- Patent zeigt ein Benda-DCT mit zwei getrennten Kupplungen an den beiden Enden der Kurbelwelle
- Steuerung über kleine Elektromotoren statt Hydraulik, ähnlich der E-Clutch-Technik
- Gezeigt am bekannten Reihenvierzylinder, erwartet wird die Technik im 1.700 ccm großen Sechszylinder
Benda ist bei Automatik-Lösungen kein Neuling. Der chinesische Hersteller, der eine Niederlassung in Salzburg unterhält, verbaut in mehreren Modellen bereits Technik, die das Schalten übernimmt. Dazu zählen automatische Kupplungen und CVT-Getriebe. Seit der EICMA 2025 ist zudem bekannt, dass ein Doppelkupplungsgetriebe folgen soll. Ein neues Patent gibt nun einen genaueren Einblick, wie diese Automatik technisch aussehen könnte.

Was zeigt das neue Benda-Patent?
Das Patent zeigt eine Doppelkupplungs-Automatik mit zwei räumlich getrennten Kupplungen, die von kleinen Elektromotoren gesteuert wird. Benda beschreibt damit eine Lösung, die sich auf bestehende Motoren aufsetzen lässt.
Gezeigt wird die Technik am bekannten, sportlich ausgelegten Reihenvierzylinder von Benda. Das Grundprinzip entspricht anderen Doppelkupplungsgetrieben: Die Eingangswelle ist in zwei Teile geteilt, eine Hälfte trägt die geraden Gänge, die andere die ungeraden. Dadurch können zwei Gänge gleichzeitig eingelegt sein. Der Wechsel erfolgt, indem eine Kupplung öffnet und die andere schließt. Weil der Motor dabei nicht vollständig vom Hinterrad getrennt wird, sollen die Gangwechsel weich ablaufen. Die Steuerung übernimmt ein Computer.
Wie unterscheidet sich Bendas DCT von Hondas Doppelkupplung?
Bei Hondas DCT liegen beide Kupplungen hintereinander auf einer Seite des Gehäuses und werden über eine Hydraulik gesteuert. Benda platziert dagegen je eine Kupplung an den beiden Enden der Kurbelwelle und steuert sie über Elektromotoren.
In Fahrtrichtung sitzt also je ein Kupplungspaket links und rechts, statt beide konzentrisch auf einer Gehäuseseite unterzubringen. Für die Steuerung setzt Benda nicht auf Öldruck, sondern auf mehrere kleine Elektromotoren. Dieses Prinzip ähnelt der E-Clutch von Honda. In der Benda Rock 707 ist eine solche elektromechanische Kupplung bereits im Einsatz, dort allerdings nur mit einer einzelnen Kupplung.

Warum sind zwei Primärantriebe nötig?
Die Anordnung mit je einer Kupplung pro Getriebeseite verlangt zwei Primärantriebe von der Kurbelwelle. Benda löst das mit einem zweiten Primärantrieb auf der linken Seite in Fahrtrichtung, direkt hinter dem Rotor der Lichtmaschine.
Diese Bauweise bringt zusätzliche Radpaarungen mit sich. Dass daraus Geräusche und zusätzliches Gewicht entstehen können, liegt nahe. Wie hoch das Mehrgewicht ausfällt, ist bislang nicht bekannt. Klarheit dürfte es erst geben, wenn das System in Serie geht.
Welche Vorteile soll die elektromechanische Steuerung bringen?
Die elektromechanische Steuerung soll einfacher und günstiger sein als die aufwendige Hydraulik klassischer Doppelkupplungsgetriebe. Benda nutzt dafür dieselben Aktuatoren, die schon in den eigenen Modellen mit elektronischer Kupplung stecken.
Diese Aktuatoren sind laut den Patentangaben praktisch identisch mit jenen anderer Hersteller, die eine elektronische Kupplung anbieten. Dadurch lassen sie sich einfacher und kostengünstiger fertigen als die komplexe Hydraulik, die eine Kupplung und Gangwechsel bei üblichen Doppelkupplungsgetrieben regelt. Das aktuelle Patent zeigt gegenüber dem ersten Entwurf einen technisch weiterentwickelten Ansatz.

Kommt die neue Automatik im Sechszylinder von Benda?
Obwohl das Patent die Technik am Reihenvierzylinder zeigt, dürfte die Automatik im angekündigten Sechszylinder erscheinen. Diesen 1.700 ccm großen Reihensechszylinder stellte Benda bereits 2025 vor.
Auf der EICMA 2025 kündigte Benda das System als elektromechanisches Doppelkupplungsgetriebe an, kurz EM-DCT. Der Hersteller spricht davon, dass dieser Antrieb das Aushängeschild werden soll und einen neuen Maßstab bei Luxus-Tourern setzen soll. Genutzt werde ein tragendes Kurbelgehäuse, das ein leichteres, zugleich stabileres Fahrwerk ermöglichen soll. Auf den ersten Bildern des Sechszylinders war von räumlich getrennten Kupplungen allerdings noch nichts zu erkennen.
Was bedeutet das für künftige Benda-Modelle?
Benda entwickelt seine Automatik-Technik eigenständig weiter, statt auf fremde Lösungen zu setzen. Das Patent deutet darauf hin, dass die Serienreife des Doppelkupplungsgetriebes näher rückt.
Die Nachfrage nach Motorrädern mit Automatikgetrieben steigt, und Benda reiht sich mit eigener Technik in diese Entwicklung ein. Damit fügt sich das Patent in eine ganze Reihe neuer Modelle und technischer Ansätze, mit denen sich der Hersteller in verschiedenen Klassen aufstellt. Wann die Technik in ein Serienmodell wandert, ist noch offen.

Häufige Fragen
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Was ist das Benda DCT?
Das Benda DCT ist ein Doppelkupplungsgetriebe des chinesischen Herstellers Benda. Es arbeitet mit zwei getrennten Kupplungen, die über kleine Elektromotoren gesteuert werden. Ein Patent zeigt den Aufbau am bekannten Reihenvierzylinder.
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Wie unterscheidet sich das Benda DCT von Hondas DCT?
Beim Benda DCT sitzen die beiden Kupplungen an den Enden der Kurbelwelle und werden elektromechanisch gesteuert. Bei Honda liegen beide Kupplungen auf einer Gehäuseseite und arbeiten mit einer Hydraulik. Benda geht damit einen eigenen technischen Weg.
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In welchem Motorrad soll die neue Benda-Automatik kommen?
Erwartet wird die Automatik im angekündigten Reihensechszylinder mit 1.700 ccm. Das Patent selbst zeigt die Technik jedoch am sportlichen Reihenvierzylinder. Ein konkreter Termin für ein Serienmodell ist noch nicht genannt.
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Steuert Benda die Kupplungen mit Hydraulik?
Nein, Benda steuert die Kupplungen über mehrere kleine Elektromotoren. Diese Lösung ähnelt der E-Clutch-Technik und soll einfacher und günstiger sein als eine Hydraulik. In der Benda Rock 707 ist eine solche Steuerung mit einer Kupplung bereits im Einsatz.












