- Neuer luft-ölgekühlter Einzylinder mit 501 cm³, 28 PS (20,6 kW) und 43,3 Nm (31,9 lb-ft)
- Drei Ausstattungsvarianten, Produktion in Indien, Preise noch nicht genannt
- Marke GB 500 seit November 2024 in den USA und in der EU eingetragen
Große luftgekühlte Einzylinder galten lange als Auslaufmodell. Strengere Abgasvorschriften und der Wechsel zu Wasserkühlung ließen die Gattung fast verschwinden. In Indien klafft seit dem Produktionsende des 500er-Motors von Royal Enfield im Jahr 2020 eine Lücke, die bisher niemand gefüllt hat. Genau dort setzt die neue Honda CB 500 an, die der Hersteller am 24. Juli 2026 in Indien präsentiert hat. Offiziell ist sie ein reines Modell für den indischen Markt. Mehrere Hinweise sprechen aber dafür, dass es dabei nicht bleibt.

Was steckt im neuen 501-cm³-Einzylinder der Honda CB 500?
Der Motor ist eine Neuentwicklung mit 501 cm³ Hubraum, Luft- und Ölkühlung und einem einzelnen Zylinder. Er leistet 28 PS (20,6 kW) und stellt 43,3 Nm (31,9 lb-ft) maximales Drehmoment bereit.
Die Leistung ist damit für einen halben Liter Hubraum überschaubar. Entscheidend ist die Auslegung: Honda hat den Motor auf kräftigen Durchzug im unteren und mittleren Drehzahlbereich getrimmt, nicht auf Spitzenwerte. Das Drehmoment liegt deutlich näher an dem, was deutlich größere Zweizylinder liefern. Die Royal Enfield Interceptor 650 kommt mit 648 cm³ und zwei Zylindern auf 48 PS (35 kW) und 52,3 Nm (38,6 lb-ft). Der Abstand beim Drehmoment fällt also erstaunlich klein aus.
Die Kraft läuft über ein Fünfganggetriebe und eine Anti-Hopping-Kupplung, im Fachjargon Slipper-Kupplung genannt. Sie verhindert, dass das Hinterrad beim harten Herunterschalten stempelt. Dazu kommt eine abschaltbare Traktionskontrolle, die Honda als Honda Selectable Torque Control (HSTC) bezeichnet. Nach Angaben aus Indien ist es der größte luftgekühlte Einzylinder, den Honda dort im Programm hat.
Wie unterscheidet sich der Motor vom bekannten 471-cm³-Zweizylinder?
Der neue Einzylinder hat mit dem verbreiteten 500er-Twin von Honda nichts gemeinsam. Dieser Zweizylinder arbeitet wassergekühlt, misst 471 cm³ und leistet rund 47 PS (34,5 kW) bei 8.500 Umdrehungen pro Minute.
Der bekannte Reihenzweizylinder steckt unter anderem in der CB500 Hornet, der NX500, der CL500 und der CMX 500 Rebel. Er ist drehfreudiger und stärker, passt optisch aber schlecht zu einem klassischen Konzept, weil Kühler und Schläuche das Bild stören. Der neue Einzylinder mit seinen sichtbaren Kühlrippen liefert genau das Gegenteil: weniger Papierform, dafür ein Erscheinungsbild, das zur Retro-Idee passt. Wer sich für den Namen CB 500 interessiert, sollte deshalb genau hinschauen, welches Triebwerk gemeint ist.

Fahrwerk, Bremsen und Ausstattung im Überblick
Das Fahrwerk bleibt bewusst schlicht. Ein Stahlrohrrahmen trägt vorn eine Telegabel mit Faltenbälgen, hinten arbeiten zwei Federbeine mit Ausgleichsbehältern. Vorn läuft ein 19-Zoll-Rad, hinten ein 17-Zoll-Rad, bereift mit Maxxis-Reifen in den Formaten 100/90-19 und 150/70-17.
Verzögert wird mit je einer Scheibenbremse pro Rad, ergänzt um ein Zweikanal-ABS. Beim Gewicht hat Honda noch keine Zahl genannt. Die kleinere GB 350 S wiegt vollgetankt 178 kg (392 lbs), und die 500er dürfte die Marke von 200 kg (441 lbs) nicht überschreiten.
Optisch orientiert sich die CB 500 klar an der CB 350, wirkt aber eine Nummer größer. Dazu gehören ein tropfenförmiger Tank, ein breiter Lenker mit verchromten Spiegeln, eine gerippte Sitzbank und ein Chromauspuff. Die Beleuchtung arbeitet komplett mit LED-Technik, der runde Scheinwerfer bleibt dem klassischen Vorbild treu. Als Anzeige dient ein einzelnes Rundinstrument, das analoge und digitale Elemente kombiniert und sich per Honda RoadSync mit dem Smartphone verbinden lässt. Parallel zur Premiere hat Honda die CB 350-Reihe in Indien mit dunkleren Farben und neuen Dekoren aufgefrischt, technisch aber unverändert gelassen.
Welche Varianten der Honda CB 500 gibt es?
Honda plant in Indien drei Ausführungen. Die Basisversion rollt auf Gussrädern aus Aluminium, darüber steht eine Variante mit schlauchlosen Kreuzspeichenrädern, und das Topmodell kombiniert diese Räder mit mehrfarbigen Lackierungen und zusätzlichen Dekoren.
