- Das Modelljahr 2027 startet früh: Erste Modelle sind schon ab August 2026 bestellbar
- Neue Superbike-Generation in Vorbereitung bei BMW, Suzuki und Ducati
- Rally-Technik wird serienreif: KTM bringt gleich drei Wettbewerbsmodelle in den Handel
- Chinesische Hersteller rücken mit Dreizylindern und Adventure-Bikes nach
Das Motorradjahr 2027 zeichnet sich bereits deutlich ab. Viele Hersteller stellen ihre Modellpflege inzwischen ein Jahr im Voraus vor, sodass die ersten 2027er-Maschinen schon im Sommer 2026 in den Preislisten stehen. Diese Übersichtsseite sammelt alle Modelle, die offiziell für das Modelljahr 2027 bestätigt sind oder deren Zulassungsunterlagen bereits aufgetaucht sind, sortiert nach Herstellern.
Inhaltlich unterscheidet sich 2027 spürbar vom Vorjahr. Wo 2026 vor allem die Breite gewachsen ist, geht es im Folgejahr um neue Motorengenerationen, um Rennsporttechnik in Serienmotorrädern und um den nächsten Schritt bei den Superbikes. Alle Neuheiten des laufenden Modelljahrs sind in unserer Übersicht zu den Motorrad-Neuheiten 2026 zusammengefasst.
BMW Motorrad
BMW hat sein Modelljahr 2027 bereits im Sommer 2026 komplett offengelegt. Die einzige echte technische Neuerung betrifft die M 1000 RR: Sie erhält einen M-Motorsport-Rahmen der dritten Generation, der rund 1,3 Kilogramm leichter ausfällt. S 1000 RR, K 1600 und die übrigen Baureihen bekommen vor allem neue Farben, Editionen und Ausstattungspakete. Auffällig ist, was fehlt: R 1300 GS, R 1300 GS Adventure, F 450 GS und F 900 GS tauchen in der 2027er-Liste nicht auf, was auf eine anstehende Überarbeitung der GS-Familie hindeuten könnte. Bestellbar sind die Modelle seit August 2026.
→ BMW Modelljahr 2027: Neuer M-Rahmen und neue Farben im Detail
Deutlich umfangreicher fällt der Eingriff bei den beiden Crossover-Modellen aus. S 1000 XR und M 1000 XR stehen vor einem großen Facelift für 2027. Homologationsunterlagen aus Australien zeigen eine komplett neue Front mit Zentralscheinwerfer, ein gestrafftes Heck und neue Seitenverkleidungen. Die Motorleistung bleibt unverändert.
→ BMW S 1000 XR und M 1000 XR vor großem Facelift: Neues Gesicht für 2027
Zwei weitere Baustellen sind bisher nicht offiziell bestätigt. Eine im Juli 2026 aufgetauchte Zeichnung aus einer in Indien eingereichten Design-Anmeldung soll die nächste S 1000 RR zeigen, zusammen mit einer durchgesickerten Leistungsangabe von 215 PS für 2027. Parallel rückt mit der M 1000 RS das erste RS-Modell mit Vierzylinder näher. Und beim Big-Boxer-Roadster R20 mit rund 2.000 Kubikzentimetern nannte Motorrad-Chef Markus Flasch in einem offiziellen Video die Möglichkeit, den bisher für März 2028 erwarteten Serienstart auf 2027 vorzuziehen.
→ Neue BMW S 1000 RR: Patentbild zeigt Serienmodell mit 215 PS für 2027
→ BMW M 1000 RS: Erstes RS-Modell mit Vierzylinder rückt näher
→ BMW R20: Serienstart könnte auf 2027 vorgezogen werden
Dazu kommen drei limitierte Sondermodelle zum 100-jährigen Bestehen des Nürburgrings. M 1000 RR, M 1000 R und M 1000 XR erscheinen als „Edition 100 Jahre Nürburgring“ in Nürburgring Grün, jeweils 100 Mal weltweit. Serienmäßig sind unter anderem das M Track Paket, Carbonräder und ein Echtheitszertifikat. Bestellbar sind die drei Motorräder laut BMW M ab dem 19. Oktober 2026, ausgeliefert wird im Jubiläumsjahr 2027: in Großbritannien ab Juni 2027, in den USA ab Ende 2027. Deutsche Preise stehen noch aus.
→ BMW M 1000 RR, R und XR: Nürburgring-Edition mit je 100 Stück ab Oktober
Als zweites Modell der neuen 450er-Plattform hat BMW die F 450 R vorgestellt. Das Naked Bike nutzt Motor, Rahmen und Schwinge der F 450 GS als Basis, ist aber bei Geometrie, Federung und Ergonomie ganz auf die Straße ausgelegt und orientiert sich optisch an der S 1000 R. Der 420-cm³-Reihenzweizylinder leistet 48 PS (35 kW) und 43 Nm, fahrfertig wiegt die F 450 R 175 Kilogramm und trifft damit exakt die Grenze der A2-Klasse. Auf Wunsch gibt es die Fliehkraftkupplung Easy Ride Clutch. Vier Varianten kosten in Deutschland zwischen 6.490 und 7.220 Euro, womit das Basismodell unter der Aprilia Tuono 457 liegt. Ausgeliefert werden soll laut BMW voraussichtlich ab Juni 2027, für die USA gibt es derzeit keine Pläne.
