- Neuer 1.083-cm³-V2 mit 130 PS (95,6 kW) und 110 Nm (rund 81 lb-ft)
- Titanrahmen aus dem Vollen gefräst, 5 kg (rund 11 lbs), Gesamtgewicht 190 kg (rund 419 lbs)
- Limitiert auf 300 Stück, erste Auslieferungen im dritten Quartal 2027
Sieben Jahre lang gab es Motorräder mit dem Aston-Martin-Logo nur für die Rennstrecke. 2019 hatte der britische Autobauer angekündigt, gemeinsam mit Brough Superior ins Zweiradgeschäft einzusteigen. Brough Superior ist eine britische Traditionsmarke, die Thierry Henriette 2013 wiederbelebt hat und die heute in Toulouse produziert. Aus der Zusammenarbeit entstanden die AMB 001 und die AMB 001 Pro, beide ohne Straßenzulassung. Am 9. September 2026 hat Aston Martin im englischen Gaydon nun die AMB 002 Roadster vorgestellt. Sie ist das erste Modell der Partnerschaft, das ein Kennzeichen tragen darf.

Was unterscheidet die AMB 002 von den bisherigen AMB-Modellen?
Die AMB 002 ist eine komplette Neukonstruktion und übernimmt nach Herstellerangaben keine Bauteile von den Vorgängern. Der entscheidende Unterschied liegt aber im Einsatzzweck: Die beiden früheren Modelle waren reine Rennstreckenmaschinen, die AMB 002 ist für die Straße entwickelt.
Die AMB 001 kam 2019 auf den Markt, hatte einen aufgeladenen V2 mit 997 Kubikzentimetern und war auf 100 Stück begrenzt. 2022 folgte die AMB 001 Pro mit einer überarbeiteten Version desselben Motors und rund 225 PS (165 kW), gebaut in 88 Exemplaren. Als Vorbild diente laut Hersteller die Valkyrie AMR Pro, ein Hypercar von Aston Martin ohne Reglementvorgaben.
Marek Reichman, Executive Vice President und Chief Creative Officer bei Aston Martin, spricht davon, dass ein Aston-Martin-Motorrad für die Straße lange ein Traum gewesen sei. Die AMB 002 verspreche ein Fahrerlebnis, das es so im Motorradbau noch nicht gebe. Ein Rennstreckenmodell mit Straßenzulassung ist sie ausdrücklich nicht. Nach Angaben beider Unternehmen richtet sie sich an anspruchsvolle Straßenfahrer und an Sammler aus dem Automobilbereich.
Wie stark ist der neue V2 der Aston Martin AMB 002?
Der neue Motor leistet 130 PS (95,6 kW) und liefert 110 Nm (rund 81 lb-ft). Ausgelegt ist er laut Hersteller auf kräftigen Durchzug im unteren und mittleren Drehzahlbereich, nicht auf eine hohe Spitzenleistung.
Technisch handelt es sich um einen wassergekühlten Viertakt-V2 mit 88 Grad Zylinderwinkel, zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder. Die Nockenwellen werden über eine Kombination aus Kette und Zahnrädern angetrieben. Bohrung und Hub liegen bei 98 mal 71,8 Millimetern. Das Getriebe hat sechs Gänge und ist als Kassettengetriebe ausgeführt, das sich also als Block ausbauen lässt. Dazu kommt eine hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung mit APTC-Antihopping-Funktion, die das Stempeln des Hinterrads beim harten Herunterschalten dämpft.
Entwickelt, gefräst und montiert wird der Motor komplett im Werk in Toulouse. Die Gehäusehälften entstehen im CNC-Verfahren aus dem vollen Materialblock. Brough Superior begründet das mit geringerem Gewicht und höherer Steifigkeit und verweist auf Fertigungsverfahren aus der Luftfahrt.

