- Weltweit auf 100 Stück limitiert, keine Straßenzulassung
- 196 PS (144 kW) bei 10.000 U/min, 202 PS (149 kW) mit Ram-Air bei 250 km/h
- 20 kg leichter als die KTM 1390 Super Duke R, 9 kg leichter als die Straßen-RR
Die Super Duke Familie bekommt Zuwachs, und zwar einen, der die Straße nie sehen wird. Nur eine Woche nach der Vorstellung der neuen KTM 1390 Super Duke RR mit Straßenzulassung hat KTM nachgelegt und eine reine Rennstreckenversion enthüllt. Die KTM 1390 Super Duke RR Track ist das erste Modell der Super Duke Geschichte, das ausschließlich für den Einsatz auf dem Circuit konzipiert wurde. Scheinwerfer, Spiegel, Kennzeichenhalter und sämtliche weiteren straßenzulassungsrelevanten Bauteile fehlen. Stattdessen erfüllt die Maschine die FIM-Regularien für den Rennstreckenbetrieb. Gebaut wird sie am KTM-Hauptsitz in Mattighofen, Österreich, und die Stückzahl ist auf 100 Exemplare weltweit begrenzt.
Motor und Leistung: Mehr Power als jede andere KTM
Den Antrieb übernimmt der bekannte 1.350 ccm große LC8-V-Twin mit 75-Grad-Zylinkerwinkel und CAMSHIFT-Technologie zur variablen Ventilsteuerung. Am Grundmotor hat KTM gegenüber den Straßenversionen nur geringfügige Änderungen vorgenommen, darunter den Einsatz von Titanschrauben zur Gewichtsreduktion. Der wesentliche Unterschied liegt im Drumherum: Ein Rennluftfilter, eine überarbeitete Motorsteuerung und die vollständige Akrapovic Evolution Line Abgasanlage aus Titan sorgen für eine Leistungssteigerung gegenüber den anderen 1390 Super Duke Varianten.
KTM gibt für die RR Track 196 PS (144 kW) bei 10.000 U/min an. Unter Ram-Air-Bedingungen bei 250 km/h sollen es sogar 202 PS (149 kW) sein. Das Drehmoment liegt bei 151 Nm. Zum Vergleich: Die straßenzugelassene RR und die übrigen 1390 Super Duke Modelle leisten 190 PS (140 kW) bei 10.000 U/min und 145 Nm bei 8.000 U/min. Damit ist die RR Track laut KTM das leistungsstärkste Serienmodell, das der Hersteller je gebaut hat.
Auch die Luftzufuhr wurde angepasst. Ein überarbeitetes Ram-Air-System soll einen direkteren Luftstrom ermöglichen. Der Luftfilterkasten fasst rund 10 Liter und wurde für den Rennstreckeneinsatz optimiert.
Gewicht und Leichtbau: Konsequente Diät mit Carbon und Magnesium
Das Gewichtsprogramm der RR Track ist beeindruckend konsequent. KTM gibt ein Gewicht von rund 177 kg (390 lbs) an, allerdings nach KTM-eigener Messmethode ohne Kraftstoff. Im Vergleich dazu wiegt die straßenzugelassene RR etwa 189 kg (417 lbs) und die Super Duke R EVO rund 200 kg (441 lbs) nach derselben Messung. Die Differenz zur Standard-R beträgt also rund 20 kg, zur Straßen-RR etwa 9 kg.
Um dieses Gewicht zu erreichen, hat die KTM-Entwicklungsabteilung an vielen Stellen gleichzeitig angesetzt. Die Karosserie besteht weitgehend aus Carbon. Wo beim Serienmodell Kunststoff zum Einsatz kommt, verbaut die RR Track leichtes Carbonfaser-Material. Dazu kommen CNC-gefräste Leichtbauteile und ein kompletter Satz Titanschrauben. Die geschmiedeten 7-Speichen-Magnesiumräder orientieren sich am Design der KTM RC16 aus der MotoGP. Auch der Stahlgitterrohrrahmen wurde erleichtert: Alle Aufnahmen und Halterungen, die für den Straßenbetrieb nötig wären, wurden entfernt. Der Sitz ist ein einteiliger Rennsattel auf einer ultraleichten Carbon-Unterbodenschale, der laut KTM nach MotoGP-Vorbild gestaltet ist. Komfort spielt dabei keine Rolle.
Die Sitzposition ist sportlicher als bei den Straßenversionen. Der Tank ist leicht nach außen gewinkelt, was beim Bremsen mehr Halt und in Schräglage einen besseren Kontakt bieten soll. Der Lenker sitzt tiefer als bei der Straßenversion. Das Tankvolumen beträgt 17,5 Liter.
Fahrwerk: WP Pro Components auf MotoGP-Niveau
Beim Fahrwerk greift KTM noch tiefer ins Regal als bei der ohnehin schon hochwertig ausgestatteten Straßen-RR. Vorn arbeitet eine WP Pro Components 8548 Closed-Cartridge-Federgabel, die eine Stufe über der WP Pro 7548 der Straßenversion positioniert ist. KTM betont, dass die 8548 mit engeren Toleranzen gefertigt wird und ein präziseres Feedback sowie verbesserte Traktion bieten soll. Das Cartridge-System hat keine hydraulische Hubbegrenzung, sodass die Dämpfung in Druck- und Zugstufe kontinuierlich angepasst werden kann. Ein Vorteil für den Rennstreckeneinsatz: Die Federn lassen sich wechseln, ohne die Gabelholme ausbauen zu müssen. Die Gabelbrücken sind CNC-gefräst.