→ BMW F 450 R ab 6.490 Euro: Die A2-BMW unterbietet Aprilias Tuono 457
Als drittes Modell der 450er-Familie hat BMW am 15. Oktober 2026 die F 450 RR vorgestellt, den Einstieg in die RR-Welt unterhalb von S 1000 RR und M 1000 RR. Der 420-cm³-Reihenzweizylinder leistet wie bei GS und R 48 PS (35 kW) bei 8.750 Umdrehungen und 43 Nm, ist laut BMW aber gezielt auf einen Supersportler abgestimmt, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 177 km/h. Eine eigene Fahrwerksgeometrie, 17-Zoll-Räder vorn und hinten, ein umkehrbares Schaltschema für die Rennstrecke und eine Optik im Stil der S 1000 RR mit Winglets unterscheiden sie von den Schwestermodellen, fahrfertig wiegt sie 177 Kilogramm. Vier Ausstattungsvarianten stehen zur Wahl, die Easy Ride Clutch ist für alle Versionen erhältlich. In Deutschland kostet die F 450 RR ab 7.250 Euro und kommt voraussichtlich im Juni 2027 zu den Händlern. Anders als die frühere G 310 RR wird sie auch in Europa und den USA angeboten, dort nur als M Sport für 7.815 US-Dollar. Ihre öffentliche Premiere feiert sie auf der EICMA in Mailand.
→ BMW F 450 RR: Was der A2-Supersportler anders macht als GS und R
Ducati
Oberhalb der bisherigen Serienmodelle zeichnet sich bei Ducati eine weitere Ausbaustufe ab. Für das Modelljahr 2027 hat die kalifornische Umweltbehörde CARB eine Panigale V4 SP zertifiziert. Sie nutzt denselben 1.103-Kubik-Motor wie die übrigen Panigale-V4-Modelle und soll sich zwischen V4 S und V4 R einordnen. Die offizielle Präsentation wird im Herbst 2026 im Rahmen der Ducati World Première rund um die EICMA in Mailand erwartet, Preise sind noch offen.
→ Ducati Panigale V4 SP kommt 2027: Neue Stufe zwischen V4 und V4 R
Auch die Panigale V4 und V4 S selbst bekommen zum Modelljahr 2027 ein umfangreiches Update, zwei Jahre nach dem Start der siebten Superbike-Generation. Der 1.103-cm³-V4 leistet 218 PS (160,4 kW) bei 13.500 Umdrehungen, 2 PS mehr als bisher, und dreht im zweiten bis fünften Gang jetzt bis 15.000 Umdrehungen. Dazu kommen eine längere Übersetzung, ein Front Frame mit 12 Prozent weniger Quersteifigkeit, größere Endplatten an den Winglets sowie die neuen Bremsfunktionen Dynamic Engine Brake und Race Brake Control. In Vallelunga soll die neue Version im Schnitt 0,4 Sekunden pro Runde schneller sein. Die V4 S lässt sich erstmals über das Programm Factory Made ab Werk individualisieren. Ab März 2027 steht die Panigale V4 bei den europäischen Händlern, in Deutschland für 28.690 Euro, die V4 S für 35.990 Euro.
→ Ducati Panigale V4 2027: Mehr Drehzahl, weicherer Rahmen, höherer Preis
Gut einen Monat später folgte dasselbe Muster beim Nakedbike. CARB hatte am 2. März zunächst Streetfighter V4 und V4 S für das Modelljahr 2027 zugelassen und diese Executive Order am 13. August um eine SP-Variante ergänzt. Damit kehrt die rennstreckennahe SP nach einem Jahr Pause zurück, nachdem Ducati die SP2 für 2026 ohne Ankündigung gestrichen hatte. Motor und Emissionsdaten entsprechen laut Dokument den übrigen V4-Modellen mit dem 1.103-Kubik-Desmosedici Stradale, konkrete Leistungswerte nennt die Zulassung nicht. Die Vorstellung wird über die World-Première-Videos bis zur EICMA im November 2026 erwartet.
→ Ducati Streetfighter V4 SP kehrt zurück: Was die CARB-Zulassung verrät
Im Offroad-Bereich erweitert Ducati die Desmo-Familie nach unten. Mit der Desmo250 MX bringt der Hersteller erstmals eine 250er-Motocrossmaschine mit desmodromischer Ventilsteuerung auf den Markt. Der komplett neu entwickelte 249,7-Kubik-Einzylinder dreht bis 15.000 Umdrehungen pro Minute und teilt zentrale Konstruktionsmerkmale mit dem Motor der Panigale V4 R.
→ Ducati Desmo250 MX kommt: Desmodromik erobert die 250er-Klasse
Komplettiert wird die Desmo-Offroad-Familie durch die Desmo450 SM, Ducatis erste Renn-Supermoto. Sie nutzt die Plattform der Desmo450 MX, wurde für den Asphalt aber bei Fahrwerk, Gabelbrücken, Rädern, Bremsanlage und Elektronik neu abgestimmt. Der 449,6-Kubik-Einzylinder leistet 63,5 PS (46,7 kW) bei 9.400 Umdrehungen und 53,5 Nm bei 7.500 Umdrehungen, fahrfertig ohne Kraftstoff wiegt die Maschine 109 Kilogramm. Eine Straßenzulassung gibt es nicht, ab Werk rollt sie auf Slicks. In Deutschland kostet sie ab 13.290 Euro, die Auslieferung an ausgewählte europäische Händler beginnt im Dezember 2026, für die USA nennt Ducati das Frühjahr 2027.
→ Ducati Desmo450 SM: 13.290 Euro für die Renn-Supermoto ohne Zulassung
Auch die Desmo450 MX selbst geht überarbeitet ins Modelljahr 2027, mit gezielten Änderungen aus der ersten Rennsaison statt einer neuen Generation. Ein Kettenrad mit 51 statt 49 Zähnen sorgt für eine kürzere Übersetzung, dazu kommen eine größere Tanköffnung mit 40 Millimetern, neu geformte Fußhebel, Pirelli-Scorpion-MX32-Reifen, verstärkte Bauteile an Motor, Auspuff und Fahrwerk sowie die fest integrierte vorausschauende Wartung. Der 449,6-Kubik-Einzylinder leistet unverändert 63,5 PS (46,7 kW). Für die USA gibt es erstmals eine eigene Fahrwerksabstimmung mit Gabelbrücken mit 20 statt 22 Millimetern Offset, die Desmo450 MX Factory des Modelljahrs 2027 wird in Nordamerika nicht angeboten. Die Motorräder kommen zuerst zu ausgewählten europäischen Händlern, Preise für 2027 hat Ducati nicht gesondert genannt.
