- FC-Moto übernimmt alle 8 Motorrad-Ecke-Standorte und betreibt nun insgesamt 9 Filialen
- Die neuen Läden liegen in Baden-Württemberg und Bayern
- Kunden können online bestellte Produkte in die Filiale liefern lassen und dort anprobieren
Jahrzehntelang war FC-Moto ein reiner Onlinehändler mit nur einem einzigen Ladengeschäft in Würselen bei Aachen. Nun vollzieht das Unternehmen einen strategischen Kurswechsel und baut ein eigenes Filialnetz auf. Durch die Übernahme sämtlicher verbliebener Standorte der Motorrad-Ecke im süddeutschen Raum verfügt FC-Moto ab sofort über neun stationäre Geschäfte. Für Kunden in Baden-Württemberg und Bayern bedeutet das: Helme, Bekleidung und Zubehör lassen sich vor dem Kauf vor Ort ansehen, anfassen und anprobieren.

Welche Standorte hat FC-Moto übernommen?
FC-Moto hat alle acht Filialen der Motorrad-Ecke aufgekauft. Zusammen mit dem bestehenden Store in Würselen ergibt sich ein Netz von neun Standorten. Die ehemaligen Motorrad-Ecke-Geschäfte befinden sich in Schwenningen, Singen, Böblingen, Pfullingen (als Outlet), Offenburg, Heilbronn, Rosenheim und Weil am Rhein. Der Schwerpunkt liegt damit klar in Baden-Württemberg, wo die Motorrad-Ecke seit mehr als 25 Jahren eine feste Größe im Zubehörhandel war. Mit dem Standort in Rosenheim kommt ein einzelner bayerischer Stützpunkt dazu.
Die Umstellung der Filialen läuft bereits. Auf dem Instagram-Kanal der Motorrad-Ecke heißt es dazu sinngemäß: Gleicher Shop, neuer Name. Die Mitarbeiter an den Standorten sollen laut Kundenberichten aus Online-Foren weitgehend übernommen worden sein. In der Heilbronner Filiale etwa waren Ende März 2026 die Regale nach Aussagen von Besuchern teilweise noch nicht vollständig bestückt, das Personal wurde jedoch als freundlich und hilfsbereit beschrieben.
Wer steckt hinter FC-Moto?
FC-Moto wurde 1996 von Farshid Chalatbari gegründet. Den Anfang machte ein kleines Ladenlokal an der Jülicher Straße in Aachen. Bereits drei Jahre später ging der Onlineshop an den Start. Laut einem Bericht der Aachener Zeitung vom Mai 2025 hatte Chalatbari zuvor acht Jahre als Shopleiter bei der inzwischen aufgelösten Kette GoTo-Helmstudio gearbeitet und dabei früh Erfahrungen mit eBay und den ersten Onlineshops gesammelt.
Das Wachstum verlief rasant. In der Anfangsphase soll das Unternehmen laut Chalatbari jährlich um bis zu 150 Prozent gewachsen sein. 2012 zog FC-Moto an die Aachener Straße in Würselen um, wo das Geschäft mit einer rund 50 Meter langen Schaufensterfront über Jahre hinweg Anlaufstelle für Kunden aus der Region war. Im Juli 2023 folgte der bislang größte Umzug: FC-Moto bezog einen neuen Standort auf dem Gewerbegebiet Avantis bei Aachen, von wo aus laut Unternehmensangaben täglich rund 4.500 Pakete mit Motorradbekleidung, Zubehör und Ersatzteilen verschickt werden.
Heute beschreibt sich FC-Moto als eines der führenden E-Commerce-Unternehmen der Motorradbranche. Der Onlineshop ist in 18 Sprachen verfügbar, rund 20 Prozent des Umsatzes sollen laut Chalatbari außerhalb Europas entstehen. Das Unternehmen agiert sowohl als Einzel- als auch als Großhändler und gibt auf seiner Website an, mehr als 200.000 Artikel von über 100 Marken im Sortiment zu führen. Laut Aachener Zeitung liegt der Jahresumsatz bei mehr als 100 Millionen Euro.
Warum geht FC-Moto in den stationären Handel?
Die Expansion in den Filialhandel markiert eine deutliche Strategieerweiterung. Für Motorradfahrer hat der stationäre Einkauf gerade bei Bekleidung einen konkreten Vorteil: Helme müssen passen, Jacken und Hosen in der richtigen Größe sitzen, Handschuhe wollen angefasst werden. Online allein lässt sich das nur bedingt abbilden.
FC-Moto bietet an seinen Standorten deshalb einen Hybridansatz an. Kunden können Produkte aus dem Onlineshop ohne Kaufzwang in eine Filiale liefern lassen, bis zu zehn Artikel gleichzeitig, dort anprobieren und dann vor Ort kaufen oder zurückgeben. Das Modell verbindet die Sortimentstiefe des Onlinehandels mit dem haptischen Erlebnis des stationären Geschäfts.
