- Erste straßenzugelassene Enduro von Ducati und einzige ihrer Klasse mit desmodromischer Ventilsteuerung
- 449,6-cm³-Einzylinder mit 42 PS (30,9 kW), 8,5-Liter-Tank und 119,9 Kilogramm ohne Kraftstoff
- Marktstart in Europa ab Juli 2026, in Deutschland zu einem Listenpreis ab 12.490 Euro, den Ducati offiziell noch nicht bestätigt hat
Ducati erweitert sein Offroad-Programm und stellt der Wettbewerbsfamilie aus Desmo450 MX und Desmo450 EDX nun eine Enduro mit Straßenzulassung zur Seite. Die Desmo450 EDS ist damit das dritte Modell auf der noch jungen 450-Offroad-Plattform und reiht sich in die umfangreiche Modelloffensive zum 100-jährigen Bestehen der Marke ein. Vorgestellt wurde die Maschine am 9. Juni 2026 im Stammwerk in Borgo Panigale in Bologna. Für die Offroad-Sparte markiert das Modell den Schritt vom reinen Wettbewerbshersteller hin zu einer vollständigen Palette aus Motocross, Wettkampf-Enduro und straßenzugelassener Enduro.
Was ist die Ducati Desmo450 EDS?
Die Desmo450 EDS ist Ducatis erste moderne Enduro mit Straßenzulassung und basiert auf dem Motocross-Modell Desmo450 MX. Das Kürzel EDS steht für Enduro Street Legal. Für den Geländeeinsatz über längere Distanzen übernahmen die Ingenieure die technische Grundlage der MX und passten zahlreiche Komponenten an. Dazu zählen ein in den Aluminium-Perimeterrahmen integrierter, transparenter 8,5-Liter-Kraftstofftank, neu gestaltete Seitenteile, eine überarbeitete Sitzbank sowie eine Kombination aus 21-Zoll-Vorderrad und 18-Zoll-Hinterrad. In Europa rollt die Maschine auf Metzeler Six Days Extreme in den Größen 80/100-21 vorne und 110/90-18 hinten. Serienmäßig schützen Handschützer, ein Motorschutz sowie Kupplungs- und Lichtmaschinendeckel aus Aluminium die gefährdeten Bereiche. Die Frontverkleidung trägt einen LED-Scheinwerfer im Stil der Ducati-Superbikes, dazu informiert ein LCD-Display über die wichtigsten Fahrdaten.
Was leistet der Desmodromik-Motor der Desmo450 EDS?
Der Einzylinder leistet laut Hersteller 42 PS (30,9 kW) bei 6.750 Umdrehungen pro Minute und stellt ein maximales Drehmoment von 45 Newtonmetern (33 lb-ft) bei 5.750 Umdrehungen bereit. Grundlage ist das 449,6 Kubikzentimeter große Aggregat der Desmo450 MX, das für den Enduro-Einsatz auf eine gleichmäßige, gut kontrollierbare Leistungsentfaltung abgestimmt wurde. Die desmodromische Ventilsteuerung, mit der Ducati als einziger Hersteller in dieser Klasse antritt, sorgt für kräftiges Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich und erlaubt zugleich hohe Drehzahlen.
Für das ruhigere Ansprechverhalten verantwortlich sind unter anderem eine auf 42 statt 44 Millimeter verkleinerte Drosselklappe, speziell entwickelte Nockenwellen, ein Kolben mit niedrigerem Verdichtungsverhältnis sowie ein höheres Massenträgheitsmoment an Kurbelwelle und Schwungrad. Das Sechsganggetriebe nutzt eine enduro-spezifische Abstufung mit kürzerem erstem und längerem sechstem Gang. Die Kupplung erfordert weniger Handkraft als bei einem Motocross-Motorrad. Gekühlt wird über rautenförmige Kühler, die laut Ducati eine um 6,5 Prozent größere Kühlfläche bieten als eine herkömmliche Lösung, ergänzt um einen elektrischen Lüfter für niedrige Geschwindigkeiten. Ambitionierte Fahrer können in einer autorisierten Werkstatt das Ducati Performance Racing-Kit nachrüsten, das eine andere Abgasanlage, geänderte Ansaugkomponenten und eine spezielle Motorabstimmung umfasst. In dieser Konfiguration steigt die Leistung Medienberichten zufolge auf rund 54 PS, mit einem Akrapovič-Auspuff auf etwa 56 PS. Mit montiertem Racing-Kit ist die Maschine allerdings nicht mehr für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen.

