- Marquez nennt Jorge Lorenzo als stärksten Gegner beim Einstieg in die MotoGP, in der Gesamtbilanz sieht er aber Valentino Rossi vorn.
- Der 33-Jährige steht bei 73 MotoGP-Siegen und 101 Grand-Prix-Erfolgen; Rossi hält mit 76 Siegen den Rekord in der Königsklasse, Giacomo Agostini führt mit 122 GP-Siegen.
- Als kommende Herausforderer nennt Marquez Pedro Acosta, Fermin Aldeguer, David Alonso und Maximo Quiles.
Marc Marquez bestreitet bereits sein 14. Jahr in der Königsklasse und kämpft weiter um Siege und Titel. Gleichzeitig richtet der Ducati-Pilot den Blick nach vorn und spricht offen darüber, wer ihn eines Tages ablösen könnte. In einem Interview am Rande des Grand Prix der Niederlande zog der Spanier eine Zwischenbilanz zu seinen größten Rivalen, zur Bedeutung von Rekorden und zum bevorstehenden Wechsel der Generationen im Fahrerfeld.

Wer war für Marc Marquez der stärkste Gegner?
Für Marquez gibt es auf diese Frage nicht nur eine Antwort. Beim Einstieg in die Weltmeisterschaft sei Jorge Lorenzo der Stärkste gewesen, weil er damals der Beste war. In der Gesamtbetrachtung ordnet er die Sache aber anders ein.
Auf der Strecke sei damals auch Valentino Rossi präsent gewesen. Und gemessen an den Zahlen sei der Italiener insgesamt stärker gewesen als Lorenzo, so Marquez. Damit trennt er sauber zwischen dem Moment seines Aufstiegs und der langfristigen Bilanz: Lorenzo setzte aus seiner Sicht den sportlichen Maßstab, als er in die Klasse kam, historisch spricht die Bilanz aber für Rossi.
Wie nah ist Marquez an den Rekorden von Rossi und Agostini?
Marquez ist nur noch wenige Erfolge von zwei der größten Bestmarken des Sports entfernt. Valentino Rossi holte neun WM-Titel und 115 Grand-Prix-Siege über alle Klassen hinweg, in der Königsklasse hält er mit 76 Erfolgen weiter den Rekord.
Marquez selbst steht inzwischen bei 73 Siegen in der MotoGP und bei 101 Grand-Prix-Erfolgen insgesamt. Damit fehlen ihm nur noch wenige Siege, um Rossi einzuholen. Auch der Rekord von Giacomo Agostini mit 122 Grand-Prix-Siegen ist damit in Reichweite gerückt.

Warum treiben Marquez die großen Rekorde nicht mehr an?
Weil sich seine Sicht auf Bestmarken nach den schweren Jahren zwischen 2020 und 2023 grundlegend verändert hat. Vor fünf Jahren, sagt er, hätte er die Frage nach der Rekordjagd klar mit Ja beantwortet und alles daran gesetzt, die Marken einzuholen.
Nach der Oberarmverletzung im Jahr 2020, mehreren Operationen, langen Reha-Phasen und Zweifeln an einer Rückkehr an die Spitze sehe er es heute schon als Geschenk, überhaupt noch auf diesem Niveau fahren zu können. Es sei eine Ehre, seinen Namen neben Agostini und Rossi in den Ranglisten zu sehen. Ein Titel mehr oder weniger falle für ihn dagegen kaum noch ins Gewicht. Im Original sagt er dazu: „Avere un titolo in più o in meno non mi cambierà più la vita.“ Übersetzt heißt das: „Ob ich einen Titel mehr oder weniger habe, wird mein Leben nicht mehr verändern.“
Den entscheidenden Wendepunkt sieht er im vergangenen Jahr in Motegi, wo er seinen neunten Titel vorzeitig sicherte und sich selbst bewies, dass er noch gewinnen kann. Sein größter Wunsch sei gewesen, die Karriere nicht mit den Folgen seines übereilten Comebackversuchs nach dem Jerez-Unfall 2020 zu beenden. Er habe wieder gewonnen und sei damit im Reinen mit sich.
Wie blickt Marquez auf seinen künftigen Teamkollegen Pedro Acosta?
Marquez zeigt sich gelassen, künftig gemeinsam mit Pedro Acosta für Ducati anzutreten. Acosta hatte angekündigt, möglichst viel vom Spanier lernen zu wollen. Eine Schonfrist erwartet Marquez allerdings nicht.
Er hoffe sogar, dass ihn der Jüngere fordere, denn das wäre das Natürlichste überhaupt. Sollte Acosta ihn tatsächlich schlagen, wäre das für ihn kein außergewöhnliches Ereignis, sondern der normale Lauf des Sports. „Nessuno è invincibile“, sagt er, also: „Niemand ist unbesiegbar.“ Irgendwann komme ein Jüngerer, der es besser mache. Über die konkrete Konstellation im Team wolle er aber erst im kommenden Winter sprechen.

