- Marquez siegt mit 1,548 Sekunden Vorsprung auf Pedro Acosta, Marco Bezzecchi wird Dritter
- 18. Sprintsieg: Marquez zieht mit Rekordhalter Jorge Martin gleich
- Bezzecchi baut die WM-Führung auf 20 Punkte vor Jorge Martin aus
Beim achten von 22 Saisonläufen der MotoGP 2026 hat Marc Marquez ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Ducati-Pilot, der erst vor wenigen Wochen erneut an der Schulter und am rechten Fuß operiert worden war und vergangenes Wochenende in Mugello sein Comeback gegeben hatte, holte im Balaton Park zunächst die Pole-Position und dominierte anschließend den Sprint über 13 Runden. Pedro Acosta kam als Zweiter nie in Schlagdistanz, WM-Spitzenreiter Marco Bezzecchi rettete Platz drei mit einer sehenswerten Abwehrleistung ins Ziel.

Pole-Position trotz Sturz im Qualifying
Das Qualifying am Samstagvormittag begann für Marquez mit einem Schreckmoment. Gleich zu Beginn von Q2 rutschte ihm in Kurve 1 das Vorderrad weg, als er seine erste fliegende Runde in Angriff nehmen wollte. Die erste Kurve war ebenso wie Kurve 6 neu asphaltiert worden und bietet nach Aussagen der Fahrer praktisch keinen Grip. Nur Augenblicke später stürzte Fabio Di Giannantonio an derselben Stelle.
Marquez ließ sich davon nicht beirren. Im Duell um die Pole konterte er die Bestzeit von Pedro Acosta und verbesserte sich in seiner letzten Runde auf 1:36,785 Minuten. Acosta fehlten am Ende 0,053 Sekunden. Für Marquez war es die 76. Pole-Position seiner MotoGP-Karriere, die zweite des Jahres und die zweite im Balaton Park in Folge. Fermin Aldeguer komplettierte als Dritter die rein spanische erste Startreihe, dahinter bildeten Di Giannantonio, Francesco Bagnaia und Bezzecchi eine rein italienische zweite Reihe. Bagnaia hatte am Freitag die Top 10 verpasst und musste den Umweg über Q1 nehmen.
Wie lief der MotoGP Sprint in Ungarn?
Marc Marquez gewann den MotoGP Sprint in Ungarn von der Pole-Position aus und führte vom Start bis zur Zielflagge. Nach 13 Runden im Balaton Park lag er laut offizieller Zeitnahme 1,548 Sekunden vor Pedro Acosta, Marco Bezzecchi wurde mit 2,722 Sekunden Rückstand Dritter.
Bei den heißesten Bedingungen des Wochenendes setzten alle 22 Fahrer auf den weichen Hinterreifen. Anders als in Mugello, wo Raul Fernandez und Jorge Martin mit der Medium-Wahl einen Doppelsieg eingefahren hatten, gab es diesmal also kein Risiko bei der Reifenwahl. Marquez erwischte den besten Start, holte sich den Holeshot und fuhr bereits in der zweiten Runde als einziger Fahrer eine Zeit unter 1:38 Minuten. Nach vier Runden betrug sein Vorsprung auf Acosta rund zwei Sekunden, das Duell der beiden Spanier, auf das viele gehofft hatten, fand nie statt.
Dahinter sorgte Bezzecchi für das Spektakel. Der WM-Führende katapultierte sich am Start von Platz sechs auf Platz drei und machte seine Aprilia anschließend so breit, dass erst Aldeguer und später Raul Fernandez nicht vorbeikamen. Jorge Martin kürzte beim Versuch, Rookie Diogo Moreira zu überholen, die Schikane ab und musste seine Aufholjagd neu starten. Im zweiten Anlauf machte er den Überholversuch sauber fest und kam als Sechster ins Ziel. Moreira bestätigte als Siebter erneut seine starke Rookie-Saison und blieb mit Abstand bester Honda-Pilot, fast sechs Sekunden vor Werksfahrer Luca Marini auf Platz zwölf. Enea Bastianini arbeitete sich von Startplatz 14 auf Rang acht vor, die letzten Punkte sicherten sich Bagnaia und Di Giannantonio. Alle 22 Starter sahen die Zielflagge.