Wie ist das Fahrwerk der Desmo450 EDS aufgebaut?
Das Fahrwerk stammt aus der Zusammenarbeit mit Showa und wurde gemeinsam mit den Ducati-Testfahrern entwickelt, darunter der mehrfache Enduro-Weltmeister und Supercross-Europameister Antoine Meo. Die voll einstellbare Upside-down-Gabel mit 49 Millimeter Standrohrdurchmesser bietet 310 Millimeter Federweg, eine Kashima-Beschichtung der Standrohre und weichere Federn als die MX. Sie soll Steine und Wurzeln besser absorbieren und auf langsamen, technischen Passagen mehr Kontrolle geben. Das über eine progressive Umlenkung angebundene Showa-Federbein arbeitet mit 301 Millimeter Federweg und ist auf Traktion und Stabilität beim Beschleunigen ausgelegt. Hinzu kommt eine Aluminium-Schwinge.
Der Aluminium-Perimeterrahmen übernimmt die Basis der Desmo450 MX, wurde aber über geänderte Motoraufnahmen an den Endurosport angepasst. Laut Ducati wiegt der Rahmen weniger als neun Kilogramm und besteht aus nur elf Bauteilen, also etwa der Hälfte vergleichbarer Konstruktionen. Der gesamte vordere Bereich, der Lenkkopf und obere Federbeinaufnahme verbindet, ist ein einziges Gussteil. Verzögert wird über eine Brembo-Anlage mit Galfer-Einzelscheiben, vorne mit 260 Millimeter Durchmesser und schwimmend gelagertem Zweikolben-Sattel, hinten mit 240 Millimeter und Einkolben-Sattel. Mit 119,9 Kilogramm (264 lbs) ohne Kraftstoff bewegt sich die Maschine im leichten Bereich ihrer Klasse, fahrbereit mit Betriebsflüssigkeiten nennen die Datenblätter rund 126 Kilogramm (278 lbs). Die Sitzhöhe liegt bei 970 Millimetern, der Radstand bei 1.494 Millimetern.
Was kann die Ducati Traction Control im Gelände?
Mit dem Racing-Kit erhält die Desmo450 EDS eine Traktionskontrolle, die den Leistungseingriff am tatsächlichen Schlupf des Hinterrads ausrichtet. Anders als viele bisherige Offroad-Systeme regelt die Ducati Traction Control dadurch nach Herstellerangabe schneller und linearer. Das System erkennt Situationen, in denen ein Eingriff nicht sinnvoll ist, etwa bei Sprüngen, und schaltet sich dann selbst ab. Wer an einer bestimmten Stelle die volle Leistung nutzen möchte, deaktiviert die Regelung kurz über leichten Druck auf den Kupplungshebel, woraufhin sie sich kurz darauf automatisch wieder einschaltet. Zur Wahl stehen vier Eingriffsstufen, zwei für schnelle und zwei für weniger erfahrene Fahrer. Zum Elektronikpaket gehören außerdem Launch Control, Engine Brake Control und ein Schaltautomat. Über die X-Link-App, die per WLAN-Modul mit dem Motorrad verbunden ist, lassen sich die Systeme in mehreren Stufen einstellen und zwei konfigurierbaren Riding Modes zuordnen.

Wie funktionieren die adaptiven Wartungsintervalle?
Die Desmo450 EDS passt ihre Serviceintervalle an die tatsächliche Beanspruchung des Motors an, statt feste Stundenwerte vorzugeben. Ein eigens entwickelter Algorithmus berechnet aus Betriebsparametern und Einsatzbedingungen, einschließlich des Untergrunds, in Echtzeit einen Belastungsindex und aktualisiert daraus einen Verschleißindikator. Vorgesehen sind zwei Stufen. Der MID Service umfasst den Kolbenwechsel und die Kontrolle des Ventilspiels und wird je nach Verschleiß nach 90 bis 120 Betriebsstunden fällig. Der FULL Service beinhaltet eine vollständige Motorrevision und kann nach etwa 180 bis 240 Betriebsstunden nötig werden. Die jeweiligen Werte lassen sich über die X-Link-App einsehen, sodass intensiv genutzte Maschinen kürzere und Hobbymaschinen längere Intervalle erhalten.
