- Marc Marquez gewann von der Pole mit 0,368 Sekunden Vorsprung und feierte seinen 19. Sprintsieg, so viele wie kein anderer Fahrer zuvor.
- Ducati belegte mit Marc Marquez, Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio die ersten drei Plätze.
- Jorge Martin baute die WM-Führung trotz Rang sechs auf elf Punkte aus, Bezzecchi fehlte nach einem Sturz mit Schlüsselbeinbruch.
Beim elften von 22 Saisonläufen bestätigte Marc Marquez am Sachsenring erneut seine besondere Stärke auf dem engen Linkskurs. Der amtierende Weltmeister führte den 15 Runden langen Sprint von der ersten bis zur letzten Kurve an und stellte dabei eine Bestmarke auf, die es so noch nie gab. Für Ducati wurde es ein rundum gelungener Samstag, denn die drei Fahrer auf der ersten Startreihe blieben auch im Ziel die ersten drei. Aprilia dagegen ging geschwächt in den Nachmittag, weil der zu Saisonmitte formstarke Marco Bezzecchi nach einem schweren Sturz im Qualifying fehlte.

Wer hat den Sachsenring-Sprint 2026 gewonnen?
Den Sachsenring-Sprint 2026 gewann Marc Marquez auf der Werks-Ducati vor seinem Bruder Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio. Marquez setzte sich schon am Start durch, verteidigte die Führung über die gesamte Distanz und überquerte die Ziellinie 0,368 Sekunden vor Alex. Es war der 19. Sprinterfolg seiner Laufbahn, womit er nun allein an der Spitze dieser Statistik steht. Zuvor hatte er sich die Bestmarke mit 18 Siegen mit Jorge Martin geteilt. Auch bei den Sprintpodesten führt Marquez die Rangliste mit nun 35 Platzierungen unter den ersten drei an. Für ihn war es bereits der dritte Sprintsieg der Saison von der Pole aus nach Jerez und Balatonpark in Ungarn, dazu der zweite Sprinterfolg am Sachsenring in Serie nach dem Sieg im Vorjahr.
Wie lief der Zweikampf der Marquez-Brüder?
Der Sieg war hart erkämpft, denn Alex Marquez blieb bis zur letzten Runde in Schlagdistanz. Der Gresini-Pilot hängte sich früh an das Hinterrad seines Bruders und hielt den Rückstand über weite Strecken bei zwei bis vier Zehnteln. Einen echten Angriff konnte er allerdings nie setzen, weil der kurvenreiche Sachsenring mit seinen vielen Linkskurven Marc Marquez in die Karten spielt. Nach dem Rennen sprach Alex Marquez davon, dass er vor allem im Überlebensmodus unterwegs gewesen sei, da er nach seinen jüngsten Verletzungen noch nicht bei voller körperlicher Verfassung fahren könne und etwas zu steif auf der Maschine sitze. Für ihn war es das erste Podest seit seinem Sprintsieg beim Heimspiel in Barcelona und der erste gemeinsame Doppelerfolg der beiden Brüder in dieser Saison. Fabio Di Giannantonio komplettierte als Dritter den reinen Ducati-Erfolg. Der VR46-Fahrer hatte sich in der Anfangsphase an Ai Ogura vorbeigeschoben und kam am Ende noch einmal an Alex heran, verzichtete auf den letzten Runden aber auf ein zu großes Risiko.

Warum fehlte Marco Bezzecchi beim Sprint?
Marco Bezzecchi fehlte, weil er sich im Qualifying einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte. In der Anfangsphase des zweiten Qualifyings verlor der Italiener in der abschüssigen Linkskurve sieben das Heck seiner Aprilia, wurde beim erneuten Greifen des Reifens über den Lenker katapultiert und schlug hart auf. Es war bereits sein zweiter schwerer Sturz binnen zwei Rennwochenenden nach dem Abflug in Assen. Bezzecchi konnte selbst aufstehen, wurde im Fahrerlager aber in ein Krankenwagen gebracht und ins medizinische Zentrum der Strecke gefahren. Nach Angaben von Aprilia stellte MotoGP-Medizinchef Angel Charte einen vollständigen und verschobenen Bruch des linken Schlüsselbeins fest. Die Art des Bruchs macht eine Operation nötig, die von Dr. Giuseppe Porcellini in Italien vorgenommen werden soll. Ursprünglich hätte Bezzecchi den Sprint von Startplatz acht in Angriff nehmen sollen.
Was bringt die neue Startaufstellung in der MotoGP?
Der Sprint am Sachsenring war das erste Rennen mit einer überarbeiteten Startaufstellung, die den Abstand zwischen den Startreihen vergrößert. Der Versatz zwischen den einzelnen Fahrern einer Reihe wuchs von drei auf vier Meter, wodurch sich der Abstand von einer Reihe zur nächsten von neun auf zwölf Meter erhöht. Die Regel gilt aus Sicherheitsgründen auch für die Klassen Moto2 und Moto3. Es war bereits die zweite Änderung an den MotoGP-Starts innerhalb kurzer Zeit, denn seit dem Rennen in Assen sind die vorderen Startabsenkvorrichtungen, die sogenannten Holeshot-Devices, verboten. Beide Maßnahmen sind eine Reaktion auf mehrere schwere Zwischenfälle in der ersten Rennrunde.

