- Zwei neue Modelle: die vollverkleidete 820RR-R und die 820R ohne Verkleidung, beide zunächst nur in China
- 820RR-R mit 145 PS (107 kW) aus 819 ccm, 186 kg (410 lbs), Bremsen von Brembo und Fahrwerk von KYB
- Preise in China: 820RR-R umgerechnet rund 7.960 Euro / 9.100 US-Dollar, 820R rund 5.340 Euro / 6.100 US-Dollar
Der chinesische Hersteller ZXMoto ist noch jung, hat sich aber in kurzer Zeit einen Namen gemacht. In der Supersport-WM (WorldSSP) fährt die Marke in ihrer ersten Saison vorne mit. Jetzt kommen zwei neue Straßenmodelle in den Handel: die aufgewertete 820RR-R und die 820R ohne Verkleidung. Beide bauen auf dem gleichen Dreizylinder auf, richten sich aber an unterschiedliche Fahrer.

Was ist neu an der ZXMoto 820RR-R?
Die 820RR-R ist die stärkere und besser ausgestattete Version der bekannten 820RR. Sie leistet nach Werksangabe 145 statt 135 PS und bekommt hochwertigere Teile an Fahrwerk und Bremsen.
Mehr Leistung holt ZXMoto vor allem aus zwei Änderungen am Motor. Die Verdichtung steigt von 13,0:1 auf 13,3:1, und statt der Stahlventile kommen leichtere Titanventile zum Einsatz. So wächst die Leistung von 135 PS (99 kW) auf 145 PS (107 kW). Die volle Leistung liegt jetzt erst bei 13.500 Umdrehungen an, vorher waren es 12.000. Der Motor dreht bis 14.750 Umdrehungen. Vollgetankt wiegt die 820RR-R 186 kg (410 lbs) und ist damit rund 7 kg leichter als die 820RR. Möglich machen das vor allem geschmiedete Räder, die weniger wiegen als gegossene. Das Modell wurde bereits im Vorjahr gezeigt und steht nun in China bei den Händlern. Ein weltweiter Verkauf ist geplant.
Welche Technik steckt in der 820RR-R?
Die 820RR-R nutzt den 819 ccm großen Dreizylinder der 820RR, kombiniert ihn aber mit besserem Fahrwerk, stärkeren Bremsen und mehr Elektronik. Damit rückt sie näher an teurere Sportmodelle heran.
Vorn arbeitet eine voll einstellbare Gabel von KYB mit 43 Millimeter Durchmesser, hinten ein Federbein desselben Herstellers. Bei den Bremsen greift ZXMoto zu Bremszangen vom Typ M50 von Brembo statt der einfacheren Taisko-Zangen der Basisversion. Auch Hauptbremszylinder und hintere Zange kommen von Brembo. Dazu gibt es fünf Fahrmodi und eine Elektronik, die von einer sogenannten IMU gesteuert wird. Diese IMU ist ein Sensor, der die Schräglage des Motorrads misst. So arbeiten die Traktionskontrolle und das ABS auch in Kurven mit. Ablesen lässt sich alles auf einem 6,2 Zoll großen Farbdisplay auf Android-Basis. Serienmäßig sind außerdem eine Reifendruckkontrolle, ein Schaltautomat für Hoch- und Runterschalten ohne Kupplung, ein schlüsselloser Start und ein Lenkungsdämpfer mit zwei Kammern. Optische Details wie ein Auspuff-Endstück aus Carbon, die geschmiedeten Räder und verstellbare Fußrasten runden die Ausstattung ab.

Was bietet das Naked Bike ZXMoto 820R?
Die 820R ist die offene Variante ohne Verkleidung. Sie nutzt Motor und Rahmen der 820RR und leistet 135 PS (99 kW) bei 12.000 Umdrehungen. Der Basismotor kommt dabei auf rund 80 Nm (59 lb-ft) bei 9.500 Umdrehungen.
In China kostet die 820R umgerechnet rund 5.340 Euro / 6.100 US-Dollar. Beim Fahrwerk setzt ZXMoto auf Teile des chinesischen Zulieferers Yu’an, die Bremsen stammen von Taisko. Wie bei den Sportmodellen gehören ein schlüsselloser Start, eine Reifendruckkontrolle und ein Schräglagensensor mit sechs Achsen zur Ausstattung. Auch die 820R wurde zunächst als Prototyp gezeigt und ist inzwischen in Serie. In China steht sie bereits bei den Händlern.
Warum ist ZXMoto in der WorldSSP so erfolgreich?
ZXMoto hat als Neuling in der Supersport-WM in der laufenden Saison 2026 bereits sechs Rennen gewonnen. Fahrer Valentin Debise liegt in der Gesamtwertung auf Platz zwei.
Zu den Erfolgen zählen Doppelsiege beim portugiesischen und beim tschechischen Lauf. In Portimao gelang der erste Sieg eines chinesischen Motorrads in dieser Rennserie überhaupt. Debise gewann das erste Rennen mit rund 3,7 Sekunden Vorsprung, das zweite mit etwa einer halben Sekunde. Nur Ducati und Triumph waren in der Geschichte der Meisterschaft noch schneller erfolgreich. In der Hersteller-Wertung steht ZXMoto auf Rang drei hinter Ducati und Yamaha und damit vor Triumph, Kawasaki, Honda und MV Agusta. Der ebenfalls chinesische Rivale QJMotor liegt derzeit auf dem letzten Platz. Für die Rennstrecke setzt ZXMoto die schärfste Ausbaustufe der Baureihe ein, die 820RR-RS. Sie leistet 150 PS (110 kW) und fährt mit Öhlins-Fahrwerk und einem Titan-Auspuff von Akrapovic. Damit ergeben sich drei Stufen: die Basis-820RR mit 135 PS, die neue 820RR-R mit 145 PS und die Rennversion 820RR-RS mit 150 PS. Der Erfolg von ZXMoto passt in ein größeres Bild, denn chinesische Marken wie auch CFMoto und QJMotor drängen 2026 verstärkt in die Mittelklasse.

