- Neuer Listenpreis in Italien: 16.000 Euro (circa 17.100 US-Dollar) statt zuvor 19.000 Euro (circa 20.300 US-Dollar)
- Unveränderte Leistung: 147 PS (108 kW) bei 13.000 Umdrehungen und 88 Nm bei 10.100 Umdrehungen
- Komplette Serienausstattung inklusive Sechs-Achs-IMU, vier Fahrmodi und allen Assistenzsystemen ohne optionale Pakete
MV Agusta senkt den Preis der F3 R deutlich und positioniert die italienische Supersportmaschine neu im umkämpften Mittelklasse-Segment. Der Dreizylinder aus Schiranna bleibt technisch unverändert und kommt weiterhin mit komplettem Elektronikpaket ohne Aufpreis.
Die F3 R gehört seit Jahren zu den eigenständigsten Erscheinungen im Supersport-Segment. Während die klassische 600er-Vierzylinder-Formel weitgehend verschwunden ist und viele Hersteller auf neue Zweizylinder-Konzepte mit mehr Hubraum setzen, hält MV Agusta am Dreizylinder fest. Mit der aktuellen Preisanpassung reagiert der Hersteller aus Varese auf die veränderten Marktbedingungen, ohne am technischen Paket zu sparen.

Preissenkung um 3.000 Euro bei unveränderter Ausstattung
Der zentrale Punkt der Neuerung liegt beim Preis. Die F3 R war zuletzt für 19.000 Euro (circa 20.300 US-Dollar) im italienischen Katalog gelistet und wird künftig für 16.000 Euro (circa 17.100 US-Dollar) angeboten. Die Differenz von 3.000 Euro entspricht einem Nachlass von knapp 16 Prozent. Anders als bei manchen Wettbewerbern, die mit niedrigen Einstiegspreisen werben und wichtige Funktionen erst über kostenpflichtige Zusatzpakete freischalten, bleibt bei der F3 R die komplette Ausstattung erhalten. Es gibt weder Aktivierungsgebühren noch optionale Software-Pakete, alle Fahrerassistenzsysteme und Performance-Funktionen sind ab Werk freigeschaltet.
MV Agusta beschreibt den Schritt als strategische Neupositionierung innerhalb eines Segments, das sich gerade stark verändert. Traditionelle hochdrehende 600-ccm-Reihenvierzylinder weichen zunehmend einer neuen Generation von Mittelklasse-Sportmotorrädern mit besser nutzbarem Drehzahlband, höherer Alltagstauglichkeit und aggressiver Preisgestaltung. Der italienische Hersteller will seine F3 R in diesem Umfeld nicht als abgespeckte Version, sondern als Komplettangebot wahrgenommen wissen.
Dreizylinder mit gegenläufiger Kurbelwelle und Euro 5+
Technisch bleibt die F3 R unverändert. Der flüssigkeitsgekühlte Reihendreizylinder mit 798 Kubikzentimetern Hubraum leistet weiterhin 147 PS (108 kW) bei 13.000 Umdrehungen pro Minute und erreicht ein maximales Drehmoment von 88 Nm (circa 65 lb-ft) bei 10.100 Umdrehungen. Die Homologation nach Euro 5+ wurde bereits im vergangenen Jahr umgesetzt und bleibt bestehen. Damit liegt die Leistung ein Stück über der direkten Konkurrenz, während der charakteristische Dreizylinder-Sound und das Ansprechverhalten erhalten bleiben.
Ein technisches Merkmal, das die F3 R von vielen Wettbewerbern abhebt, ist die gegenläufige Kurbelwelle. Sie wirkt dem Kreiseleffekt des Vorderrads entgegen und soll Handling, Kurvenpräzision und Stabilität beim Beschleunigen und Einlenken verbessern. In einem Segment, in dem sich alternative Motorkonfigurationen durchsetzen, sieht MV Agusta den Dreizylinder als eigenständiges Konzept mit kompakter Bauweise, hoher Drehfreudigkeit und unverwechselbarem Klang.
Fahrwerk mit Einarmschwinge und Premium-Komponenten
Das Fahrwerk der F3 R basiert auf einem Aluminium-Gitterrohrrahmen in Kombination mit einer Einarmschwinge, die bei MV Agusta seit jeher ein charakteristisches Designelement darstellt. Sie verbindet technische Funktion mit dem bekannten skulpturalen Erscheinungsbild und prägt die Heckpartie der Maschine. Vorn arbeitet eine vollständig einstellbare Marzocchi-Upside-Down-Gabel, hinten kommt ein ebenfalls voll einstellbares Sachs-Federbein zum Einsatz. Die Bremsanlage stammt von Brembo, vorn kommen Stylema-Sättel zum Einsatz.
Das Trockengewicht wird mit 192,5 kg (circa 424 lbs) angegeben, fahrfertig mit vollen Tanks liegt die Maschine bei rund 205 kg (circa 452 lbs). Die Sitzposition folgt der klassischen Supersport-Auslegung mit aggressiver Ergonomie, die auf maximale Rückmeldung und Kontrolle auf Landstraße und Rennstrecke abzielt.
Komplettes Elektronikpaket als Serienausstattung
Die Elektronik der F3 R stellt einen der zentralen Punkte der aktuellen Kommunikation dar. Herzstück ist eine Sechs-Achs-Inertialplattform, die vier Fahrmodi steuert: Rain, Sport, Race und Custom. Der Fahrer kann Parameter wie Ansprechverhalten des Gasgriffs, Drehmomentabgabe, Motorbremse, Motorsteuerung und Drehzahlbegrenzer individuell anpassen.
Das Assistenzpaket umfasst eine Traktionskontrolle mit acht Stufen, die sich nach den Einstellungen Rain, Road und Track richten. Dazu kommen eine Wheelie-Kontrolle mit Front-Lift-Control, ein Launch-Control, ein schräglagenabhängiges ABS mit Sport- und Race-Modus, eine Rear-Wheel-Lift-Up-Mitigation gegen abhebende Hinterräder beim Bremsen sowie ein Tempomat. Das ABS-System passt sein Verhalten dem gewählten Fahrmodus an und bietet im Sport-Modus maximale Sicherheit, während es im Race-Modus einen stärkeren Performance-Fokus setzt.
Als neue Komponente im Antriebsstrang nennt MV Agusta eine Neun-Scheiben-Slipperkupplung mit Torque-Assist in Verbindung mit einem Quickshifter. Die Kraft am Kupplungshebel soll dadurch um 50 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration reduziert sein, was den Bedienkomfort im Stadtverkehr und bei langen Fahrten verbessern soll. Das 5,5-Zoll-TFT-Farbdisplay ist vollständig mit der MV Ride App verbunden und ermöglicht Navigation, Aufzeichnung von Routen und die komplette Motorradkonfiguration direkt vom Smartphone aus.
Starke Konkurrenz im neuen Preisbereich
Zum Preis von 16.000 Euro (circa 17.100 US-Dollar) bewegt sich die F3 R in einem Umfeld, das sich zuletzt deutlich verdichtet hat. Auf demselben Preisniveau stehen mit der KTM 990 RC-R und der Ducati Panigale V2 zwei direkte Konkurrenten. Die KTM bringt es auf 128 PS (94 kW), die Ducati auf 120 PS (88 kW). Für 2.000 Euro weniger sind die Triumph Street Triple 765 RX mit 130 PS (96 kW) als nicht verkleidetes Roadstermodell sowie die Yamaha R9 mit 119 PS (88 kW) erhältlich.
Hinzu kommt ein chinesischer Neuzugang, der den Markt in naher Zukunft aufmischen könnte: die ZXMoto 820RR. Auf dem Papier ist sie leistungsmäßig ähnlich positioniert und machte in der Supersport-Weltmeisterschaft bereits unter dem französischen Piloten Valentin Debise auf sich aufmerksam. Sie soll in Frankreich von der DIP importiert werden, ein konkreter Preis wurde bislang nicht genannt. Mit einer entsprechenden Positionierung könnte die chinesische Sportmaschine den Wettbewerb im Mittelklasse-Segment weiter verschärfen.
Farbe, Verfügbarkeit und Produktion
Die F3 R wird weiterhin in Schiranna bei Varese in Italien entwickelt und gebaut. Angeboten wird sie in der Farbe Rosso Ago, einem markanten Rot, das in der Namensgebung an den Mehrfachweltmeister Giacomo Agostini erinnert. Die F3 R soll damit das Identitätsversprechen der Marke aufrechterhalten: italienisches Design, Renngeschichte und eine durchgängige handwerkliche Prägung, die MV Agusta nach eigener Darstellung in einer zunehmend homogenisierten Kategorie abhebt.