Was bedeutet das Ergebnis für die WM?
Das Ergebnis festigt die Position von Jorge Martin an der Spitze der Weltmeisterschaft. Der Aprilia-Werksfahrer kam als bester Nicht-Ducati-Pilot auf Rang sechs ins Ziel und baute seinen Vorsprung damit auf elf Punkte aus, weil sein verletzter Teamkollege Bezzecchi leer ausging. Bezzecchi hält den zweiten Platz vorerst, liegt aber nur zwei Zähler vor Di Giannantonio und dürfte seine Position im Grand Prix am Sonntag verlieren. Di Giannantonio fehlen nun 13 Punkte auf die Spitze, für Ai Ogura sind es 23. Marc Marquez rückt trotz seines Rückstands von 32 Punkten immer deutlicher in den Titelkampf, der damit vor der dreiwöchigen Sommerpause an Spannung gewinnt. Bemerkenswert bleibt, dass bis zur Saisonmitte noch kein Ducati-Fahrer die Gesamtwertung angeführt hat.
Für Ducati war der Sprint dennoch ein Signal. Der Dreifacherfolg war der erste reine Ducati-Podestlockout in einem trockenen Sprint seit rund einem Jahr. Zugleich blieb die Marke bei allen vier bisherigen Sprints am Sachsenring siegreich. Pecco Bagnaia untermauerte als Siebter zudem seine Konstanz, denn er ist der einzige Fahrer, der in allen elf Sprints dieser Saison Punkte geholt hat.
Das komplette Sprint-Ergebnis vom Sachsenring
Der Sprint ging über 15 Runden. Die Punkte gingen an die ersten neun Fahrer:
- Marc Marquez (Ducati Lenovo)
- Alex Marquez (Gresini Ducati), plus 0,368 Sekunden
- Fabio Di Giannantonio (VR46 Ducati), plus 0,813 Sekunden
- Ai Ogura (Trackhouse Aprilia), plus 3,019 Sekunden
- Raul Fernandez (Trackhouse Aprilia), plus 5,454 Sekunden
- Jorge Martin (Aprilia Racing), plus 6,155 Sekunden
- Pecco Bagnaia (Ducati Lenovo), plus 7,751 Sekunden
- Pedro Acosta (Red Bull KTM), plus 8,968 Sekunden
- Fabio Quartararo (Yamaha), plus 10,855 Sekunden
Franco Morbidelli auf der zweiten VR46-Ducati war der einzige Ausfall, er stürzte in der fünften Runde. Zusätzlich muss der Italiener am Sonntag um drei Startplätze nach hinten, weil er im Freitagstraining Pedro Acosta behindert hatte. Die Pole hatte Marc Marquez am Morgen mit einem neuen Rundenrekord von 1:19,041 Minuten herausgefahren, nur 0,061 Sekunden vor Alex Marquez. Am Sonntag geht Marc Marquez über die volle Distanz von 30 Runden auf seinen zehnten Grand-Prix-Sieg am Sachsenring.

Häufige Fragen
-
Wer hat den MotoGP-Sprint am Sachsenring 2026 gewonnen?
Den Sprint gewann Marc Marquez auf der Werks-Ducati. Er setzte sich von der Pole aus mit 0,368 Sekunden Vorsprung vor seinem Bruder Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio durch. Für Marquez war es der 19. Sprintsieg seiner Karriere.
-
Warum ist der 19. Sprintsieg von Marc Marquez ein Rekord?
Mit dem Erfolg am Sachsenring ist Marc Marquez alleiniger Rekordhalter bei den Sprintsiegen in der MotoGP. Zuvor teilte er sich die Bestmarke von 18 Siegen mit Jorge Martin. Auch bei den Sprintpodesten führt er die Statistik mit 35 Platzierungen an.
-
Was ist mit Marco Bezzecchi passiert?
Marco Bezzecchi zog sich im zweiten Qualifying nach einem Highside-Sturz in Kurve sieben einen Bruch des linken Schlüsselbeins zu. Er fehlte deshalb beim Sprint und muss operiert werden. Nach Angaben von Aprilia handelt es sich um einen vollständigen und verschobenen Bruch.
-
Wie steht die MotoGP-Weltmeisterschaft nach dem Sachsenring-Sprint?
Jorge Martin führt die WM mit elf Punkten Vorsprung an. Dahinter liegt der verletzte Marco Bezzecchi vor Fabio Di Giannantonio, dem 13 Punkte fehlen. Marc Marquez ist mit 32 Punkten Rückstand Fünfter der Gesamtwertung und rückt näher an die Spitze.
-
Was hat sich an der Startaufstellung geändert?
Zum Sachsenring wurde der Abstand zwischen den Startreihen von neun auf zwölf Meter vergrößert. Der Versatz zwischen den Fahrern einer Reihe stieg dazu von drei auf vier Meter. Die Änderung soll die Sicherheit an den Starts erhöhen und gilt auch für Moto2 und Moto3.
➜ Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Übersicht: MotoGP-Saison 2026: Der komplette Überblick – Teams, Fahrer, Kalender & WM-Stand. Dort findest du alle wichtigen Informationen zum Thema gebündelt.












