- Erster Dakar-Auftritt von MACBOR als eigenes Team, und zwar in der Motorradkategorie
- Gerard Farrés steht vor seiner 20. Dakar und fährt erstmals seit 2018 wieder auf zwei Rädern
- Zur Vorbereitung startet das Team bei der 1000 Dunas Rally und der Addax Rally in Marokko
Für MACBOR wird aus dem Geldgeber ein Teilnehmer. Mehrere Jahre lang hat die Marke aus Barcelona Gerard Farrés als Sponsor begleitet, während er in der Side-by-Side-Kategorie unterwegs war. Das sind geländegängige Fahrzeuge, in denen Fahrer und Beifahrer nebeneinander sitzen. Jetzt stellt MACBOR erstmals ein eigenes Team auf, und zwar in der Motorradwertung. Bekannt gegeben hat das Unternehmen den Schritt am 20. Oktober 2026. Die Dakar 2027 soll nach Angaben von MACBOR vom 1. bis 15. Januar ausgetragen werden. Damit gehört der Einstieg der Spanier zu den Teamnachrichten im Vorfeld der kommenden Dakar-Ausgabe.

Wer ist Gerard Farrés und was hat er bei der Dakar erreicht?
Gerard Farrés stammt aus Manresa in Katalonien und zählt zu den erfahrensten spanischen Rallye-Raid-Fahrern. Bisher stand er 19 Mal am Start der Dakar.
Seine Dakar-Geschichte beginnt 2006 auf dem Motorrad. Damals war er der beste Neuling im Feld. Den größten Erfolg auf zwei Rädern feierte er 2017 mit Platz drei in der Gesamtwertung der Motorräder. Später wechselte er in die Side-by-Side-Klasse und wurde dort 2022 Zweiter. Insgesamt kommt er damit auf drei Podestplätze bei der Rallye. Elf seiner Starts absolvierte er auf dem Motorrad. In der Szene ist er unter den Spitznamen „Farreti“ und „el Legend“ bekannt. Die Ausgabe 2027 wäre seine 20. Teilnahme.
Warum hatte Gerard Farrés 2018 mit dem Motorrad aufgehört?
Farrés hatte seinen Abschied vom Motorrad mit einer Knieverletzung und dem Verschleiß nach rund 20 Jahren Rennsport begründet. Er verkündete die Entscheidung Anfang 2018 in Lima, kurz vor dem Start der damaligen Dakar.
Im Mai zuvor war er bei der Hellas Rally in Griechenland gestürzt und hatte sich am linken Knie verletzt. Seitdem kämpfte er um die Beweglichkeit des Gelenks. Nach den letzten Trainingseinheiten stand für ihn fest, dass die Zeit gekommen war. Er sprach damals offen darüber, dass er die Entscheidung schon sechs Monate mit sich herumgetragen habe. Nach elf Dakar-Teilnahmen, bei denen er immer alles gegeben habe, spüre er den Verschleiß in jeder Hinsicht. Seine Worte bei der Ankündigung: „Así que este va a ser mi último Dakar en moto y qué mejor manera que anunciarlo en esta gran carrera que me lo ha dado todo.“ Übersetzt: „Das wird also meine letzte Dakar auf dem Motorrad, und es gibt keinen besseren Weg, das anzukündigen, als bei diesem großen Rennen, das mir alles gegeben hat.“
Ganz von der Dakar wollte er sich allerdings nicht verabschieden. Er hoffte damals, in einem anderen Fahrzeug weitermachen zu können, etwa in einem Buggy. Auf zwei Rädern sei die Sache aber vorbei, betonte er: „en moto esto se ha terminado“, also „auf dem Motorrad ist das vorbei“. Genau so kam es zunächst auch. In den folgenden Jahren trat er in der Side-by-Side-Klasse an, zuletzt mit Toni Vingut als Beifahrer. Vingut hatte zuvor selbst fünf Dakar-Teilnahmen auf dem Quad gesammelt. Mit der Ausgabe 2027 kehrt Farrés nun in die Kategorie zurück, in der seine Dakar-Laufbahn begonnen hat.
