- Rekorde von Rossi und Agostini sind für Marquez nach den Verletzungsjahren 2020 bis 2023 kein Ziel mehr.
- Als stärksten Gegner nennt er für seine Anfangszeit Jorge Lorenzo, über die ganze Karriere gesehen Valentino Rossi.
- Pedro Acosta, Fermin Aldeguer, David Alonso und Maximo Quiles hält er für Fahrer, die ihn ablösen können.
Marc Marquez hat Ende Juni 2026 der italienischen Zeitung Gazzetta dello Sport ein ausführliches Interview gegeben. Kurz zuvor hatte er seinen Vertrag mit Ducati bis 2028 verlängert. Im Gespräch geht es weniger um das nächste Rennen als um die großen Linien seiner Karriere: um alte Rivalen, um Bestmarken und um die Frage, wer nach ihm kommt. Der neunfache Weltmeister zeigt sich dabei auffallend entspannt.

Warum jagt Marc Marquez keine Rekorde mehr?
Marquez sagt, dass ihm die Bestmarken von Valentino Rossi und Giacomo Agostini nicht mehr wichtig sind. Nach den Jahren 2020 bis 2023 sei es für ihn schon ein Geschenk, überhaupt noch an der Spitze zu fahren.
Früher hätte er anders geantwortet. Hätte man ihn vor fünf Jahren gefragt, hätte er ohne Zögern gesagt, dass er die Rekorde einholen will. Dann kam der Sturz in Jerez 2020 mit dem gebrochenen Oberarm. Es folgten mehrere Operationen und lange Pausen. Heute sieht er es als Ehre, wenn sein Name in Rekordlisten neben Rossi und Agostini auftaucht. Mehr verlangt er davon nicht. Er sagt: „Avere un titolo in più o in meno non mi cambierà più la vita.“ Auf Deutsch: Ein Titel mehr oder weniger wird an seinem Leben nichts mehr ändern.
Seinen Frieden hat Marquez nach eigener Aussage im vergangenen Jahr in Motegi gefunden. Dort machte er den neunten Titel vorzeitig perfekt und bewies sich selbst, dass er noch gewinnen kann. Wichtig war ihm vor allem eines: Seine Karriere sollte nicht mit den Folgen seiner zu frühen Rückkehr nach der Verletzung von 2020 enden. Dieses Kapitel ist für ihn abgeschlossen.
Wie viele Siege fehlen Marquez auf Rossi und Agostini?
In der MotoGP fehlen Marquez noch drei Siege, um mit Rossi gleichzuziehen. Er steht bei 73 Erfolgen in der Königsklasse, Rossi hält mit 76 den Rekord.
Über alle Klassen gerechnet kommt Marquez auf 101 Grand-Prix-Siege. Rossi gewann insgesamt 115 Rennen und neun WM-Titel. Die meisten Grand-Prix-Siege überhaupt hat Giacomo Agostini mit 122. Bis dahin sind es für Marquez noch 21 Erfolge.

Wen hält Marquez für seinen stärksten Gegner?
Marquez gibt zwei Antworten. Für die Zeit, als er in die Weltmeisterschaft kam, nennt er Jorge Lorenzo, weil der damals der Beste gewesen sei. Über die ganze Laufbahn gesehen liegt für ihn aber Valentino Rossi vorn.
Rossi sei damals ebenfalls auf der Strecke gewesen, erinnert Marquez. Die Zahlen zeigten, dass der Italiener insgesamt besser war als Lorenzo. Marquez unterscheidet also zwischen der Momentaufnahme seiner ersten Jahre und der Bilanz einer ganzen Karriere.
Was sagt Marquez über Pedro Acosta als Teamkollegen?
Marquez rechnet damit, dass ihn Pedro Acosta im Ducati-Werksteam unter Druck setzen wird, und er wünscht sich das sogar. Acosta hatte gesagt, dass er viel von Marquez lernen will.
Schonung erwartet Marquez von dem Jüngeren nicht. Das sei der natürliche Gang der Dinge, denn „nessuno è invincibile“, niemand ist unschlagbar. Wenn Acosta ihn eines Tages besiegt, passiere ihm nur das, was jedem passiert: Irgendwann kommt ein Jüngerer, der schneller ist. Näher will er sich mit dem Thema aber erst im Winter beschäftigen.

Welche jungen Fahrer können Marquez ablösen?
Marquez sieht nicht nur Acosta als möglichen Nachfolger. Er spricht von „zwei oder drei“ Fahrern und nennt neben Acosta auch Fermin Aldeguer, David Alonso und Maximo Quiles.
Über Aldeguer sagt er, dass dieser derzeit noch praktisch mit nur einem Bein fahre. Mit David Alonso aus der Moto2 und Maximo Quiles aus der Moto3 nennt er zwei Fahrer, die noch nicht in der Königsklasse angekommen sind. Für Marquez wird es also nicht einen einzelnen Erben geben, sondern eine ganze Gruppe junger Fahrer, die nachrückt.
Wie steht Marquez in der MotoGP-WM 2026?
Marquez liegt in der WM 2026 hinter Marco Bezzecchi, hat den Abstand zuletzt aber stark verkürzt. Nach dem Grand Prix in Brno, dem neunten von 22 Saisonrennen, fehlten ihm noch 40 Punkte.
Zwei Rennen zuvor waren es noch 102 Punkte gewesen. Hätte ihm das jemand vorhergesagt, hätte er ihn für betrunken gehalten, meint Marquez. In dieser Saison liegen die Fahrer vom ersten bis zum sechsten Platz eng zusammen, deshalb rechnet er mit weiteren Überraschungen. Seine Zukunft hat er unabhängig davon geregelt. Mit dem neuen Ducati-Vertrag bis 2028 will er vor allem eines erreichen: den Zeitpunkt seines Rücktritts selbst bestimmen und bis zum letzten Rennen Spaß haben, ohne am Ende zu leiden.

Häufige Fragen
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Wer ist für Marc Marquez der stärkste Gegner seiner Karriere?
Marc Marquez nennt zwei Fahrer. Für seine ersten Jahre in der WM hält er Jorge Lorenzo für den Stärksten, über die ganze Karriere gesehen liegt für ihn Valentino Rossi vorn.
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Wie viele MotoGP-Siege hat Marc Marquez?
Marc Marquez hat 73 Siege in der MotoGP und 101 Grand-Prix-Siege über alle Klassen. Auf Valentino Rossis Rekord von 76 Siegen in der Königsklasse fehlen ihm drei, auf Giacomo Agostinis 122 Grand-Prix-Siege insgesamt 21.
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Bis wann fährt Marc Marquez für Ducati?
Marc Marquez hat seinen Vertrag mit Ducati bis 2028 verlängert. Er will selbst entscheiden, wann er aufhört, und bis zum Schluss Spaß am Fahren haben.
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Welche jungen Fahrer sieht Marc Marquez als Nachfolger?
Marc Marquez nennt Pedro Acosta, Fermin Aldeguer, David Alonso und Maximo Quiles. Er rechnet nicht mit einem einzelnen Nachfolger, sondern mit mehreren jungen Fahrern.