→ Desmo450 MX 2027: Was Ducati nach der ersten Rennsaison ändert
Eine dritte Ducati-Neuheit für 2027 ist bisher nur über Behördenpapiere belegt. In der CARB-Zertifizierung für das Modelljahr 2027 stehen neben der Diavel V4 auch eine Diavel for Bentley und eine Diavel for Bentley Mulliner. Eine offizielle Ankündigung aus Bologna fehlt, die Unterlagen belegen ausschließlich Abgaswerte. Die erste Auflage von Dezember 2023 umfasste 500 nummerierte Exemplare plus 50 Mulliner-Versionen, die ausschließlich Bentley-Kunden vorbehalten waren. In derselben Freigabe wurde am 26. August außerdem eine vierte Variante nachgetragen, die Diavel V4 S.
→ Ducati Diavel for Bentley: CARB-Papiere deuten auf eine zweite Auflage
Rein optisch aufgefrischt geht die Multistrada V4 Pikes Peak ins Modelljahr 2027. Ducati hat sie am 24. September 2026 mit einer neuen Lackierung im Stil der Desmosedici GP und der Panigale V4 R vorgestellt, samt „Ducati Corse“-Schriftzug und Startnummer 1. Technisch bleibt alles beim Alten: Der V4 Granturismo mit 1.158 Kubikzentimetern leistet weiterhin 170 PS (125 kW) und 123,8 Nm, dazu kommt das semiaktive Öhlins-Fahrwerk. In Deutschland kostet die Pikes Peak 2027 31.990 Euro zuzüglich 345 Euro Überführung und steht bereits bei den Händlern, in Nordamerika folgt die neue Lackierung ab März 2027.
→ Ducati Multistrada V4 Pikes Peak 2027: MotoGP-Look, Technik bleibt gleich
Neben die Pikes Peak stellt Ducati mit der Multistrada V4 S Grand Tour ein reines Reisemodell für 2027. Vorgestellt am 1. Oktober 2026, bringt sie Radar mit adaptivem Tempomat, Totwinkelerkennung und Frontkollisionswarnung, zwei Seitenkoffer mit zusammen 60 Litern, Hauptständer sowie Heizgriffe und Sitzheizung serienmäßig mit. Neu ist eine automatische Absenkung, die das Motorrad unter 10 km/h um bis zu 30 Millimeter tieferlegt. Der V4 Granturismo leistet weiterhin 170 PS (125 kW), die erweiterte Zylinderabschaltung legt die hintere Bank jetzt auch während der Fahrt still. In Europa steht die Grand Tour ab November 2026 beim Händler, in den Niederlanden ab 33.990 Euro, ein deutscher Preis steht noch aus.
→ Ducati Multistrada V4 S Grand Tour: Die Reise-Ducati senkt sich selbst ab
Honda
Bei Honda steht das Modelljahr 2027 im Zeichen der großen Vierzylinder. Die CBR1000RR-R Fireblade SP mit 217 PS und die CBR1000RR kehren zurück, ergänzt um die CB1000F als Retro-Naked-Bike mit 124 PS. Der Einstiegspreis der Fireblade SP liegt bei rund 29.000 Euro.
→ Honda CB1000F und Fireblade SP: Hondas Bandbreite von Retro bis MotoGP
Die CB750 Hornet geht dagegen mit reinen Optikänderungen ins neue Modelljahr. Vier neue Zweifarb-Lackierungen ersetzen die bisherige Farbpalette, während der 92 PS starke 755-Kubik-Paralleltwin, das Fahrwerk und die Elektronik unangetastet bleiben. In Italien bietet Honda das Naked Bike laut Medienberichten ausschließlich mit E-Clutch und nur in drei der vier Farbkombinationen an, im deutschsprachigen Raum bleibt die Version mit konventioneller Kupplung im Programm.
→ Honda CB750 Hornet 2027: Vier neue Farben, in Italien nur drei
Offen ist weiterhin, wann der neue luft- und ölgekühlte 501-Kubik-Einzylinder nach Europa kommt. Weil Honda den Namen GB 500 in der EU und den USA als Marke hat eintragen lassen, gilt ein Europastart als GB 500 S frühestens für 2027 als wahrscheinlich. Damit wäre die Maschine einer der wenigen neuen großvolumigen Einzylinder des Modelljahrs.
→ Honda CB 500 mit 28 PS: Was das für die GB 350 S in Europa heißt
Bei den Tourern bleibt Honda beim Bewährten: Die NT1100 geht mit zwei neuen matten Farben ins Modelljahr 2027, technisch bleibt alles auf dem Stand der Überarbeitung von 2025 mit 102 PS und 112 Nm, wahlweise mit DCT und semiaktivem Showa-EERA-Fahrwerk. Preise für 2027 stehen noch aus.
→ Honda NT1100 2027: Europas Tourer-Bestseller bekommt nur neue Farben
Noch unbestätigt ist ein Supersportler auf Basis des neuen V3. Nach Berichten aus Japan entwickelt Honda aus dem 900er-V3 der V3R 900 E-Compressor eine Saugmotor-Version für eine V3R 900RR, die die CBR600RR ablösen und Honda in der Supersport-WM wieder konkurrenzfähig machen soll. Im Gespräch sind 120 bis 130 PS (circa 88 bis 96 kW). Die Markteinführung wird frühestens Mitte 2027 erwartet, erste Details könnte es schon auf der EICMA im November 2026 geben.
