- Keine Operation nötig: Zwei der drei betroffenen Bänder im linken Knie heilen gut
- Rückkehr in die MotoGP für September geplant, ein etwas früheres Comeback nicht ausgeschlossen
- Bei seinem ersten Rennen wartet eine doppelte Long-Lap-Strafe als Verursacher des Sturzes
Seit dem schweren Sturz beim Großen Preis von Katalonien im Mai standen für Johann Zarco vor allem zwei Fragen im Raum: Muss das lädierte Knie operiert werden, und wann kann der Franzose wieder auf sein Motorrad steigen? Auf beide gibt es nun deutlich klarere Antworten. Der Fahrer von LCR Honda hat sich in den vergangenen Wochen so gut erholt, dass ein Eingriff vom Tisch ist. Und er selbst spricht bereits wieder über konkrete Termine für seine Rückkehr.

Muss sich Johann Zarco am Knie operieren lassen?
Nein, eine Operation ist nicht mehr nötig. Am 1. Juli stellte sich Zarco in Lyon beim Knie-Spezialisten Dr. Bertrand Sonnery-Cottet vor, der den aktuellen Zustand des linken Knies untersuchte. Laut einer Mitteilung seines Teams fielen die ersten Kernspin-Aufnahmen direkt nach dem Sturz noch in eine Phase, in der das Knie stark geschwollen war. Dadurch ließ sich das Ausmaß der Schäden zunächst nur schwer beurteilen. Als die Schwellung zurückging, ergaben weitere Untersuchungen ein klareres und positiveres Bild als erwartet. Mehrere anfangs vermutete Verletzungen bestätigten sich nicht. Weil Zarco während der Wartezeit weiter trainierte und stetig Fortschritte machte, wurde eine Behandlung ohne Operation zur echten Alternative. Die Ärzte zeigten sich vom Verlauf beeindruckt, sodass nun ein Reha-Programm mit Fokus auf Aufbau und Stabilisierung an die Stelle des geplanten Eingriffs tritt.
Wie steht es um die verletzten Bänder im Knie?
Zwei der drei betroffenen Bänder erholen sich gut, nur eines bleibt gerissen. Das Innenband heilt laut Team ordentlich, und auch das hintere Kreuzband, das zunächst als gerissen eingestuft worden war, zeigt ermutigende Anzeichen einer Erholung. Das vordere Kreuzband bleibt dagegen gerissen. Kreuzbänder verbinden Ober- und Unterschenkel im Knie und sorgen für Stabilität, weshalb ihre Verletzung im Sport oft lange Ausfälle bedeutet. Zarco selbst bewertet den Verlauf sehr positiv: „Zwei davon sind wieder in Ordnung und heilen sehr, sehr gut“, sagte er über die Bänder. „Das grenzt ein wenig an ein Wunder.“ Er verweist darauf, dass die Belastungen beim Motorradfahren anders ausfallen als in anderen Sportarten: „Ich bin kein Fußballspieler und kein Skifahrer. Die Belastung für das Knie ist auf dem Motorrad eine andere.“ Zuvor hatte er zunächst abwarten müssen, bis eine Verbrennung am Bein ausreichend verheilt war.

Warum wäre eine Operation für Zarco so schwerwiegend gewesen?
Eine Operation hätte ihn die restliche Saison gekostet. Nach einem Eingriff hätte er erneut eine längere Pause einlegen müssen, was einen Start in diesem Jahr praktisch ausgeschlossen hätte. Genau das spricht Zarco offen an: „Hätte man mir gesagt, dass ich doch noch operiert werden muss, also warten, operieren und wieder warten, dann wäre die Saison klar komplett ruiniert gewesen. Also bin ich wirklich froh.“ Dass er wieder ins Training einsteigen kann, gibt ihm nach eigenen Worten neuen Auftrieb: „Es gibt einem Sportler neues Leben, wenn er wieder trainieren kann. Man fühlt sich wieder lebendig.“
Wann kehrt Johann Zarco in die MotoGP zurück?
Das erklärte Ziel ist eine Rückkehr im September. Nach Angaben des Teams soll Zarco nach weiteren medizinischen Kontrollen wieder auf die Strecke zurückkehren, wobei als Fenster das Doppel in Misano und am Red Bull Ring genannt wird. Zuletzt deutete Zarco sogar an, dass es etwas früher gehen könnte. Auf dem Motorrad will er voraussichtlich Anfang bis Mitte August wieder erste Runden drehen, um ein Gefühl für das Gerät zurückzugewinnen und sich zu testen. Der Große Preis von Großbritannien Anfang August kommt dafür allerdings zu früh, während der Große Preis von Aragón am letzten August-Wochenende eine Option sein könnte. Wichtig ist ihm dabei, nicht überstürzt zurückzukommen: Er wolle nicht sofort volles Risiko gehen, sondern in guter Verfassung und mit Selbstvertrauen antreten. In einer an Zwischenfällen und Ausfällen reichen MotoGP-Saison 2026 wäre seine Rückkehr ein weiterer Baustein im ohnehin bewegten Fahrerfeld.

