverhalten beim Gasgeben gewährleisten soll. Die Spitzenleistung liegt bei 21 kW (circa 28,6 PS / 21 kW), das maximale Drehmoment wird mit 600 Nm angegeben. Bei einem Gewicht von nur 85 kg (187 lbs) ergibt sich ein Leistungsgewicht von 0,25 kW/kg, das Segway als klassenbestes Verhältnis in diesem Preissegment bezeichnet.
In der Praxis soll das zu einer Höchstgeschwindigkeit von 96 km/h (60 mph) und einer Beschleunigung von 0 auf 80 km/h (50 mph) in 5,5 Sekunden führen. Damit liegt die Xaber 300 deutlich über dem Leistungsniveau typischer E-Bikes und bewegt sich auf dem Terrain leichter Elektro-Motorräder.
Wie weit kommt die Xaber 300 mit einer Akkuladung?
Die Reichweite hängt stark vom gewählten Fahrmodus und dem Gelände ab. Segway gibt bis zu 100 km (62 Meilen) im sparsamsten 150-Modus an. Detailliertere Angaben für die einzelnen Modi liefert Segway ebenfalls: Im 150-Modus sollen bei rund 69 km/h (43 mph) etwa 71 km (44 Meilen) möglich sein, im 200-Modus bei 80 km/h (50 mph) rund 60 km (37 Meilen), im 300-Modus bei 90 km/h (56 mph) circa 55 km (34 Meilen) und im Beast-Modus bei 96 km/h (59,6 mph) noch etwa 50 km (31 Meilen).
Die Energie liefert ein 72V-Akku mit 44 Ah und einer Kapazität von über 3 kWh. Verbaut sind Samsung 50S Lithium-Zellen, die Segway als Automotive-Grade-Zellen bezeichnet. Die maximale Entladerate liegt bei 5C, was eine konstant hohe Leistungsabgabe auch bei aggressiver Fahrweise ermöglichen soll und den bei manchen Elektrofahrzeugen auftretenden Leistungseinbruch (Power Sag) reduzieren soll. Geladen wird über ein 8A-Ladegerät.

Welches Fahrwerk und welchen Rahmen hat die Xaber 300?
Die Basis bildet ein geschmiedeter Rahmen aus 6000er-Aluminium, der unter Hochdruck gefertigt wird. Segway gibt eine Torsionssteifigkeit von 1.621,4 Nm/Grad an, was für ein hohes Maß an Verwindungssteifigkeit spricht und ein vorhersagbares Handling in Kurven, bei Landungen und im rauen Gelände ermöglichen soll.
Der Rahmen ist dabei keine Neuentwicklung auf der grünen Wiese. Das Design basiert auf Erkenntnissen aus dem X1000-Prototyp, mit dem Segway in der experimentellen Niedrigemissionsklasse „Future Mission 1000“ der Dakar Rally 2025 und 2026 angetreten ist. Was im Wüstensand der Dakar an Erfahrungen gesammelt wurde, soll nun in die Serienproduktion einfließen.
Beim Fahrwerk setzt Segway auf Marzocchi-Komponenten. Vorne arbeitet eine Upside-Down-Gabel mit 37-mm-Standrohren, hinten ein Federbein mit 85 mm Hub, das über ein mittig montiertes Multilink-Hinterradsystem angebunden ist. Beide Komponenten bieten jeweils 220 mm Federweg und sind vollständig einstellbar in Druckstufe, Zugstufe und Vorspannung. Die Bodenfreiheit liegt bei 267 mm (10,5 Zoll), der Radstand bei 1.295 mm (50,98 Zoll).
Für die Verzögerung sorgen Vierkolben-Hydraulikbremsen mit 220 x 3 mm großen Bremsscheiben an beiden Rädern. Vorne ist ein 19-Zoll-Rad montiert, hinten ein 17-Zoll-Rad. Die Kette hat die Dimension 520.
Welche Fahrmodi bietet die Xaber 300?
Das Modenkonzept der Xaber 300 gehört zu den interessanteren Aspekten des Motorrads. Drei Leistungsstufen simulieren laut Segway das Leistungsverhalten von 150-ccm-, 200-ccm- und 300-ccm-Verbrennungsmotoren. Die Idee dahinter: Einsteiger können im 150-Modus mit gedrosselter Leistung beginnen und sich mit wachsender Erfahrung hocharbeiten, ohne ein neues Motorrad kaufen zu müssen. Für maximale Leistung steht zusätzlich der Beast-Modus bereit.
Darüber hinaus gibt es einen Pro-Modus, in dem die Leistungskurve individuell angepasst werden kann. Das ist insofern relevant, als das sofort verfügbare Drehmoment eines Elektromotors auf losem Untergrund je nach Einstellung sehr abrupt wirken kann. Die Möglichkeit, die Leistungsentfaltung zu konfigurieren, dürfte gerade im Offroad-Einsatz einen spürbaren Unterschied machen.

