- 819-cm3-Dreizylinder mit 85 kW, Höchstgeschwindigkeit 220 km/h
- 218 kg ohne Gepäck, 235 kg mit Alukoffern und Topcase
- Preis soll bei rund 6.100 Euro liegen, Verkaufsstart im Jahr 2027
Auf der EICMA 2025 zeigte ZXMoto ein Konzept mit dem Namen 820 ADV. Es stand in Sandfarbe und mit montiertem Gepäck auf dem Stand, und schon damals wirkte es eher wie ein fertiges Motorrad als wie eine Studie. Inzwischen liegt die Typgenehmigung für die Serienversion vor, die nun 820X heißt. Die Papiere geben erstmals belastbare Zahlen her, und sie zeigen, dass zwischen Messemodell und Serie mehr passiert ist als ein Farbwechsel.

Was hat sich gegenüber dem EICMA-Konzept geändert?
Verändert wurde vor allem die Front. Statt der übereinander angeordneten Scheinwerfer des Messemodells sitzen bei der Serienversion zwei Leuchteinheiten nebeneinander, darüber liegt eine deutlich breitere Scheibe.
Dazu kommen ein überarbeiteter Tank, ein anderes vorderes Schutzblech und neue Handprotektoren. Unter dem Motor sitzt ein kräftigerer Motorschutz aus Aluminium, was auf mehr Zutrauen im Gelände hindeutet. Rahmen, Hilfsrahmen, Federelemente und Bremsen scheinen dagegen unverändert vom Messemodell übernommen worden zu sein. Ein Teil der Berichterstattung sieht deshalb nur kosmetische Anpassungen, andere Medienberichte sprechen von einem Motorrad, das kaum noch etwas mit dem Konzept gemein hat. Beides lässt sich anhand der Bilder begründen, weil die Änderungen fast ausschließlich die sichtbare Verkleidung betreffen und die Grundkonstruktion gleich bleibt.

Welche Technik nennt die Typgenehmigung?
Die Unterlagen weisen einen Dreizylinder mit 819 cm3 Hubraum und 85 kW aus, das entspricht 116 PS. Damit erreicht die 820X laut den Angaben 220 km/h.
Es ist derselbe Reihendreizylinder, der auch im Supersportler 820RR arbeitet, dort allerdings in einer deutlich schärferen Abstimmung. Für die Reiseenduro wurde er entschärft und stärker auf Durchzug ausgelegt. Beim Konzept war von 117 PS bei 11.000 Umdrehungen pro Minute und 85 Nm (63 lb-ft) bei 9.000 Umdrehungen die Rede, dazu von 818,8 cm3 Hubraum. Die Leistung bleibt zwischen Konzept und Serie also praktisch gleich, die kleinen Abweichungen beim Hubraum dürften auf unterschiedlich gerundete Angaben zurückgehen.
Zum Aufbau gab ZXMoto beim Konzept einen Stahlrahmen mit Aluminiumschwinge an, dazu ein Verdichtungsverhältnis von 13:1, eine Einspritzung von Bosch und einen elektronischen Gasgriff, der zusätzlich über Bowdenzüge abgesichert ist. Dreizylinder sind in China selten, weil sie in der Fertigung teurer sind als Ein- oder Zweizylinder.
Räder, Reifen und Radstand
Die Typgenehmigung nennt vorn ein 19-Zoll-Rad mit der Reifengröße 120/70 R19 und hinten ein 17-Zoll-Rad mit 170/60 R17. Diese Kombination ist typisch für Reiseenduros, die überwiegend auf der Straße bewegt werden und nur gelegentlich auf Schotter abbiegen.
Auffällig ist der Radstand: In den Genehmigungspapieren stehen 1.575 mm, für das Konzept waren zuvor 1.532 mm angegeben worden. Die Serienversion ist also spürbar länger geworden und liegt damit auf dem Niveau der Honda Africa Twin. Die Sitzhöhe des Konzepts wurde mit 831 mm angegeben, eine bestätigte Zahl für die Serie liegt bisher nicht vor.
Wie schwer ist die ZXMoto 820X?
In der einfachsten genehmigten Ausführung wiegt die 820X 218 kg (481 lbs). In dieser Konfiguration sind bereits Sturzbügel und Zusatzscheinwerfer enthalten.
Mit den Aluminiumkoffern und dem Topcase steigt das Gewicht auf 235 kg (518 lbs), alle übrigen Daten bleiben davon unberührt. Homologiert wurde die Maschine sowohl mit als auch ohne Gepäcksystem, beide Varianten sind damit ab Werk zugelassen. Ob sich die 218 kg auf ein trockenes oder ein fahrfertiges Motorrad beziehen, geht aus den bisher veröffentlichten Angaben nicht hervor. Für das Konzept war ein Trockengewicht in derselben Größenordnung genannt worden.
Welche Elektronik soll an Bord sein?
Bestätigt sind die Elektronikdetails bislang nur für das Konzept. Dort gehörten ein adaptiver Tempomat, ein elektronisch verstellbares Fahrwerk, eine automatisierte Kupplung sowie Kameras vorn und hinten zum Umfang.
Berichtet wird außerdem von einem radargestützten Abstandstempomaten, einem TFT-Display, einer Reifendruckkontrolle und einem Schaltassistenten. Die freie Fläche zwischen den Scheinwerfern der Serienversion gilt als Hinweis auf das Radarmodul. Ob auch eine Traktionskontrolle und ein ABS mit Schräglagensensor an Bord sind, ist bisher nicht belegt und wird lediglich vermutet. Ein Schaltassistent, im Fachjargon Quickshifter, erlaubt das Schalten ohne Kupplung und ohne Gaswegnehmen.

