- Gemeinsamer 115-kW-Motor, in der V3-RS auf 154 PS und in der V3-RH auf 135 PS abgestimmt, dazu 162 Nm an der Motorwelle
- 16-kWh-Akku mit NMC-Zellen, Gewicht 181 kg (399 lbs), Ladezeit soll bei rund einer Stunde liegen
- Renneinsatz 2026 in der MotoAmerica Super Hooligan mit OrangeCat Racing und den Fahrern Josh Herrin und Kaleb De Keyrel
Elektromotorräder gelten vielen Fahrern bislang als leise Pendlerfahrzeuge ohne sportlichen Reiz. Lightfighter verfolgt einen anderen Ansatz und baut ausschließlich Maschinen für die Rennstrecke. Die V3-RS als vollverkleideter Supersportler und die V3-RH als Naked Bike teilen sich dieselbe technische Basis und sollen zeigen, dass elektrische Antriebe mit der etablierten Benzin-Konkurrenz mithalten können. Im Jahrgang 2026 reiht sich das Projekt in eine wachsende Zahl elektrischer Renn- und Hochleistungsmotorräder ein.

Wer steckt hinter Lightfighter?
Lightfighter ist ein kalifornischer Hersteller, der von einem kleinen Team mit mehreren Mitgründern aufgebaut wurde. Das Projekt begann als Leidenschaftsprojekt für den Clubsport und wuchs, als die Maschine im direkten Vergleich mit schnellen Benzinmotorrädern bestand.
Zum Team gehört Ely Schless, der bereits 2003 mit der Blade seiner Firma ElectricMoto eines der ersten elektrischen Crossmotorräder auf den Markt brachte. Geschäftsführer ist Brian Wismann, der zuvor Entwicklungsteams bei Zero Motorcycles und Brammo leitete und Rennteams unter anderem bei der Isle of Man TT und am Pikes Peak betreute. Technikchef Nick Lambert war neun Jahre bei Tesla tätig. Die Bezeichnung V3 verweist auf die dritte Stufe eines Elektroprogramms, an dem Wismann seit rund acht Jahren arbeitet. Den Akku fertigt das Unternehmen in Ashland im US-Bundesstaat Oregon selbst.
Was unterscheidet die V3-RS von der V3-RH?
Die V3-RS ist der vollverkleidete Supersportler, die V3-RH das Naked Bike mit hohem Lenker. Beide stehen auf derselben Plattform und unterscheiden sich vor allem durch Verkleidung und Lenkerform.
Das Kürzel RS steht für Race Supersport, RH für Race Hooligan. Die V3-RH ist gezielt für die Super-Hooligan-Klasse ausgelegt, die nackte Motorräder mit aufrechtem Lenker vorschreibt. Klassische Startnummerntafeln an der Front erinnern an historische Superbikes, während darunter ein moderner Elektroantrieb arbeitet. In der Abstimmung trennen sich die beiden Modelle bei der Leistung: Die V3-RS leistet 154 PS, die V3-RH ist auf 135 PS ausgelegt.

Wie viel Leistung bringt der Elektromotor?
Beide Modelle nutzen denselben flüssigkeitsgekühlten Motor mit 115 kW, der in der V3-RS 154 PS und in der V3-RH 135 PS leistet. Es handelt sich um eine Einheit vom Typ Parker GVM 210, die gemeinsam mit der Elektrosparte von Parker-Hannifin entwickelt wurde.
Der Motor stellt 162 Nm (120 lb-ft) an der Motorwelle bereit. Über eine Untersetzung von 2:1 stehen am Getriebeausgang 324 Nm (239 lb-ft) zur Verfügung. Die maximale Drehzahl liegt bei über 11.000 Umdrehungen pro Minute. Für die Energie sorgt ein 16-kWh-Akku mit automobiltauglichen NMC-Zellen von Farasis Energy, dessen Energiedichte bei rund 300 Wattstunden pro Kilogramm liegen soll. Die Nennspannung beträgt 383 Volt und steigt im Spitzenwert auf 440 Volt, der maximale Strom liegt über 300 Ampere. Eine aktive Kühlung mit eigener Software soll die Belastung über eine volle Renndistanz beherrschen, geladen ist der Akku angeblich in rund einer Stunde. Die Steuerung übernimmt eine VCU vom Typ MoTeC M130.
Welche Technik steckt im Fahrwerk?
Das Fahrwerk basiert auf einem Gitterrohrrahmen aus Chromoly-Stahl, bei dem das Motorgehäuse als tragendes Element dient. Ergänzt wird er durch eine tragende Heckeinheit aus Carbon, die zugleich als Rahmenheck fungiert.
Vorn arbeitet eine Öhlins-Gabel vom Typ FGR 260 mit geschlossener Kartusche, hinten ein Federbein TTX36, dazu kommt ein Öhlins-Lenkungsdämpfer. Der Federweg beträgt 130 Millimeter vorn und 108 Millimeter hinten. Die Bremsanlage stammt von Brembo mit GP4-RX-Sätteln und 320-Millimeter-Scheiben vorn sowie einem CNC-Supersport-Sattel hinten. Hinzu kommen geschmiedete Räder von OZ Racing, ein Renthal-Lenker und eine Gabelbrücke mit um plus/minus drei Millimeter verstellbarem Versatz. Die Schwinge fertigt Suter Racing aus der Schweiz aus dem Vollen, sie soll knapp 20 Prozent der Aufbaukosten ausmachen. Laut Medienberichten diente ein seriennahes Superbike als Ausgangspunkt der Chassis-Entwicklung. Bereift ist die Plattform mit Pirelli-SC3-Slicks. Bei den Maßen kommt sie auf 1.435 Millimeter Radstand, 24,5 Grad Lenkkopfwinkel, 100 Millimeter Nachlauf und 825 Millimeter Sitzhöhe, das Gewicht liegt bei 181 Kilogramm (399 lbs). Die Elektronik bietet eine in zehn Stufen einstellbare Traktionskontrolle mit Unterstützung durch eine Sechs-Achsen-IMU sowie eine fünfstufige Rekuperation. An der Abstimmung dieser Systeme ist das deutsche Unternehmen alpha Racing beteiligt, das auch Lenkerschutz, Fußrastenanlage und Display beisteuert. Weil ein Elektromotor sein Drehmoment kontinuierlich abgibt, kann der Grip schneller verloren gehen als bei einem Verbrenner mit seinen einzelnen Zündimpulsen, weshalb die Traktionskontrolle eine zentrale Rolle spielt.

