- Mauro Poncini (29) aus der Schweiz starb am Dienstagabend nach einem Zwischenfall bei Cruickshanks in Ramsey
- Sam Naughton (37) von der Isle of Man verunglückte am Mittwochnachmittag an Doran’s Bend tödlich
- Der Italiener Salvatore Sallustro wurde nach mehreren Operationen weiter in kritischem Zustand behandelt
Die ersten vier Tage des Manx Grand Prix 2026 sind von schweren Unfällen und schlechtem Wetter geprägt. Aus einer Veranstaltung, die traditionell Amateuren und Neulingen den Weg auf den Snaefell Mountain Course öffnet, ist innerhalb weniger Tage eine der schwersten Wochen der jüngeren Geschichte des Rennens geworden. Von den geplanten Qualifikationssitzungen konnte bisher kaum eine vollständig gefahren werden. Zwei Fahrer haben ihr Leben verloren, ein dritter liegt schwer verletzt im Krankenhaus.

Wie verlief der Start des Manx Grand Prix 2026?
Schon der Auftakt am Sonntag endete vorzeitig. Das erste Zeittraining der Klassen Sportbike und Junior MGP wurde nach wenigen Minuten mit roter Flagge unterbrochen, weil der Italiener Salvatore Sallustro mit der Startnummer 18 an der Greeba Bridge gestürzt war. Nach Angaben des Veranstalters passierte das in seiner ersten Runde. Sallustro wurde noch an der Unfallstelle versorgt und anschließend per Rettungshubschrauber ins Noble’s Hospital nach Douglas geflogen.
Danach ließ das Wetter kein weiteres Fahren mehr zu. Der Rennleiter strich den Rest des Tages, weil sich die Bedingungen rund um die Strecke rasch verschlechterten. Am Montag fiel das komplette Abendprogramm aus. Die Straßen rund um weite Teile des Kurses waren nass, und für den Abend war weiterer Regen angekündigt. Damit hatten die Teilnehmer nach zwei Tagen praktisch keine Trainingskilometer gesammelt.
Was geschah am Dienstagabend bei Ramsey?
Am Dienstagabend, dem 18. August, kam es in der ersten Runde des zweiten Zeittrainings zu einem folgenschweren Zwischenfall. Betroffen waren die Klassen Senior MGP und Supersport MGP, der Vorfall ereignete sich im Streckenabschnitt Cruickshanks bei Ramsey, kurz bevor die Straße in Richtung Bergsektion ansteigt.
Zwei Teilnehmer waren beteiligt. Die Rennleitung unterbrach die Sitzung sofort mit roter Flagge und brach sie später ganz ab. Ein Fahrer erlag seinen Verletzungen, der zweite kam mit leichten Verletzungen ins Noble’s Hospital. In der offiziellen Erklärung des Veranstalters hieß es: „It is with profound sadness that the Manx Grand Prix Races confirms that one competitor sustained fatal injuries.“ Auf Deutsch: „Mit tiefer Trauer bestätigen die Manx Grand Prix Races, dass ein Teilnehmer tödliche Verletzungen erlitten hat.“ Der Veranstalter kündigte zugleich eine behördenübergreifende Untersuchung an, wie sie bei solchen Vorfällen zum Standardverfahren gehört.
Der Name des Verunglückten blieb zunächst offen. Die Betroffenen hatten um Privatsphäre gebeten.

Wer war Mauro Poncini?
Mauro Poncini war ein 29 Jahre alter Straßenrennfahrer aus Caslano im Schweizer Kanton Tessin. Der Schweizer Motorradverband Swiss Moto machte den Namen am Mittwoch öffentlich, kurz darauf bestätigte auch der Veranstalter die Identität.
Poncini startete in seinem ersten Jahr beim Manx Grand Prix für das nordirische Team Scott Racing und war auf einer Yamaha R6 unterwegs. Es war sein Debüt auf dem Mountain Course. Erfahrung hatte er zuvor in den Klassen Supersport und Supertwin sowie bei mehreren anderen Straßenrennen gesammelt. Der Veranstalter beschrieb ihn als erfahrenen Starter und sprach seinem Vater Florio, seiner Mutter Manuela, seiner Schwester Marzia und seiner Freundin Sharon das Beileid aus.
Der Schweizer Verband würdigte ihn als Fahrer mit außergewöhnlichem Herzen, der bei seinen Konkurrenten beliebt gewesen sei. In der Mitteilung heißt es: „He lived his passion wholeheartedly, with courage and absolute dedication.“ Auf Deutsch: „Er lebte seine Leidenschaft von ganzem Herzen, mit Mut und absoluter Hingabe.“
Wie kam Sam Naughton ums Leben?
Nur einen Tag später traf es einen einheimischen Fahrer. Sam Naughton, 37 Jahre alt und aus Castletown auf der Isle of Man, verunglückte am Mittwochnachmittag an Doran’s Bend im westlichen Teil der Strecke tödlich. Der Vorfall ereignete sich während der dritten Qualifikationssitzung der Veranstaltung.
Naughton hatte 2025 sein Debüt beim Manx Grand Prix gegeben und startete in diesem Jahr zum zweiten Mal. Seit seinem Einstieg in den Rennsport 2020 war er regelmäßig bei Straßenrennen am Start. Der Veranstalter sprach seiner Frau Charlotte und seinen Kindern Bonnie, Liam, Jesse und Parker das Beileid aus.
Die Andreas Racing Association, bei der Naughton 2020 seine Rennschule absolviert hatte, nannte ihn einen engagierten und respektierten Straßenrennfahrer. Der Verein beschrieb, wie er sich vom Neuling zu einem festen Bestandteil der Szene entwickelt habe, und erinnerte an seinen Traum, auf dem Mountain Course zu fahren, den er sich 2025 erfüllte. In der Rennszene sei er als einer der „Southern Boys“ bekannt gewesen, einer eng befreundeten Gruppe von Fahrern.

