- Beide Modelle bleiben technisch unangetastet im Programm für 2027
- Einzige angekündigte Farbe für Meguro S1 und W230: Ebony
- Antrieb weiterhin der luftgekühlte 233-cm³-Einzylinder mit 18 PS (12,9 kW)
Bei Kawasaki gehören die Meguro S1 und die W230 zu den Modellen, die sich am wenigsten verändern. Auch für das Modelljahr 2027 bleibt das so: Der Hersteller bestätigt beide Motorräder für die kommende Palette, ohne technische Neuerungen anzukündigen. Die einzige Änderung, die sich aus den Angaben herauslesen lässt, betrifft die Farbe. Beide Maschinen werden für 2027 ausschließlich in Ebony geführt, während die W230 im Vorjahr noch in Metallic Matte Dark Green angeboten wurde. Damit tragen die beiden Schwestermodelle künftig denselben Farbton und unterscheiden sich nur noch über ihre Bauteile und Embleme.

Was ändert sich an Meguro S1 und W230 für 2027?
Technisch ändert sich nichts. Kawasaki nennt für das Modelljahr 2027 dieselbe Motor- und Fahrwerksbasis wie bisher und beschränkt die Angaben auf ein einziges Farbangebot je Modell.
Der Hersteller ordnet beide Motorräder in die europäische A2-Klasse ein und beschreibt sie als moderne Klassiker, die jeweils einen eigenen Charakter haben sollen. Meguro und W sind laut Kawasaki seit über einem halben Jahrhundert Teil des Konzerns, beide Baureihen sollen diese Tradition weiterführen. Neu ist an dieser Einordnung nichts, sie zieht sich seit der Vorstellung Ende 2024 durch die Kommunikation zu den beiden Modellen.
Für Interessenten bedeutet das vor allem eines: Wer sich für eine der beiden Maschinen interessiert, muss bei einem Modell aus dem Jahrgang 2027 keine technischen Unterschiede zu einem Vorjahresmodell erwarten. Der Blick auf gebrauchte oder noch beim Händler stehende 2025er und 2026er Modelle bleibt damit lohnenswert, denn abgesehen von der Lackierung sind die Motorräder identisch.
Welcher Motor steckt in beiden Modellen?
Beide Modelle nutzen denselben luftgekühlten Einzylinder mit 233 Kubikzentimetern, der 18 PS (12,9 kW) bei 7.000 Umdrehungen pro Minute leistet. Das maximale Drehmoment liegt bei 18,6 Nm (13,7 lb-ft) bei 5.800 Umdrehungen.
Der Viertakter arbeitet mit obenliegender Nockenwelle und zwei Ventilen, Bohrung und Hub betragen 67,0 mal 66,0 Millimeter, das Verdichtungsverhältnis liegt bei 9,0 zu 1. Die Gemischaufbereitung übernimmt eine Einspritzanlage mit 32 Millimetern Durchmesser. Kawasaki gibt den Verbrauch mit 2,5 Litern auf 100 Kilometer und den CO2-Ausstoß mit 58,0 Gramm pro Kilometer an.
Auffällig ist, wie viel Aufwand der Hersteller in den Charakter des Motors steckt. Eine Ausgleichswelle im Inneren soll unangenehme Vibrationen glätten, ohne den Pulsschlag des Einzylinders zu verwischen. Die Kurbelwelle hat ein hohes Trägheitsmoment, was den Motor schon bei kleinen Gasgriffbewegungen kräftig anschieben soll. Und die Auspuffanlage aus Edelstahl wurde nach Herstellerangaben gezielt auf einen basslastigen Ton abgestimmt. Bei der Meguro S1 diente dabei der Klang der historischen 250 Meguro SG als Vorlage.

Fahrwerk, Bremsen und Maße im Detail
Als Basis dient ein Rohrrahmen in halber Doppelschleifenbauweise, also ein Stahlrahmen, dessen Unterzüge sich erst unterhalb des Motors teilen. Vorn arbeitet eine Teleskopgabel mit 37 Millimetern Standrohrdurchmesser und 117 Millimetern Federweg, hinten sitzen zwei Federbeine mit 95 Millimetern Federweg und einer fünffach verstellbaren Federvorspannung.
Gebremst wird vorn von einer Scheibe mit 265 Millimetern Durchmesser und Zweikolbensattel, hinten von einer 220-Millimeter-Scheibe mit Einkolbensattel. ABS ist an Bord. Die Speichenräder messen 18 Zoll vorn und 17 Zoll hinten, bereift sind sie mit 90/90-18 und 110/90-17.
Beim Gewicht nennt Kawasaki 143 Kilogramm (315 lbs) fahrfertig und schätzt das Trockengewicht auf 133 Kilogramm (293 lbs). Der Radstand beträgt 1.415 Millimeter, die Bodenfreiheit 150 Millimeter, der Tank fasst 12 Liter. Die Sitzhöhe liegt laut Datenblatt bei 740 Millimetern. Zusammen mit der schmalen Bauweise sorgt das dafür, dass auch kleinere Fahrer sicher mit den Füßen auf den Boden kommen.
Wie unterscheiden sich Meguro S1 und W230 optisch?
Die Unterschiede liegen fast ausschließlich in Tank, Emblemen, Instrumenten und Sitzbank. Technisch sind beide Modelle identisch, sie sprechen aber unterschiedliche Geschmäcker an.
Die W230 tritt mit lackiertem Tank und einem dreidimensionalen W-Emblem auf und wird vom Hersteller als ursprüngliche Ikone der W-Reihe geführt. Die Meguro S1 setzt stärker auf Chrom: Ihr Tank ist verchromt und trägt lackierte Seitenflächen sowie ein plastisches Meguro-Emblem, dazu kommt ein zweites, gespiegeltes M-Zeichen. Auch die Rundinstrumente unterscheiden sich. Bei der Meguro sitzt ein LCD-Feld in klassisch gestalteten Anzeigen, unten prangt ein rotes Meguro-Logo in Katakana-Schrift. Die Sitzbänke der beiden Modelle sind ebenfalls eigenständig gestaltet, die Meguro trägt eine weiße Paspel.
Gemeinsam sind beiden ein Tropfentank, Schutzbleche aus Stahl, Speichenräder und der schlanke Endschalldämpfer im sogenannten Peashooter-Stil, der an die dünnen Auspuffrohre klassischer britischer und japanischer Motorräder erinnert. Auch der Motor wurde optisch auf alt getrimmt, unter anderem mit großen, gerundeten Kühlrippen am Zylinderkopf.