Seit wann arbeiten MACBOR und Gerard Farrés zusammen?
Die Verbindung reicht deutlich weiter zurück als die Sponsoring-Jahre bei der Dakar. Farrés ist seit Längerem Markenbotschafter von MACBOR und war schon für das Adventure-Modell Montana XR5 als Aushängeschild im Einsatz.
Mit einer Montana XR5 500 fuhr er bei der Bassella Race 1 in Katalonien in der Maxitrail-Klasse mehrfach aufs Podest. Am 11. Februar 2023 wurde er dort zum zweiten Mal in Folge Dritter, in einem Feld mit über 1.200 gemeldeten Fahrern. Bei der Dakar unterstützte MACBOR ihn ab der Ausgabe 2024 als Sponsor. Zur Dakar 2025 trat Farrés mit dem Pedregà Team in der Klasse T4 an, also der Kategorie für seriennahe Side-by-Sides. Auch bei der Dakar 2026 war MACBOR wieder als Partner dabei.
Bei der Vorstellung des Dakar-Projekts 2025 erinnerte sich Farrés daran, dass MACBOR ihn schon zur Gründung der Marke in die Familie aufgenommen habe. Dank der Unterstützung könne er wieder bei der Dakar antreten. Den neuen Schritt als eigenes Team beschreibt MACBOR selbst als „ganz besonderes Abenteuer“.
Mit welchem Motorrad startet Gerard Farrés bei der Dakar 2027?
Welches Motorrad Farrés bei der Dakar 2027 fahren wird, hat MACBOR bislang nicht bekannt gegeben. Auch zur genauen Zusammensetzung des Teams gibt es bisher keine Angaben.
Fest steht nur, dass MACBOR in der Motorradkategorie antritt und Farrés der Fahrer des Projekts ist. Technische Details zum Einsatzmotorrad dürften spätestens mit den Vorbereitungsrennen in Marokko sichtbar werden, bei denen das Team bereits gemeinsam unterwegs ist.

Wie bereitet sich das MACBOR-Team auf die Dakar 2027 vor?
MACBOR schickt Farrés vor der Dakar zu zwei Rallyes in Marokko. Dort soll das Team Erfahrung im Gelände sammeln und sich an die Bedingungen solcher Langstreckenwettbewerbe gewöhnen.
1000 Dunas Rally
Den Anfang macht die 1000 Dunas Rally 2026. Sie führt in sechs Etappen von Fès durch die marokkanische Wüste bis nach Merzouga. Die Strecke verbindet Navigation mit wechselndem Untergrund. Für das Team ist sie damit eine erste Probe für die Belastung über mehrere Tage.
Addax Rally
Nur wenige Tage später folgt die Addax Rally. Sie soll vom 25. bis 30. Oktober 2026 rund um Merzouga stattfinden und umfasst etwa 1.600 Kilometer. Im Mittelpunkt steht die Navigation nach Roadbook, also nach der Streckenbeschreibung, die die Fahrer während der Fahrt abarbeiten. Laut MACBOR gehört genau das zu den Stärken von Farrés. Die Etappen führen über Sand, steinige Pisten und durch das Dünengebiet Erg Chebbi.
Warum geht MACBOR mit einem eigenen Team zur Dakar?
Nach Angaben des Herstellers ist der Dakar-Start Teil der internationalen Expansion der Marke. Die Rallye soll MACBOR bekannter machen und beim Wachstum außerhalb der bisherigen Kernmärkte helfen.
Laut Unternehmen ist MACBOR inzwischen in 15 europäischen Ländern vertreten. Zu den Kernmärkten zählen Spanien, Portugal und Frankreich. In Portugal sind die Motorräder seit Ende 2022 erhältlich, in Frankreich seit Mai 2025. In den vergangenen zwei Jahren kamen unter anderem die Benelux-Länder, Polen, die Schweiz und die baltischen Staaten hinzu. Parallel zeigt sich die Marke im Herbst 2026 zum vierten Mal in Folge auf der Motorradmesse EICMA in Mailand.