→ Honda V3R 900RR: Warum ein V3-Supersportler die CBR600RR ablösen soll
Kawasaki
Die spannendste Kawasaki des Modelljahrs 2027 ist bislang nicht offiziell vorgestellt. EPA- und CARB-Dokumente führen die Ninja H2 für 2027 mit den Emissionsdaten der Z H2 SE, also mit 197 statt der bisherigen 228 PS. Zusammen mit einem zwölf Sekunden langen Teaser auf den europäischen Kanälen verdichten sich damit die Hinweise auf eine Rückkehr der aufgeladenen Supersportmaschine nach Europa, wo sie 2021 an der Euro-5-Norm gescheitert war. Als wahrscheinlicher Rahmen für die Präsentation gilt die EICMA Anfang November 2026, bestätigt ist das nicht.
→ Kawasaki Ninja H2 2027: Warum die H2 an Leistung verliert
Inzwischen ist die Rückkehr offiziell: Kawasaki bringt die Ninja H2 zum Modelljahr 2027 mit weitgehend neu konstruiertem Kompressor-Vierzylinder zurück, der Euro 5+ erfüllt und damit wieder in Europa verkäuflich ist. Angegeben sind 209 PS mit Ram Air und 135 Nm, erstmals kommen Brembo-Hypure-Sättel zum Einsatz. Die Ninja H2 kostet ab 32.500 Euro und steht ab April 2027 beim Händler, die limitierte H2 Carbon ab 35.800 Euro bereits ab Oktober 2026, die H2R kostet 58.000 Euro.
→ Kawasaki Ninja H2 kehrt zurück: Wie viel H2 SX im neuen Motor steckt
Bei den kleinen Retromodellen bleibt dagegen alles beim Alten. Meguro S1 und W230 gehen technisch unverändert ins Modelljahr 2027. Beide A2-tauglichen Einzylinder mit 233 Kubikzentimetern und 18 PS (12,9 kW) bei 7.000 Umdrehungen pro Minute werden künftig nur noch in der Farbe Ebony angeboten, womit die W230 ihr bisheriges Metallic Matte Dark Green verliert. Preise für 2027 hat Kawasaki noch nicht genannt, im Modelljahr 2026 standen 4.995 Euro für die W230 und 5.695 Euro für die Meguro S1 in der Liste, jeweils ab Werk.
→ Meguro S1 und W230 bleiben 2027: Kawasaki bietet nur noch Ebony
Echte Technik-Neuerungen gibt es dagegen bei der Ninja 650. Kawasaki baut die Front für 2027 um: Eine nicht einstellbare Showa-SFF-BP-Upside-down-Gabel mit 37 mm ersetzt die bisherige 41-mm-Telegabel, radial montierte Vierkolben-Bremssättel lösen die axialen Zweikolben-Sättel ab. Dazu kommen eine härtere Feder hinten und ein 4,3-Zoll-TFT-Display mit neuem Layout, dessen App-Anbindung nun auch Navigation und Sprachbefehle unterstützt. Der 649-cm³-Reihenzweizylinder mit rund 68 PS (50 kW) bleibt unverändert. In Großbritannien kommt die Ninja 650 2027 im Dezember für unverändert 7.499 Pfund (circa 8.820 Euro), in Italien soll sie ab 7.990 Euro starten, ein deutscher Preis steht noch aus.
→ Kawasaki Ninja 650 2027: Neue Gabel und Bremsen statt nur neuer Farben
Beim Superbike bleibt Kawasaki dagegen beim Stand von 2026. Die Ninja ZX-10R und die weltweit auf 500 Exemplare limitierte ZX-10RR gehen technisch unverändert ins Modelljahr 2027, mit großen Winglets und bis zu 206 PS (151,2 kW) mit Ram-Air-Effekt. Neu ist nur die Lackierung Metallic Flat Spark Black / Metallic Spark Black für das Basismodell. In Großbritannien kommt die ZX-10R ab Dezember für unverändert 15.999 Pfund (circa 18.885 Euro), die ZX-10RR folgt später für 24.799 Pfund (circa 29.275 Euro), deutsche Preise stehen noch aus.
→ Kawasaki Ninja ZX-10R 2027: Das Superbike bleibt, nur die Farbe ist neu
Ganz neu im Programm ist dagegen die Versys 900. Mit ihr schließt Kawasaki zum Modelljahr 2027 die Lücke zwischen Versys 650 und Versys 1100. Das Crossover-Modell nutzt den 948-cm³-Reihenvierzylinder der Z900, für den Reiseeinsatz neu abgestimmt auf 122 PS (89,6 kW) bei 9.500/min und 97,3 Nm bei 8.000/min, und bekommt einen neuen Gitterrohrrahmen aus Stahl. Erstmals in der Versys-Familie arbeiten Radarsensoren vorn und hinten für den adaptiven Tempomat ACC Lite, eine Frontkollisionswarnung und einen Totwinkelassistenten. In Deutschland kostet die Versys 900 ab 13.270 Euro, die Versys 900 SE 14.170 Euro, Marktstart ist im April 2027.
→ Kawasaki Versys 900: Z900-Vierzylinder und Radar schließen die Versys-Lücke
KTM
KTM bringt das Modelljahr 2027 mit einem ungewöhnlich hohen Anteil an Wettbewerbsmodellen. Den Anfang macht die 690 Rally, die ab Oktober 2026 in den Handel kommt und als Modelljahr 2027 geführt wird. Sie überträgt das Rally-Konzept ab Werk auf die 690er-Plattform: 79 PS (58 kW) aus dem 692,7 Kubikzentimeter großen LC4-Einzylinder, 20 Liter Gesamttankvolumen aus einem 13-Liter-Hecktank und zwei Fronttanks, ein eigener Rally-Tower mit 4,2-Zoll-TFT-Display und 161,5 Kilogramm ohne Kraftstoff. Einen Preis hat KTM bisher nicht genannt.