Was kostet die Ducati Desmo450 EDS?
In Deutschland soll die Desmo450 EDS ab 12.490 Euro kosten, einen offiziellen Preis hat Ducati Deutschland bislang nicht veröffentlicht. Damit läge die Maschine auf dem Niveau der Standard-Desmo450 MX. Für andere Märkte liegen bereits konkrete Angaben vor. In Großbritannien ruft Ducati 11.895 Pfund auf, in den USA startet die Enduro bei 12.995 US-Dollar, und für Australien nennt der Hersteller eine unverbindliche Preisempfehlung von 18.125 Australischen Dollar. Der Verkauf beginnt ab Juli 2026 bei ausgewählten europäischen Händlern, in Nordamerika ist der Marktstart für August 2026 vorgesehen, anschließend folgen weitere Länder. Angeboten wird die Maschine als Modelljahr 2027 zunächst in der Farbe Ducati Red.
Das Zubehörprogramm von Ducati Performance umfasst aus dem Vollen gefräste Factory-Komponenten wie Radnaben und Gabelbrücken, eine Racing-Abgasanlage beziehungsweise einen Akrapovič-Titan-Endschalldämpfer sowie Brembo Racing-Bremssättel. Für den passenden Auftritt entstand zusammen mit Drudi Performance eine Bekleidungskollektion, zu der ein Alpinestars-Set aus Jersey, Hose, Handschuhen und Stiefeln, ein Arai-Helm, eine Windweste, eine Softshell-Jacke und eine Regenjacke von Spidi gehören.

Häufige Fragen
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Was kostet die Ducati Desmo450 EDS in Deutschland?
Die Ducati Desmo450 EDS soll in Deutschland ab 12.490 Euro kosten. Einen offiziellen deutschen Preis hat Ducati bislang nicht bestätigt, der Wert entspräche dem Niveau der Standard-Desmo450 MX. In anderen Märkten liegt der Einstieg bei 11.895 Pfund in Großbritannien und 12.995 US-Dollar in den USA.
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Wie viel PS hat die Ducati Desmo450 EDS?
Die Desmo450 EDS leistet laut Hersteller 42 PS (30,9 kW) bei 6.750 Umdrehungen und stellt 45 Newtonmeter bei 5.750 Umdrehungen bereit. Mit dem optionalen Racing-Kit steigt die Leistung Medienberichten zufolge auf rund 54 PS, mit Akrapovič-Auspuff auf etwa 56 PS.
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Wann kommt die Ducati Desmo450 EDS auf den Markt?
Die Ducati Desmo450 EDS kommt ab Juli 2026 zu ausgewählten europäischen Händlern. In Nordamerika ist der Verkaufsstart für August 2026 vorgesehen, weitere Länder folgen schrittweise. Angeboten wird sie als Modelljahr 2027 in der Farbe Ducati Red.
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Ist die Ducati Desmo450 EDS straßenzugelassen?
Ja, die Desmo450 EDS ist Ducatis erste straßenzugelassene Enduro, das Kürzel EDS steht für Enduro Street Legal. Mit montiertem Ducati Performance Racing-Kit, das unter anderem eine offene Abgasanlage umfasst, ist die Maschine allerdings nicht mehr für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen.
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Was unterscheidet die Desmo450 EDS von der Desmo450 MX?
Die Desmo450 EDS übernimmt die Plattform der MX, ist aber für lange Geländedistanzen ausgelegt. Dazu zählen ein 8,5-Liter-Tank, ein Sechsganggetriebe mit angepasster Abstufung, eine weicher abgestimmte Showa-Gabel, ein 18-Zoll-Hinterrad sowie zusätzliche Schutzteile und eine ruhigere Leistungsentfaltung.