Warum verzichtet die AMB 002 auf eine Teleskopgabel?
Statt einer Teleskopgabel nutzt die AMB 002 eine Doppelquerlenker-Konstruktion, die Fior-Gabel. Sie trennt Lenk- und Bremskräfte voneinander und hält die Geometrie am Vorderrad stabiler, als es eine herkömmliche Gabel könnte.
Der Hersteller nennt als Vorteile eine präzisere Lenkung und mehr Stabilität in schnellen Kurven. Weil die Konstruktion beim Bremsen kaum eintaucht, soll sie auch dann sicher bleiben, wenn in Schräglage gebremst wird. Die Fior-Gabel ist eine Weiterentwicklung des Systems, das für die AMB 001 Pro entstanden ist.
Rahmen und Gewicht
Der Rahmen ist aus einem massiven Titanblock gefräst und bildet ein tragendes Rückgrat, in das der Motor als mittragendes Element eingebunden ist. Das Heck besteht aus Aluminium. Der Titanrahmen wiegt nur 5 kg (rund 11 lbs) und ist damit deutlich leichter als eine übliche Konstruktion. Zusammen mit den Karosserieteilen und dem Tank aus Kohlefaser ergibt sich ein tiefer Schwerpunkt. Das Gesamtgewicht gibt der Hersteller mit 190 kg (rund 419 lbs) an, die Gewichtsverteilung mit 50 zu 50.
Federung, Bremsen und Reifen
Vorn arbeitet ein Federbein mit 100 Millimetern Federweg, das sich in Vorspannung und Zugstufe einstellen lässt. Hinten führt eine gefräste Aluminiumschwinge das Rad, die direkt im Motorgehäuse gelagert ist. Sie stützt sich über eine Umlenkung mit progressiver Kennung auf ein ebenfalls einstellbares Federbein ab, der Federweg beträgt 124 Millimeter. Der Nachlaufwinkel liegt bei 21,3 Grad. Gebremst wird vorn mit zwei Scheiben von 320 Millimetern Durchmesser und radial verschraubten Vierkolbenzangen, hinten mit einer 230er-Scheibe und einem Zweikolbensattel. Die gefrästen Aluminiumräder haben zehn Speichen und tragen vorn einen 120/70 ZR17 sowie hinten einen 190/55 ZR17.
Bei den Abmessungen nennt Brough Superior 2.150 Millimeter Länge, 840 Millimeter Breite über die Spiegel und einen Radstand von 1.472 Millimetern. Die Sitzhöhe liegt bei 875 Millimetern, gemessen bei voll ausgefederter Federung.
Welche Details stammen aus dem Automobilbau?
Mehrere Gestaltungselemente kommen erkennbar von den Autos der Marke. Dazu zählen die seitliche Zierleiste, die Auspuffenden und die Rückleuchten.
Die für Aston Martin typische Seitenleiste durchstößt die Seitenverkleidung und läuft nach vorn bis um den Scheinwerfer herum, der in einer goldfarbenen Halterung sitzt. Die beiden ovalen Endrohre haben gerippte Kühlelemente, wie sie auch an Vanquish, DB12 S und DBX S zu finden sind. Am Heck sitzen Leuchtenlamellen desselben Typs, den Aston Martin bei den Hypercars Vulcan, Valkyrie und Valhalla verbaut. Dazu kommen ein schlüsselloses System, ein hinterleuchteter Startknopf und handgefertigte Sitzpolster aus Sattelleder.
Der Tank und die Seitenteile aus Kohlefaser sind so geformt, dass sie sich dem Fahrer entgegenstellen, wenn er sich hinter die Verkleidung duckt. In die Flanken sind sichelförmige Öffnungen geschnitten, die den Motor kühlen und die Luft am Fahrzeug entlangführen sollen. Die Spiegel sitzen tief und werden von drahtartigen Haltern getragen.
Thierry Henriette, Präsident von Brough Superior Motorcycles Sas, beschreibt das Fahrgefühl als Verschmelzen mit einer leichten, präzisen Klinge, im Original „becoming one with a lightweight, precise blade“. Die aufrechte Sitzposition und das freie Blickfeld sollen den Eindruck erzeugen, über der Straße zu schweben.

Wann kommt die Aston Martin AMB 002 und was kostet sie?
Die ersten Auslieferungen sind für das dritte Quartal 2027 geplant, die Bestellbücher sind bereits geöffnet. Einen Preis haben Aston Martin und Brough Superior bislang nicht genannt.
Bestellt werden kann online, direkt im Showroom in Toulouse oder über einen Händler. Der Preis bleibt dabei nach Herstellerangaben unabhängig vom gewählten Weg gleich. Zur Einordnung: Die AMB 001 kostete seinerzeit 108.000 Euro, was damals etwa 120.000 US-Dollar entsprach. Nach dem aktuellen Wechselkurs wären das rund 125.800 US-Dollar. Ein Rückschluss auf den Preis der AMB 002 lässt sich daraus nicht ziehen.
Gebaut werden 300 Motorräder, jedes einzeln von Hand. Der Hersteller begründet die Begrenzung damit, dass sich der eigene Anspruch an Material und Verarbeitung nicht mit Serienfertigung vertrage.
Wie geht es mit der Partnerschaft von Aston Martin und Brough Superior weiter?
Beide Unternehmen stellen die AMB 002 als Ausbau des gemeinsamen Programms dar, nicht als Abschluss. Die Modellpalette wächst damit von zwei Rennstreckenmaschinen auf drei Modelle.
Stefano Saporetti, bei Aston Martin für die Markendiversifizierung zuständig, spricht von einem „powerhouse of luxury co-creation“, also einem Kraftzentrum gemeinsamer Luxusentwicklung. Aus einem einzelnen Projekt sei ein dauerhafter Beitrag zum Markenwert geworden. Die Nachfrage nach der Aston-Martin-Formensprache reiche demnach über vier Räder hinaus, wenn sie auf die Technik von Brough Superior treffe. Mit der AMB 002 erscheint erstmals das Markenzeichen von Aston Martin, die Flügel, auf einem Motorrad mit Straßenzulassung.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Aston Martin AMB 002?
Die Aston Martin AMB 002 leistet 130 PS (95,6 kW) und liefert 110 Nm (rund 81 lb-ft). Der 1.083 Kubikzentimeter große V2 ist auf Durchzug im unteren und mittleren Drehzahlbereich ausgelegt. Er wurde neu entwickelt und wird in Toulouse gebaut.
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Wie viele Exemplare der AMB 002 werden gebaut?
Die Produktion ist auf 300 Motorräder begrenzt, die einzeln von Hand gefertigt werden. Zum Vergleich: Von der AMB 001 entstanden 100 Stück, von der AMB 001 Pro 88 Stück.
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Wann kommt die AMB 002 zu den Kunden?
Die ersten Auslieferungen sollen im dritten Quartal 2027 beginnen. Bestellungen nehmen Aston Martin und Brough Superior seit der Vorstellung am 9. September 2026 entgegen.
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Was ist eine Fior-Gabel?
Die Fior-Gabel ist eine Vorderradführung mit zwei Querlenkern statt Teleskoprohren. Sie trennt Lenk- und Bremskräfte und hält die Geometrie am Vorderrad konstant. Nach Herstellerangaben taucht sie beim Bremsen kaum ein, was auch in Schräglage für Stabilität sorgen soll.
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Was wiegt die Aston Martin AMB 002?
Das Gesamtgewicht liegt bei 190 kg (rund 419 lbs). Allein der Titanrahmen wiegt 5 kg (rund 11 lbs). Die Gewichtsverteilung gibt der Hersteller mit 50 zu 50 an.