Was war beim Großen Preis von Katalonien passiert?
Zarco war beim zweiten Start in einen schweren Sturz in der ersten Kurve verwickelt. Das Rennen am 17. Mai in Barcelona wurde von zwei roten Flaggen und drei Starts geprägt. Schon vor Zarcos eigenem Unfall hatte es einen ersten Zwischenfall zwischen Pedro Acosta und Alex Marquez gegeben, bei dem Marquez stürzte. Ein umherfliegendes Trümmerteil traf dabei Zarcos linken Fuß. Er fuhr an die Box, zog noch vor dem Helm den Stiefel aus und ärgert sich rückblickend, überhaupt wieder losgefahren zu sein. Beim erneuten Start verlor er in der ersten Kurve bei rund 300 km/h die Kontrolle, prallte in Luca Marini und anschließend in die Ducati von Francesco Bagnaia. Sein linkes Bein verhakte sich im Bereich des Hinterrads, und er wurde durch den Kies geschleift. Weil sich sein Anzug am Auspuff von Bagnaias Maschine verfing, zog er sich zusätzlich Verbrennungen zu. Im Kies liegend hatte er nur einen Gedanken: „Ich habe nicht einmal an das Rennen gedacht. Ich dachte nur: ‚Ich hoffe, ich kann wieder laufen.‘ Das war meine wahre Angst.“
Welche Strafe erwartet ihn bei seinem Comeback?
Bei seiner Rückkehr muss Zarco eine doppelte Long-Lap-Strafe absitzen. Bei einer Long-Lap-Strafe muss ein Fahrer durch eine verlängerte Schleife neben der Strecke fahren und verliert dadurch Zeit. Die Rennkommissare stuften Zarco als Verursacher des Zwischenfalls ein, in dem er selbst verletzt wurde. Die Entscheidung wurde am Donnerstag des Deutschland-Wochenendes nach einer Anhörung per Videoschalte bekanntgegeben und gilt für sein erstes Rennen nach der Rückkehr.

Wer vertritt Zarco bei LCR Honda?
Für den verletzten Zarco sprang der frühere LCR-Fahrer Cal Crutchlow ein. Der Brite kehrte dafür aus dem Ruhestand zurück und übernahm die Maschine unter anderem beim Deutschland-Grand-Prix. Zarco selbst besitzt bei Honda einen Vertrag bis 2027 und dürfte damit auch über diese Saison hinaus eine Rolle im Werksumfeld spielen.

Häufige Fragen
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Muss sich Johann Zarco am Knie operieren lassen?
Nein. Nach den positiven Untersuchungsergebnissen von Anfang Juli ist eine Operation nicht mehr nötig. Zarco setzt stattdessen auf ein Reha-Programm mit Aufbau und Stabilisierung.
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Wann kehrt Johann Zarco in die MotoGP zurück?
Das Ziel ist eine Rückkehr im September, möglich beim Doppel in Misano und am Red Bull Ring. Ein etwas früheres Comeback beim Großen Preis von Aragón am letzten August-Wochenende ist nicht ausgeschlossen, der Große Preis von Großbritannien Anfang August kommt dagegen zu früh.
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Welche Verletzungen hat sich Zarco in Barcelona zugezogen?
Er verletzte sich vor allem am linken Knie, wo mehrere Bänder betroffen waren. Hinzu kamen Verbrennungen und ein kleiner Bruch am Wadenbein im Bereich des Sprunggelenks, der inzwischen verheilt ist.
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Welche Strafe muss Zarco bei seiner Rückkehr absitzen?
Bei seinem ersten Rennen nach der Verletzung erhält er eine doppelte Long-Lap-Strafe. Er wurde von den Kommissaren als Verursacher des Sturzes eingestuft.












