- 6.257 betroffene Motorräder, davon 5.395 Husqvarna und 862 GasGas
- Ursache: ein Gussstift am hinteren Bremssattel kann beim Rückwärtsrollen brechen
- Die NHTSA ordnet ein Fahrverbot an, die Reparatur beim Händler ist kostenlos
KTM North America hat einen Rückruf für bestimmte Enduro-Modelle von Husqvarna und GasGas eingeleitet. Grund ist ein möglicher Fehler am hinteren Bremssattel, der die Bremswirkung beeinträchtigen kann. Der Rückruf ist bei der US-Verkehrsbehörde NHTSA unter der Kampagnennummer 26V443 eingetragen. Nach Angaben aus dem Rückrufbericht ist bislang ein Unfall bekannt, der auf dieses Problem zurückgeführt wird, und dieser ereignete sich in Deutschland.

Welche Modelle sind vom Husqvarna GasGas Rückruf betroffen?
Betroffen sind vier Modelle aus den Baujahren 2022 bis 2024, jeweils aus einem festgelegten Produktionszeitraum. Konkret geht es um die Husqvarna FE 501 S und die Husqvarna FE 350 S sowie die GasGas ES 500 und die GasGas ES 350. Alle diese Motorräder tragen einen hinteren Bremssattel des Zulieferers J.Juan, der unter der Marke BrakTec verkauft wird.
Die Produktionszeiträume unterscheiden sich je nach Modell. Die Husqvarna FE 501 S und die FE 350 S wurden zwischen dem 13. Januar 2022 und dem 11. Oktober 2023 gebaut. Die GasGas ES 500 und die ES 350 stammen aus dem Zeitraum vom 27. Juni 2023 bis zum 23. Oktober 2023.
Insgesamt zählt KTM North America 6.257 Motorräder, das entspricht nach Unternehmensangaben rund einem Prozent der gebauten Einheiten. Davon entfallen 5.395 Fahrzeuge auf Husqvarna und 862 auf GasGas. Aufgeschlüsselt nach Modell sind es 3.685 Einheiten der Husqvarna FE 501 S, 1.710 der Husqvarna FE 350 S, 516 der GasGas ES 500 und 346 der GasGas ES 350.
Was ist die Ursache für den Bremsdefekt?
Die Ursache liegt in einem Gussstift am hinteren Bremssattel, der brechen kann, wenn das Motorrad rückwärts rollt. Bricht dieser Stift, kann auch der Halter des Bremssattels reißen. In der Folge kann der Bremssattel dann beim Bremsen in der Vorwärtsbewegung versagen, wodurch die Bremswirkung nachlässt.
KTM benennt als Grund eine Schwachstelle im Bereich dieses Stifts. Besonders heikel ist laut Rückrufbericht, dass sich der Defekt ohne Vorwarnung einstellen kann. Ein Fahrer bemerkt also vorab keine Anzeichen, die auf das drohende Problem hindeuten würden.
Das betroffene Bauteil ist über drei Teilenummern erfasst: A54113080200, A59013080200 und A54013080100. Bei neueren Motorrädern ist der Fehler bereits behoben. Ab dem Modelljahr 2025 verbaut KTM einen überarbeiteten Bremssattel, bei dem die kritische Stiftfläche von 6,5 auf 10,5 Millimeter vergrößert wurde. Motorräder ab diesem Modelljahr fallen deshalb nicht unter den Rückruf.
Warum warnt die NHTSA vor dem Weiterfahren?
Die NHTSA hat für die betroffenen Motorräder eine sogenannte Do-Not-Drive-Anordnung ausgesprochen, also eine ausdrückliche Warnung, die Fahrzeuge nicht weiter zu nutzen. Der Grund ist die Kombination aus einem möglichen Totalausfall der Hinterradbremse und dem Umstand, dass sich dieser Ausfall ohne Vorwarnung ereignen kann.
Zusätzlich müssen Händler alle betroffenen Motorräder, die sich noch in ihrem Bestand befinden, vor der Auslieferung reparieren. Die betroffenen Einheiten sind gesperrt und können erst nach der Reparatur regulär zugelassen werden.
Wie kam es zu dem Rückruf?