Wer ist ZXMoto-Gründer Zhang Xue?
Zhang Xue hat ZXMoto im April 2024 in Chongqing gegründet. Zuvor war er Mitgründer der chinesischen Marke Kove. Die Buchstaben im Markennamen stehen für seine Initialen.
Nach Angaben aus Branchenberichten wuchs Zhang Xue in der Provinz Hunan auf, brach mit 14 Jahren die Schule ab und arbeitete in einer Motorrad-Werkstatt. Sein junges Unternehmen verkaufte 2025 nach diesen Angaben über 25.000 Motorräder und erzielte einen Produktionswert von 750 Millionen Yuan, von denen rund 70 Millionen Yuan in die Entwicklung flossen. Ein Grund für die niedrigen Preise ist der Standort Chongqing, wo viele Hersteller und Zulieferer eng beieinander sitzen und Bauteile kurz vor der eigenen Fabrik eingekauft werden können. Zhang Xue spricht offen darüber, dass er langfristig bei der Rallye Dakar und später sogar in der MotoGP antreten will. Zusätzlich stellt er jährlich eine Million Yuan als Preisgeld für junge chinesische Rennfahrer bereit. Seine volle Modellpalette zeigte ZXMoto Ende 2025 auf der Messe EICMA in Mailand.
Warum dürfen Anfänger die 820er nicht kaufen?
ZXMoto verkauft die 820er-Modelle in China nicht an Fahrer mit weniger als einem Jahr Erfahrung. Der Hersteller hält die Motorräder für zu stark für Einsteiger und untersagt ihnen aus Sicherheitsgründen den Kauf.
Um die Regel durchzusetzen, hat ZXMoto ein ungewöhnliches System eingeführt. Wer einen Käufer meldet, der die 820er trotz zu geringer Erfahrung erwirbt, soll eine Belohnung erhalten. Bestätigt der Hersteller den Hinweis, gibt es demnach 5.000 Yuan, umgerechnet rund 645 Euro / 737 US-Dollar. Wie streng diese Vorgabe in der Praxis kontrolliert wird, bleibt offen.

Wann kommen ZXMoto 820RR-R und 820R nach Europa?
Feste Termine für den internationalen Verkaufsstart gibt es noch nicht. ZXMoto baut die Expansion aber Schritt für Schritt aus.
Zuerst geht die Marke in Großbritannien an den Start. Dort beginnt ZXMoto mit dem Vierzylinder-Sportmodell 500RR, gefolgt vom Motocross-Modell MX250 noch in diesem Jahr. Die 820RR und das Retro-Naked-Bike 500F werden für 2027 erwartet. Auch die USA nennt ZXMoto als künftiges Zielland. Für den deutschsprachigen Raum liegen bislang keine konkreten Termine oder Preise vor.
Häufige Fragen
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Was kostet die ZXMoto 820RR-R?
Die ZXMoto 820RR-R kostet in China umgerechnet rund 7.960 Euro / 9.100 US-Dollar. Preise für Europa stehen noch nicht fest. Die Basisversion 820RR liegt in China bei umgerechnet rund 5.600 Euro / 6.400 US-Dollar.
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Wie viel PS hat die ZXMoto 820RR-R?
Die ZXMoto 820RR-R leistet 145 PS (107 kW). Die volle Leistung liegt bei 13.500 Umdrehungen an, der Motor dreht bis 14.750 Umdrehungen. Die Basis-820RR und die 820R kommen jeweils auf 135 PS (99 kW).
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Was ist der Unterschied zwischen 820RR und 820RR-R?
Die 820RR-R ist die stärkere und höherwertige Version. Sie hat 145 statt 135 PS, eine höhere Verdichtung, Titanventile, Bremsen von Brembo, ein Fahrwerk von KYB und geschmiedete Räder. Dadurch ist sie mit 186 kg rund 7 kg leichter als die Basis.
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Warum verkauft ZXMoto die 820er nicht an Anfänger?
ZXMoto hält die 820er-Modelle für zu stark für Einsteiger und verkauft sie in China nur an Fahrer mit mehr als einem Jahr Erfahrung. Für Hinweise auf unerfahrene Käufer zahlt der Hersteller eine Belohnung von 5.000 Yuan, umgerechnet rund 645 Euro / 737 US-Dollar.
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Wann kommt ZXMoto nach Europa?
Einen festen Termin gibt es noch nicht. Den Anfang macht Großbritannien mit der 500RR, danach folgt die MX250. Die 820RR und die 500F werden für 2027 erwartet.