→ KTM 690 Rally kommt im Oktober: Rally-Umbau jetzt direkt ab Werk
Deutlich exklusiver fällt die 450 Rally Replica 2027 aus. Die auf etwas mehr als 100 Exemplare limitierte Rennmaschine hat einen 449,3-Kubik-SOHC-Einzylinder, eine Akrapovic-Titananlage und ein 35-Liter-Drei-Tank-System und wird seit Juli 2026 ausgeliefert. Zusätzlich entstehen acht Exemplare der Luciano Benavides Factory Edition im Red-Bull-KTM-Design. Zur 100. Auflage der Six Days in Portugal kommt außerdem die Sonderserie EXC 6DAYS 2027.
→ KTM 450 Rally Replica 2027: Dakar-Technik für die eigene Garage
→ KTM EXC 6DAYS 2027: Sonderedition zur 100. Six Days in Portugal
Auf der Straße bekommt die 790 Duke zum Modelljahr 2027 neue WP-Technik, eine geschärfte Optik und mehr Komfort, ohne teurer zu werden. Der Preis bleibt bei 8.699 Euro, der Marktstart war für Ende Juli 2026 geplant. Im Elektrosegment steht die Freeride E 2027 bereits seit April 2026 beim Händler, eine Enduro mit 26 PS, 5,5-kWh-Batterie und 112 Kilogramm Gewicht, die sich mit A1 oder B196 ab 16 Jahren fahren lässt.
→ KTM 790 Duke 2027: Was sich für das Skalpell der Mittelklasse ändert
→ KTM Freeride E 2027: Elektro-Enduro mit Straßenzulassung ab April 2026 beim Händler
Für das Ende des Jahres 2027 zeichnet sich der nächste große Schritt ab. Unterhalb der 990 RC R baut KTM die RC-Reihe mit einer 790 RC und einer 490 RC aus. Die 490 RC soll dabei nicht auf der in China angebotenen 450 RC basieren, sondern auf einer eigens entwickelten Plattform mit einem neuen Paralleltwin knapp unter 500 Kubikzentimetern. Als wahrscheinliche Leistung gelten 55 bis 65 PS. Erstes Modell dieser Plattform soll die 490 Duke werden, deren Premiere für Ende 2027 erwartet wird. Termine, Preise und technische Daten hat KTM bisher nicht genannt.
→ KTM 490 RC: Neue Twin-Plattform statt China-Technik aus der 450 RC
→ KTM 790 RC und 490 RC bestätigt: MotoGP rückt in die Mittelklasse
Husqvarna
Husqvarna Mobility stellt der Svartpilen-Reihe zum Modelljahr 2027 eine Style Edition zur Seite. Die Svartpilen 801 SE hat Tempomat und einen in beide Richtungen arbeitenden Schaltautomaten serienmäßig sowie eine dunkelgrüne Lackierung. Der bewährte LC8c-Paralleltwin mit 799 Kubikzentimetern und 105 PS bleibt unverändert. In den USA liegt der Listenpreis bei 10.799 US-Dollar (rund 9.210 Euro), ein Europapreis steht noch aus.
→ Husqvarna Svartpilen 801 SE: Neue Style Edition mit Tempomat und Quickshifter ab Werk
Die komplette Motocross-Palette für 2027 steht ebenfalls. Neun Maschinen von der TC 50 bis zur FC 450 bekommen einen weißen Chrom-Molybdän-Rahmen und neue Grafiken, bleiben technisch aber weitgehend unverändert. Die US-Preise beginnen bei 5.199 US-Dollar für die TC 50 und reichen bis 11.749 US-Dollar für die FC 450.
→ Husqvarna Motocross 2027: Neuer Look, bewährte Technik, gleiche Plattform
Suzuki
Suzuki baut die GSX-R 1000 für 2027 zum Dreier-Angebot aus und stellt mit der GSX-R1000RS erstmals eine dritte, höher positionierte Version an die Spitze. Alle drei Ausführungen lassen sich in den USA vorbestellen, die Preise starten bei umgerechnet rund 14.350 Euro.
→ Suzuki GSX-R 1000 2027: Neue RS führt das Trio an, Preise stehen
Bei der Hayabusa beschränkt sich Suzuki auf eine Special Edition, die für 700 US-Dollar Aufpreis eine neue Optik bringt. An der Technik ändert sich nichts.
→ Suzuki Hayabusa 2027 Special Edition: 700 Dollar mehr für neue Optik
Dazu kommt eine Rückkehr: Die SV 650 ist in Kalifornien für das Modelljahr 2027 neu zugelassen worden – mit dem Euro-5+-tauglichen 645er-V2 und der Abgastechnik aus der SV-7GX. Ob das Modell auch nach Europa zurückkehrt, hat Suzuki bislang nicht bestätigt.
→ Suzuki SV 650 kommt 2027 zurück: Was die US-Zulassung verrät
Bei den Retro-Modellen GSX-8T und GSX-8TT setzt Suzuki für 2027 auf neue Farben statt neuer Technik. Die GSX-8TT gibt es neu in Candy Daring Red mit goldenen Felgen, die GSX-8T in Glass Blaze Orange. Der 776-cm³-Zweizylinder mit 83 PS (61 kW) bleibt unverändert, neu ist ein Tempomat als Zubehör, der zwischen 40 und 150 km/h arbeitet. In Großbritannien kostet die GSX-8TT ab 8.999 Pfund, in Deutschland listet Suzuki sie derzeit ab 9.999 Euro, allerdings noch in den Farben von 2026.