Das Federbein hinten ist ein WP Pro Components 8750, das auch in der Straßen-RR zum Einsatz kommt. Es bietet separate Einstellmöglichkeiten für High- und Low-Speed-Druckstufe sowie die Zugstufe und wurde laut KTM in Zusammenarbeit mit aktuellen Werksfahrern und deren WM-Erfahrung entwickelt.
Bremsen: Superbike-Spezifikation von Brembo
Auch bei der Bremsanlage legt die Track-Version gegenüber der Straßen-RR nach. Während die straßenzugelassene RR bereits mit Brembo Hypure Vierkolben-Monoblock-Sätteln bestückt ist, setzt die RR Track auf Brembo GP4-MS Monoblock-Sättel in Superbike-Spezifikation. Diese werden aus einem massiven Aluminiumblock gefräst und verfügen über integrierte Kühlrippen zur besseren Wärmeabfuhr. Die Bremsscheiben vorn sind T-Drive-Scheiben, bei denen acht T-förmige Stifte anstelle konventioneller Bolzen die Stahlscheibe mit der Aluminiumglocke verbinden. Hinten kommt ein Brembo P2.34 Bremssattel mit einer Wave-Scheibe zum Einsatz. Für Brems- und Kupplungsbetätigung sind Brembo Corsa Corta Radialgeberzylinder verbaut.

Elektronik: Weniger ist mehr
In einem Punkt fährt die Track-Version bewusst zurück: bei der Elektronik. Statt der acht Fahrmodi, die die Straßen-RR bietet, beschränkt sich die RR Track auf drei Track-Fahrmodi. Alle straßenbezogenen Optionen wurden gestrichen. Die verbleibenden drei Modi lassen sich individuell anpassen, darunter eine sechsstufige Wheelie-Kontrolle, eine fünfstufige Motorbremskontrolle, Schlupfregelung, Gasannahme und Quickshifter-Einstellungen.
Auch das Display schrumpft deutlich. Statt des 8,8 Zoll großen Touchscreens der Straßenmodelle kommt ein kompaktes 4,2-Zoll-TFT-Farbdisplay zum Einsatz, das mit einer eigens gestalteten Benutzeroberfläche für die kleinere Bildschirmgröße ausgestattet ist. Das Display besteht aus Verbundglas mit einer speziellen Beschichtung und Polarisierung zur Blendreduktion. Die Bedienung erfolgt über reduzierte, auf den Rennstreckeneinsatz zugeschnittene Schalter nach dem Vorbild von WM-Rennmotorrädern.
Die einzige Beleuchtung am Motorrad ist ein vorschriftsmäßiges Regen-Rücklicht, das für viele Rennserien weltweit gefordert wird und bei Nässe oder Nebel für Sichtbarkeit von hinten sorgt.
Ergonomie und Design: Kompromisslos auf den Track ausgerichtet
Die gesamte Gestaltung der RR Track folgt dem Prinzip der reinen Rennstreckennutzung. Die Karosserie ist vollständig in Schwarz gehalten und bewusst unlackiert, sodass Besitzer ihre eigene Rennlackierung aufbringen können. Einstellbare Komponenten beschränken sich im Wesentlichen auf das WP Pro Components Fahrwerk. Die Reifenwahl fällt auf Michelin Power Performance Slicks, die serienmäßig montiert sind und die straßenzugelassenen Michelin Power GP der Straßen-RR ersetzen.

Verfügbarkeit und Einordnung
Die KTM 1390 Super Duke RR Track soll ab Mai 2026 bei autorisierten KTM-Händlern verfügbar sein. Die Stückzahl ist auf 100 Exemplare weltweit begrenzt. Im Vergleich dazu wird die straßenzugelassene KTM 1390 Super Duke RR in einer Auflage von 350 Stück produziert.
KTM richtet sich mit der RR Track an Fahrer, die ein fertig aufgebautes Rennstreckenpaket direkt ab Werk bevorzugen, anstatt ein Straßenmotorrad selbst für den Track umzubauen. Die Maschine reiht sich damit in eine wachsende Kategorie werkseitiger Track-Only-Modelle ein, wie sie auch andere Hersteller zunehmend anbieten.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die KTM 1390 Super Duke RR Track?
Die RR Track leistet 196 PS (144 kW) bei 10.000 U/min. Unter Ram-Air-Bedingungen bei 250 km/h steigt die Leistung laut KTM auf 202 PS (149 kW). Das Drehmoment liegt bei 151 Nm.
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Wie viele Exemplare der KTM 1390 Super Duke RR Track werden gebaut?
KTM limitiert die Produktion auf weltweit 100 Stück. Die straßenzugelassene Schwester, die KTM 1390 Super Duke RR, wird im Vergleich dazu 350 Mal gebaut.
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Hat die KTM 1390 Super Duke RR Track eine Straßenzulassung?
Nein. Die RR Track ist ausschließlich für den Rennstreckenbetrieb konzipiert und erfüllt FIM-Regularien. Scheinwerfer, Spiegel, Kennzeichenhalter und alle weiteren straßenzulassungsrelevanten Bauteile fehlen.
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Wann ist die KTM 1390 Super Duke RR Track verfügbar?
KTM plant die Auslieferung ab Mai 2026 über autorisierte KTM-Händler.








