- Straßenzugelassener Prototyp, erstmals gezeigt beim Goodwood Festival of Speed 2026
- KTM-LC8-V-Twin mit mehr als 205 PS (rund 151 kW), Basis ist eine KTM 1290 Super Duke
- Aluminium-Karosserie in über 800 Stunden von Hand geformt, echter Diamant in der oberen Gabelbrücke
Beim Goodwood Festival of Speed stehen sonst die Hypercars im Mittelpunkt, die für viele Millionen den Berg hinauffahren. Umso mehr fiel dort ein einzelnes Motorrad auf: die DA#22 von Diamond Atelier. Die Münchner Werkstatt, bei der das Projekt intern unter dem Namen ULTRON lief, versteht die Maschine nicht als weiteres Custom-Bike, sondern als eigene Fahrzeuggattung. Statt ein Serienmotorrad mit teuren Anbauteilen zu schmücken, entwarf das Team zuerst die Form und baute die Technik danach darum herum.

Was ist die Diamond Atelier DA#22?
Die DA#22 ist ein straßenzugelassener Prototyp, den Diamond Atelier als erstes Hyperbike der Welt bezeichnet. Sie ist der jüngste Bau in der durchnummerierten Reihe der Werkstatt, die mit umgebauten BMW- und Ducati-Modellen bekannt wurde. Diesmal ging das Team einen anderen Weg. Es entwickelte zuerst eine eigene Formensprache mit stark verkürzten Proportionen, versteckter Elektronik und einem Cockpit, das unter einer eingelassenen Glasfläche verschwindet. Das Ergebnis ist eine Silhouette, die sich bewusst von aktuellen Serienmotorrädern abheben soll. Bei diesem Ansatz gibt nicht die Technik die Form vor, sondern die Karosserie bestimmt den gesamten Aufbau des Motorrads.
Auf welcher Basis steht das Hyperbike?
Als Grundlage dient eine KTM 1290 Super Duke mit dem bekannten LC8-V-Twin. In diesem Zustand leistet der Motor mehr als 205 PS (rund 151 kW). Das Fahrwerk stammt von Wilbers: Vorne kommt eine Gabel vom Typ TYPE 46 RR zum Einsatz, deren Technik aus der Superbike-Weltmeisterschaft abgeleitet ist. Hinten sitzt ein eigens für das Projekt gebauter Dämpfer. Diamond Atelier wählte die Bauteile weniger nach Spitzenwerten aus, sondern so, dass sie in die sehr kompakte Karosserie passen, ohne die Wartung oder die Fahrleistung einzuschränken.

Wie entstand die Aluminium-Karosserie?
Die Karosserie besteht aus Aluminium und wurde vollständig von Hand geformt. Verantwortlich dafür war Marvin Diehl von KRT Framework, der jedes Blechteil einzeln in Form brachte. Nach Angaben der Werkstatt stecken über 800 Stunden Arbeit in der Verkleidung. Die doppelt gewölbten Flächen und die scharfen Übergänge gelten als schwer umsetzbar, weil am Motorrad jeder Millimeter sichtbar ist. Das Aluminium dient dabei als Vorstufe. Spätere Exemplare einer möglichen Serie sollen aus Vollcarbon entstehen. Die Formgebung dreht die gewohnte Aufteilung um: Der Tank verschwindet im Körper, die Kühlerverkleidungen werden zum bestimmenden Element, und das sehr kurze Heck scheint über dem Hinterrad zu schweben.
Was macht den Lack der DA#22 besonders?
Der Lack der DA#22 leuchtet selbst, statt Licht nur zu spiegeln. Entwickelt wurde er von Alex Bloch von Stilbruch Lack eigens für diesen Prototyp. Wird eine Spannung angelegt, gibt die Oberfläche ein kräftiges rotes Leuchten von innen ab. Nach Angaben von Diamond Atelier wurde nur ein einziger Liter dieser Formel hergestellt, und die gesamte Menge floss in dieses eine Motorrad. Damit lasse sich der Prototyp in exakt dieser Form nicht noch einmal aufbauen.

Welche Sonderteile stecken in der DA#22?
Ein großer Teil der Komponenten ist Einzelanfertigung. Von Aconity3D stammen im 3D-Druck gefertigte Titanteile, darunter die Auspuffanlage und die obere Gabelbrücke. In deren Mitte sitzt ein echter Diamant, gefasst in Sterlingsilber, als Anspielung auf den Namen der Werkstatt. DKB Special Parts steuert Schalterarmaturen im Stil der Formel 1 sowie einen beleuchteten Kupplungsdeckel mit gläsernem Sichtfenster bei. Steuerung und Fußrastenanlage kommen von Gilles Tooling. Selbst der Vorderreifen ist ein Sonderstück: 4JET brachte ein einmaliges Profil im Diamant-Muster auf. Dieses Muster taucht als eingelassenes Detail auch in der Karosserie wieder auf und wird so zum Gestaltungselement.
Diamond Atelier und die Idee vom Hyperbike
Diamond Atelier bezeichnet die DA#22 als Auftakt einer ultra-limitierten Serie. Damit will die Werkstatt eine Lücke zwischen den Superbikes der Motorräder und den Hypercars der Autowelt füllen. Ob sich der Begriff Hyperbike als eigene Gattung durchsetzt, ist offen und wird sich erst zeigen müssen. Auffällig am Diamond Atelier Hyperbike ist, dass keines der vielen Sonderteile die Maschine optisch dominiert. Aufwendiges 3D-Scannen und digitale Konstruktion sollen die Technik unter möglichst glatten Flächen verstecken. So wirkt das Motorrad auf den ersten Blick schlicht und offenbart seine Details erst bei genauerem Hinsehen. Als Bühne für die erste öffentliche Vorstellung wählte Diamond Atelier das Goodwood Festival of Speed, wo die DA#22 als Prototyp in der Kategorie First Glance gemeldet war.

Häufige Fragen
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Was ist das Diamond Atelier Hyperbike?
Das Diamond Atelier Hyperbike ist die DA#22, ein straßenzugelassener Prototyp aus München. Die Werkstatt bezeichnet ihn als erstes Hyperbike der Welt und als Auftakt einer ultra-limitierten Serie. Vorgestellt wurde die Maschine beim Goodwood Festival of Speed 2026.
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Welcher Motor steckt in der DA#22?
In der DA#22 arbeitet der LC8-V-Twin aus der KTM 1290 Super Duke. Er leistet mehr als 205 PS (rund 151 kW). Das Fahrwerk stammt von Wilbers, vorne mit einer aus dem Superbike-Sport abgeleiteten Gabel.
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Wie viel Handarbeit steckt in der Karosserie?
Nach Angaben von Diamond Atelier wurde die Aluminium-Karosserie in über 800 Stunden von Hand geformt. Zuständig war Marvin Diehl von KRT Framework. Spätere Exemplare sollen aus Vollcarbon gefertigt werden.
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Was ist am Lack der DA#22 besonders?
Der Lack leuchtet bei angelegter Spannung selbst rot, statt Licht nur zu spiegeln. Er wurde eigens für den Prototyp entwickelt. Es wurde nur ein Liter davon hergestellt, der komplett an diesem Motorrad verbraucht wurde.
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Ist die Diamond Atelier DA#22 käuflich?
Die DA#22 ist zunächst ein Prototyp und laut Diamond Atelier der Startpunkt für eine ultra-limitierte Serie. Angaben zu Preis oder Verfügbarkeit nannte die Werkstatt bislang nicht.