Häufige Fragen
-
Was kostet die MV Agusta F3 R 2026?
Die MV Agusta F3 R kostet in Italien ab sofort 16.000 Euro (circa 17.100 US-Dollar) statt zuvor 19.000 Euro (circa 20.300 US-Dollar). Die Preissenkung beträgt 3.000 Euro, ohne dass der Ausstattungsumfang reduziert wurde.
-
Wie viel Leistung hat die MV Agusta F3 R?
Der flüssigkeitsgekühlte Reihendreizylinder mit 798 Kubikzentimetern leistet 147 PS (108 kW) bei 13.000 Umdrehungen und erreicht ein maximales Drehmoment von 88 Nm (circa 65 lb-ft) bei 10.100 Umdrehungen. Das Aggregat erfüllt die Euro-5+-Norm.
-
Welche Elektronik bietet die MV Agusta F3 R serienmäßig?
Zur Serienausstattung gehören eine Sechs-Achs-IMU, vier Fahrmodi, eine achtstufige Traktionskontrolle, Wheelie-Control, Launch-Control, Kurven-ABS, ein Rear-Wheel-Lift-Up-Mitigation-System sowie ein Tempomat. Alle Funktionen sind ohne Aufpreis freigeschaltet.
-
Welche Konkurrenten hat die MV Agusta F3 R 2026?
Direkte Konkurrenten bei 16.000 Euro (circa 17.100 US-Dollar) sind die KTM 990 RC-R mit 128 PS und die Ducati Panigale V2 mit 120 PS. Günstiger sind die Yamaha R9 mit 119 PS und die Triumph Street Triple 765 RX mit 130 PS.
-
Wo wird die MV Agusta F3 R produziert?
Die F3 R wird wie alle MV-Agusta-Modelle in Schiranna bei Varese in Italien entwickelt und produziert. Die Farbausführung trägt den Namen Rosso Ago.
➜ Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Übersicht: Neue Motorräder 2026: Alle Modelle, Neuheiten und Highlights im Überblick. Dort findest du alle wichtigen Informationen zum Thema gebündelt.

- Michelin Road 6 190/50ZR17 73W Hinterrad