Der Fall zog sich über mehr als zwei Jahre hin und begann mit einer einzelnen Meldung. Im März 2024 erhielt der Kundenservice von KTM Austria den ersten Hinweis auf einen gebrochenen Stift am hinteren Bremssattel und leitete diesen an den Zulieferer J.Juan weiter. Beide Unternehmen starteten eine gemeinsame Untersuchung und bestätigten die Ursache im November 2024. Als Reaktion floss der verbesserte Bremssattel ab dem Modelljahr 2025 in die Produktion ein.
Neuen Schwung bekam der Vorgang im Frühjahr 2026. Am 16. April 2026 wandte sich die kanadische Behörde Transport Canada an KTM North America und verwies auf Fälle mit gebrochenen hinteren BrakTec-Bremssätteln. Nach einem Treffen am 21. April prüften die Ingenieure von KTM Austria über April und Mai die Berichte und Fotos aus Kanada. Am 20. Mai 2026 teilte Transport Canada mit, dass das Problem mehreren anderen Rückrufen mit Bauteilen von J.Juan ähnele. Am 26. Juni 2026 kündigte KTM gegenüber der Behörde an, einen Rückruf einzuleiten.
Der aktuelle Rückruf reiht sich in eine Serie von Aktionen rund um Bremssättel des gleichen Zulieferers ein. Bereits Anfang 2025 hatte KTM einen Rückruf wegen eines Fehlers am vorderen Bremssattel gestartet, der damals rund 5.116 Husqvarna- und GasGas-Motorräder betraf. Der heutige Fall dreht sich dagegen um die hintere Bremse.
Wie läuft die Reparatur ab und was müssen Halter tun?
Betroffene Halter sollen ihr Motorrad bei einem autorisierten Händler abgeben, der den hinteren Bremssattel kostenlos gegen ein einwandfreies Bauteil tauscht. Wer bereits selbst für eine passende Reparatur bezahlt hat, kann bei entsprechendem Nachweis eine Erstattung erhalten.
Die Händler in den USA werden ab dem 15. Juli 2026 über das interne Netzwerk informiert. Ab demselben Tag lassen sich die Fahrgestellnummern der betroffenen Fahrzeuge in der NHTSA-Datenbank abfragen. Die schriftliche Benachrichtigung der registrierten Halter per Post soll ab etwa dem 2. September 2026 in mehreren Schritten erfolgen.
Ob das eigene Motorrad betroffen ist, lässt sich über die Fahrgestellnummer prüfen. Husqvarna Mobility stellt dafür eine Seite mit Informationen zu Sicherheitsrückrufen bereit, auf der die Unterlagen veröffentlicht werden. Für Rückfragen nennt KTM in den USA die Kundenservice-Hotline unter 1-888-985-6090. Ergänzend steht die NHTSA-Hotline unter 1-888-327-4236 zur Verfügung.
Häufige Fragen
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Welche Modelle sind vom Husqvarna GasGas Rückruf betroffen?
Betroffen sind die Husqvarna FE 501 S und FE 350 S der Baujahre 2022 bis 2024 sowie die GasGas ES 500 und ES 350 des Baujahrs 2024. Voraussetzung ist ein Produktionsdatum innerhalb der jeweils festgelegten Zeiträume. Insgesamt geht es um 6.257 Motorräder.
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Was kostet die Reparatur der Hinterradbremse?
Die Reparatur ist für die Halter kostenlos. Ein autorisierter Händler tauscht den betroffenen hinteren Bremssattel gegen ein fehlerfreies Bauteil. Wer bereits selbst für eine entsprechende Reparatur bezahlt hat, kann mit Nachweis eine Erstattung beantragen.
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Woran erkennt man, ob das eigene Motorrad betroffen ist?
Ausschlaggebend ist die Fahrgestellnummer, die sich in der NHTSA-Datenbank abfragen lässt. Zusätzlich veröffentlicht Husqvarna Mobility die Rückrufunterlagen auf einer eigenen Seite zu Sicherheitsinformationen. So können Halter prüfen, ob ihr Fahrzeug im Rückruf 26V443 gelistet ist.
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Warum darf man ein betroffenes Motorrad nicht mehr fahren?
Die NHTSA hat ein Fahrverbot in Form einer Do-Not-Drive-Anordnung ausgesprochen. Grund ist, dass die Hinterradbremse ohne Vorwarnung ausfallen kann. Deshalb sollen betroffene Motorräder bis zur Reparatur stehen bleiben.