Was hat es mit der virtuellen E-Kupplung auf sich?
Elektromotoren benötigen konstruktionsbedingt keine mechanische Kupplung. Trotzdem hat Segway der Xaber 300 eine virtuelle elektronische Kupplung spendiert, die das Verhalten einer mechanischen Kupplung simulieren soll. Der Gedanke dahinter richtet sich an Fahrer, die von benzinbetriebenen Dirtbikes kommen und gewohnt sind, über den Kupplungshebel Traktion zu dosieren, das Vorderrad anzuheben oder in technischen Passagen die Leistung feiner zu steuern.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch Stark mit der Varg. Ob die Simulation tatsächlich überzeugend genug ausfällt, um erfahrene Offroad-Fahrer zu überzeugen, wird sich erst in der Praxis zeigen. Grundsätzlich ist der Ansatz aber nachvollziehbar: Vertraute Bedienelemente können die Einstiegshürde für Umsteiger von Verbrenner-Dirtbikes deutlich senken.
Welche Elektronik und Software steckt in der Xaber 300?
Segway nutzt den Elektronik-Hintergrund der Marke, um der Xaber 300 eine ungewöhnlich umfangreiche Ausstattung mitzugeben. Serienmäßig an Bord sind ein selektives Traktionskontrollsystem (TCS) mit verschiedenen Geländeeinstellungen, das sich auch komplett deaktivieren lässt, eine Hill-Hold-Funktion, Rekuperationsbremse, Ein-Knopf-Rückwärtsgang und die Möglichkeit, mehrere Fahrerprofile anzulegen. Gesteuert wird alles über ein 2,4-Zoll-TFT-Farbdisplay mit GPS, 4G-Konnektivität und IoT-Anbindung.
Per Over-the-Air-Update sollen weitere Funktionen folgen. Angekündigt ist unter anderem ein virtueller Wheelie-Coach, der es ermöglicht, über die Begleit-App einen maximalen Wheelie-Winkel einzustellen. Segway greift dafür auf die gyroskopische Sensortechnologie zurück, die das Unternehmen für seine selbstbalancierenden Fahrzeuge entwickelt hat. Ebenfalls geplant ist ein Rider-Control-Mode mit Geschwindigkeitsbegrenzung, Standortverfolgung, Geo-Fencing und Echtzeitüberwachung über die App. Diese Funktionen könnten das Motorrad auch für Familien interessant machen, die den Nachwuchs kontrolliert an das Offroad-Fahren heranführen wollen. Segway betont allerdings, dass die Xaber 300 nur für Fahrer ab 18 Jahren bestimmt ist.
Ein Scheinwerfer mit Abblend- und Fernlicht gehört ebenfalls zur Ausstattung. Das Batteriemanagementsystem arbeitet in der Version BMS 6.0. Batterie und Display sind nach IPX7 zertifiziert, das gesamte Fahrzeug erreicht die Schutzklasse IP67. Die Batterie trägt zudem eine UL-2271-Zertifizierung.

Was kostet die Segway Xaber 300 und wann ist sie verfügbar?
Die Segway Xaber 300 kommt ab dem 15. Mai 2026 in den Handel und wird über autorisierte Segway-Händler in den USA vertrieben. Der Preis liegt bei 5.299,99 US-Dollar (circa 4.530 Euro / 5.299,99 USD). Zwei Farbvarianten stehen zur Wahl: Shred Velvet und Black Diamond.
„With Xaber 300, we set out to create an e-moto that punches well above its price tag in terms of uncompromising off-road performance. As the world leader in light electric vehicles, we had the technology, engineering and manufacturing experience and capability to do just that. This is a really special machine that raises the bar in its category.“ („Mit der Xaber 300 wollten wir ein E-Moto schaffen, das in puncto kompromissloser Offroad-Leistung deutlich über seiner Preisklasse liegt. Als Weltmarktführer bei leichten Elektrofahrzeugen hatten wir die Technologie, die Ingenieurkompetenz und die Fertigungserfahrung, um genau das umzusetzen. Das ist eine wirklich besondere Maschine, die die Messlatte in ihrer Kategorie höher legt.“) Nick Howe, Head of E-Bike bei Segway, beschreibt damit den Anspruch, den das Unternehmen an sein neues Offroad-Modell stellt.
Laut Segway richtet sich die Xaber 300 an Fahrer mit einer Körpergröße zwischen 165 cm (5’5″) und 185 cm (6’1″). Das maximale Fahrergewicht wird mit 150 kg (330 lbs) angegeben. Die Garantie umfasst zwei Jahre auf Batterie, Motor und Rahmen sowie ein Jahr auf das Gesamtfahrzeug.
Wie positioniert sich die Xaber 300 im Markt?
Die Xaber 300 tritt in einem wachsenden Segment an, in dem es bereits etablierte Wettbewerber gibt. Gear Patrol zieht etwa den Vergleich zur Surron Ultra Bee HP, die mit einer etwas höheren maximalen Reichweite von 115 km (71,5 Meilen) aufwarten kann, dafür aber rund 3,6 kg (8 lbs) schwerer ist und eine geringfügig niedrigere Höchstgeschwindigkeit erreichen soll. Die Preispositionierung unter 5.300 US-Dollar liegt deutlich unter High-End-Elektro-Dirtbikes wie der Stark Varg, die in einer ganz anderen Leistungs- und Preisklasse angesiedelt ist.
Segway bringt dabei einen Hintergrund mit, der sich von klassischen Motorradherstellern grundlegend unterscheidet. Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt in Sensorik, Software und Steuerungssystemen. Ob sich das in ein überlegenes Offroad-Erlebnis übersetzt, bleibt abzuwarten. Die Kombination aus Rennerfahrung bei der Dakar Rally, einem durchdachten Modenkonzept und einer vergleichsweise günstigen Preispositionierung macht die Xaber 300 aber zumindest auf dem Papier zu einem interessanten Neuzugang im E-Offroad-Markt. Das wachsende Angebot in diesem Segment zeigt, dass Hersteller zunehmend bereit sind, elektrische Offroad-Motorräder als ernstzunehmendes Marktsegment zu behandeln.