→ Suzuki GSX-8TT 2027: Rot-Gold-Look und Tempomat, die Technik bleibt
Triumph
Das erste offiziell angekündigte Modell des Modelljahrs 2027 kommt von Triumph. Die Speed Twin 1200 TFC ist auf 750 nummerierte Exemplare limitiert und das fünfte Modell der Triumph-Factory-Custom-Reihe. Sie übernimmt Motor und Basistechnik der Speed Twin 1200 RS mit 105 PS und 112 Nm, ergänzt aber ein voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk, Brembo-Stylema-Bremsen, eine Akrapovič-Titananlage und zahlreiche Carbonteile. In Deutschland kostet die TFC 20.895 Euro, die Auslieferung beginnt im Oktober 2026.
→ Triumph Speed Twin 1200 TFC: 750er-Sonderserie mit Öhlins und Akrapovič
Deutlich breiter angelegt ist die Farboffensive: Sechs bekannte Modelle von der Tiger Sport 800 bis zur Rocket 3 Storm bekommen zum Modelljahr 2027 neue Lackierungen. Die Farben erreichen die Händler ab August 2026, die meisten davon als Premium-Varianten mit einem kleinen Aufpreis.
→ Triumph 2027: Neue Farben für sechs Modelle und was sie kosten
Am 6. Oktober 2026 hat Triumph die Bonneville T40 und die T40 Black vorgestellt und den Namen Bonneville damit erstmals in die 400er-Klasse gebracht. Beide basieren auf der gemeinsam mit Bajaj entwickelten TR-Plattform, ihr 398-Kubik-Einzylinder leistet 32 PS (23,5 kW) bei 7.000 U/min und 36 Nm bei 5.000 U/min, womit sie serienmäßig A2-tauglich sind. Dazu kommen ein rundes 4-Zoll-TFT-Display mit Kartennavigation, ein Tempomat sowie schräglagenabhängiges ABS und Traktionskontrolle. Die Preise will Triumph Anfang 2027 nennen, in Europa stehen die ersten Motorräder ab Frühjahr 2027 bei den Händlern.
→ Triumph Bonneville T40: Der Klassiker kommt als A2-Single mit 400 Kubik
Mit der T40 hat Triumph zugleich den Fahrplan für drei weitere Neuheiten bis Jahresende veröffentlicht. Die Tiger 1200, mit der Sam Sunderland am 5. September 2026 in London bereits zu seiner Weltrekordfahrt aufgebrochen war, wird am 27. Oktober vorgestellt und bekommt einen überarbeiteten Dreizylinder mit mehr Leistung sowie ein neues Fahrwerkspaket. Am 17. November folgen die technischen Daten der Street Triple 798, deren neuer Dreizylinder aus der Moto2-Entwicklung für 2027 stammt. Mit 798 Kubikzentimetern landet sie damit beim Hubraum von Trident 800 und Tiger Sport 800, obwohl Triumph im August betont hatte, der Moto2-Motor sei ein völlig anderer Aufbau. Worin sich die Motoren unterscheiden, hat Triumph noch nicht erklärt. Den Abschluss macht am 15. Dezember die Tiger 900 mit stärkerem Motor, überarbeitetem Fahrwerk und serienmäßiger Konnektivität der nächsten Generation.
→ Triumph Street Triple 2027: Neuer Motor kommt nicht aus der Trident 800
→ Sunderland verrät Triumphs Geheimnis: Neue Tiger 1200 auf Weltrekordfahrt
→ Triumph Neuheiten 2027: Was nach der Bonneville T40 noch kommt
Indian
Indian räumt zum Modelljahr 2027 das Programm auf. Die US-Umweltbehörde EPA hat nur noch sechs Scout-Varianten zertifiziert, gegenüber 17 im Modelljahr 2025 und 15 im laufenden Jahr. Scout Classic und Sport Scout RT entfallen ebenso wie die Ausstattungslinie Limited +Tech.
→ Indian kürzt die Scout-Reihe: Von 17 Modellen bleiben nur noch sechs
Royal Enfield
Royal Enfield baut die 452-Kubik-Sherpa-Plattform weiter aus. Mit der Scram 450 soll 2027 ein dritter Scrambler neben Himalayan 450 und Guerrilla 450 auf den Markt kommen, mit 19-Zoll-Vorderrad, Upside-down-Gabel und eigenständigem Tracker-Design.
→ Royal Enfield Scram 450: Dritter Scrambler auf der Sherpa-Plattform kommt 2027
Weitere Hersteller
CFMoto arbeitet im Cruiser-Segment an der nächsten Generation. Die 550CL-C bringt einen 526-Kubik-Paralleltwin mit 53 PS und eine Aluminium-Schwinge, ein deutliches Upgrade gegenüber der 450CL-C. Der Marktstart ist für 2027 geplant.
→ CFMoto 550CL-C: Neuer 526-Kubik-Cruiser löst die 450er ab
In Nordamerika führt CFMoto sein größtes Adventure-Modell zudem als Modelljahr 2027 unter dem Namen Ibex 950. Technisch ist es die aus Europa bekannte 1000MT-X mit 946-Kubik-Paralleltwin, rund 113 PS (83 kW) bei 8.500 U/min und 105 Nm bei 6.250 U/min. Der US-Listenpreis liegt bei 12.499 US-Dollar (circa 10.800 Euro), die Auslieferung an die Händler beginnt im vierten Quartal 2026.