Was bedeutet der Einstieg in die MotoAmerica?
Mit der V3-RH startet Lightfighter 2026 zum ersten Mal in der MotoAmerica, und zwar in der Super-Hooligan-Klasse. Eingesetzt werden die Maschinen vom Team OrangeCat Racing.
Auf den beiden identisch vorbereiteten Motorrädern sitzen Josh Herrin und Kaleb De Keyrel. Herrin hat in knapp zwei Jahrzehnten vier nationale Titel gewonnen, darunter die Superbike-Meisterschaften 2013 und 2024. De Keyrel wurde 2021 Twins-Cup-Champion und 2023 Vizemeister in der Stock-1000-Klasse. Die Meisterschaft umfasst zehn Rennen an fünf Veranstaltungen in den USA. Vor dem Schritt in die professionelle Serie sammelte das Team Erfahrung im Clubsport, unter anderem mit einem Elektro-Rundenrekord und zwei Siegen im AHRMA-Lauf in Barber im Oktober 2024. Als erklärtes Ziel nennt Lightfighter eine Leistungsparität mit benzinbetriebenen Motorrädern.
Kann man eine Lightfighter V3 kaufen?
Eine klassische Serienversion gibt es bislang nicht, der Zugang läuft über ein limitiertes Design Partner Program. Es ist auf zehn Teilnehmer begrenzt und kostet circa 86.200 Euro (100.000 US-Dollar).
Für diesen Betrag erhalten die Käufer eine V3 sowie acht Streckentermine, zu denen private Testfahrten und Amateurrennen gehören. Im Gegenzug testen sie Komponenten und liefern Rückmeldungen für die Entwicklung der nächsten Stufe V4, die 2027 in Produktion gehen soll. Später ist ein Tausch der gefahrenen V3 gegen eine neue V4 vorgesehen. Lightfighter will dabei auf jährliche Modelljahre verzichten und stattdessen einzelne Teile und Konstruktionsstände aktualisieren, sodass bestehende Maschinen über rückwärtskompatible Bauteile auf den neuesten Stand gebracht werden können. Daneben bietet die Marke Demofahrten und private Streckenerlebnisse an.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Lightfighter V3-RS?
Die Lightfighter V3-RS leistet 154 PS (115 kW). Sie teilt sich den Motor mit der V3-RH, die auf 135 PS abgestimmt ist. Das maximale Drehmoment liegt bei 162 Nm (120 lb-ft) an der Motorwelle.
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In welcher Rennserie startet die Lightfighter V3-RH?
Die V3-RH tritt 2026 in der MotoAmerica Super Hooligan National Championship an. Eingesetzt wird sie vom Team OrangeCat Racing mit den Fahrern Josh Herrin und Kaleb De Keyrel. Die Saison umfasst zehn Rennen an fünf Veranstaltungen.
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Was kostet eine Lightfighter V3?
Der Zugang erfolgt über das Design Partner Program für circa 86.200 Euro (100.000 US-Dollar). Dafür erhalten zehn Teilnehmer eine V3 sowie acht Streckentermine. Später soll ein Tausch gegen die kommende V4 möglich sein.
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Wie schnell lädt der Akku der Lightfighter V3?
Der 16-kWh-Akku soll in rund einer Stunde geladen sein. Damit sind aufeinanderfolgende Streckensessions möglich. Die Zellen stammen vom Hersteller Farasis Energy.