Technische Daten im Überblick
- Motor: Segway Custom Mid-Drive mit Flat-Wire-Technologie
- Controller: Segway X720 Titan
- Spitzenleistung: 21 kW (circa 28,6 PS / 21 kW)
- Maximales Drehmoment: 600 Nm
- Höchstgeschwindigkeit: 96 km/h (60 mph)
- Beschleunigung 0 auf 80 km/h (50 mph): 5,5 Sekunden
- Leistungsgewicht: 0,25 kW/kg
- Batterie: 72V, 44 Ah, über 3 kWh Kapazität, Samsung 50S Lithium-Zellen
- Maximale Entladerate: 5C
- Ladegerät: 8A
- Maximale Reichweite: bis zu 100 km (62 Meilen) im 150-Modus
- Rahmen: Geschmiedetes 6000er-Aluminium, Torsionssteifigkeit 1.621,4 Nm/Grad
- Federweg: 220 mm vorne und hinten
- Gabel: Marzocchi USD, 37-mm-Standrohre, voll einstellbar
- Federbein: Marzocchi, 85 mm Hub, voll einstellbar
- Bremsen: Vierkolben-Hydraulik, 220 x 3 mm Scheiben vorne und hinten
- Räder: 19 Zoll vorne, 17 Zoll hinten
- Kette: 520
- Bodenfreiheit: 267 mm (10,5 Zoll)
- Radstand: 1.295 mm (50,98 Zoll)
- Gewicht: 85 kg (187 lbs)
- Maximales Fahrergewicht: 150 kg (330 lbs)
- Fahrergrößen: 165 cm bis 185 cm
- Display: 2,4-Zoll-TFT mit GPS, 4G, IoT, OTA
- Schutzklasse: IPX7 (Batterie, Display), IP67 (Gesamtfahrzeug)
- Zertifizierung: UL 2271 (Batterie)
- Fahrmodi: 150, 200, 300, Beast, Pro Mode
- Farben: Shred Velvet, Black Diamond
- Garantie: 2 Jahre (Batterie, Motor, Rahmen), 1 Jahr (Gesamtfahrzeug)
- Preis: 5.299,99 USD (circa 4.530 EUR / 5.299,99 USD)

Häufige Fragen
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Was kostet die Segway Xaber 300?
Die Segway Xaber 300 kostet 5.299,99 US-Dollar, was umgerechnet circa 4.530 Euro entspricht. Das Motorrad ist ab dem 15. Mai 2026 über autorisierte Segway-Händler in den USA erhältlich.
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Wie viel PS hat die Segway Xaber 300?
Der Elektromotor der Xaber 300 leistet maximal 21 kW, was circa 28,6 PS entspricht. Das maximale Drehmoment liegt bei 600 Nm, was in Kombination mit dem Gewicht von nur 85 kg für ein Leistungsgewicht von 0,25 kW/kg sorgt.
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Wie weit kommt die Segway Xaber 300 mit einer Ladung?
Die maximale Reichweite beträgt laut Segway bis zu 100 km (62 Meilen) im sparsamsten 150-Modus. Bei sportlicher Fahrweise im Beast-Modus sinkt die Reichweite auf circa 50 km (31 Meilen) bei einer Geschwindigkeit von knapp 96 km/h.
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Wie schnell ist die Segway Xaber 300?
Die Höchstgeschwindigkeit der Xaber 300 liegt bei 96 km/h (60 mph). Die Beschleunigung von 0 auf 80 km/h (50 mph) gibt Segway mit 5,5 Sekunden an.
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Ist die Segway Xaber 300 straßenzugelassen?
Nein, die Segway Xaber 300 ist ausschließlich für den Offroad-Einsatz konzipiert und nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Das Motorrad richtet sich an Fahrer ab 18 Jahren mit einer Körpergröße zwischen 165 cm und 185 cm.