→ CFMoto Ibex 950: Warum die 1000MT-X in den USA anders heißt und kostet
Benda stellt der Rock-Reihe mit der Rock 707 ein technisch aufwendiges Modell zur Seite. Der 692-Kubik-V2 leistet 73 PS (54 kW) bei 9.000 U/min, dazu kommen eine elektronisch geregelte Zweikammer-Luftfederung, die die Sitzhöhe im Stand von 720 auf 690 Millimeter absenkt, und die elektronische Kupplung BEC MK-III. In Deutschland kostet der Cruiser 9.999 Euro, seit Mitte September 2026 steht er bei den europäischen Händlern.
→ Benda Rock 707 startet: Luftfahrwerk und E-Kupplung für 9.999 Euro
Darüber positioniert Benda den V4-Cruiser Dark Flag 950, der bereits auf der EICMA 2025 zu sehen war. Der selbst entwickelte 948-Kubik-V4 leistet 108,8 PS (80 kW) bei 9.000 U/min und 85 Nm, die Sitzhöhe liegt bei 690 Millimetern, fahrfertig wiegt der Cruiser 242 Kilogramm. Europapremiere ist auf der EICMA am 3. November 2026, ab Ende November 2026 soll die Dark Flag 950 in den ersten europäischen Märkten stehen. Einen Preis hat Benda noch nicht genannt.
→ Benda Dark Flag 950: Der V4-Cruiser startet Ende November in Europa
Zontes erweitert die Dreizylinder-Reihe 703 von zwei auf vier Modelle. Neben die bekannte 703RR und die 703F treten das Naked Bike 703R und der Sport-Tourer 703T. Der flüssigkeitsgekühlte 699-Kubik-Dreizylinder leistet 95 PS (70 kW) bei 11.500 Umdrehungen pro Minute und 74,4 Nm bei 8.500 Umdrehungen pro Minute, eine A2-Version mit 35 kW ist geplant. Ab Modelljahr 2027 gehören Ride-by-Wire, Tempomat, ein in beide Richtungen arbeitender Schaltautomat, ein Sechs-Achsen-Sensor und Kurven-ABS in der kompletten Baureihe zur Serienausstattung. Die 703T bekommt zusätzlich einen 20-Liter-Tank, ein Acht-Zoll-TFT-Display und eine Dashcam vorn und hinten. In Spanien beginnen die Preise bei 6.488 Euro für die 703R und 7.288 Euro für die 703T, deutsche Händler nennen bisher rund 9.000 Euro.
→ Zontes 703R und 703T kommen: Ride-by-Wire und Tempomat serienmäßig
ZXMoto bringt für 2027 mit der 820X das erste Adventure-Bike der Marke. Die Zulassung der Serienversion nennt 116 PS aus 819 Kubikzentimetern, 218 Kilogramm und einen Preis von umgerechnet rund 6.100 Euro in China. Für 2028 hat Firmengründer Zhang Xue darüber hinaus einen Fünfzylinder in V-Anordnung mit rund 1.000 Kubikzentimetern angekündigt, bestätigt ist bisher allerdings nur das Motorenkonzept, nicht die dazu kursierenden Leistungsangaben. Schon 2027 soll dagegen ein wassergekühlter Boxer mit rund 1.000 Kubikzentimetern, Kardanantrieb und angekündigter Schaltautomatik (AMT) auf den Markt kommen, auch in Europa. Einen realen Prototyp des Motors hat ZXMoto im September 2026 auf der Messe CIMA in Chongqing gezeigt, ein offizielles Motorrad dazu gibt es noch nicht.
→ ZXMoto 820X: Serienversion mit 116 PS weicht klar vom Konzept ab
→ ZXMoto V5-Superbike für 2028: Was bestätigt ist und was nicht
→ ZXMoto zeigt echten Boxer-Prototyp: Wie viel BMW im China-Twin steckt
Kove bereitet ein umfassendes Facelift der 800X vor. Geleakte chinesische Zulassungsdokumente zeigen eine komplett neue Front mit übereinander angeordneten LED-Leuchten und einem hohen Frontkotflügel. Der bewährte 799-Kubik-Paralleltwin mit 96,5 PS (71 kW) bleibt unverändert, das Gewicht steigt leicht auf 194 Kilogramm.
→ Kove 800X: Geleakte Zulassungsdokumente zeigen ein komplett neues Design
QJMotor könnte 2027 ein V4-Flaggschiff nachlegen. Designregistrierungen zeigen einen Maxi-Cruiser, der vom EICMA-Konzept Equus inspiriert ist, aber auf einen deutlich größeren Motor setzt.
→ QJMotor plant V4-Flaggschiff: Equus-Design trifft auf deutlich mehr Hubraum
Aston Martin liefert das gemeinsam mit Brough Superior entwickelte Straßenmotorrad AMB 002 Roadster nach eigenen Angaben ab dem dritten Quartal 2027 aus. Insgesamt entstehen 300 Exemplare mit einem 1.083-Kubik-V2, 130 PS (95,6 kW) und einem aus dem Vollen gefrästen Titanrahmen.
→ Aston Martin AMB 002: Erstes Straßenmotorrad kommt nur 300-mal
Veloce will den Achtzylinder-Zweitakter Aperion ab 2027 ausliefern. Die auf 24 Exemplare limitierte Maschine soll laut Hersteller 280 PS aus 1.000 Kubikzentimetern leisten und kostet 78.000 Pfund (circa 90.500 Euro).
→ Veloce Aperion: Was hinter dem 280-PS-Achtzylinder-Zweitakter steckt
Moto Guzzi bietet die Sonderserie zum 105-jährigen Bestehen für Stelvio, V100 Mandello, V85 Strada und V7 Stone ab Oktober 2026 und nur bis Ende 2027 an.
→ Moto Guzzi 105th Anniversary Edition: Fünf Modelle tragen die Farben des neuen Werks
TVS konkretisiert seine Elektropläne für 2027. Der indische Hersteller hat das Design des Elektro-Konzepts eFX 3O in Indien patentieren lassen, was auf eine mögliche Serienumsetzung hindeutet.