Dass FC-Moto diesen Schritt ausgerechnet durch die Übernahme der Motorrad-Ecke-Standorte vollzieht, dürfte kein Zufall sein. Die Motorrad-Ecke mit Hauptsitz in Villingen-Schwenningen hatte bereits 2010 Insolvenz angemeldet. Damals betrieb das Unternehmen bundesweit 27 Filialen mit 103 Mitarbeitern. Im Zuge der Restrukturierung unter dem damaligen Insolvenzverwalter wurden zahlreiche defizitäre Standorte geschlossen, ein Teil des Geschäfts unter dem früheren Geschäftsführer Mustafa Özbek fortgeführt. Die acht Standorte, die zuletzt noch existierten, sind nun in FC-Motos Hand übergegangen.
Was bedeutet das für die Motorradbranche?
Die Expansion von FC-Moto fällt in eine Zeit, in der der stationäre Motorrad-Zubehörhandel in Deutschland unter erheblichem Druck steht. Der Filialist Polo Motorrad und Sportswear, mit rund 90 Standorten und etwa 700 Beschäftigten einer der größten Anbieter des Landes, hat im November 2025 beim Amtsgericht Mönchengladbach ein Eigenverwaltungsverfahren beantragt. Das 1980 gegründete Unternehmen aus Jüchen kämpft bereits zum zweiten Mal mit einer Insolvenz, nachdem es schon 2011 ein ähnliches Verfahren durchlaufen hatte.
Die Kette Hein Gericke, einst eine der bekanntesten Marken im Motorradzubehörhandel, existiert gar nicht mehr als operatives Unternehmen. Nach insgesamt vier Insolvenzen zwischen 2003 und 2017 wurden die letzten verbliebenen Filialen 2018 geschlossen. Die Markenrechte wurden 2024 an die niederländische Perier-Gruppe verkauft, eine Rückkehr in den aktiven Handel ist bislang nicht erfolgt.
Dass FC-Moto in diesem Umfeld expandiert, statt sich wie andere Anbieter zurückzuziehen, lässt sich als bewusste Gegenposition lesen. Das Unternehmen kommt aus dem E-Commerce, verfügt über eine etablierte Logistik mit eigenem Hochregallager und kann die Filialen als Ergänzung zum Onlinegeschäft betreiben, nicht als alleinigen Umsatzkanal. Ob dieses Modell langfristig tragfähig ist, wird sich zeigen müssen.
Welche Rolle spielt der Standort Würselen für FC-Moto?
Der Store in Würselen bleibt das Stammgeschäft von FC-Moto und ist weiterhin die größte Filiale des Unternehmens. Der Standort liegt in direkter Nähe zur Unternehmenszentrale auf dem Gewerbegebiet Avantis, wo sich auch das Logistikzentrum befindet. In Online-Foren berichten Kunden von einer großen Auswahl vor Ort, persönlicher Beratung und der Möglichkeit, Produkte direkt mitzunehmen.
Gründer Chalatbari hat laut Aachener Zeitung bereits angekündigt, eine noch größere Immobilie für das Geschäft in Würselen zu suchen, mit bis zu 3.000 Quadratmetern Fläche. Das deutet darauf hin, dass die Verbindung von Online- und Filialhandel nicht nur für die übernommenen Motorrad-Ecke-Standorte geplant ist, sondern auch am Stammsitz weiter ausgebaut werden soll.
Häufige Fragen
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Wie viele Filialen hat FC-Moto jetzt?
FC-Moto betreibt seit der Übernahme der Motorrad-Ecke insgesamt neun Filialen. Acht davon sind ehemalige Motorrad-Ecke-Standorte in Süddeutschland, dazu kommt der bestehende Store in Würselen bei Aachen.
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Wo befinden sich die neuen FC-Moto Filialen?
Die ehemaligen Motorrad-Ecke-Standorte liegen in Schwenningen, Singen, Böblingen, Pfullingen (Outlet), Offenburg, Heilbronn, Rosenheim und Weil am Rhein. Der Schwerpunkt liegt in Baden-Württemberg mit einem weiteren Standort in Bayern.
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Kann man bei FC-Moto online bestellen und in der Filiale anprobieren?
Ja. FC-Moto bietet die Möglichkeit, bis zu zehn Produkte aus dem Onlineshop ohne Kaufzwang in eine Filiale liefern zu lassen. Dort können die Artikel anprobiert und bei Gefallen direkt gekauft werden.
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Wann wurde FC-Moto gegründet?
FC-Moto wurde 1996 von Farshid Chalatbari in Aachen gegründet. Der Onlineshop ging 1999 an den Start. Heute liegt der Jahresumsatz laut Aachener Zeitung bei über 100 Millionen Euro.
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Was ist mit der Motorrad-Ecke passiert?
Die Motorrad-Ecke mit Sitz in Villingen-Schwenningen hatte bereits 2010 Insolvenz angemeldet und in den Folgejahren zahlreiche Filialen geschlossen. Die zuletzt verbliebenen acht Standorte in Süddeutschland wurden 2026 von FC-Moto übernommen.
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