Was soll die ZXMoto 820X kosten?
Aus China wird ein Preis von rund 6.100 Euro (circa 7.070 US-Dollar) genannt. Diese Angabe ist bisher nicht offiziell bestätigt.
Sie bezieht sich zudem auf den Heimatmarkt und enthält weder Einfuhrabgaben noch die Steuern, die in Europa auf Fahrzeuge anfallen. Der Betrag entspricht etwa 5.200 Pfund, dürfte sich bis zur Ankunft in Europa aber deutlich erhöhen. Eine europäische Preisliste gibt es bislang nicht.
Wann kommt die ZXMoto 820X auf den Markt?
Der Verkaufsstart wird für 2027 erwartet. Zuvor soll die 820X auf der Messe CIMA in China gezeigt werden, die weltweite Premiere ist für die EICMA im November 2026 in Mailand vorgesehen.
Damit ordnet sich die 820X in den Modelljahrgang 2027 ein, in dem mehrere chinesische Hersteller in die mittlere und obere Reiseenduro-Klasse drängen. In Großbritannien umfasst das ZXMoto-Programm bisher die Naked 500F, die Geländemaschine MX250 sowie die Sportler 500RR und 820RR. Auch für Australien hat die Marke einen Markteintritt mit 500RR und 820RR angekündigt. Eine Reiseenduro würde in beiden Märkten eine Lücke schließen.
Vom Rennsport in die Reiseenduro-Klasse
Der Dreizylinder der 820X kommt aus einem Motorrad, das ZXMoto in kurzer Zeit bekannt gemacht hat. Mit der 820RR gewann erstmals ein chinesisches Motorrad Läufe in einer internationalen Meisterschaft des Motorradweltverbands FIM. Beim erst zweiten Auftritt, den beiden Rennen in Portugal, gelang ein Doppelsieg in der Supersport-Weltmeisterschaft, vier weitere Siege kamen im Lauf der Saison 2026 hinzu. Nach dieser Zählung stellt ZXMoto in der laufenden Saison mehr Siege als jede andere Marke.
Hinter dem Unternehmen steht Zhang Xue, Mitgründer der Offroad-Marke Kove, die in diesem Jahr mehrere Etappen der Rallye Dakar gewonnen hat. Ende Februar 2024 verließ er Kove und gründete im Jahr darauf ZXMoto. Zhang Xue kommt aus der Motorenentwicklung und arbeitete zuvor als Auftragsentwickler für andere Hersteller. Neben den Sportmodellen führt ZXMoto mit der MX250 bereits eine Geländemaschine, eine Reiseenduro fehlte bisher.
Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die ZXMoto 820X?
Die Typgenehmigung nennt 116 PS (85 kW). Der Dreizylinder stammt aus dem Supersportler 820RR und wurde für die Reiseenduro entschärft. Beim Konzept waren 117 PS bei 11.000 Umdrehungen pro Minute angegeben worden.
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Was soll die ZXMoto 820X kosten?
Berichte aus China nennen rund 6.100 Euro (circa 7.070 US-Dollar). Offiziell bestätigt ist der Preis nicht, und er gilt ohne Einfuhrabgaben und europäische Steuern. Ein Preis für Deutschland liegt bislang nicht vor.
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Wann kommt die ZXMoto 820X auf den Markt?
Der Verkaufsstart wird für 2027 erwartet. Vorher soll das Motorrad auf der CIMA in China gezeigt werden, die internationale Premiere ist für die EICMA im November 2026 geplant.
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Wie schwer ist die ZXMoto 820X?
Ohne Gepäck wiegt sie 218 kg (481 lbs), mit Alukoffern und Topcase 235 kg (518 lbs). Sturzbügel und Zusatzscheinwerfer sind bereits in der leichteren Angabe enthalten.
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Welchen Motor nutzt die ZXMoto 820X?
Es ist ein Reihendreizylinder mit 819 cm3 Hubraum, der auch in der 820RR arbeitet. In der Reiseenduro ist er auf Durchzug abgestimmt und erreicht laut Genehmigung 220 km/h.