Welche jungen Fahrer sieht Marquez als seine Nachfolger?
Marquez macht klar, dass die Zukunft der MotoGP nicht an einem einzigen Fahrer hängt. Auf die Frage, wer ihn eines Tages vom Thron stoßen könnte, nennt er gleich mehrere Namen: Pedro Acosta, Fermin Aldeguer, David Alonso und Maximo Quiles.
Aldeguer fahre im Moment praktisch noch mit angezogener Handbremse und habe sein Potenzial damit längst nicht ausgeschöpft. David Alonso steht als Moto2-Pilot vor dem Aufstieg, während Maximo Quiles in der Moto3 als eines der größten spanischen Talente gilt. Vor allem Acosta und Aldeguer werden schon heute als zentrale Figuren der nächsten Generation gehandelt. Für Marquez könnte damit eine ganze Welle junger Fahrer die kommenden Jahre prägen.
Was Marquez‘ Aussagen für die MotoGP-Saison 2026 bedeuten
Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Marquez seine sportliche Zukunft bereits geregelt hat. Seinen Vertrag bei Ducati hat er bis 2028 verlängert und dabei betont, selbst über den Zeitpunkt seines Karriereendes entscheiden zu wollen, ohne am Ende zu leiden.
Sportlich bleibt die Saison eng. Innerhalb von nur zwei Grand Prix schmolz sein Vorsprung auf Marco Bezzecchi von 102 auf 40 Punkte. Marquez selbst beschreibt das als kaum vorstellbar und verweist darauf, dass vom ersten bis zum sechsten Platz alle Fahrer sehr dicht beieinander liegen. Sein Rückblick auf Rossi und Lorenzo und der Blick auf die junge Garde ordnen sich damit in ein Titeljahr ein, in dem der amtierende Weltmeister zugleich um Siege kämpft und den Übergang zur nächsten Fahrergeneration bereits offen anspricht.

Häufige Fragen
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Wer ist für Marc Marquez der stärkste Gegner seiner Karriere?
Marc Marquez nennt zwei Namen. Beim Einstieg in die MotoGP hält er Jorge Lorenzo für den stärksten Fahrer, in der Gesamtbetrachtung sieht er aber Valentino Rossi vorn, weil die Zahlen für den Italiener sprechen.
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Wie viele MotoGP-Siege hat Marc Marquez?
Marc Marquez steht aktuell bei 73 Siegen in der MotoGP. Insgesamt kommt er auf 101 Grand-Prix-Erfolge über alle Klassen. Damit fehlen ihm nur wenige Siege auf Valentino Rossi, der in der Königsklasse mit 76 Erfolgen führt, sowie auf Giacomo Agostini mit 122 GP-Siegen insgesamt.
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Bis wann fährt Marc Marquez für Ducati?
Marc Marquez hat seinen Vertrag bei Ducati bis 2028 verlängert. Nach eigener Aussage will er selbst bestimmen, wann er seine Karriere beendet, und dabei bis zum Schluss Freude am Fahren behalten.
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Welche jungen Fahrer sieht Marc Marquez als Nachfolger?
Marc Marquez sieht gleich mehrere junge Fahrer als mögliche Nachfolger. Er nennt Pedro Acosta, Fermin Aldeguer, David Alonso und Maximo Quiles. Für ihn hängt die Zukunft der MotoGP damit nicht an einem einzigen Namen.