→ TVS patentiert eFX 3O Concept Design in Indien und konkretisiert Elektropläne für 2027
Welche Motorradmessen finden 2027 statt?
Der Messekalender 2027 rückt eng zusammen. Die INTERMOT in Köln findet vom 19. bis 21. Februar 2027 statt, nachdem der Termin innerhalb weniger Wochen zweimal verschoben wurde. Damit liegen nur noch zwei Wochen zwischen Köln und der Messe in Dortmund. 2026 fand die INTERMOT nicht statt.
→ INTERMOT 2027 erneut verschoben: Köln rückt Dortmund noch näher
→ INTERMOT 2027 im Februar: Neuausrichtung der Motorradmesse in Köln
Die Leipziger Motorradmesse heißt ab 2027 Motorräder Leipzig und rückt an den Anfang des Leipziger Messetrios. Der Termin bleibt am ersten Februarwochenende, die Messe eröffnet künftig aber gemeinsam mit den Parallelmessen, statt sie abzuschließen.
→ Motorräder Leipzig 2027: Neuer Name, neuer Platz im Messekalender
Was ändert sich 2027 technisch?
Das Modelljahr 2027 bringt weniger neue Segmente als das Vorjahr, dafür mehr Substanz unter der Verkleidung. Vier Entwicklungen prägen den Jahrgang.
Neue Superbike-Generation: Mit der Panigale V4 SP, der dritten Rahmengeneration der M 1000 RR, dem GSX-R-1000-Trio und der durchgesickerten S 1000 RR mit 215 PS bewegt sich in der Königsklasse der Serienmotorräder mehr als in den Jahren zuvor.
Rally-Technik in Serie: KTM bringt mit 690 Rally, 450 Rally Replica und EXC 6DAYS gleich drei wettbewerbsnahe Modelle in den Handel. Der Rally-Umbau, den Kunden bisher selbst beauftragen mussten, kommt damit direkt ab Werk.
Aufladung kehrt zurück: Die für 2027 homologierte Ninja H2 mit 197 PS deutet auf eine Rückkehr des Kompressor-Supersportlers nach Europa hin, während Honda, Yamaha und KTM an eigenen Aufladelösungen arbeiten.
Mittelklasse mit eigenen Plattformen: KTM entwickelt für 490 RC und 490 Duke einen neuen Paralleltwin knapp unter 500 Kubikzentimetern, Triumph einen neuen Dreizylinder für die Moto2, und CFMoto löst die 450er-Cruiser durch einen 526-Kubik-Twin ab. Die Mittelklasse wird damit erstmals seit Jahren wieder von Grund auf neu aufgebaut.
Häufige Fragen
Wann kommen die ersten Motorräder des Modelljahres 2027?
Die ersten 2027er-Modelle sind bereits seit August 2026 bestellbar. BMW hat sein komplettes Modelljahr 2027 im Sommer 2026 offengelegt, Triumph liefert die Speed Twin 1200 TFC ab Oktober 2026 aus, und die KTM 690 Rally kommt im Oktober 2026 in den Handel.
Welche neuen Motorräder 2027 sind bereits offiziell bestätigt?
Offiziell bestätigt sind unter anderem das komplette BMW-Modelljahr 2027, die Triumph Speed Twin 1200 TFC, die KTM 690 Rally, die KTM 450 Rally Replica, die KTM EXC 6DAYS, die Husqvarna Svartpilen 801 SE, die Husqvarna Motocross-Palette, die Suzuki GSX-R 1000, die BMW F 450 R und F 450 RR, die Ducati Panigale V4 und V4 S, die Ducati Multistrada V4 S Grand Tour, die Kawasaki Meguro S1 sowie W230, die Kawasaki Ninja ZX-10R und die Triumph Bonneville T40. Weitere Modelle wie die Ducati Panigale V4 SP und die Kawasaki Ninja H2 sind über Zulassungsdokumente belegt, aber noch nicht vorgestellt.
Kommt die Kawasaki Ninja H2 2027 zurück nach Europa?
Bestätigt ist das nicht. EPA- und CARB-Dokumente führen die Ninja H2 für das Modelljahr 2027 mit 197 PS statt der bisherigen 228 PS, was eine Euro-konforme Variante ermöglichen würde. Kawasaki hat sich bisher auf einen Teaser beschränkt, als wahrscheinlicher Rahmen für eine Präsentation gilt die EICMA im November 2026.
Was ändert sich 2027 in der MotoGP?
2027 startet die MotoGP mit einem neuen technischen Reglement und 850 Kubikzentimetern Hubraum. Auch der Reifenlieferant wechselt, und der Fahrermarkt ist bereits weitgehend neu sortiert. Alle Details dazu stehen in unserer Übersicht zur MotoGP-Saison 2027.
Fazit und Ausblick
Das Modelljahr 2027 wirkt auf den ersten Blick ruhiger als 2026, weil viele Hersteller bei bestehenden Baureihen bleiben und sich auf Farben, Editionen und Detailarbeit beschränken. Unter der Oberfläche passiert allerdings mehr: Neue Motorenplattformen in der Mittelklasse, eine neue Superbike-Generation und die Serienreife von Rally-Technik verschieben die Gewichte spürbar.
Gleichzeitig bleibt der Jahrgang unvollständig. Mehrere Modelle sind bisher nur über Zulassungs- und Patentunterlagen belegt, die offiziellen Vorstellungen stehen größtenteils noch bevor. Die EICMA im November 2026 dürfte das Bild deutlich schärfen.
Diese Übersicht wird laufend aktualisiert, sobald neue Modelle vorgestellt oder bestätigt werden. Alle Details zu den einzelnen Motorrädern stehen in den verlinkten Artikeln.