Warum sprechen die Veranstalter nur von einem Zwischenfall?
Weil die Ursache des Unfalls vom Dienstag noch nicht geklärt ist. Die offizielle Mitteilung spricht ausdrücklich von einem Zwischenfall, an dem zwei Teilnehmer beteiligt waren, nicht von einem Zusammenstoß der beiden Maschinen.
Der Unterschied ist wichtig. Solange die behördenübergreifende Untersuchung läuft, lässt sich nicht sagen, ob sich die beiden Motorräder tatsächlich berührt haben oder ob es einen anderen Ablauf gab. Der Veranstalter kündigte an, zu gegebener Zeit weitere Informationen zu veröffentlichen.
Wie ist der Zustand von Salvatore Sallustro?
Kritisch. Der italienische Berg-Europameister wurde nach seinem Sturz am Sonntag zunächst im Noble’s Hospital behandelt und später ins Aintree Hospital nach Liverpool verlegt. Dort wurde er nach mehreren Knochenbrüchen mehrfach operiert. Sein Zustand galt am Mittwoch weiterhin als kritisch.
Seine Verlegung nach Liverpool bestätigte seine Partnerin Tabita Piu. Offizielle Angaben des Veranstalters zu seinem Gesundheitszustand gab es nach der ersten Meldung vom Sonntag nicht mehr. Sein Sturz und der tödliche Zwischenfall vom Dienstag stehen in keinem Zusammenhang.

Wie geht es beim Manx Grand Prix 2026 weiter?
Das Programm wird fortgesetzt, allerdings mit deutlich verschobenem Zeitplan. Nach dem Unfall vom Dienstag griff der Rennleiter am Mittwoch erstmals auf eine Ausweich-Session am Nachmittag zurück, weil an den beiden Abenden zuvor kaum gefahren worden war. Das Abendprogramm am Mittwoch fiel dann wegen angekündigter kräftiger Schauer aus.
Für Donnerstag, den 20. August, sind zwei Zeittrainings vorgesehen. Dafür wird erneut das Ausweichfenster am Nachmittag genutzt. Die Straßen rund um den Snaefell Mountain Course sollten um 12.30 Uhr geschlossen werden, alle Klassen des Manx Grand Prix und der Classic TT bekommen dann Gelegenheit für gezeitete Runden. Spätestens um 16.30 Uhr sollten die Straßen wieder freigegeben werden, um 18.00 Uhr folgt die nächste Sperrung mit einem weiteren Trainingsblock, bevor die Strecke spätestens um 21.00 Uhr endgültig geöffnet wird.
Was unterscheidet den Manx Grand Prix von der TT?
Der Manx Grand Prix nutzt dieselbe Strecke wie die Tourist Trophy, ist aber eine eigenständige Veranstaltung. Gefahren wird auf dem 37,73 Meilen langen Snaefell Mountain Course, das sind rund 60,7 Kilometer öffentlicher Straße.
Die TT findet traditionell im Mai und Juni statt und ist das Schaufenster der Profis. Der Manx Grand Prix läuft im August und richtet sich vor allem an Amateure und Neueinsteiger, die hier erstmals Erfahrung auf dem Mountain Course sammeln. Parallel dazu wird die Classic TT für historische Motorräder ausgetragen. Beide Veranstaltungen teilen sich Zeitplan, Streckensperrungen und Organisation, weshalb sich Ausfälle in einem Programmteil unmittelbar auf den anderen auswirken.

Häufige Fragen
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Wer ist beim Manx Grand Prix 2026 ums Leben gekommen?
Beim Manx Grand Prix 2026 sind zwei Fahrer gestorben. Der 29-jährige Schweizer Mauro Poncini verunglückte am Dienstag, dem 18. August, bei Cruickshanks in Ramsey. Einen Tag später kam der 37-jährige Sam Naughton von der Isle of Man an Doran’s Bend ums Leben.
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Wo genau ereigneten sich die Unfälle?
Der Zwischenfall vom Dienstag passierte im Abschnitt Cruickshanks bei Ramsey, dort steigt die Strecke in Richtung Bergsektion an. Der Unfall vom Mittwoch ereignete sich an Doran’s Bend im westlichen Teil des Kurses. Beide Stellen gehören zum 37,73 Meilen langen Snaefell Mountain Course.
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Wurde der Manx Grand Prix 2026 abgesagt?
Nein, die Veranstaltung wird fortgesetzt. Wegen des schlechten Wetters und der Unfälle mussten allerdings mehrere Sitzungen gestrichen werden, sodass der Veranstalter auf Ausweichtermine am Nachmittag zurückgreift. Für Donnerstag waren zwei Zeittrainings mit Straßensperrungen ab 12.30 Uhr und ab 18.00 Uhr geplant.
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Wie geht es dem verletzten italienischen Fahrer?
Salvatore Sallustro stürzte am Sonntag an der Greeba Bridge und wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Später kam er ins Aintree Hospital nach Liverpool, wo er wegen mehrerer Knochenbrüche mehrfach operiert wurde. Sein Zustand galt am Mittwoch weiterhin als kritisch.