Dass die Dakar dabei als Schaufenster dienen soll, hatte MACBOR schon beim Sponsoring der vergangenen Jahre deutlich gemacht. Carlos López-Navarro sprach bei der Präsentation des Projekts für die Dakar 2026 darüber, wie die Marke den Schritt ins Ausland geplant hat: „Hace tres años apostamos por salir fuera y crecer como marca. En EICMA vimos que el producto de MACBOR gustaba y decidimos buscar importadores por todo el mundo.“ Auf Deutsch: „Vor drei Jahren haben wir darauf gesetzt, ins Ausland zu gehen und als Marke zu wachsen. Auf der EICMA haben wir gesehen, dass die Produkte von MACBOR ankommen, und beschlossen, weltweit Importeure zu suchen.“

Motos Bordoy und die Dakar: Verbindung seit den 1990er-Jahren
MACBOR ist die Eigenmarke der Motos Bordoy Group aus Barcelona. Die Gruppe ist der Dakar schon lange verbunden. Bereits in den 1990er-Jahren unterstützte sie bekannte spanische Fahrer wie Marc Coma, Jordi Arcarons und Carlos Mas bei ihren sportlichen Projekten. Das neue Team knüpft also an eine Beziehung zur Rallye an, die älter ist als die Marke MACBOR selbst.
Was ist MACBOR für eine Marke?
MACBOR ist die Hausmarke des spanischen Importeurs Motos Bordoy und wurde 1999 gegründet. Am Anfang standen Kindermotorräder für Einsteiger und den Wettbewerb.
2017 folgte der Schritt zu Motorrädern mit Schaltgetriebe und kleinem Hubraum, also 125 und 250 Kubikzentimetern. Die ersten sechs Modelle ließ das Unternehmen beim chinesischen Hersteller Zongshen fertigen. Vor dem Marktstart wurden Vorserienmaschinen über mehr als 60.000 Kilometer getestet. Laut MACBOR wurde die Marke in diesem Segment innerhalb von drei Jahren zur Nummer eins in Spanien.
2020 ging es mit der Montana XR5 500 in die Mittelklasse. Danach kamen die Eight Mile 500 als Street und Scrambler sowie 2024 die Rockster 410 aus dem Custom-Bereich hinzu. Zur aktuellen Palette 2026 gehören unter anderem die Montana XR1 125, die Rockster 125, die Rockster Flat 125 und die neu eingeführte Shifter 125.
Häufige Fragen
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Wann startet MACBOR bei der Dakar 2027?
MACBOR plant den ersten Start als eigenes Team bei der Dakar 2027, die nach Angaben der Marke vom 1. bis 15. Januar stattfinden soll. Das Team tritt in der Motorradkategorie an. Fahrer ist Gerard Farrés.
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Wie oft ist Gerard Farrés bei der Dakar gestartet?
Gerard Farrés hat bisher 19 Dakar-Teilnahmen. Elf davon bestritt er auf dem Motorrad, die übrigen im Side-by-Side. Die Dakar 2027 wäre sein 20. Start.
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Warum hatte Gerard Farrés 2018 mit dem Motorrad aufgehört?
Farrés nannte damals eine Knieverletzung von der Hellas Rally 2017 und den Verschleiß nach rund 20 Jahren Rennsport als Gründe. Er kündigte die Dakar 2018 als seinen letzten Start auf dem Motorrad an und wechselte später in die Side-by-Side-Klasse.
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Mit welchem Motorrad fährt Farrés bei der Dakar 2027?
Das ist noch nicht bekannt. MACBOR hat bisher kein Einsatzmotorrad für die Dakar 2027 genannt.
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Wo bereitet sich das MACBOR-Team auf die Dakar vor?
Das Team startet bei zwei Rallyes in Marokko. Zuerst steht die 1000 Dunas Rally von Fès nach Merzouga an, danach die Addax Rally vom 25. bis 30. Oktober 2026 rund um Merzouga mit etwa 1.600 Kilometern.