Warum kam Fermin Aldeguer nicht an den Aprilias vorbei?
Fermin Aldeguer scheiterte trotz klar besserer Pace an der Streckencharakteristik des Balaton Park, der kaum Überholmöglichkeiten bietet, und an der Beschleunigung der Aprilia aus den langsamen Kurven. Der Gresini-Pilot, der erstmals 2026 aus der ersten Reihe gestartet war, verbrachte den gesamten Sprint hinter den Maschinen aus Noale.
Zunächst klebte Aldeguer am Hinterrad von Bezzecchi, ohne eine Lücke zu finden. In der Schikane von Kurve 9 und 10 wäre er beinahe gestürzt, rettete die Situation mit einer spektakulären Reaktion, fiel dadurch aber hinter Raul Fernandez auf Platz fünf zurück. Beim späteren Versuch, den Trackhouse-Piloten zu attackieren, schoss er in Kurve 5 geradeaus und musste die Podiumshoffnungen endgültig begraben. Aprilia-Manager Paolo Bonora hatte schon vor dem Start eingeräumt, dass sein Team mit dem weichen Hinterreifen Probleme beim Anbremsen hatte und für das Hauptrennen eher auf den Medium vertraut. Bezzecchi sprach hinterher davon, dass der Grip zu Beginn sehr niedrig gewesen sei, er nach einem Schlag am Heck in der Startphase zudem Probleme mit dem Hinterreifen bekommen habe und deshalb umso glücklicher über das Ergebnis sei.
Was sagt Marc Marquez zu seinem Comeback-Sieg?
Marc Marquez erklärte nach dem Rennen, dass er seine Kräfte gezielt eingeteilt und den Sprint über eine schnelle Anfangsphase kontrolliert hat. „On Friday I was in eco mode. I was just trying to save some energy. The strategy was push in the beginning, that is when I’m feeling fresh, and I survive in the end“, sagte der Weltmeister. Auf Deutsch: „Am Freitag war ich im Eco-Modus. Ich habe einfach versucht, etwas Energie zu sparen. Die Strategie war, am Anfang zu pushen, wenn ich mich noch frisch fühle, und am Ende zu überleben.“
Noch am Donnerstag hatte Marquez die Frage nach einem möglichen erneuten Doppelsieg in Ungarn knapp verneint. Tatsächlich liest sich der Samstag wie eine Kopie des Vorjahres: Schon damals hatte er im Balaton Park die Pole geholt sowie Sprint und Grand Prix gewonnen, auf dem Weg zu seinem siebten Titel in der Königsklasse. Teammanager Davide Tardozzi bremste dennoch alle Titeldiskussionen: „Every race is a training, and we have to take care to his health in this moment, and that’s the most important thing.“ Übersetzt: „Jedes Rennen ist ein Training, und wir müssen in diesem Moment auf seine Gesundheit achten, das ist das Wichtigste.“ Pedro Acosta räumte ein, dass ihn die Anfangspace von Marquez überrascht habe und er einige Runden gebraucht habe, um selbst pushen zu können.
Mit dem 18. Sprintsieg seiner Karriere zog Marquez in der ewigen Bestenliste mit Jorge Martin gleich. Es war bereits sein dritter Sprinterfolg der Saison 2026, obwohl er die ersten Monate des Jahres mit erheblichen körperlichen Einschränkungen bestritt. Im Hauptrennen über 26 Runden am Sonntag könnte er nun seinen 100. Grand-Prix-Sieg über alle Klassen feiern, es wäre zugleich sein erster Grand-Prix-Erfolg seit Misano im vergangenen Jahr.

Wie verändert der Sprint die MotoGP-WM 2026?
Marco Bezzecchi baut seine WM-Führung mit Platz drei auf 20 Punkte aus und steht nun bei 180 Zählern, Teamkollege Jorge Martin folgt mit 160 Punkten. Fabio Di Giannantonio bleibt als bester Ducati-Pilot mit 134 Punkten Dritter, verliert als Zehnter des Sprints aber weitere sieben Zähler auf die Spitze.
Dahinter rückt das Feld zusammen: Pedro Acosta hält mit 112 Punkten Rang vier, Raul Fernandez schiebt sich mit 93 Punkten wieder an Trackhouse-Teamkollege Ai Ogura (92) vorbei auf Platz fünf. Marc Marquez verbessert sich auf Rang sieben und ist mit 83 Punkten nun punktgleich mit Teamkollege Bagnaia. Sein Rückstand auf Bezzecchi schmolz von 102 auf 97 Punkte, erstmals seit längerem liegt er damit wieder unter der 100-Punkte-Marke. In der Konstrukteurswertung führt Aprilia noch mit 25 Punkten vor Ducati. Am Rande des Wochenendes fehlen weiterhin Alex Marquez und Johann Zarco, die sich beim Katalonien-GP verletzt hatten. Iker Lecuona gab als Ersatzmann bei Gresini sein Debüt auf einer MotoGP-Ducati und wurde 18., Routinier Cal Crutchlow vertritt Zarco bei LCR zum zweiten Mal in Folge.

Häufige Fragen
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Wer hat den MotoGP Sprint Ungarn 2026 gewonnen?
Marc Marquez hat den MotoGP Sprint in Ungarn 2026 mit 1,548 Sekunden Vorsprung auf Pedro Acosta gewonnen. Dritter wurde WM-Spitzenreiter Marco Bezzecchi vor Raul Fernandez und Fermin Aldeguer.
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Wie viele Sprintsiege hat Marc Marquez jetzt?
Marc Marquez steht nun bei 18 Sprintsiegen und zieht damit in der ewigen Bestenliste mit Jorge Martin gleich. In der Saison 2026 war es bereits sein dritter Erfolg im Samstagsformat.
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Wie sieht der WM-Stand nach dem Sprint in Ungarn aus?
Marco Bezzecchi führt die WM mit 180 Punkten an, 20 Zähler vor Aprilia-Teamkollege Jorge Martin. Fabio Di Giannantonio folgt mit 134 Punkten vor Pedro Acosta mit 112 Punkten.
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Wann findet das MotoGP-Hauptrennen in Balaton Park statt?
Der Grand Prix von Ungarn wird am Sonntag, den 7. Juni 2026, über 26 Runden ausgetragen. Marquez geht nach Pole-Position und Sprintsieg als Favorit in das Rennen.
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Warum fehlen Alex Marquez und Johann Zarco in Ungarn?
Beide Fahrer fallen wegen Verletzungen aus, die sie sich beim Grand Prix von Katalonien zugezogen hatten. Iker Lecuona ersetzt Alex Marquez bei Gresini, Cal Crutchlow springt bei LCR Honda für Zarco ein.
➜ Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Übersicht: MotoGP-Saison 2026: Der komplette Überblick – Teams, Fahrer, Kalender & WM-Stand. Dort findest du alle wichtigen Informationen zum Thema gebündelt.