Woher kommen die Namen Meguro und W?
Beide Namen stammen aus der Frühzeit der japanischen Motorradindustrie. Meguro wurde 1924 gegründet und feierte 2024 sein hundertjähriges Bestehen, die W-Reihe geht auf die Mitte der 1960er-Jahre zurück.
Kawasaki übernahm Meguro und brachte anschließend mit der W1 das erste eigene große Motorrad heraus, das auf einem früheren Meguro-Modell basierte. In den frühen 2000er-Jahren belebte die W650 die Baureihe wieder. Beim historischen Vorbild der Meguro S1 bleibt Kawasaki etwas unscharf: In der aktuellen Mitteilung ist von einem S1-Modell aus den 1960er-Jahren die Rede, auf der Modellseite nennt der Hersteller dagegen die Kawasaki 250 Meguro SG von 1964, eines der letzten Straßensportmodelle der Marke.
Was kosten Meguro S1 und W230?
Für das Modelljahr 2027 hat Kawasaki bislang keine Preise genannt. Zur Orientierung dienen die Werte des Modelljahrs 2026: Die W230 stand in Deutschland mit 4.995 Euro (circa 5.820 US-Dollar) ab Werk in der Liste, die Meguro S1 mit 5.695 Euro (circa 6.635 US-Dollar).
Inklusive Überführung wurden daraus 5.245 Euro (circa 6.110 US-Dollar) für die W230 und 5.945 Euro (circa 6.925 US-Dollar) für die Meguro S1. In Österreich lagen die Preise bei 5.295 Euro (circa 6.170 US-Dollar) für die W230 und 5.995 Euro (circa 6.985 US-Dollar) für die Meguro S1. Der Aufpreis für die Meguro erklärt sich vor allem über die aufwendigeren Oberflächen. Die W230 des Modelljahrs 2026 kam ab September 2025 zu den Händlern, die Meguro S1 folgte im Januar 2026.

Einordnung in die A2-Klasse und das Kawasaki-Programm
Innerhalb der Kawasaki-Palette für 2027 besetzen die beiden Modelle eine klar umrissene Nische. Sie richten sich an Fahranfänger mit A2-Führerschein, an Rückkehrer nach längerer Pause und an Fahrer, die bewusst wenig Leistung und wenig Elektronik wollen. Der Hersteller stellt sie neben ein breites Angebot größerer Maschinen und betont ihren Status als moderne Klassiker.
Mit 143 Kilogramm gehören sie zu den leichtesten Motorrädern der 250er-Retroklasse. Das Verhältnis von Gewicht zu Leistung fällt dadurch günstig aus, auch wenn 18 PS im Vergleich zu vielen anderen A2-Modellen wenig sind. Wer eine hohe Endgeschwindigkeit sucht, ist hier falsch. Wer ein leichtes Motorrad für Stadt, Landstraße und kurze Touren will, findet in beiden Modellen ein einfaches, überschaubares Angebot. Dass Kawasaki das Duo nun schon das dritte Modelljahr in Folge unverändert weiterführt, spricht dafür, dass sich das Konzept in dieser Nische bewährt hat.

Häufige Fragen
-
Was ändert sich an der Kawasaki Meguro S1 für 2027?
An der Kawasaki Meguro S1 ändert sich für 2027 nichts an der Technik. Der Hersteller führt das Modell unverändert weiter und nennt Ebony als einzige Farbe. Auch die W230 bleibt in diesem Farbton im Programm.
-
Wie viel PS hat die Kawasaki W230?
Die Kawasaki W230 leistet 18 PS (12,9 kW) bei 7.000 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment liegt bei 18,6 Nm (13,7 lb-ft) bei 5.800 Umdrehungen. Damit erfüllt sie die Vorgaben der A2-Führerscheinklasse.
-
Wie hoch ist die Sitzhöhe von Meguro S1 und W230?
Kawasaki gibt die Sitzhöhe im Datenblatt mit 740 Millimetern an. Zusammen mit dem fahrfertigen Gewicht von 143 Kilogramm (315 lbs) und der schmalen Bauweise gilt das Duo als besonders zugänglich, auch für kleinere Fahrer.
-
Worin unterscheiden sich Meguro S1 und W230?
Die Unterschiede sind rein optisch. Die Meguro S1 hat einen verchromten Tank mit lackierten Seitenflächen und ein M-Emblem, die W230 einen lackierten Tank mit dreidimensionalem W-Logo. Auch Instrumente und Sitzbank sind unterschiedlich gestaltet.
-
Was kostet die Kawasaki Meguro S1?
Für 2027 liegen noch keine Preise vor. Im Modelljahr 2026 kostete die Meguro S1 in Deutschland 5.695 Euro (circa 6.635 US-Dollar) ab Werk, mit Überführung 5.945 Euro (circa 6.925 US-Dollar). Die W230 lag mit 4.995 Euro (circa 5.820 US-Dollar) darunter.