Das Display bleibt in allen drei Versionen gleich. Preise hat Honda bislang nicht genannt, der Marktstart in Indien wird noch für dieses Jahr erwartet. Dort tritt die CB 500 gegen die Royal Enfield Interceptor 650 und die BSA Gold Star 650 an. Weil sie im Land selbst gebaut wird, hat Honda beim Preis Spielraum.
Warum könnte das Modell in Europa GB 500 S heißen?
Weil Honda den Namen GB 500 bereits amtlich schützen ließ und die Marke GB in Europa längst für die Retro-Baureihe steht. Ein Eintrag erfolgte am 12. November 2024 beim US-Patentamt USPTO, zwei Tage später beim europäischen Markenamt EUIPO, außerdem in Neuseeland.
Der Hintergrund ist einfach: Die in Indien gebaute CB 350 heißt in Europa GB 350 S. Käme die 500er nach dem gleichen Muster, wäre GB 500 oder GB 500 S die naheliegende Bezeichnung. Sie hätte zudem einen praktischen Nutzen, weil sich das Modell so klar von den bestehenden 500ern mit Zweizylinder abgrenzen ließe. Honda in Großbritannien erklärte auf Anfrage, man äußere sich derzeit nicht zu möglichen Ergänzungen der europäischen Modellpalette.
Was die GB 350 S über die Ausgangslage verrät
Die GB 350 S ist seit 2025 in Europa erhältlich und zeigt, dass es für einfache Retro-Einzylinder einen Markt gibt. In Deutschland kam sie im ersten Halbjahr 2026 auf 573 Neuzulassungen und damit auf Rang 28.
Das ist bemerkenswert, weil ihr luftgekühlter 348-cm³-Einzylinder mit 21 PS (15,5 kW) und 29 Nm (21,4 lb-ft) selbst für die A2-Klasse schwach motorisiert ist. Genau das war auch der häufigste Kritikpunkt: Auf Landstraße und Autobahn fehlt Reserve. Der neue 501er legt beim Drehmoment rund die Hälfte zu und zielt damit exakt auf diese Schwachstelle. Aktuell kostet die GB 350 S 4.709 Euro (circa 5.370 US-Dollar).
Wann könnte die Honda GB 500 S nach Europa kommen?
Ein früher realistischer Termin wäre 2027. Bestätigt ist davon nichts, Honda hält sich zu künftigen Modellen bedeckt.
Der Ablauf ließe sich gut abschätzen: Zuerst läuft die Produktion in Indien an, dann folgt der Verkaufsstart dort. Danach wäre eine Europapremiere auf der EICMA in Mailand der übliche nächste Schritt, mit Auslieferung an die Händler im Anschluss. Preislich dürfte sich das Modell über der GB 350 S einordnen, also oberhalb von 5.000 Euro (circa 5.700 US-Dollar). Denkbar ist auch, dass die 500er die 350er in Europa als A2-Angebot ablöst. In den Neuheiten-Jahrgang 2027 würde die Maschine damit als einer der wenigen neuen großvolumigen Einzylinder passen.
Der Name GB 500 hat Geschichte
Honda hat die Bezeichnung schon einmal verwendet. Von 1985 an gab es in Japan eine GB 500, die 1989 und 1990 auch in den USA verkauft wurde und kurzzeitig als GB 500 Clubman offiziell nach Deutschland kam.
Damals handelte es sich um einen Café Racer ab Werk mit luftgekühltem Vierventil-Einzylinder, Kickstarter und 38 PS (28 kW). Auch dieses Modell hatte einen Stahlrohrrahmen, eine Telegabel mit Faltenbälgen und Speichenräder. Interessant ist dabei der technische Faden zum aktuellen Motor: Der 348-cm³-Einzylinder der GB 350 S ist mit 70 mm Bohrung und 90,5 mm Hub extrem langhubig ausgelegt. Würde man die Bohrung auf 84 mm aufweiten, ergäben sich rechnerisch genau 501 cm³.
Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Honda CB 500?
Die Honda CB 500 leistet 28 PS (20,6 kW) aus 501 cm³. Das maximale Drehmoment liegt bei 43,3 Nm (31,9 lb-ft). Damit ist sie für die europäische A2-Klasse ohne Weiteres geeignet.
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Ist der Motor der CB 500 derselbe wie in der CB500 Hornet?
Nein. Die CB 500 aus Indien nutzt einen neu entwickelten luft-ölgekühlten Einzylinder, die CB500 Hornet dagegen den wassergekühlten 471-cm³-Reihenzweizylinder mit rund 47 PS (34,5 kW). Beide Modelle teilen sich lediglich die Zahl im Namen.
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Kommt die Honda GB 500 S nach Deutschland?
Bestätigt ist das nicht. Honda hat den Namen GB 500 im November 2024 in der EU und den USA als Marke schützen lassen, was einen Europastart wahrscheinlich macht. Ein Verkaufsstart wäre frühestens ab 2027 zu erwarten.
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Was kostet die Honda CB 500?
Preise hat Honda bislang weder für Indien noch für Europa genannt. Als Anhaltspunkt dient die kleinere GB 350 S, die aktuell 4.709 Euro (circa 5.370 US-Dollar) kostet. Ein europäisches 500er-Modell dürfte darüber liegen.
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Wie schwer ist die neue Honda CB 500?
Ein offizielles Gewicht liegt noch nicht vor. Die GB 350 S wiegt vollgetankt 178 kg (392 lbs), und die 500er dürfte unter 200 kg (441 lbs) bleiben. Genaue Zahlen folgen mit den vollständigen technischen Daten.












